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wissensART Archiv

180 Episoden
25 Minuten
„Träumen für die Zukunft“ nennt Peter Lorenz seine multimediale Vision und live Performance. Mit internationalen und lokalen Kunstschaffenden kreierte er im August 2025 an der geschichtsträchtigen Partisanen-Nekropole in Mostar ein partizipatives, audiovisuelles Erlebnis. Das Werk verbindet Klang- und Bildwelten, um Bogdanovićs poetische Visionen von Städten und Denkmälern als Räume kollektiver Erinnerung und Zukunftsträume lebendig zu machen. Inspiriert von der Philosophie und dem Werk des Architekten Bogdan Bogdanović, erweckt Peter Lorenz seine poetische Vision des Denkmals als Ort kollektiver Imagination, Erinnerung und Transformation zum Leben. Unterstützt wurde diese Arbeit vom österreichischen Kulturforum in Bosnien-Herzegowina. Man könnte dieses Projekt als Vorläufer der „Erinnerung im Dialog“ Initiative der Auslandskultur betrachten. Dieses Leuchtturmprojekt betrachtet die Geschichte jener Wiederösterreicher, deren Vorfahren während der Zeit des Nationalsozialismus aus Österreich vertrieben wurden und die die österreichische Staatsbürgerschaft wieder angenommen haben. In verschiedenen „Kunst im Gespräch“ Podcasts wird darüber erzählt. Oral History, sozusagen. Das multidisziplinäre Werk von Peter Lorenz in Mostar weist darauf hin, wie wichtig es ist, kulturelles und historisches Erbe zu bewahren, weil es einen künstlerischen Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft eröffnet. Ein künstlerischer Dialog auch mit Bogdan Bogdanović? Wer war dieser Meister der Denkmäler, der in Wien gestorben ist? Mehr dazu im Podcast. Peter Lorenz In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn es Ihnen gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: http://www.peterlorenz.at/ www.austriakulturinternational.at www.bmeia.gv.at www.wissensart.at | Auskunft: wissensart@wissensart.at
24 Minuten
Kunst und Buch = Artbook. So könnte man die Geschichte des Verlegers Heiner Gann auf einen Nenner bringen. Gemeinsam mit seiner Frau Christine Gann führt er als Geschäftsführer seit 20 Jahren das Kunstbuch zum Erfolg. Die verlegerische Tätigkeit hat der bildende Künstler, Schriftsteller und Museumsdirektor emeritus Peter Assmann übernommen. Er schreibt: “Kunst und Kunstbücher sind in einer sich sensibel ergänzenden Freundschaft verbunden, gemeinsam erweitern sie unseren Blick auf die kreativen Möglichkeiten der Welt.” Der Künstler Peter Baldinger, die Künstlerin Andrea Bischof, Verleger Heiner Gann, Martin Hochleitner, Direktor des Salzburg Museum und der Geschäftsführer von Artbook Heiner Gann erzählen über diese “sich sensibel ergänzende Freundschaft”. Privat Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: https://artbook.at https://www.salzburgmuseum.at/ https://wissensart.at
30 Minuten
Er sei gekommen, um zu bleiben, erzählt der junge gebürtige Argentinier im „Kunst im Gespräch“. Sein Urgroßvater musste in der NS-Zeit aus Österreich fliehen. Seine Urgroßmutter lebte in Hamburg. In Buenos Aires fanden sie zueinander, gründeten eine Familie, gründeten erfolgreich ihr Business. Über ihre Vertreibung wurde nicht gesprochen. Ezequiel Max fragte nach und bekam Antworten. Nun lebt er als sogenannter „Wiederösterreicher“ in Wien. Ezequiel Max war einer der ersten, die die österreichische Staatsbürgerschaft gemäß § 58c StbG beantragt haben. Seit Oktober 2019 können Nachfahren jener Menschen, die in der NS-Zeit aus Österreich vertrieben wurden bzw. flüchten mussten ansuchen. 45.000 Personen wurden auf diese Weise bereits eingebürgert. Die Staatsbürgerschaft jenes Landes, in welchem sie leben, dürfen die Kinder, Enkel oder Urenkel der seinerzeit Vertriebenen behalten. Im Buch: „Wir und Österreich 15 Stimmen", schrieb Alexander Schallenberg seinerzeit als Bundesminister für europäische und internationale Angelegenheiten im Vorwort: „Das ist ein Zeichen des Vertrauens in unser Land und unsere Gesellschaft und ermutigt uns, unseren Weg der Erinnerung und Versöhnung konsequent weiterzugehen.“ Mit der Initiative „Erinnerung im Dialog“ und den "Erinnerungsdialogresidencies“ setzt die Auslandskultur ein weiteres Zeichen. Elisabeth J. Nöstlinger Buchhinweis: Wir und Österreich, Austria and us. 15 Stimmen: 15 voices, Hrsg: Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten - Sektion für internationale Kulturangelegenheiten. In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn es Ihnen gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: www.austriakulturinternational.at www.bmeia.gv.at www.wissensart.at | Auskunft: wissensart@wissensart.at https://www.ikg-wien.at/
32 Minuten
Jaron Lanier, einer der einflussreichsten KI-Denker, Futurist und Musiker diskutierte bei der Auslandskulturtagung 2026 des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten unter der Leitung des Diplomaten und Co-Founder von „Tech Diplomacy Network“ Martin Rauchbauer mit der Ethikerin und KI-Forscherin Sonja Schmer-Galunder. Wie Jaron Lanier schon in seiner Keynote betonte, weist auch Sonja Schmer-Galunder darauf hin, dass KI eine Maschine sei, die von menschlichen Gehirnen mit Daten gespeist werde und diese Daten verarbeite. Es seien also Menschen, welche das Potenzial der KI ermöglichten. Nun komme es darauf an, welche Möglichkeiten Menschen nützten, die ihnen die künstliche Intelligenz biete. Sonja Schmer-Galunder warnt davor, sich von standardisierten KI-Modellen manipulieren zu lassen, blind den Algorithmen zu vertrauen. Bedenkt man, dass die mächtige Technologie größtenteils in amerikanischen Zentren entwickelt wird, spiegelt sie auch deren Werte wider. Mehr und mehr drängt diese Technologie in europäische Schulen, an österreichische Universitäten und beeinflusst unsere Kultur. BMEIA/Auslandskultur In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: www.austriakulturinternational.at www.bmeia.gv.at https://www.jaronlanier.com/ https://cise.ufl.edu/people/faculty/name/sonja-schmer-galunder/ www.wissensart.at | Auskunft: wissensart@wissensart.at
8 Minuten
Seit dem Ende des Nationalsozialismus sind etwas mehr als achtzig Jahre vergangen. Viele Jahre wurde über die Ermordung und Vertreibung jüdischer Österreicher und Österreicherinnen geschwiegen, ehe eine „Erinnerungskultur“ einsetzte. Im Frühjahr 2026 hat die Sektion für Internationale Kulturangelegenheiten des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten in Zusammenarbeit mit dem Nationalfonds der Republik Österreich die Initiative „Erinnerung im Dialog“ ausgeschrieben. Historiker und HistorikerInnen können sich im Rahmen dieses Projekts für „Erinnerungsdialogresidencies“ bewerben, um mit sogenannten „Wiederösterreichern und Wiederösterreicherinnen“ in einen Dialog zu treten. 45.000 Menschen haben die Entscheidung des österreichischen Parlaments im Jahr 2019 angenommen, Nachkommen von Opfern des Nationalsozialismus, im Rahmen des § 58c StbG, die Wiedererlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft zu ermöglichen. Es ist dies ein wichtiger Baustein im steten Bemühen Österreichs, sich seiner Verantwortung im Zusammenhang mit der Vertreibung und Ermordung jüdischer Mitbürgerinnen zu stellen und ein klares Zeichen gegen das Vergessen, sowie ein würdiges Gedenken an die Opfer. Die Sektionschefin der Auslandskultur im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten Regina Rusz, Hanna Lessing, Vorständin des Nationalfonds der Republik Österreich, und die langjährige ehemalige Präsidentin der Salzburger Festspiele Helga Rabl-Stadler, in ihrer Eigenschaft als Sonderberaterin im Außenministerium erzählen Elisabeth J. Nöstlinger über diese Wege der Erinnerungskultur. BMEIA/Auslandskultur In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: www.austriakulturinternational.at www.bmeia.gv.at www.wissensart.at | Auskunft: wissensart@wissensart.at
27 Minuten
“Wer ChatGPT verwendet arbeitet für OpenAI“ sagte Jaron Lanier, einer der einflussreichsten Denker des digitalen Zeitalters, bei der Auslandskulturtagung 2026 des BMEIA. Ob das allen Zuhörerinnen und Zuhörer bewusst ist, fragte ich mich, die dem kritischen Tech-Pionier, Musiker, Autor, Philosoph und Prime-Unifying-Scientist von Microsoft zuhörten. Der KI-Forscher, Künstler und Futurist gilt als profunder Wissenschaftler, der zur Entwicklung und Vermarktung von Virtual-Reality- Anwendungen wesentlich beigetragen hat. 2010 listete ihn das Magazin Time unter die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten; und 2014 wurde der in New York geborene Jaron Lanier mit dem Deutschen Friedenspreis ausgezeichnet. Jaron Lanier wird nicht müde darauf hinzuweisen, dass die Künstliche Intelligenz kein „neues Leben“ ist, keine bewusste Entität, sondern das verdichtete Ergebnis dessen, was Menschen bisher kreiert haben. Jedes Modell geht letztlich auf Menschen zurück. Wie gesagt: “Wer ChatGPT verwendet arbeitet für OpenAI“. Erwähnenswert ist, dass der kritische Denker auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, also sogenannter Wiederösterreicher ist. Ermöglicht wird dies durch die vereinfachte Einbürgerung von Nachfahren während der Zeit des Nationalsozialismus vertriebener oder geflüchteter Österreicherinnen und Österreicher. Fotocredit: Luca Vanzella, Flickr ( https://www.flickr.com/photos/vanz/144476323/in/album-72057594131744996 ), CC BY 2.0 ( https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/ ) In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: www.austriakulturinternational.at www.bmeia.gv.at www.wissensart.at | Auskunft: wissensart@wissensart.at
38 Minuten
„Weil ich das Menschliche meide, wo ich kann, es ausrotte, wo ich es finde“. Nun hat Elfride Jelinek wahr gemacht, was sie einst selbstironisch und provokant über ihre Arbeit sagte. Es gibt keine Menschen mehr, wir sind „Unter Tieren“. Ist das das letzte Werk der Nobelpreisträgerin? Die Germanistin und Theaterwissenschafterin Pia Janke und der Regisseur Nicolas Stemann kennen die Nobelpreisträgerin und erzählen, was sie zu dieser Frage meinen. Darüber hinaus erzählt Pia Janke über ihre weltweite Tour zu österreichischen Kulturforen anlässlich des 80. Geburtstages von Elfriede Jelinek; Nicolas Stemann sowie Caroline Peters erzählen über die Uraufführung von „Unter Tieren“. Es ist ein Stück über die unergründlichen Wege des Geldes. Elfriede Jelinek verfolgt hartnäckig seine Spur, lässt sie aus der Sicht von Tieren erzählen. Klar ist in diesem Stück: Die Welt ist aus den Fugen, und der Finanzmarkt wird es wohl nicht richten. Nicolas Stemann hat es auf der Pernerinsel großartig in Szene gesetzt. Elfriede Jelinek ist auch eine „Seismographin“ der Demokratie. Pia Janke erzählt darüber ebenso wie über die internationale Veranstaltungsreihe WELT.AUTORIN.JELINEK. SF/Martin.Vukovits In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: www.austriakulturinternational.at www.bmeia.gv.at https://www.elfriede-jelinek-forschungszentrum.com/ www.wissensart.at | Auskunft: wissensart@wissensart.at
16 Minuten
Romeo Castellucci, Maxime Pascal und Philippe Sly bescheren Oliver Messiaens Saint François d´Assise einen unvergesslichen Abend in der Salzburger Felsenreitschule. Die drei Künstler erzählen auf wissensART über diese spirituelle Kunsterfahrung, die die Existenz des Menschen zutiefst berührt. Bassbariton Philippe Sly hat sich bei den Franziskanern in Salzburg mit seiner herausfordernden Rolle als heiliger Franziskus auseinandergesetzt und seine Erfahrungen in ein zutiefst berührendes Klangerlebnis umgesetzt. Sein Gesang, die Inszenierung, das Bühnenbild und die Lichtgestaltung von Romeo Castellucci sowie das Dirigat von Maxime Pascal ist eine menschliche Suche ganz nah an der Erde, am Sein und an der Unermesslichkeit, die wir in uns tragen. Beherzt verteidigt Romeo Castellucci die Würde kreatürlicher Erbärmlichkeit. Macht die Überwindung des Ekels vor dem Aussätzigen zu einem erschütternden ästhetischen Erlebnis. Ehe der heilige Franziskus über das geöffnete Dach der Felsenreitschule ins lang ersehnte und lang besungene Paradies aufsteigt, hatte er noch von Gott die Stigmata erbeten, um das Leiden Jesu selbst zu erfahren. Beklemmende Clusterflächen aus dem Chor erheben sich zu dieser beeindruckenden Szene. Die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor hat hier ihre großen Momente, besitzt auch „unsichtbar“ enorme Präsenz. Gott spricht eben aus vielen Stimmen. Am 23. August ist die Oper ab 17h in der Salzburger Felsenreitschule zu sehen. SF/Monika Rittershaus Weiterführende Links: www.salzburgerfestspiele.at/ www.wissensart.at/
47 Minuten
Kurz vor ihrem Rückzug aus der Theaterwelt ereilte Karin Bergmann der Anruf aus Salzburg; sie sollte Intendantin der Festspiele werden. Markus Hinterhäuser wurde beurlaubt, der Sommer stand vor der Tür, eines der größten Festivals stand ohne künstlerische Leitung da. Peng. Tollkühn übernahm Karin Bergmann die Gewerke, warf sich mit Verve in das Geschehen. Bis zu diesem Zeitpunkt mit Markus Hinterhäuser befreundet, dachte sie an ein Zusammenspiel in irgendeiner Art und Weise. Jedenfalls wollte sie das Programm, dass der Pianist und Intendant geplant hatte umsetzen; und sie macht das auch bravourös, wenn auch mit negativen Vibes ihres Vorgängers. Nach wie vor verweigert er ein Gespräch mit ihr, meidet jede Begegnung. Zur Freude der Festspielgemeinde spielte Markus Hinterhäuser seine beiden angekündigten Konzerte und erhielt dafür mit Matthias Goerne für das erste und Igor Levit für das zweite, Standing Ovation, Bravorufe und einen Blumenregen auf die Bühne. Karin Bergmann ist erleichtert. Im "Künstlergespräch" erzählt sie über ihren Alltag während der Festspielzeit und die langen Nächte. SF/Neumayr/Leo
11 Minuten
Benko und Peter Thiel, das sind die Inspirationsquellen von Elfriede Jelineks neuestem Stück „Unter Tieren“. Regisseur Nicolas Stemann hat Peter Thiel eingeladen und ist sich sicher, dass er in irgendeiner Art und Weise erscheinen wird. Ob gerade dann Zuschauerinnen oder Zuschauer den Saal verlassen werden, um einen Drink zu nehmen und wie lange sie das Geschehen auf der Bühne draußen verfolgen werden, ist ungewiss. Die Inszenierung wird den Charakter einer Aktionsversammlung haben, das Geschehen wird auf Monitore übertragen. Was Nicolas Steman bei der Urlesung im Wiener Burgtheater erprobte, soll nun auch Teil der Inszenierung auf der Perner Insel sein. Ob sich der Raum dafür eignet, wird sich zeigen. Fest steht: Es geht um Kapitalismus und um Korruption. Dafür schlüpfen die Schauspielerinnen und Schauspieler in Tiergestalten. Da machen sich dann Hasen und Schweine über Finanzskandale her, besprechen Wirecarddebakel und Immobiliendesaster. Die KI macht sich dazu ihren Reim und wenn die Menschheit letztlich abgeschafft ist, dann reden die Tiere. Die Uraufführung von Elfriede Jelineks Stück „Unter Tieren“ ist am 16. August 2026 um 19h auf der Halleiner Perner Insel. Und am 18. August führe ich mit Nicolas Stemann und Caroline Peters eine „Künstlergespräch“ der Freunde der Salzburger Festspiele in der Aula der Universität in der Hofstallgasse. SF/Jan Friese Weiterführende Links: www.salzburgerfestspiele.at/ www.wissensart.at/
7 Minuten
„Carmen ist bestimmt das dunkelste, das gefährlichste und das grausamste Werk des kommenden Sommers“ prophezeite der mittlerweile beurlaubte Intendant der Salzburger Festspiele Markus Hinterhäuser. Er sollte recht behalten. Gleich zu Beginn zeigt sich, in welch toxischer Machowelt das Stück angesiedelt ist. Karg die Landschaft, dunkel das Bühnenbild, sadistisch manche Soldaten. Gleich zu Beginn verprügeln sie einen Zivilisten, geben Straßenkindern grausamsten Schießunterricht, lehren sie aufeinander zu schießen. Gabriela Carrizo zeichnet für Regie und Choreografie verantwortlich. Sie kommt vom Tanz. In Belgien prägte sie die Tanztheaterkompanie Peeping Tom. Das merkt man dieser Carmen, der Oper von Georges Bizet auch an. Es ist kein Abend der leichtfüßigen E´le´gance; diese Inszenierung zeigt das Schwerblütige, das Überbedeutsame von Carmen, einer Carmen die ein Weltentwurf für eine emanzipierte Frau ist. Asmik Grigorian debütiert in dieser Carmen. Sie gibt die Carmen als erotischen Feuerkopf. Die Naturfrau verteidigt ihre Freiheit mit Attacken von springflutartiger Heftigkeit. Ihr toxisches Gegenüber demütigt sie mit höhnischen Tönen. Bisweilen entstößt sie sich diese im Parlando. Was für eine Stimme! Was für ein Weib. Ihr gegenüber Jonathan Tetelmann. Bei ihm durchdringen einander die Sphären von Gesang, Physis und Aktion. Manchmal wirkt das Piano des Tenors etwas rau und grobkörnig. Lyrisch passt er sich aber Micaela, gesungen von Kristina Mkhitaryan, an. In der Blumenarie wagt er ein Decrescendo auf dem hohen B. und seine heldischen Reserven mobilisiert er Aug in Aug mit seinem Rivalen Escamillo. Ihn gibt Davide Luciano. Teodor Currentzis dirigiert sein Utopia Orchester sowie den Utopia Chor, ebenso den Bachchor Salzburg und den Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor. Wie immer geht er einen eigenwilligen Weg. Der Erfolg gibt ihm recht. Auch mit der Interpretation dieser dunklen Oper. SF/Thomas Aurin Weiterführende Links: https://www.salzburgerfestspiele.at/ https://wissensart.at/
10 Minuten
Er spielte den Tod im "Jedermann" an der Seite von Peter Simonischek und Caliban in Shakespeares "Sturm", er brillierte als verlotterter Raskolnikow in Andrea Breths Dostojewski-Dramatisierung von "Verbrechen und Strafe" und als Kleists Achilles an der Seite von Sandra Hüller. In Peter Handkes vielfach preisgekröntem Familienepos "Immer noch Sturm" verinnerlichte er „mit virtuoser Zerbrechlichkeit“ das Erzähler-Ich. In diesem Festspielsommer ist Jens Harzer wieder zu Gast bei den Salzburger Festspielen: mit dem eindringlichen Monolog De Profundis nach Oscar Wilde – und in der Uraufführung von Peter Handkes Schnee von gestern, Schnee von morgen in der Regie von Jossi Wieler. In diesem Gespräch reißen der Regisseur Jossi Wieler sowie das Schauspielerpaar Jens Harzer und Marina Galic die Erarbeitung an Peter Handkes neuem Stück „Schnee von gestern, Schnee von morgen“ an. Drei Monate lang haben sie den Text des siebzig Seiten starken Büchleins gelernt, nun galt es ihn auf der Bühne umzusetzen. „Das Besondere an der Beschäftigung mit Handke ist, dass er mit seinen Texten vom Theater fordert, Verantwortung zu übernehmen und etwas Eigenes zu finden. Damit lässt sich ein Schatz heben“, sagt Jens Harzer. Er kennt den Dichter seit vielen Jahren und ist ein Kenner seines Werkes geworden. Noch bis 5. August 2026 machen sich Jens Harzer und Marina Galic auf der Bühne des Salzburger Landestheater bravourös daran, als namen- und ruheloser „Kreuz-und-Quer-Gehender“, den Handke’schen Kosmos weiter zu vermessen. Eine Sternstunde der Salzburger Festspiele 2026. Foto Jens Harzer, aufgenommen beim Terrassentalk auf der Presseterrasse in Salzburg Elisabeth J. Nöstlinger Weiterführende Links: https://www.salzburgerfestspiele.at/ https://wissensart.at/
11 Minuten
In der Figur von Goethes Faust tritt uns der Archetyp des modernen, nach Wissen, Erfahrung und Erfüllung strebenden Menschen entgegen, den Ulrich Rasche in seiner Neuinszenierung auf der Perner-Insel als Manifestationen widerstreitender Kräfte zeichnen will. Seit dem 16. Jahrhundert gehört die Geschichte des Doktor Faust, der seine Seele dem Teufel verschreibt, zum festen Bestand der europäischen Kultur. In den frühen Fassungen fungiert er als warnendes Beispiel menschlicher Hybris: Wer sich über die göttliche Ordnung erhebt, endet in Verdammnis. Am Ende des 18. Jahrhunderts erfährt der Stoff durch Goethe eine radikale Transformation und wird mitten hinein in die Moderne katapultiert. Goethe, der – so der spanische Philosoph Ortega y Gasset – sein Leben damit verbrachte, „sich selbst zu suchen oder zu meiden“, macht aus dem berühmten Sünder des Volksbuchs Historia von D. Johann Fausten einen rastlos und verzweifelt Suchenden – hin- und hergerissen zwischen extremer Selbstbehauptung und drohendem Selbstverlust. „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust“ – in dem berühmten Satz formuliert sich Fausts Grundkonflikt: seine innere Zerrissenheit zwischen Erkenntnis und Begehren, zwischen Geist und Sinnlichkeit. Was ihn antreibt, ist jedoch nicht der Wunsch nach Ausgleich, sondern nach Überschreitung. Faust treibt die Bewegung des Überschreitens so weit, bis sie sich gegen ihn selbst richtet. Was als Suche nach Erfahrung beginnt, wird zur Entfremdung vom eigenen Leben. Ulrich Rasche verdichtet das Geschehen zu einem zeitgenössischen Kammerspiel. Die Welt zieht sich in einen inneren Raum zurück, in dem die Figuren als Manifestationen widerstreitender Kräfte erscheinen. Mephisto (Valery Tscheplanowa) tritt dabei weniger als äußere Macht hervor, denn als Schatten des Faust (Steven Scharf und Johannes Nussbaum) selbst – als Ausdruck seiner eigenen zerstörerischen Energien. „Mephisto ist der Gegenspieler, die Schattenseite des Faust, die Seite, die ihn immer verfolgt, die immer anwesend ist“, erläutert Ulrich Rasche. „Das ist die Verführung, die Triebstruktur, der Rausch, das Erleben von Welt, das Umarmen im Gegensatz zu dem, was Faust bisher getrieben hat, nämlich die Suche nach Erkenntnis, der Rückzug in die Wissenschaft, in das Studierzimmer.“ Foto: Faust I 2026: Ulrich Rasche (Regie / Bühne), Valery Tscheplanowa (Mephistopheles), Steven Scharf (Faust SF/Jan Friese Von 25.7.2026 bis 6.8.2026 ausgenommen am 27. Juli Weiterführende Links: https://www.salzburgerfestspiele.at/ https://wissensart.at/
23 Minuten
Die Zukunft der Kunst wird vermutlich durch eine zunehmende Zusammenarbeit zwischen Menschen und intelligenten Maschinen geprägt sein, denn die künstliche Intelligenz hat sich zu einem der disruptivsten Phänomene der modernen Kunstwelt entwickelt. Während Algorithmen erstaunlich authentische Bilder generieren und Auktionshäuser Millionenumsätze mit KI-Systemen erzielen, steht die Kulturszene vor einer existenziellen Frage: Ist das noch Handwerk oder schon eigenständige Kunst? Die Verschmelzung von Technologie und Schöpferkraft spaltete Kreative weltweit in begeisterte Pioniere und besorgte Kritiker. Experimentelle Projekte mit interaktiven KI-Systemen zeigen bereits, wie dynamische Dialoge zwischen Künstler und Maschine entstehen können. Dabei sind nicht nur technische Weiterentwicklungen entscheidend, sondern auch ein bewusster Umgang mit den sozialen und kulturellen Auswirkungen. Fazit: Künstliche Intelligenz stellt im Bereich der Kunst sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar. Sie erweitert die kreativen Möglichkeiten erheblich, erfordert jedoch auch eine kritische Auseinandersetzung mit den damit verbundenen ästhetischen, ethischen und gesellschaftlichen Fragen. Die Integration von KI in den künstlerischen Prozess ist keineswegs der Ersatz menschlicher Kreativität, sondern vielmehr eine Erweiterung und Neuinterpretation dessen, was Kunst heute und in Zukunft bedeuten kann. In dieser neuen Ära ist es wichtig, die Potenziale von KI verantwortungsvoll zu nutzen und zugleich den einzigartigen menschlichen Beitrag zur Kunst zu würdigen. Elisabeth J. Nöstlinger spricht anlässlich der Ausstellung „AI and its Consequences – Artistic Positions on Post-Digital Futures“ im Kulturforum Warschau, die nun bis Ende August in der AG18 Galerie in Wien zu sehen ist, mit Mag. Andreas Schlichtner über AI und Kunst. Ein Hinweis zum Foto: Es ist zeigt das Ergebnis einer Abbildung einer mit LLM angelernten Gesichtserkennungssoftware mit Kamera, die geschlechtsspezifisch die Penislänge von Menschen, die im Raum sind, misst. Die Arbeit stammt vom Meaningful Noise Collective, einer Forscherin und Künstlerin vom ISTA Institut (das Institut hat aber nichts mit der Arbeit zu tun). Foto: Andreas Schlichtner (rechts), Daniel Mazanik (Mitte), Sebastian Pfeifhofer (links) Andreas Schlichtner & The Meaningful Noise Collective In der Podcast-Serie, „Kunst im Gespräch“, kommen im zweiwöchigen Rhythmus all jene Künstlerinnen und Künstler zu Wort, die durch ihre Zusammenarbeit mit österreichischen Kulturforen und Botschaften inspiriert wurden. Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: www.austriakulturinternational.at/ https://www.bmeia.gv.at/ https://wissensart.at/ Auskunft: @wissensart@wissensart.at/
22 Minuten
Es könnte einem das Herz brechen, wenn man erfährt, dass Empathie und Mitgefühl eine Angelegenheit des Gehirns und nicht der Seele sind. Genauso ist es mit der negativen Seite der Gefühle, dem Hass. Tania Singer die Neurowissenschaftlerin und Psychologin leitet innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin die Forschungsgruppe soziale Neurowissenschaften. Dort beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit Emotionen, Empathie und Mitgefühl und schaut sich an, wie aus Hass Fürsorge werden kann. Leidenschaftlich baut sie Brücken zwischen jenen Bereichen, die normalerweise nicht miteinander interagieren. Besonderes Augenmerk legt Professorin Dr.in Tania Singer dabei auf die hormonellen, neuronalen und entwicklungsbedingten Grundlagen menschlichen Sozialverhaltens. Dazu gehören auch negative Emotionen wie Hass und Wut. Durch eine der bislang größten Studien über soziales Verhalten hat sie festgestellt, dass Empathie, Mitgefühl und Fairness durch mentales Training formbar sind. Auch der Umgang mit Hass und Wut. Dafür hat Tania Singer das Dyaden Gespräch entwickelt. Dabei sitzen zwei einander fremde Menschen gegenüber und hören einander achtsam zu. Dabei wird auch das Körpergefühl in der jeweiligen Gefühlswelt angesprochen. Nach fünf Minuten erklingt ein Gong und die Rollen werden getauscht. Nun hört der andere Partner achtsam und empathisch zu, ohne zu unterbrechen. Man könnte das als Meditation zu zweit betrachten, meint Tania Singer. Wie effektiv diese Übung ist, um das empathische Zuhören, aber auch das Wahrnehmen und Ausdrücken der eigenen Gefühle und den Umgang mit schwierigen Emotionen wie Stress zu verbessern, zeigt sich im Gehirn. Es zeigt sich auch, wo Empathie und Mitgefühl verortet sind. Um den Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl herauszufinden, hat Tania Singer, einen buddhistischen Mönch in den Scanner gelegt. Schon vorher hat sie die große „Mind and Life“ Konferenz mit dem Dalai Lama mitorganisiert und die daraus erzielten Erfahrungen in ihre Studie miteinfließen lassen. Mehr über den Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl sowie über das Dyadenprogramm und die Anwendung in der Medizin aber auch bei Friedensprozessen, erzählt Tania Singer bei den diesjährigen Disputationes im Rahmen der Ouvertüre Spirituelle zum Auftakt der Salzburger Festspiele am 22. Juli 2026, von 15.00 bis 18.00, in der Festspielkulisse in der Hofstallgasse in Salzburg. Anmeldungen sind erbeten unter schmidthahn@disputationes.at Das Gespräch über das Dyadenprogramm habe ich mit Tania Singer bei den diesjährigen Goldegger Dialogen geführt und sie auch gefragt, ob sie selbst noch das Dyadentraining macht. Hören Sie rein, denn Tania Singer macht das Training auch selbst. Max-Planck-Gesellschaft Wenn Ihnen Gehörtes gefallen hat, abonnieren Sie bitte diesen Podcast. Besonders freuen wir uns über eine 5-Sterne-Bewertung auf Apple Podcasts und Spotify. Weiterführende Links: https://wissensart.at/ https://www.social.mpg.de/tania-singer www.taniasinger.de Auskunft: schmidthahn@disputationes.at wissensart@wissensart.at/
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