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Die Choreografin Archiv

118 Episoden
26 Minuten
Wenn wir unserer Tätigkeit Sinn geben möchten, brauchen wir eine bewusst gesetzte Absicht: was wollen wir erreichen, gestalten, in die Welt bringen, kreieren, hinterlassen, auf den Weg bringen? Daraus ergeben sich Gründe und unsere Motivation bestimmte Dinge zu tun. Unsere Tätigkeit erfüllt einen bestimmten Sinn und Zweck, weshalb wir uns  —immer wieder neu— bewusst dazu entscheiden, Zeit und Energie dafür aufzubringen. 

Wenn wir darüber Klarheit haben, können wir GANZ sein, uns mit allen Aspekten unseres Wesens einer Tätigkeit widmen, von der wir überzeugt sind, dass sie es wert ist von uns getan zu werden. Indem ICH mich DAFÜR entscheide, etwas zu tun, agiere ich kraftvoll und selbstbestimmt. Ich bin kein Opfer von Pflichten oder Umständen, auf die ich keinen Einfluss habe oder die ich glaube tun zu müssen, ohne eine Wahl zu haben.  

Und wie können wir unserer Tätigkeit Leichtigkeit verleihen? 

Ich stelle Dir 4 Experimente vor und eine Momentaufnahme, mit denen Du der Arbeitsweise, die für Dich persönlich gut funktioniert, auf die Spur kommen kannst. 
27 Minuten
Ist Kunst erschaffen Arbeit? Und wenn ja, als welche Art Arbeit kann sie einsortiert werden? Subsistenzarbeit? Lohnarbeit? Ehrenamt?  Wenn es so etwas wie „Arbeit“ überhaupt gibt, was ist dann „das Andere“?

Heute befassen wir uns mit dem Begriff Arbeit, mit dem Thema Bezahlung und 

Zeitgestaltung. Außerdem erforschen wir noch die spannende Frage, welche Beziehung Du zu Deiner Kreation hast.
23 Minuten
„Fehler“ - ist ein Konzept, für das wir uns entscheiden, indem wir uns einen Bemessungsrahmen stecken und danach bewerten. „Fehler“ - ist ein Konzept, für das wir uns entscheiden, indem wir ein „Richtig“ definieren und über alles, was davon abweicht, enttäuscht sind oder verärgert. "Fehler" als etwas schlechtes, das nicht passieren darf zu bewerten, bringt oft destruktive Ereignisse mit sich.

Eine andere, weitaus konstruktivere Möglichkeit das Konzept „Fehler“ zu betrachten, ist, diesen als Humus und Chance für Veränderung und Unvorhersehbares zu sehen.

"Fehler" sind eine Goldgrube für Wissen, geben uns Informationen, lassen uns Unterscheidungen begreifen und führen uns an neue Handlungs- oder Verhaltens-Optionen heran.

Wie können wir aus unseren Fehlern lernen und wie können wir in Zukunft mit Fehlern umgehen? Heute möchte ich Dir zwei Experimente bzw. Fragestellungen an die Hand geben, wie Du die Fehler aus Deiner Vergangenheit feiern kannst und warum es sein könnte, dass Du zukünftige Fehler herbeisehnst.
28 Minuten
In der Regel nehmen wir etwas wahr und haben schon im selben Moment unsere Bewertung dessen vorgenommen, uns für eine Interpretation entschieden. Oft reagieren wir, als gäbe es so etwas wie einen universellen Bemessungsrahmen als Referenz für Allgemeingültigkeit. Da ist das Urteil „Fehler!“ schnell gefällt. Ich finde, wenn wir performatives Geschehen mit geschulten Konzeptaugen anschauen, beschränken wir unser Kunsterleben auf lediglich eine mögliche Dimension. Heute erzähle ich Dir von der Box, durch die wir schauen und bewerten und gebe Dir 3 Experimente  mit, wie Du eine Lücke zwischen Wahrnehmung und Bewertung entstehen lassen kannst. Dann eröffnet sich Dir eine Welt mit vielfältigen Erlebnisoptionen, auch in der Kreation.
24 Minuten
Gute Ergebnisse brauchen ein bisschen mehr, als dass sich alle lieb haben. Wenn in Deinem Team die Harmonieglöckchen läuten und es zwischenmenschlich oder auch faktentechnisch niemals anstrengend ist, würde ich das kritisch hinterfragen wollen.

Was zeichnet ein leistungsfähiges Team aus? Hofert und Visbald sagen: Kooperationsbereitschaft, Haltung, Kommunikation, Selbsterkenntnis und Strukturfähigkeit. Doch warum ist Harmonie nicht der Schlüssel zu kraftvoller Teamarbeit und qualitativen hochwertigen Ergebnissen? Eine Antwort kannst Du erfahren, wenn Du das Experiment machst, um die Unterschiede und Qualitäten jeweils von Diskussion und Dialog herauszufinden. 
36 Minuten
Das Hypothetische können wir sehr gut nutzen für unser Narrativ, für den Prozess der Stückentwicklung, als Brücke für unserer Zuschauerschaft und für die Betrachtung unserer Arbeitsbedingungen.

Trotzdem scheint uns etwas daran zu hindern, das Hypothetische genau zu betrachten, konsequent zu durchdenken und damit in die Öffentlichkeit zu gehen. Ich hab ein paar Vermutungen und nahezu alle haben mit Angst zu tun. 

Um so wichtiger ist es, dass Künstler:innen im Theaterraum Brücken zum Hypothetischen schlagen und Zuschauer:innen mitnehmen. Dafür braucht es den Freigeist der Künstler:innen, die sich nicht zensieren, nicht die Augen verschließen vor dem Krassen, dem Skandalösen, dem Verbotenen, dem Dreisten, dem Unerhörten, dem Schockierenden. Und auch dem Magischen, dem Surrealen, der Naivität, dem Mystischen, dem Unergründlichen, dem Übernatürlichen sollten wir unbedingt nachgehen.

Wir haben ein Dilemma, weil wir uns dafür teilweise weit aus dem Fenster lehnen müssen. Wir machen uns angreifbar, sind nicht gefällig, müssen richtig was riskieren. Vielleicht werden wir nicht (mehr) gefördert oder gar attackiert. Diese Episode ist eine Ode an das Hypothetische — komme, was wolle!
26 Minuten
Nimmst Du Dir hin und wieder Zeit und stellst Dir gefährliche Fragen? Läufst Du wie am Schnürchen oder knabberst Du auch mal am Faden, bleibst stehen und schaust Dich um? Wählst Du auch mal, was nicht auf der Speisekarte steht? Bewegst Du Dich vornehmlich in Lebendigkeit oder verharrst Du in der vermeintlichen aber oft toten Sicherheit?  „…und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“ (Astrid Lindgren)

Heute stelle ich Dir 5 gefährliche Fragen. Ich stelle sie der:dem Choreografe:i:n in Dir, dem:der Unternehmer:in  und dem Menschen. Achtung! Wenn Du in Dir nach echten Antworten suchst, kann das Denn Leben auf den Kopf stellen. 
40 Minuten
Heute spreche ich über verschiedenste Anwendung der „The Word Café-Methode“  in künstlerischen Prozessen, nämlich wie ursprünglich gedacht als Dialog-Methode, aber auch als Praxis-Methode und als Struktur für Kunstprojekte. Ich gebe Dir Impulse, wie Du diese Methode im Entwicklungsprozess mit Deinen Tänzer:innen benutzen kannst, wie Du damit Zuschauer:innen involvierst - ob zum Austausch nach den Stücken, oder als Inspirationsquelle für Deine Stücke- und wie die Form für Festivals, kollegiale Zusammenkünfte oder auch als Stückformat taugt.
32 Minuten
"Die meisten Organisationen leiden nicht an zu wenig „klugen Köpfen”. Sie leiden an ihrer Unfähigkeit, die vorhandene kollektive Kreativität zu nutzen.“ (German TWC, S. 41)

The World Café  ist eine Methode - entwickelt von Juanita Brown & David Isaacs - die als Container dient für ein facettenreiches Flickwerk, aus Wissen, Erfahrungen, Meinungen, Ideen, Perspektiven, Haltungen und Ressourcen, die von einer heterogenen Gruppe eingebracht werden können zu einem komplexen Thema von gemeinsamem Interesse.

Heute stelle ich Dir die Originalform mit Varianten für die Zwischenplenums vor. Dies wird die Basis sein für künstlerische Adaptionen, die ich in der nächste Episode vorstelle.
34 Minuten
 Heute stelle ich Dir die Akronym-Kreativitätstechnik SCAMPER vor: Substitute, Combine, Adapt, Magnify, Put on other use, Eliminate, Reverse.  Sie wurde 1997 von Bob Eberle in erster Linie zur Entwicklung von möglichen neuen Produkten eingesetzt, kann uns aber in unterschiedlichen Phasen und Bereichen des Choreografierens ebenfalls sehr nützlich sein kann. Um Zugang zu unserem kreativen und nonlinearen Denken und Handeln zu haben, müssen wir oft auch gegen Konformität gehen. Da stehen uns dann leider gern unsere Komfortzone, unsere Erziehung und soziale Etiketten im Weg. Ich nenne diese und einige mehr unsere Box-Mechanismen. Die Experimente, die ich Dir heute vorschlage, befassen sich damit, Deiner ganz individuellen Box auf die Spur zu kommen, diese herauszufordern und zu erweitern und Dich dann in nonlinearer Ideenfindung und im Angebote machen und Handeln zu üben. 
30 Minuten
Heute stelle ich Dir den Prozess des Community Building nach Scott Peck vor. Er beschreibt den Prozess in 4 Phasen: 1. Pseudogemeinschaft 2. Chaos 3. Leere 4. wahrhaftige Gemeinschaft. 

Das Wissen um diese Phasen und diese Methode kannst Du einsetzen, um Dein Team und die Zusammenarbeit zu stärken und effektivere und effizientere Prozesse zu gestalten. Ideen aus dem Prozess kannst Du aber auch partiell gezielt anwenden für den künstlerischen Entwicklungsprozess, für Improvisation, partizipative Kunstgestaltung sowie für künstlerische Initialzündung oder langfristige inhaltliche Prozessbegleitung. 
17 Minuten
Ich stelle Dir heute die 5 Formen der Empathie vor, wie sie der GFK-Coach Markus Fischer unterscheidet und was wir daraus schließend können für unsere Stückentwicklung. Ich erzähle Dir eine Nähkästchengeschichte, was passieren kann, wenn Menschen im Theater sich zu sehr mit einem fiktiven Geschehen identifizieren und bespreche zum Schluss noch 5 Aussagen zum Thema Gehirn und Wahrnehmung und wie Kunst dadurch zum Lernen und zur Transformation im geschützten Raum führt.
22 Minuten
Zunächst stelle ich Dir den Unterschied von fluider und kristalliner Intelligenz vor und spreche  über das Hypothetische in der Kunst und ihrer Entwicklung. Danach gehe ich die Theory of Mind ein, auf Spiegelneuronen und Tipping Point.

Außerdem stelle ich Dir die Brainstorming-Methode „Provokationstechnik nach Graham Horton“ vor. Eine wunderbare Möglichkeit für hypothetisches Denken und eine prima Ideenschmiede für unsere Stücke.
19 Minuten
Welche Informationen hat die Wahrnehmungsforschung für uns und was können wir als Choreografen daraus schließen und beachten?

In der letzten Episode haben wir uns mit Grundlagen der Wahrnehmung befasst. In dieser Folge möchte ich mit Dir beleuchten, wie wir das Wissen über Wahrnehmung und Aufmerksamkeit nutzen können in Bezug auf unser methodisches Vorgehen im kreativen Entwicklungsprozess und wie wir ‚gehirnfreundlich' im Team arbeiten können.

Wir tauchen ein in Sinneswahrnehmungen und Körperempfindungen, Gedanken, Gefühle, Emotionen, Denkkonzepte, Erinnerungen sowie die Bewertung all dessen und unsere Reaktionen darauf.

Was davon gelangt in unser Bewusstsein?

Wie gehen wir mit den unterschiedlichen Wirklichkeiten um, die parallel im selben Raum zur selben Zeit bestehen?

Wie können wir die Aufmerksamkeit unseres Teams navigieren?
20 Minuten
Heute spreche ich darüber, was uns das Wissen über Wahrnehmung an Möglichkeiten eröffnet, im Umgang mit Rezipienten, wie Kunsterfahrung neue Hypothesen in Zuschauergehirne einpflanzt und warum dadurch gesellschaftliche Transformation stattfinden kann. Ich spreche darüber, warum sich Zuschauer:innen sicher fühlen müssen, um ihr Repertoire an Möglichkeiten zu erweitern und warum es wichtig ist, dass wir begleitend mit Vermittlungsprogrammen arbeiten.
Die Choreografin

Die Choreografin

Über Kunst und von der Kunst Unternehmer und Mensch zu sein