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Kleio Archiv
37 Episoden
25 Minuten
In der heutigen Folge versuchen wir uns an einem Abriss der Geschichte der Kurorte, von ihren Anfängen bis ins 20. Jahrhundert, über das sogenannte “goldene Zeitalter” bishin zu ihrem viel beschriebenen Niedergang und Fragen uns: welche spezifischen Einblicke bieten uns die Kurstädte in Fragen der Stadt-, Gesundheits- und Tourismusgeschichte? Dabei werfen wir einen kritischen Blick auf den aktuellen Fotschungsstand und nutzen Zeitungsausschnitte, um zu verstehen, wie Kurorte im 20. Jahhrundert Austragungsort gesellschaftlicher Konflikte wurden.
Von Marie Antoinette über die Französische Revolution lernen? Geschichtsvermittlung auf Social Media
22 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Juliane Greil darüber, warum Social Media in den Geschichtsunterricht integriert werden sollte. Da Schüler*innen oft mehrere Stunden am Tag mit dem Konsum kurzer Videoformate verbringen, die auch historisches (Halb-)Wissen vermitteln, können diese, wie sie in ihrer Forschung zeigt, sowohl als Ressource betrachtet, müssen aber vor allem als Geschichtsproduzenten eingeordnet und hinterfragt werden. Gästin: Juliane Greil hat Geschichte, Englisch und Bildungswissenschaften auf Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen an der Universität Siegen studiert. Sie ist derzeit Referendarin an der Oberschule Rockwinkel in Bremen und Promovierende im Fach Geschichte an der Uni Bremen und forscht zu historisch-politischen Inhalten auf Social Media und wie diese zusammen mit Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Geschichtsunterrichts dekonstruiert und kritisch beurteilt werden können.
20 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Lucas Haasis über sein laufendes Gerda Henkel Forschungsprojekt am Deutschen Schifffahrtmuseum, in welchem er Briefe von Bord der HMS Calcutta analysiert. Das Schiff transportiere hunderte Männer und Frauen aus Großbritannien – von der britischen Justiz statt zum Tode zur Zwangsmigration verurteilt – Anfang des 19. Jahrhunderts nach Australien um dort eine neue Strafkolonie aufzubauen. Die Briefe sind eine außergewöhnliche Quelle, um mehr darüber herauszufinden, wie die Sträflinge die Überfahrt erlebten. Gast: Lucas Haasis ist Historiker und Forschungsstipendiat der Gerda Henkel Stiftung und Senior Fellow am Deutschen Schifffahrtsmuseum, Leibniz Institut für Maritime Geschichte in Bremerhaven. Zuvor war er Postdoc und Forschungskoordinator im Akademienprojekt Prize Papers.
29 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Martin Herrnstadt über die Verbindungen von sich formierenden Sozialwissenschaften, Nationalismus und Antisemitismus im späten 19. Jahrhundert. Als Quelle steht ein Text des Sozialstatistikers Gottlieb Schnapper-Arndt von 1888 im Vordergrund, der die Instrumentalisierung vermeintlich sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse im deutschen Kaiserreich kritisierte. Gast: Martin Herrnstadt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtswissenschaft der Universität Bremen. Zudem ist er Initiator und einer der Leiter des internationalen DFG Forschungsnetzwerks Global Cultures of Enquête: Towards a Praxeology of Surveying (17th – 21st Century).
1 Minute
In dieser Folge spreche ich mit Mathias Kluge über die Geschäftspraktiken des Hansekaufmanns Hildebrand Veckinchusen. Anhand der detailreichen Überlieferung seiner Briefe erhalten wir vielfältige Einblicke in die Wirtschaftsgeschichte des europäischen Mittelalters. Gast: Mathias Kluge ist Professor für mittelalterliche Geschichte an der Uni Bremen. Er forscht unter anderem zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte.
22 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Klaas Anders über die Migrationserfahrungen der Unterzeichner:innen der Charta 77. Nach der Unterzeichnung der Charta migrierten einige hundert Menschen aus der Tschechoslowakei nach Wien und formten dort eine Gemeinschaft. Wir sprechen über die Repressionen in der Tschechoslowakei, die Migrationserfahrungen nach Wien ab 1977 und das politische Engagement der Migrant:innen innerhalb Wiens. Gast: Klaas Anders ist Doktorand an der Professur für Zeitgeschichte und Kultur Osteuropas an der Universität Bremen und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Graduiertenkolleg 2686: »Contradiction Studies – Konstellationen, Heuristiken und Konzepte des Widersprüchlichen«. Seine Dissertation schreibt er über widersprüchliche Lebenswelten und tschechoslowakische Migrant*innen in Wien 1968-1989.
21 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Sarah Lentz über einen Mordfall im Bremer Zuchthaus im Jahr 1739. Wir sprechen über den Tathergang und die Motive, aber auch über die Rolle von magischen Praktiken und darüber, was dieser Mord über die Handlungsmöglichkeiten von Frauen in der frühen Neuzeit zeigt. Gast: Sarah Lentz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Bremen. In ihrem neuen Citizen Science Projekt erforscht sie die Lebenswege von Bremerinnen in der Frühen Neuzeit.
23 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Fabienne Müller über zwei zentrale Reformvorhaben in Bill Clintons erster Amtszeit: das Freihandelsabkommen NAFTA und den gescheiterten Health Security Act. Wir diskutieren wie diese beiden, auf den ersten Blick unverbundenen Vorhaben, durch das Band des Neoliberalismus ideologisch verknüpft waren. Gast: Fabienne Müller ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik und Doktorandin am Institut für Geschichtswissenschaft der Uni Bremen. In ihrem Promotionsprojekt befasst sie sich mit Handels- und Sozialpolitik in den USA der 1990er Jahre.
22 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Jan Ulrich Büttner über rechtliche Streitigkeiten im bremischen Mittelalter. Diese Fälle wurden vom Stadtrat entschieden und in vielen Fällen ins sogenannte Schedebuch eingetragen. Wir sprechen heute über die Gründe, die den Bremer Stadtrat dazu verleitete, Urteile aufzuschreiben und wie diese Quelle von Jan Ulrich Büttner aufgearbeitet wird. Gast: Jan Ulrich Büttner ist Senior Lecturer im Bereich Mittelalterliche Geschichte an der Universität Bremen.
23 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Delia González de Reufels über ihre Forschungen im Bereich der Schulhygiene im Cono Sur. Gast: Delia González de Reufels ist Professorin für die Geschichte Lateinamerikas an der Universität Bremen. Außerdem leitet sie zwei Teilprojekte im Sonderforschungsbereich ,,Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik“.
23 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Lotta Cordes über Anspruch und Wirklichkeit der Raumplanung in der DDR. Außerdem erklären wir die Ziele, Ideale und Vorgaben, die die Arbeit der Planer:innen prägten. Gast: Lotta Cordes ist Doktorand:in an der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen. In ihrem Promotionsprojekt befasst sich Lotta mit räumlicher Planung in der DDR.
20 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Cathrin Hähn darüber, was uns archäologische Funde von Menschen mit Behinderungen über Integration und Ausgrenzung im Frühmittelalter erzählen und wie sich körperliche Besonderheiten archäologisch niedergeschlagen haben. Gast: Cathrin Hähn ist Doktorandin im Bereich Ur- und Frühgeschichte an der Universität Bremen. Außerdem ist sie Projektleiterin für die Ausgrabung eines Kriegsgefangenenfriedhofs an der Reitbrake. Cathrin beteiligte sich an der Forschungsgruppe homo debilis. Dieses Projekt hatte zum Ziel Behinderung und Nichtbehinderung als Kategorien vormoderner Gesellschaften zu analysieren.
23 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Lisa Hellriegel über den Umgang mit sexualisierter Gewalt in der deutschen Rechtspraxis des 20. Jahrhunderts. Wir sprechen heute über das Thema Sexualisierte Gewalt. Falls euch das Thema belastet, bitten wir euch diese Folge mit einer vertrauten Person anzuhören, mit der ihr das Gehörte besprechen könnt. Gast: Lisa Hellriegel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im Bereich Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bremen. In ihrem Promotionsprojekt befasst sie sich mit dem Wandel und der Kontinuität der Rechtspraxis zu sexualisierter Gewalt in deutschen Großstädten von 1900 bis 1935.
22 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Fritz Kusch über die Rolle der American Protective Tariff League bei der Popularisierung der Zollpolitik in den USA in den 1880er und 1890er Jahren. Gast: Fritz Kusch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich „Globale Entwicklungsdynamiken von Sozialpolitik“ und Doktorand im Bereich Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Bremen. Er schreibt seine Dissertation über die populäre Agitation für protektionistische Zollpolitik in den USA im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.
21 Minuten
In dieser Folge spreche ich mit Maria Hermes-Wladarsch über die Entdeckungen des Bremer Astronomen Heinrich Wilhelm Matthias Olbers. Außerdem erklären wir den Ablauf historischer Nachlasserschließungen. Gast: Maria Hermes-Wladarsch leitet die Abteilung für Historische Sammlungen, Handschriften & Rara an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen.