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33 Episoden
9 Minuten
Am Theater sind wir, sagt der berühmte englische Schauspieler Donald Sutherland, große Künstler, in den Händen eines Filmregisseurs sind wir Informationsmaterial für den Schnitt. Er skizziert, wie sich eine Liebesszene zwischen ihm und Julie Christie bei ratternder Arriflex-Kamera und unter den Weisungen des Regisseurs abspielt. Für die Ausdrucksbewegungen stehen Sekunden zur Verfügung. Es ist nicht immer leicht, das Liebesgefühl aufkommen zu lassen. Es wurde dann doch eine ganz schöne Szene. Wie würde man Caesar spielen, wenn es um den Augenblick "5 Sekunden vor dessen Tod" geht? Wie funktionieren die Blicke von 1 bis 2 Sekundenlänge in die Kameras der Reporter beim Fototermin? Nach seinem 17. Interview braucht Donald Sutherland einen Espresso. Wann kommt ein Star dazu, eine Tasse, die er in der Hand hält, auch wirklich auszutrinken? In jedem Fall dauert die Herstellung des Ausdrucksvermögens für Caesars "5 Sekunden vor dem Tod" lange Zeit, bis zu 3 Wochen. Das war schon die Auffassung von Sir Laurence Olivier. Ein persönliches Porträt des sehr lebendigen Donald Sutherland, dessen Gesichtszüge auf die Sekunde reagieren, dessen innerer Ausdruck aber Gleichmäßigkeit über die Jahre umfasst: 900 Sekunden mit Donald Sutherland. Erstausstrahlung am 17.11.1991
36 Minuten
Zahlen und Schwingungen bilden die Kommunikation der künftigen Menschheit, sagt Jeff Mills. Mit seinem Label UNDERGROUND RESISTANCE begann er in Detroit. Sein heutiges Label AXIS SPIDER FORM enthält die experimentellsten Techno-Arsenale, die es gibt. Wie kann man mit den Mitteln des Minimal-Techno aus den Ringen des Saturn Musik machen? Brauchen wir Sprache, wenn wir doch Rhythmen haben? Entwickeln sich die Formen der Musik (aller Künste, aller Lebensläufe) in einem Zyklus von je 30 Jahren? Was bleibt in der Musik immer gleich? Was bleibt in den Sequenzen unwiederholbar und auf ewig nervös? Eine spannende Begegnung mit dem "Godfather" des Techno, Jeff Mills. Erstausstrahlung am 07.09.1998
14 Minuten
"The King of Pop", Elvis Presley, ist in der Hinsicht unsterblich, dass man ihn nie vergessen wird und sein Gesangsstil binnen 10 Sekunden im Fernsehen präsent ist. Mark Janicello, geboren in New York, hat sich zum Operntenor emporgearbeitet und sich als Fünfter der Tenöre, neben Pavarotti, durchgesetzt. Berühmt sind seine Auftritte in den Schächten der New Yorker U-Bahn. In den U.S.A. wurde er schlagartig berühmt, als er Elvis Presley Songs in Pavarotti-Arien ("O Sole mio") überführte. Deswegen wurde mit ihm das Musical "ELVIS - The Musical Biography" entwickelt. Ein Erfolgsstück der besonderen Art. Mark Janicello glaubt nicht an den Gegensatz von U- und E-Musik, sondern überwindet diesen Gegensatz. Die Reporterin Digne M. Marcovicz porträtiert den berühmten Tenor und Musical-Star Mark Janicello. Erstausstrahlung am 08.06.1998
44 Minuten
Der Durchbruch im Theater war für Corinna Harfouch die Rolle der Lady Macbeth in der Inszenierung von Heiner Müller am Deutschen Theater. Inzwischen gehört sie zu den Film- und Theaterstars in Berlin-Ost (stark umworben von den Medien der Bundesrepublik). Geboren wurde sie in Großenhain/Sachsen im Jahr 1954. Was will sie? Sie antwortet: "Den Menschen spielen in seiner Wollust nach Grausamkeit". Ein Porträt der Schauspielerin Corinna Harfouch. Erstausstrahlung am 19.08.1996
41 Minuten
Der Show-Mann und Gitarrist Olli Schulz, beliebt in der digitalen Welt, aber ebenso erfolgreich in seinen Konzerten und im Fernsehen, mit vielen neuen Geschichten und mit viel Musik. „Alarm, der Zirkus brennt!“ Worin besteht die geistesgegenwärtige Reaktion des Zirkusdompteurs in der Krise: was tun mit den Löwen, Schlangen, Elefanten, wenn das Zirkuszelt brennt? Olli Schulz ist jeder Lage gewachsen. „Wenn es gut ist, wird es schön sein und ein Leben lang passieren. Wenn es böse ist, dann beißt es, und du wirst es schnell verlieren.“ Olli Schulz: „Mein schönstes Mandat als Anwalt“. Es geht um einen Flüchtling aus Afrika. Olli Schulz als „der letzte der Nibelungen“. Olli Schulz: „Der Letzte der Nibelungen“. Er kommt zu spät zur Katastrophe in Attilas Burg und hat etwas zu erzählen. Olli Schulz unter Palmen, in der Arbeitswelt, auf Schlössern und im Pladderregen. Wie berichtet man im werbefinanzierten TV über mehrmonatigen „Starkregen“ positiv? Olli Schulz über seine Herkunft, seinen Vater und die Urgroßeltern: immer verschwand in seiner Familie der Vater und die Mütter blieben. Ist eine Welt ohne Väter glücklicher? Während der Dreharbeiten komponierte Olli Schulz spontan neue Songs. Darunter eine Komposition zum Text des amerikanischen Star-Lyrikers Ben Lerner: „Als ich hübsch war und jung und das Glück mir zugetan, waren meine Finger in jedermanns Mund.“ Ein anderes Lied heißt „Zehn fette Finger in zehn fetten Mündern“. „Dann schlägt dein Herz und die Nase läuft.“ Erstausstrahlung am 24.01.2017
7 Minuten
Die schönste Androgyne, die größte Diseuse, eine hervorragende Sängerin, Schauspielerin, Schwarm und Star der schwulen Subkultur - so lobt IHN (SIE) die Kritik. "10 Frauen möchte ich sein", "Glaub ja nicht, dass ich schüchtern bin"- das sind berühmte Schlager von Georgette Dee. Die Reporterin Digne M. Marcovicz befragte den berühmten Star. Erstausstrahlung am 28.02.1999
23 Minuten
Was ist der Sitz der Schauspielkunst? Ist es die Leidenschaft? Der ganze Körper? Oder "jener Blick, von dem man sich wünscht, dass er auf mir ruht"? In seinem Buch "Größenwahn und Lampenfieber. Die Wahrheit über Schauspieler" erzählt der legendäre Schauspieler Armin Rohde aus seiner lebenslänglichen Bühnenpraxis. Eine gute Stimme, behauptet er, kommt aus dem Arsch. Begegnung mit Armin Rohde. Erstausstrahlung am 10.05.2010
7 Minuten
Der amerikanische Regisseur Tim Burton ist berühmt durch seine BATMAN-Filme und EDWARD MIT DEN SCHERENHÄNDEN. Mit MARS ATTACKS hat er Monster mit dem "dreckigsten Lachen der Welt" (DER SPIEGEL) erschaffen. Gnadenlos zerschießen sie die Erde und sind nur durch Musik zu bändigen. Das sprachliche Ausdrucksvermögen der Marsianer begrenzt sich auf ein entschlossenes "Ack-Ack"! Seinen Examensfilm als Student nannte Tim Burton in Anlehnung an Frankenstein FRANKENWEENIE. Es geht um die Ausgrabung eines verunglückten Hundes auf dem Hundefriedhof, seine Wiederbelebung als Monster und die fanatische Jagd der Bevölkerung auf dieses Tier, das hässlich aussieht, aber doch ein gutes Herz besitzt. Tim Burtons vereinigte Pop-Figuren sind "Monster wie Du und ich" (SÜDDEUTSCHE ZEITUNG). Der kompromisslose Regisseur fände es attraktiv, demnächst Roboter vom Roboter-Friedhof zu filmen, die sich bei ihrer Wiederbelebung gegenseitig reparieren könnten. Tim Burton live im Gespräch. Erstausstrahlung am 20.04.1997
44 Minuten
Der Starjournalist André Müller veröffentlicht seine Interviews regelmäßig in der ZEIT. Sie sind berühmt und werden auch als Taschenbücher veröffentlicht. Jetzt hat er Ernst Jünger besucht und das Entstehen des Interviews gefilmt. Das Leben Ernst Jüngers als Autor erstreckt sich über die wichtigsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Er berichtet aus dem Stellungskrieg von 1916 in der gleichen kühlherzigen Genauigkeit, in der er über Luftangriffe im 2. Weltkrieg in Paris, über seine Insektensammlung, über seine Schlafgewohnheiten und über sein Verhältnis zu literarischen Texten oder seine Erinnerungen an die Fremdlegion berichtet. Von großem Interesse ist aber auch der Interviewer. André Müller im Verhältnis zu dem von ihm interviewten Ernst Jünger. Wie entsteht eine solche Reportage? Was sind die inneren Haltungen dieses investigativen Interviewers, der selber auch ein Autor ist? Wie lebt André Müller? Wie arbeitet er? Erstausstrahlung am 18.04.1994
21 Minuten
Musikmagazin mit dem beliebten Sänger/Songwriter, Schauspieler und Moderator Olli Schulz. Mit Songs wie „Jetzt haben wir beide noch einen Schuss frei“, „Ja es kann hässlich werden“, „Wenn die Schuhe passen“, „Er gab sich wirklich Mühe“, „Was müssen das für Bäume sein, wo die Elefanten… “. Außerdem neue Songs, für die Sendung speziell improvisiert, wie „Der kleine Leutnant“ und „Als ich hübsch war und jung, waren meine Finger in jedermanns Mund“. Das ist ein Vers aus den Lichtenberg-Sonetten des amerikanischen Erfolgslyrikers Ben Lerner. Vor 50 Jahren gab es im „Summer of Love“ die Beatles. Die gibt es jetzt nicht mehr. Aber in einigen Stadtteilen Berlins bereitet sich etwas vor, das nicht viel schlechter klingt und sich ins Herz brennt. Begegnung mit Olli Schulz und seinen Songs. Erstausstrahlung am 15.05.2017
21 Minuten
Für einen Tag gestaltete der Künstler Gerhard Richter die komplette Ausgabe der deutschen Tageszeitung DIE WELT mit Fotos aus seiner Werkstatt. Die ruhigen Bilder und die Tonlage des aktuellen Tagesgeschehens treten in einen verblüffenden Gegensatz. Gerhard Richter kommentiert seine Arbeitsweise. "Ich sollte mich", sagt er, "nicht mehr Maler, sondern Bildermacher nennen". Die Fotos besitzen für ihn einen eigenen künstlerischen Ausdruck. Oft sind sie Vorstufen und Skizzen für starke Bilder in seinem malerischen Werk. Es ist auch ein Irrtum, sagt Gerhard Richter, wenn man seine neuesten Bilder als abstrakt bezeichnet. "Es sind Bilder aus einer Gegend, die ich noch nicht kenne." Bildermacher Gerhard Richter im Gespräch. Erstausstrahlung am 18.03.2013
23 Minuten
Als Überraschungssieger erhielt der Dresdner Autor Durs Grünbein, 33 Jahre alt, den Georg-Büchner-Preis, die höchste Auszeichnung für Literatur in Deutschland. Grünbein, der sein erstes Buch kurz vor der Wende veröffentlichte, publizierte danach in rascher Folge rhythmische Dichtungen von starker Ausdruckskraft: "Grauzone morgens", "Schädelbasislektion" usf. Sein letztes Buch heißt: "Den teuren Toten". Es geht um fiktive Grabinschriften, die in Kurzform und konzentrierter Sprache Romane von einfachen Menschen erzählen. Die Preisverleihung ist begleitet von einem heftigen Literaturstreit: Robustheit und Erfahrungsgehalt oder Feinsinn und traditionelle Poesie? Der mitteldeutsche Vers-Mafioso Grünbein steht auf der Seite der Robustheit. Erstausstrahlung am 04.12.1995
23 Minuten
Heiner Müller ist ein weltbekannter deutscher Dramatiker. Er ist besonders schwer für das Fernsehen zu interviewen. In der Magazinsendung "Namen und Leute" berichtet er erst mal über seine Herkunft, die Eltern, die Zeit im Kriege. Er ist Jahrgang 1929. Dieser schwer gebeutelte Jahrgang hat das Kriegsende 1945 noch hautnah erlebt. Einige seiner bekanntesten Stücke, die ihn berühmt machten: Der Lohndrücker; Der Bau; Philoktet; Der Auftrag; Quartett; Germania, Tod in Berlin. Am 18.1.1989 hat Heiner Müller 60. Geburtstag. Erstausstrahlung am 09.01.1989
13 Minuten
Der Junge Filmemacher Richard Linklater aus Austin/Texas ist durch eine Trilogie von abendfüllenden Filmen aufgefallen, deren Handlung sich jeweils in einem Umkreis von 18 Stunden abspielt. Die Filme sind in Echtzeit gedreht. Der erste kostete 23.000 Dollar, der letzte 3 Millionen Dollar. Dieser Film heißt BEFORE SUNRISE und handelt davon, dass ein junger Amerikaner im D-Zug eine junge Französin (Julie Delpy) kennenlernt. Sie steigen in Wien aus und verleben eine aufregende Nacht. Erstausstrahlung am 11.06.1995
37 Minuten
Es gibt die Klassik des Perikles in der Antike, die des Zeitalters des Kaisers Augustus, die der Renaissance und die Deutsche Klassik von Wien und Weimar an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Die Werke, die aus diesen Höhepunkten der Kunst stammen, haben vermutlich ein ewiges Leben. Zeiten, die sich dem Klassischen widersetzen, knüpfen an die Klassik dennoch an, die als Gegenpol und Standard ihren Bestand behält. Joachim Kaiser, Literatur-, Theater- und Musikkritiker der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, ist ein unbestechlicher und entschiedener Verfechter des Klassischen. Er berichtet über das Parallelogramm der Kräfte zwischen Energie und Ausdruck, das die große Leistung jeder Klassik darstellt. Begegnung mit Joachim Kaiser. Erstausstrahlung am 23.12.2007
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