ARCHITEKTURFUNK Archiv
223 Episoden
21 Minuten
Prof Carlo Ratti talks about his work as an architect and professor at MIT (Massachusetts Institute of Technology). The specialist in the interface between architecture, technology and urbanism is also Curator of the 19th International Architecture Exhibition. Although he is not concerned about the issue of overpopulation, he is very much concerned about how to deal with the climate crisis. At MIT, he is researching this with "big data" and the "5-minute city", i.e. the concept of the "wakable neighbourhood". His motto is: Never let a crisis go to waste. And: don't take anything for granted. He explains exactly what that means in this episode.
39 Minuten
Karsten Schwanke, bekannt aus „wetter vor acht“ und den „ARD Tagesthemen“, ist zu Gast im Architekturfunk. Und was hat ein Meteorologe in einem Architektur-Podcast zu suchen? Er erklärt die Zusammenhänge: Wenn wir eine Baukultur wollen, die adäquate Antworten auf den Klimawandel gibt, müssen wir die Natur, Wetter und Klima verstehen, um im Einklang mit den klimatischen Veränderungen planen und bauen zu können. Schwanke erklärt nicht nur die Grundbegriffe von Wetter und Klima, sondern auch, warum es wichtig ist, die gängige Praxis den Gegebenheiten anzupassen, wenn wir die Auswirkungen des Klimawandels auf unseren Planeten begrenzen wollen. Was passiert, wenn wir so weitermachen wie bisher und was neben Dürre und Starkregen eigentlich Feuerwetter ist, erklärt er in dieser Episode.
30 Minuten
Prof. Dr. Anja Rosen berät Planer*innen und Bauherren beim zirkulären Bauen und hat u.a. den Urban Minig Index entwickelt, der exakte Kennwerte zu Fragen liefert, deren Antworten bisher vage waren: Wie gut lässt sich etwas in den Kreislauf zurückführen? Wie hoch ist der Aufwand? Ist der Rückbau ressourcenschonend? Welchen Wert hat das Material? Auch ihre Lehre ist progressiv: Mit ihren Studierenden beginnt das Entwerfen auf dem Recyclinghof. Erst Altholz suchen, dann konstruieren und entwerfen, ein praxisnaher Ansatz für die neue Normailtät des zirkulären Bauens. Anja Rosen ist Jurymitglied des Heinze Architektur Awards, der am 21.11. auf dem Klimafestival feierlich verliehen wird. Was sie an den Einreichungen überrascht und beeindruckt hat, das erzählt sie in dieser Episode.
25 Minuten
Ipek Ölcüm will mit ihrer Arbeit im Industrieverband Lehmbaustoffe Wissenslücken schließen, mit Mythen aufräumen und die industrielle Nutzung des umweltfreundlichen und gesunden Baustoffs vorantreiben. „Damit wir schnell ins Handeln kommen“, wie sie sagt, denn die Aufgabe von Lehm sei es, „zu versöhnen“ und „zu ergänzen“. Was sie damit meint, welche industriellen Lehmprodukte es bereits zu kaufen gibt und was wir in Zukunft von Lehm erwarten können, erzählt sie in dieser Episode.
36 Minuten
Carsten Wiewiorra, Präsident des bdia, ist Architekt und Innenarchitekt. Dass er beide Mentalitäten kennt, ist die ideale Voraussetzung für sein Amt als Präsident des bdia. Er versteht es, zwischen den Disziplinen zu vermitteln, die sich aufgrund überschneidender Kompetenzen manchmal in Konkurrenz zueinander sehen. Beim allgegenwärtigen Thema Umbau sieht er die Innenarchitektur klar im Vorteil, weil sie die Disziplin ist, die das Bauen im und mit dem Bestand, die Collage aus Alt und Neu, in ihrer DNA hat. Die Frage, wer welches Stück vom großen Kuchen der "Umbauwende" abbekomme, müsse aber gar nicht gestellt werden, denn es gebe für alle mehr als genug zu tun. Für die Mammutaufgabe, den Bestand zu transformieren, sorgt Wiewiorra als Professor an der Detmolder Schule für Gestaltung auch gleich für den Nachwuchs. Als Präsident des bdia setzt er sich aktuell für die Überwindung der Grenzen ein, die Innenarchitekt*innen beim Entwerfen und Bauen gesetzt sind. Worum es dabei geht und was der bdia auf dem Klimafestival vorhat, erzählt er in dieser Episode.
27 Minuten
Die Feuerwehren in Deutschland sind in einem desolaten Zustand. Der Sanierungsstau ist enorm und manchmal hilft nur noch ein Neubau. Gaus Architekten haben sich auf Feuerwehrhäuser spezialisiert, genauer gesagt auf deren Sanierung oder Neubau, je nachdem, was die Machbarkeitsstudie ergibt. Was auch immer zu tun ist, an Behaglichkeit darf es in der Einsatzzentrale ebenso wenig mangeln wie an Funktionalität. Beides erfüllt der wärmende und ästhetische Baustoff Holz optimal. Auch das mehrfach und international ausgezeichnete Feuerwehrhaus in Tübingen-Lustenau ist ein „konsequenter Holzbau“, wie Christian Gaus betont und ein Prestigeprojekt für das Land Baden-Württemberg, das mit seiner „Holzbauoffensive“ den Holzbau vorantreiben will. Wie es zur Ausstellung "Einseinszwei" über Feuerwehrhäuser in der Architekturgalerie Stuttgart kam, wer sie besucht hat und was sich hinter Gaus red verbirgt, erzählt Gaus in dieser Episode.
36 Minuten
Warum müssen Architekt*innen Abfallprodukte anderer Wirtschaftszweige verwenden? Dr. Pamela Voigt von "BAKU – Bauen mit Kunststoffen" sagt: "Wir können nicht anders". Architekten würden von Anfang an lernen, dass sie die Welt retten müssen. Sie selbst nimmt sich da nicht aus. Mit Engagement und Begeisterung forscht sie an der Wiederverwendung alter Rotorblätter ausgedienter Windkraftanlagen. Woraus diese bestehen, welche Rolle Rotorblätter in der Architektur spielen könnten und wie die Forschungsgemeinschaft in Deutschland aussieht, erzählt Voigt in dieser Episode.
29 Minuten
Ina Westheiden und Sarah Behrens sind Gründerinnen und Inhaberinnen des Stuttgarter Studios "The Baukunst Dynamites", das sie als „international tätiges Architekturlabel an der Schnittstellen von Architektur, Design, Kunst und Theorie“ beschreiben. Ihr Erstlingsprojekt schlug auf Anhieb hohe Wellen: Die Rekonstruktion des ehemaligen Wohn- und Atelierhauses des Malers Adolf Hölzel von 1905 wurde mit dem German Design Award ausgezeichnet und für den DAM Preis nominiert. Weitere Projekte zeigen das breite architektonische Spektrum des jungen Kollektivs. Wie es ihnen zum Beispiel gelingt, die Quadratmeterzahl einer kleinen Wohnung zu vervielfachen, erzählen sie in dieser Episode.
54 Minuten
Der Unterschied zwischen Architektur und Innenarchitektur liegt nicht nur im Maßstab. Der Architekt Fabian Freytag, einer der erfolgreichsten deutschen Designer und Innenraumgestalter, sieht in der Innenarchitektur vor allem mehr Emotionalität, Vielfalt und Ergebnisoffenheit. Während er mit Stoffen, Streifen, Volumen und Polstern phantastische Raumkonzepte entwickeln kann, attestiert er der Architektur eine weitgehende Befreiung von lebensfrohen Attributen: Ein Haus werde wie "ein Ingenieursstück" behandelt, das in erster Linie zu funktionieren habe, ähnlich wie ein Auto. Freytag mahnt, der Kreativität in der Architektur wieder mehr Raum zu geben. Wie das konkret aussehen kann und warum er sich trotz seiner Einwände künftig auch der Architekturpraxis widmen will, erzählt er in dieser Episode.
34 Minuten
Vom Haus bis zum Stadtraum: Aufenthaltsqualität und thermischen Komfort für den Menschen zu schaffen, sei das übergeordnete Ziel eines jeden Projekts, sagt Thomas Auer. Transsolar arbeitet international mit renommierten Architekturbüros zusammen, um unter anderem mit Hilfe von Klimasimulationen und Komfortmessungen das beste und effizienteste Energiekonzept für ein Gebäude zu entwickeln. Wie ein Gebäude „aus sich selbst heraus funktionieren“ kann, welche Rolle die Haustechnik dabei spielt und wie man ein ganzheitliches Klimakonzept entwickelt, darüber sprechen er und Christian Frenzel in dieser Episode.
26 Minuten
Tettnang ist mit rund 20.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt im Bodenseekreis in Baden-Württemberg. Andrea Fuchs gibt einen Einblick in ihre Arbeit als Stadtbaumeisterin dort: Wie funktioniert die Arbeit in der Stadtverwaltung, welche Rolle spielt der Gemeinderat und wie ist die Verbindung zur Kommunalpolitik? Fuchs verknüpft übergeordnete Themen miteinander, sammelt Informationen und kommuniziert sie in alle notwendigen Richtungen. Verkehrsinfrastruktur, Bestandserhaltung, Wärmeversorgung und der Hochwasserschutz sind nur einige der Themen, die sie im Blick hat. Wie sie die Aufbruchstimmung aus der „Architektur-Bubble“ in die Verwaltung bringt, wie es mit der Bauwende auf politischer Ebene aussieht und wie die Projekte zur Zukunftsfähigkeit der Stadt im Detail aussehen, erfahrt Ihr in dieser Episode.
35 Minuten
Über das integrative Wohnprojekt LOVO „Lebensort Vielfalt am Ostkreuz“ wurde viel berichtet. Das Haus für die Schwulenberatung ist seit Sommer 2019 fertiggestellt und bewohnbar. Die Mieter*innen sind eine Mischung aus studierenden, älteren, pflegebedürftigen, schwulen, trans- oder intersexuellen Menschen mit und ohne Fluchthintergrund. Wie hat sich das Konzept der Durchmischung und der Öffnung hin zum öffentlichen Raum unter den notwendigen Sicherheitsaspekten bewährt? Wie bewerten die Architekt*innen Christoph Wagner und Wenke Schladitz heute ihre diesbezüglichen Entscheidungen und wie finden sie aktuell ihr rosablaues Farbkonzept? Was hinter den Entscheidungen stand und wie es mit den Sozialräumen und weiteren Projekten aus der Feder der beiden weitergeht, erfahrt ihr in dieser Episode.
24 Minuten
Wiebke Ahues war viele Jahre als angestellte Architektin in großen und renommierten Büros in leitenden Positionen tätig: Bei Max Dudler, David Chipperfield und zuletzt als Studio Director von Henning Larsen Architects Berlin. Seit kurzem ist sie Associate Partner bei LXSY. Ein junges Büro, das sich bereits einen Namen für kreislaufgerechtes Bauen und New Work gemacht hat. Social Leadership, das mit New Work einhergeht, dürfe nicht mit Soft Leadership verwechselt werden, so Ahues. Vielmehr gehe es darum, die Arbeitsbedingungen so zu optimieren, dass sich Talente optimal entfalten können. Wie das aussieht und wie sich Ahues auch als Vorstandsmitglied der Architektenkammer Berlin für den Berufsstand einsetzt, erfahrt Ihr in dieser Episode.
29 Minuten
Querfeldeins vereint die drei großen Disziplinen Architektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung unter einem Dach. Damit gehen sie erfolgreich ins Rennen um Wettbewerbserfolge. Doch trotz der mittlerweile 11 Jahren Planungspraxis und Projekterfahrung, fehlen Ihnen allerdings oft die Referenzen, um überhaupt teilnehmen zu können. Denn Projekte im städtebaulichen Maßstab erstrecken sich über lange Zeiträume geht und verändern sich sich ständig. Wie es das Büro dennoch schafft, sich zu beteiligen und wie sie die Schwelle vom „jungen“ zum etablierten Büro gestalten wollen, erfahrt Ihr in dieser Episode.
37 Minuten
Wo einst der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst (AND) der DDR seine Büros hatte, sitzt heute TOMAS. Und das bislang alleine in einem neungeschossigen Bürohochhaus. Die Wahl einer leerstehenden Immobilie als Firmenstandort spiegelt das Geschäftsmodell des neu gegründeten Unternehmens treffend wider. Denn die Projektentwicklerinnen wollen in den Bestand gehen und in leer stehende, wenig genutzte oder kurz vor dem Abriss stehende Gebäude investieren. Und zwar mit „weiblichem Geld“ und "natürlich mit Rendite", aber "nicht nasty und mit hässlicher Architektur“, erklärt von Reutern. Es geht ihnen darum, den Immobilienmarkt zu transformieren und die bisher wenig interessierte, aber sehr „interessante Gruppe der Frauen“ ins Boot zu holen, damit der Markt endlich nicht mehr nur in Männerhand ist, sondern von allen mitgestaltet wird. Wie die Architektinnen das erreichen wollen und was das mit Planet Care zu tun hat, erzählen sie in dieser Episode.