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ARCHITEKTURFUNK Archiv

223 Episoden
40 Minuten
Prof. Eckhard Gerber und Thomas Hoffmann-Kuhnt blicken im Gespräch mit Klaus Füner auf die Entwicklung des Wettbewerbswesens in Deutschland. Gerber verdankt seine international erfolgreiche Karriere den offenen Wettbewerben. Hoffmann-Kuhnt dokumentiert mit „Wettbewerbe Aktuell“ seit über 50 Jahren die Architekturwettbewerbe in Deutschland und hat damit publizistische Pionierarbeit geleistet. Gemeinsam werfen sie einen kritischen Blick auf die heutige Vergabepraxis. Warum junge Büros kaum noch zum Zuge kommen, welche Folgen das für die Baukultur hat und was sich dringend ändern muss, erläutern sie in dieser Folge.
36 Minuten
Aline Hielscher spricht mit Klaus Füner über ihre temporeiche Arbeit in Paris und ihren Weg von Paris zurück nach Leipzig. Ihre Leidenschaft für das Bauen im Bestand führte unter anderem zu dem preisgekrönten Umbau einer ehemaligen Telefonzentrale zur Kita. Ein Gespräch über Detailverliebtheit, kulturelle Prägung, nachhaltige Architektur und die Vorteile von Kooperationen mit größeren Büros und Expert*innen für kleine Büros.
31 Minuten
Anne Lampen und Susann Belitz sprechen über ihr preisgekröntes Projekt „Wilhelmsruher Damm 142“ in Berlin. Sie verraten, wie der Umbau eines Verwaltungskomplexes aus den 1970er Jahren in ein modernes, barrierefreies Wohnhaus für Senioren gelingen konnte. Im Fokus stehen die kniffeligen Herausforderungen und Chancen der Umnutzung: von der Bewahrung der charakteristischen Gebäudestruktur über innovative Lösungen zur Barrierefreiheit bis hin zur energetischen Sanierung. Sie erläutern, wie durch architektonische Eingriffe – wie zurückgesetzte Fassadenelemente für Loggien – der ursprüngliche Charakter des Gebäudes erhalten bleiben und gleichzeitig ein hoher Wohnkomfort für die Bewohner geschaffen werden konnte. Außerdem geht es um die Frage, warum die soziale Verantwortung der Bauherrin hier im Vordergrund stand.
27 Minuten
Melissa Köhler vom Fraunhofer Institut für Raum und Bau (IRB) spricht über die Begriffe Transformation und Bauwende. Sie erläutert die Rolle des IRB als Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis, die Bedeutung von Nachhaltigkeits- und Digitalisierungskompetenzen und gibt Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte. Im Fokus steht die Studie "Stimmungsbarometer zum Stand der Transformation der Baubranche", die die Wahrnehmung und Herausforderungen der Akteur*innen untersucht. Dabei sei der Begriff Transformation oder Bauwende erst einmal zu definieren. Welche Branchenbereiche treiben die Veränderung voran? Wo herrscht noch Skepsis? Und wie können Unternehmen den Wandel aktiv gestalten? Ein Gespräch über den Status quo und die Zukunft der Bauwende.
30 Minuten
Die Architektur-Award-Gewinner Stijn Nagels und Christoph Scheithauer sprechen über ihre herausragende Bestandserweiterung einer Wohnsiedlung aus den 1980er Jahren in Salzburg. Statt Abriss setzten sie auf eine intelligente Nachverdichtung, die den Bestand mit einer sichtbaren Holztopografie ergänzt. Ziel war es, dass die Bewohner, die während der Sanierung ausziehen mussten, ihre Siedlung bei der Rückkehr wieder erkennen – in neuer Qualität. Doch nicht nur die Architektur überzeugt: Auch das Energiekonzept und die Mobilitätsstrategie sind zukunftsweisend (In Deutschland undenkbar, aber hier wurden bewusst PKW-Stellplätze reduziert bei gleichzeitiger Erhöhung der Anwohnerzahl. Wie sich dieser Umbau für die Bewohner*innen anfühlte, wie die Kommunikation zwischen ihnen und den Planenden gelungen ist und wie die Mischung aus Alt und Neu angenommen wurde, erzählen Nagels und Scheithauer in dieser Episode.
28 Minuten
Zeller Kölmel haben für ihr Projekt „Energiesprong 2426“ einen Sonderpreis beim Heinze-Architektur-Award gewonnen. Michael Kölmel erzählt, wie das serielle Sanierungsprinzip „Energiesprong“ aus den Niederlanden funktioniert und warum es bei einem bewohnten Mehrfamilienhaus in Köln so erfolgreich umgesetzt wurde, dass es jetzt mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Außerdem erklärt er, wie sich die Bauphase bei laufendem Betrieb abkürzen lässt, weshalb er sich für eine markante rote Fassade entschieden hat und wieso der Wissenstransfer in der Baubranche oft noch zu wünschen übrig lässt.
17 Minuten
Markus Innauer spricht über den Kunstraum Kassel – ein mehrfach ausgezeichnetes Projekt, das sich durch seine präzise Materialität, flexible Raumgestaltung und nachhaltige Bauweise auszeichnet. Der Neubau, entstanden im denkmalgeschützten Kontext der Kunsthochschule Kassel, verbindet zeitgenössische Holzbauweise mit einer gestalterischen Auseinandersetzung mit der Nachkriegsarchitektur Friedrich Posenenskes. Innauer erläutert, wie sich die spezifischen Anforderungen – vom städtebaulichen Umfeld über die funktionale Flexibilität bis hin zur prägnanten Lichtgestaltung durch über 800 sogenannte Lichtlinsen – in einem konsequenten Entwurf vereinen lassen. Das Projekt hat den Heinze Architekturaward gewonnen.
26 Minuten
Christian Blanke und Sarah Sauer stellen unter anderem den preisgekrönten digitalen Gebäuderessourcenpass von madaster vor, mit dem sie die Transparenz über die Recyclingfähigkeit von Materialien in Gebäuden und Infrastrukturen fördern wollen. Im Gespräch erklären sie, wie das Wissen aus der Planungs- und Bauphase eines Gebäudes bis zu dessen Rückbau erhalten bleibt und welche Informationen der Ressourcenpass bündelt, damit Bauherr*innen beim Rückbau wissen, was alles in ihrem Gebäude steckt. Wie das genau funktioniert und wie sich auch die Hersteller aktiv an der Weiterentwicklung des Kreislaufprinzips beteiligen, erfahrt ihr in dieser Episode.
25 Minuten
Dr. Philipp Kalkbrenner verbindet als Bauingenieur und Tragwerksplaner technisches Know-how mit einem klaren Anliegen: die Baubranche nachhaltiger, kreativer und vernetzter zu gestalten. Er engagiert sich in verschiedenen Projekten, die der Wissensvermittlung und dem Austausch dienen. Gemeinsam mit seinem Bruder Michael moderiert er seit einigen Jahren den Podcast "Baustelle Bauwesen"
24 Minuten
In dieser Episode sind Moritz Salzmann und Miriam Horst von ASAP, Institut für nachhaltige und klimagerechte Architektur, zu Gast. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht ihr preisgekröntes Projekt "Verschnitt", das den Heinze Architektur Award in der Kategorie "Out of the Box" gewonnen hat. Die Lehrhalle der Riedelbau AG, gebaut aus gebrauchten Materialien und mit einer auffälligen Holzständerkonstruktion, setzt Maßstäbe für kreislaufgerechtes Bauen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Umsetzung solch innovativer Projekte: Wie gelingt es, mit Restmaterialien eine ästhetische und funktionale Architektur zu schaffen? Welche Herausforderungen bringt die Arbeit mit wiederverwendeten Baustoffen mit sich? Und wie kann diese Praxis das Bauen und die Architektur von morgen beeinflussen?
20 Minuten
Stefan Zwerenz, Leiter der Verifizierungsabteilung des Instituts Bauen und Umwelt (IBU), erklärt welche zentrale Rolle der Verein bei der Bereitstellung von Umweltproduktdeklarationen (EPDs) und Produktinformationssystemen für nachhaltiges Bauen spielt – sowohl national als auch international. Wie gelingt die Bewertung von Bauprodukten? Welche Herausforderungen und Änderungen bringt die Bauprodukteverordnung mit sich? Und warum ist die Datenerfassung ein Schlüssel für nachhaltiges Bauen? Zwerenz liefert fundierte Einblicke und konkrete Antworten auf diese und weitere Fragen.
24 Minuten
Urban Beta setzt bei temporären Bauten auf Effizienz und kreislauffähiges Design. Anstelle von Containern oder anderen unansehnlichen Provisorien, die gerne für Schulen oder Flüchtlingsunterkünfte verwendet werden, schlagen die Architekt*innen eine recycelbare Designlösung vor, die sich sowohl für den Auf- und Abbau als auch als Dauerlösung eignen soll. Die Module haben sich in der Ukraine bereits bewährt. Mit der praktischen Anwendung verbunden ist die Forschung rund um das Thema temporäre Lösungen, die das Team um Anke Parson gemeinsam mit vier weiteren Institutionen Unternehmen Firmen betreibt. Welche Rolle temporäre Lösungen langfristig auch hierzulande spielen könnten, erzählt Parson in dieser Episode.
25 Minuten
Live vom Klimafestival spreche ich mit dem Aktivisten Markus Mauthe. Seit über 30 Jahren engagiert er sich als Naturfotograf. Mittlerweile ist er auch Filmemacher. Er arbeitet unter anderem in Kooperation mit Greenpeace und klärt mit seinen Bildern nicht nur über die Schönheit entfernter Winkel des Planeten auf, sondern auch über deren Bedrohung.
29 Minuten
Die Präsidentin der BAK Andrea Gebhard gibt Antworten auf die Fragen, wie es um den Mitgliederzuwachs in den Architektenkammern steht, was die Kammern leisten und wo wir mit der Bauwende stehen. Sie benennt die Hebel, die als erstes in Bewegung gesetzt werden sollten, um die Bauwende voranzutreiben und Nachhaltigkeit wie einen Breitensport zugänglich zu machen. Welche Gesetze wir jetzt brauchen, welche Rolle Nachhaltigkeitsexpert*innen spielen und wie man sich dazu ausbilden kann, erzählt Gebhard in dieser Episode. Die BAK ist Initiativpartner beim Heinze Baunetz Klimafestval.
26 Minuten
Die renommierte Lehmbauarchitektin Anna Heringer baut weltweit herausragende Lehmarchitektur und setzt sich für den Einsatz dieses sozialen und ökologischen Baustoffs auch in Deutschland ein. Im Gespräch mit Klaus Füner erläutert sie, wie das Bauen mit Lehm den sozialen Zusammenhalt fördern und die lokale Wirtschaft ankurbeln kann. In den ärmsten Ländern der Welt ist das Bauen mit Lehm Standard. Bei uns dagegen hat der erdige Baustoff kaum eine Lobby und treibt sogar die Baupreise in die Höhe, weil Zulassungen fehlen oder die Herstellung aufwendig ist. Noch jedenfalls. Die Lehmbaulobby wird größer und stärker, die Industrialisierung von Lehmbauprodukten schreitet voran und der Widerstand gegen schädliche Baustoffe wächst. Doch Anna Heringer denkt weiter als die Anpassung des Baustoffs Lehm an unser bestehendes System. Sie plädiert für eine Reform unseres Wirtschaftssystems. Was sie damit meint und wie wir wieder gemeinschaftlich und mit Liebe bauen können, erzählt sie in dieser Episode.