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Alter, was geht? Archiv

57 Episoden
44 Minuten
Arbeitssuchende über 50 bringen viel Erfahrung und Lebensklugheit mit, tragen aber häufig auch Verantwortung für Familie und Angehörige. Auch Altersbilder, Stereotypen und eine sich schnell wandelnde Welt machen die Stellensuche nicht einfacher. Während daher viele von Existenzängsten unter Druck gesetzt werden, nutzen andere wiederum die Gelegenheit, um zum Ende des Berufslebens hin endlich mal "etwas Sinnvolles" zu tun. Das berichten die Mentees und Mentor*innen von Impulse, einer Schweizer Organisation, welche ältere Arbeitslose bei der Stellensuche begleitet. Nicole Bertherin, Mitgründerin von Impulse, ordnet die Statements ein und erzählt von den Herausforderungen im Alter, von erfolgsversprechenden Strategien, von Modalverben in unserem Kopf und von Kobolden, denen wir ständig begegnen.
37 Minuten
Zum Glück erfährt das Thema Einsamkeit immer mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit - denn die einsamen Menschen tun dies per Definition häufig nicht. Um gegen Einsamkeit gerade im Alter vorzugehen, bietet das Silbernetz allen Menschen ab 60 Jahren unter 0800 4 70 80 90 die Möglichkeit, jeden Tag für 20 Minuten mit jemandem zu sprechen. Im Gespräch mit der Gründerin Elke Schilling geht es um die Verbreitung, Stigmatisierung und Muster von Alterseinsamkeit in Deutschland, die Rolle der Tagesschau im Alltag der Menschen und Möglichkeiten des freiwilligen Engagements. Besonders überraschend: wie sich seit Corona endlich auch Männer trauen anzurufen.

Mehr über das Silbernetz findet ihr auf der Website: https://silbernetz.org/
33 Minuten
Im Spiel des Lebens haben leider nicht alle die gleichen Chancen auf eine lange Lebensdauer. Der Tod ist weder gleich noch individuell, sondern folgt bestimmten Mustern, für die wir zum Teil nicht oder kaum verantwortlich sind. Der bekannteste Faktor ist das Geschlecht: Frauen leben länger als Männer. Aber woran liegt das? Biologie oder Verhalten? Eine bahnbrechende Studie bietet eindeutige Befunde im Funfact. Auch Bildung, Beruf, Einkommen oder auch der Wohnort bedeuten statistisch ein um mehrere Jahre längeres oder kürzeres Leben. Diese sogenannte "Differenzielle Sterblichkeit" ist ein großes Gerechtigkeitsproblem für das Rentensystem. Wer lange lebt, erhält viel mehr aus der Kasse, als er oder sie eingezahlt hat. Da ein hohes Einkommen mit der Lebensdauer korreliert, heißt das: das Rentenversprechen ist wertvoller für Reiche als für Arme. Warum das problematisch ist und was man dagegen tun könnte, erfahrt ihr im zweiten Teil.

Viel Spaß beim Zuhören!

Der Link zur Landkreis-Studie: https://www.aerzteblatt.de/archiv/214715/Lebenserwartung-auf-Kreisebene-in-Deutschland

Ausgewählte Quellen:

Ayuso et al. (2016): Addressing Longevity Heterogeneity in Pension Scheme Design and Reform.

Ayuso et al. (2016): On the Heterogeneity in Longevity among Socio-economic Groups: Scope, Trends, and Implications for Earnings-Related Pension Schemes.

Luy (1998): Warum Frauen länger leben. Erkenntnisse aus einem Vergleich von Kloster- und Allgemeinbevölkerung.

Richter / Werding (2020): Unterschiedliche Lebenserwartungen und Rentenapassung.

Whitehouse / Zaidi (2008): Socio-Economic Differences in Mortality: Implications for Pensions Policy.
38 Minuten
Im Gespräch mit der Entwicklungspsychologin Prof. Pasqualina Perrig-Chiello (Universität Bern) sprechen wir über die gesellschaftliche Realität von Partnerschaften: lassen sich wirklich mehr Menschen scheiden als früher? was führt Menschen heutzutage zusammen? Und vor allem: was hält sie zusammen? Wir erfahren, was die wichtigsten Faktoren für lange, glückliche Beziehungen sind, welche Verhaltensweisen sich positiv auswirken und welche hingegen als "Apokalyptische Reiter" bekannt sind. Es ist wirklich eine Folge fürs Leben - genauer gesagt für das gemeinsame Leben. Viel Spaß beim Zuhören!

Hat euch die Folge gefallen? Habt Ihr Ideen, Vorschläge, Themenwünsche? Hinterlasst gerne eine Bewertung oder schreibt mir eure Kritik und Anregungen auf Twitter, Instagram, Facebook oder an info@alter-was-geht.de :-)
44 Minuten
Frau Dr. Yong-Seun Chang-Gusko (Koshin-Universität Busan und früher FOM Hamburg) berichtet von ihren Erfahrungen im Aufbau digitaler Seniorenservices in Deutschland und von der Rolle des Alters in der koreanischen Gesellschaft. Dort ist der Respekt vor den Alten weit stärker verankert als bei uns. Aber nicht nur das: das koreanische Gesundheits- und Pflegesystem ist viel stärker auf Prävention ausgerichtet und an den Patienten (anstelle der Anbieter) orientiert. Doch nicht alles, was glänzt, ist Gold. Neben einer großen Schere zwischen Arm und Reich hat Korea hat eine der niedrigsten Geburtenraten der Welt (0,85 Kinder pro Frau), weil Kinder zu teuer sind und das Berufsleben kaum mit Familie zu vereinbaren ist.

Der Link zur Hamburger Plattform LIDO: https://meinlido.de/

Und zu einem Werbevideo mit Youn Yuh-Jung und Zigzag: https://www.youtube.com/watch?v=9x5AoAwPAK4

Abonniert Alter, was geht? auch bei Instagram, Facebook und Twitter. Alle Folgen findet ihr auch unter www.alter-was-geht.de inklusive Kommentarfunktion :-)
37 Minuten
Das Alter ist jünger als man denkt - denn schon mit Mitte 20 setzt die Alterung und der Verfall des Menschen ein. Doch bis wir es im Alltag spüren, gehen noch Jahrzehnte ins Land. Denn der Mensch und sein Gehirn sind sehr gut darin, Verluste zu kompensieren und neue Wege zu gehen. Warum und wie altern wir und was passiert dabei mit Körper, Geist und dem Charakter? Was auch immer passiert: es passiert später als in früheren Generationen. Die Menschen werden nicht nur älter, sondern bleiben auch viel länger gesund und selbstständig. Und am Ende des Lebens werden wir alle zufriedener als zuvor. Klingt paradox, ist aber so.

Mein Science Slam zu der Frage, ob Altern eine Krankheit ist:

https://www.youtube.com/watch?v=w5WxT7by30I

Ausgewählte Quellen:

Kirkwood (2000): Zeit unseres Lebens.

Mella et al. (2018): Individual Differences in Development Change.

Medwedew (1990): An attempt at a rational classification of theories of ageing.

Rinkenauer (2008): Motorische Leistungsfähigkeit im Alter.

Staudinger (2000): Das Paradox des subjektiven Wohlbefindens.

Staudinger (2008): Was ist das Alter(n) der Persönlichkeit?
38 Minuten
"Hitlers Rente" hat es bisher noch nicht in den Doku-Olymp nachts auf N24 geschafft. Dabei gab es einige interessante Entwicklungen: individuelle Beitragszahlungen, die Verankerung des Verdienstgedanken, Versuche zu einer Einheitsrente zu gelangen und eine ökonomisch sehr interessante Begründung, warum es 1942 -nicht- zu einer Rentenerhöhung kam. In der jungen Bundesrepublik war eine Rentenreform überfällig: das Kapital war im wahrsten Sinne des Wortes vernichtet, es gab immer mehr Flüchtlinge, Vertriebene und Kriegsversehrte. Die Rentenreform von 1957 war eine wahre Epochenzäsur. Sie begründete die Beitragsäquivalenz, den Generationenvertrag und die Norm eines Alters ohne Arbeit. Alles bis dahin weitestgehend unbekannt in der europäischen Ideenwelt.

Der Funfact spannt den Bogen über beide Teile: es geht um die Witwenrente der Witwe des berüchtigten Präsidenten des Volksgerichtshofs, Roland Freisler. Diese wurde mit einer kuriosen Begründung in den 1970ern nämlich noch einmal erhöht, was 1985 einen Skandal auslöste.

Ausgewählte Quellen:

Göckenjan (2000): Das Alter würdigen.

Günther (1996): Entwicklungsprobleme der gesetzlichen Altersversorgung in der BRD seit 1949.

Kindel/Schackow (1957): Die Bedeutung der Altersgrenze in den System der sozialen Sicherung.

Schmähl (2018): Alterssicherungspolitik in Deutschland. Vorgeschichte und Entwicklung von 1945 bis 1998.

Auerbach, Ehrenberg, Heubeck, Reichenberger, Wingen mit Beiträgen in diversen Ausgaben von "Sozialer Fortschritt" im Jahre 1964.

Der Spiegel-Artikel:

https://www.spiegel.de/politik/kleines-zubrot-a-f8948a72-0002-0001-0000-000013512519

Alle Folgen mit Kommentarfunktion findet ihr unter

https://www.alter-was-geht.de

Wer mich finanziell unterstützen möchte, kann das unter https://paypal.me/alterwasgeht tun. Vielen Dank!
44 Minuten
Die Jugend hat keinesfalls ein Monopol auf die öffentliche Protestkultur. Davon erzählen nicht nur Omas for Future, sondern zum Beispiel auch Senioren for Hansa-Ufer 5. Die Stadtanthropologin Carolin Genz hat über mehrere Jahre Proteste von Senioren gegen steigende Mieten und Verdrängung in Berlin begleitet. Diese waren nicht nur von Herzblut bis Verzweiflung geprägt, sondern auch von digitalen Organisationsformen, Flashmobs und eigenen Protestsongs. Gleichzeitig ist allein schon die Logistik für Ü80 mit Rollatoren und Wärmdecken eine besondere Herausforderung. Carolin Genz führt uns durch ihre Forschung, die analytischen Hintergründe und wie und wann aus der teilnehmenden Beobachtung eine persönliche Verantwortung erwächst.

Alle Folgen mit Kommentarfunktion gibt es hier: https://www.alter-was-geht.de

Den Song findet ihr hier: https://www.youtube.com/watch?v=otQptAciDhM

Einen Überblicksartikel von Carolin Genz zu ihrer Arbeit findet ihr hier:

https://zeitschrift-suburban.de/sys/index.php/suburban/article/view/535/854#content

Ihre Dissertation gibt es bei Springer: https://bit.ly/3VfLipy

Die Petition gibt es hier: https://bit.ly/3CnG2au
35 Minuten
Vielleicht brauchen wir kein WLAN an jeder Kaffeetasse im Seniorenheim, aber Digitalkompetenz ist ganz sicher zu einer Bedingung für gesellschaftliche Teilhabe geworden. Mit der "Frontfrau des Smart Agings", Ria Hinken, spreche ich daher unter anderem über die Generation Lochkarte, Smartphone-Sprechstunden und alterssensible Programmierung. Wie sich herausstellt, sind lange nicht immer die Alten das Problem.

Mehr über ihre Arbeit erfahrt ihr hier: https://alterskompetenz.info/

Viel Spaß beim Zuhören und hinterlasst gerne eine Bewertung! :)

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34 Minuten
In dieser Folge geht es um Altersgrenzen und Pitbulls. Klar, Altersgrenzen sind willkürlich gesetzt und nutzen das kalendarische Alter, welches so ziemlich gar nichts über uns aussagt und für welches wir nicht verantwortlich sind. Ein klarer Fall von Altersdiskriminierung. Darin liegt aber auch ein Vorteil: am kalendarischen Alter kann man nichts manipulieren, es ist transparent ermittelbar, niemand muss sich dafür rechtfertigen. Es bietet also arithmetische statt Pro-Kopf-Gleichheit. Und was ist jetzt mit den Pitbulls? Die spielen dabei eine wichtige Rolle. Viel Spaß beim Zuhören!

Ausgewählte Literatur:

Schauer, Frederick F. (2003): Profiles, probabilities and stereotypes.

Paypal:

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30 Minuten
Olga Gulina, die Direktorin des Instituts RUSMPI in Berlin, schlüsselt eindrucksvoll die Demografie Russlands auf. Sie erklärt, warum wir eigentlich von vier verschiedenen Russland sprechen müssen, wieso Russland absehbar schrumpft, welche Auswirkungen der Krieg in der Ukraine für das Land, aus dem sie stammt, und für ihre eigene Arbeit hat. Wir sprechen darüber, wieso viele der jungen gut gebildeten Menschen, die Russland derzeit verlassen, schnell zurückkehren, und was es bedeutet, dass siebzig Prozent der Russen noch nie im Ausland waren. Und ihr erfahrt, wie wichtig ein höhenverstellbarer Schreibtisch ist. Das hat aber nichts mit Russland zu tun.

Mehr zu RUSMPI findet ihr hier: https://www.rusmpi.org/
31 Minuten
Die 1920er waren eine wilde Zeit - aber für die Rente nicht unbedingt golden. Hyperinflation, demografischer Wandel und am Ende die Weltwirtschaftskrise setzten das System unter Druck und prägen unsere Einstellungen zur Rente bis heute. Die könnte übrigens auch ganz anders aussehen: das agrarisch geprägte Dänemark gab sich beispielsweise ein steuerfinanziertes Rentensystem mit gleichen Auszahlungen für alle - um, wie alle Rentensysteme der damaligen Zeit - Armut zu verhindern. Diese war ganz offensichtlich Armut das Ergebnis moralischen Fehlverhaltens und von Charakterschwäche, nicht unglücklicher Umstände. Das dachte man zumindest in Großbritannien, bis ein Mann namens Charles Booth seine eigene Meinung und die der britischen Öffentlichkeit änderte.

Ausgewählte Quellen:

Göckenjan (2000): Das Alter würdigen.

Schmähl (2018): Alterssicherungspolitik in Deutschland.

Ehmer (2009): Altersbilder im Spannungsfeld von Arbeit und Ruhestand.

Thane (2009): The History of Retirement.

sowie: https://www.nationalarchives.gov.uk/currency-converter/

und wer diesen Podcast untersützen mag: https://paypal.me/alterwasgeht
41 Minuten
Im Gespräch mit Deutschlands bekanntestem Jugendforscher, dem "Ewigen Klassensprecher" Klaus Hurrelmann, sezieren wir die Generationen, aus denen sich unsere Gesellschaft zusammensetzt. Wer sind die Jungen und wer sind die Alten? Was kennzeichnet etwa die Babyboomer, die Generation Y oder die zukünftige Generation Corona und warum? Wir reden über demokratische und ökologische Herausforderungen und ein Leben, das kein Kindergeburtstag ist - selbst dann, wenn Kindergeburtstag gefeiert wird.

https://paypal.me/alterwasgeht :)
33 Minuten
Die 1889 unter Bismarck eingeführte Alters- und Invalidenversicherung gilt als der Beginn der modernen Rentensysteme. Bei genauer Betrachtung hat sie aber mit Rentenversicherungen, wie wir sie kennen, wenig zu tun. Überhaupt war die Idee, dass man irgendwelche Ansprüche hatte, nur weil man alt war, sehr gewöhnungsbedürftig für die damalige Gesellschaft inklusive Sozialdemokratie. Die Rente war keinesfalls als Ersatz für Arbeit gedacht, sondern als ein Zuschuss, damit man auch im Alter von der eigenen Arbeit leben konnte. Denn anders als heute sank damals der Lohn automatisch, wenn man älter wurde. Und übrigens hatte die damalige Rente auch wenig mit dem zu tun, was Bismarck eigentlich vorschwebte: eine einheitliche steuerfinanzierte Rente für alle.

https://paypal.me/alterwasgeht :)

Ausgewählte Quellen:

Bernays, Marie (1912): Berufswahl und Berufsschicksal des modernen Industriearbeiters.

Busch, Moritz (1899): Tagebuchblätter 1821-1899.

Göckenjan, Gerd (2000): Das Alter würdigen.

Haerendel, Ulrike (2010): Frauen, Männer und die Konstruktion der Rentenversicherung im Kaiserreich.

Haerendel, Ulrike (2012): Die historische Entwicklung bis 2012.

Krug, Lepold (1810): Die Armenassekuranz.

Landé, Dora (1910): Arbeits- und Lohnverhältnisse in der Berliner Maschinenindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Schmähl, Winfried (2018): Alterssicherungspolitik in Deutschland.

Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1867-1914.

Thane, Pat (2006): The History of Retirement.

Die Geschichte zur Aufnahme und die Aufnahme in voller Länge:

https://www.bismarck-stiftung.de/otto-von-bismarck/bismarcks-stimme/
12 Minuten
... Popstar, das kannst du nicht. Wenngleich die einzige Alternative zum weiteren Altern tragisch erscheint, eröffnet sie doch neue Möglichkeiten: nämlich die Mitgliedschaft im illustren Klub 27, in welchem sich nur solche Stars und Sternchen tummeln, die mit 27 gestorben sind. Aber was ist wirklich dran an diesem Mythos? Wie lange leben berühmte Musikerinnen und Musiker? Sterben sie wirklich jung? Und wenn ja, auf welche Weise? - Takeaway: das Leben bei der Mafia ist wahrscheinlich sicherer und stressfreier.

Ausgewählte Quellen:

Bellis et al. (2007): Elvis to Eminem: quantifying the price of fame through early mortality of European and North American rock and pop stars

Bellis et al. (2012): Dying to be famous: retrospective cohort study of rock and pop star mortality and its association with adverse childhood experiences

Kenny, Diana (2014): Stairway to hell: life and death in the pop music industry

Paypal: https://paypal.me/alterwasgeht
Alter, was geht?

Alter, was geht?

- ein Streifzug durch Kultur, Geschichte, Politik und Philosophie und alles außer Anti-Ageing