Nur für Gewinner Archiv
118 Episoden
25 Minuten
Es geht in dieser launischen Folge hauptsächlich um den Winner-Typen Georg Kofler und seine Social Chain AG mit der er auf „Einhorn-Jagd“ gehen will und die größer als Facebook und Amazon zusammen werden soll. Ja sicher. Aber vor allem geht es um kinästhetische Erfahrungen: was auch immer das ist. Das nennt man dann wohl „Bullshit-Bingo Next Level“: wenn der eine Schnacker einen Begriff droppt, den der andere Schnacker dankenswert aufgreift, von dem aber beide Schnacker offensichtlich keinen blassen Schimmer haben, was dieser so ganz genau bedeutet. Aber Oblaten-dünnes Halbwissen hat Männer der Wirtschaft noch nie davon abgehalten, souverän zu schwadronieren und Geschichten zu erzählen, die vor allem aus heißer Luft bestehen. Kurzum: Mit gutem Storytelling Luftschlöser bauen, das kann man von Georg Kofler lernen, und in dieser Fähigkeit üben sich die beiden Protagonisten ganz arg fleißig. Darüberhinaus geht es auch noch um Schlagercharts, Corona-Gewinner, Wolfgang Kubicki, die Sinnlosigkeit von Entschuldigungen und einen nervigen Banjospieler von 3M, der aus Versehen das transparente Klebeband erfunden hat.
22 Minuten
Da recherchiert man schon extra ein bisschen unsauber bei der Produktbeschreibung eines Fliteboards, zitiert Leute wie Friedrich Merz oder Frank Thelen nicht ganz korrekt, geht immer wieder zum Vorgaukeln einer in sich konsistenten Storyline die notwendigen Schleifen, um liebevoll eine einigermaßen in sich schlüssige Gedankenblase aufzupusten, nur damit sich kurz vor Toreschluss ein Beispiel aus der Realität einschleicht, das einem am Ende das ganze, mühevoll aufgebaute Framing zerschießt. Doch Timo Wopp bleibt standhaft und zieht sein Schlussstatement, das er sich vorher zurechtgelegt hat, trotz Widerlegung durch die Wirklichkeit, gnadenlos durch. Das nennt sich mal „Phlegmatismus - Next Level“, und um genau diesen geht es in dieser Folge.
23 Minuten
Alle reden über Elon Musk, wir reden über Herbert Diess, obwohl dieser -oder vielleicht gerade weil dieser - auch nur über Elon Musk redet. Denn so wie es Gender Fluidity gibt, so gibt es offensichtlich auch eine nicht eindeutig festgelegte E-Mobilitäts-Identität - und Diess wäre eben gern etwas (Achtung Wortwitz!) Musk-uliner. Na, wenn er sich da bei seinen ganzen Bemühungen, etwas mehr wie der Mann aus Palo Alto rüberzukommen , nicht mal einen ganz schönen (Achtung Wortwitz!) Musk-elkater einfängt. Geschrieben gehen diese komödiantischen Tiefflieger ja gerade noch so, im Podcast selbst stoßen die beiden Protagonisten damit natürlich schnell an die Grenze des Ertragbaren. Und ertragen muss Herbert Diess eben auch die qualvollen Stiche des mächtigen VW-Betriebsrats und die Gewissheit, dass er zwar in Tesla-Bettwäsche einschläft aber immer wieder als CEO von Volkswagen aufwacht. Da nehmen sich die beiden Business-Hallodris natürlich gerne die Zeit, um intensiv über ein ultimatives Herbert-Diess-Coaching zu sinnieren. Vorher geht es aber noch um Ursula von der Leyen (Kurzstreckenuschi) und ihrer sensationellen Flugreise von Bratislava nach Wien (Luftlinie 55 KM), um Boris Johnson und seine sensationelle Flugreise von Glasgow direkt zum Dinner in einen exklusiven Londoner Privatclub, in dem nur Männer zugelassen sind, und darum, warum sich Chin Meyer, auch ohne sensationelle Flugreise, als Gewinner der Woche zählen darf.
17 Minuten
Die Wirtschaft ächzt unter schleppenden Lieferketten und sehnt sich nach der Zeit zurück, als „schleppende Lieferketten“ nur die Gesetzgebungsverfahren der Großen Koalition waren. Dabei bedeuten Lieferengpässe nichts anderes als - verstärkte Nachfrage prallt auf begrenzte Ressourcen, was gewissermaßen den Normalzustand in den Hirnen der beiden Protagonisten dieses Podcasts ganz gut beschreibt. Und so lassen es sich die beiden Business-Hallodris auch nicht nehmen, trotz erhöhtem Projektdruck und abnehmenden intellektuellen Fähigkeiten, auch diese Woche wieder pünktlich abzuliefern, wenngleich vorproduziert. Sorry, ging diesmal nicht anders. Als mehrfacher Familienvater treibt Wopp natürlich die Frage um, ob die toxische Mischung aus Lieferengpässen und Inflation zu einer kaum stemmbaren Verteuerung der Weihnachtsgeschenke führt. Meyer findet zwar keine konkrete Antwort, befürchtet aber, dass Weihnachten aufgrund der Gagen-Deflation für Live-Künstler im Hause Wopp möglicherweise ganz ausfallen wird. Wopp wiederum hätte zwar kein Problem damit, seinen Kindern die Leere unter dem Weihnachtsbaum mit einem knackigen: „Sorry Kids, aber Lieferengpässe“ zu erklären, will seinem Nachwuchs aber wenigsten einen klaren Schuldigen präsentieren. Dieser, so Meyer, sei aber aufgrund der Komplexität des gesamten Themas nicht so leicht auszumachen. Ein Teufelskreis. Zum Glück finden die beiden Wirtschaftshalunken aber irgendwie immer eine Lösung, eine Antwort oder wenigsten einen Ausweg.
25 Minuten
Timo Wopp ist müde, daraus macht er keinen Hehl. Chin Meyer ist in Angriffslaune, das wird Wopp zum Verhängnis. Denn einer der billigsten Taschenspielertricks der Live-Unterhaltung reicht Chin Meyer aus, um das Oblaten-dünne Eis, auf dem sein Kollege eh schon die ganze Zeit gewandelt ist, zum Einbrechen zu bringen. Der Weg dahin: mehr als nur spannend. Zunächst geht es um die beiden Gewinner der Woche: Donald Trump und Armin Laschet. Richtig gelesen, und das muss man sich erstmal trauen. Trump, weil er unter Zuhilfenahme eines SPAC mit der Markenkraft seines zweifelhaften Namens mal wieder unfassbar viel Kohle gescheffelt hat, und Armin Laschet, weil… warum nicht?! Dann geht es um Tesla, das Billion-Dollar-Baby, für Meyer ein Luftschloss - typisch deutsch, für Wopp eine geile Story mit echtem Mehrwert - typisch amerikanisch. Leider ist das Wissen des jüngeren Protagonisten ein bisschen zu dünn und sein Gehirn etwas zu matschig, um in dem daraus entstehenden Battle gegen seinen älteren Mitstreiter zu bestehen. Aber hey, man muss durch das Tal der Lächerlichkeit gehen, um zu wahrer Größe zu gelangen. Und Elon Musk?! Der wird früher oder später sowieso an einer brandenburgischen Verwaltungsangestellten scheitern. Isso.
21 Minuten
Da bereiten sich die beiden Protagonisten so derartig intensiv auf das Thema Inflation vor, um auch der Titulierung Wirtschaftspodcast endlich mal gerecht zu werden, und dann zerschießt ihnen der liebe Julian auf den letzten Metern das komplette Thema. Aber selten hat es in den vergangenen Monaten einen so eindeutigen Gewinner der Woche gegeben wie Julian Reichelt, für den man bereit gewesen wäre, auch zwei Minuten vor der Aufzeichnung das eigentliche Hauptthema zu streichen. Denn das muss man erstmal schaffen: nach Jahren als Chefredakteur nicht wegen unfassbar schlechter journalistischer Leistungen, sondern wegen Verstößen gegen Compliance-Richtlinien gefeuert zu werden. Einen saubereren Exit kann man ja kaum hinlegen. So stehen dem lieben Julian sicherlich auch in den nächsten Jahren sämtliche Türen offen: Chefredakteur bei Russia Today oder Pressesprecher von Vladimer Putin, um nur zwei zu nennen. Nach einem etwas intensiveren Schlenker über die angestrebte Drogenpolitik der zukünftigen Ampelkoalition und der aktuellen Diskussion rund um die Marihuana-Legalisierung, bieten die beiden Business-Klapskallis dann noch eine echte Exitoption für Julian und alle anderen Metooler. Denn am Beispiel von Bikram Choudhury zeigt Timo Wopp, dass man sich nicht jahrelang mit irgendwelchen Jobs rumquälen muss, die man eigentlich überhaupt nicht beherrscht, sondern seine wahren Fähigkeiten und Absichten auch von Vornherein gewinnbringend einsetzen kann, um mit Übergriffigkeit und Scharlatanerie unfassbar viel Kohle zu verdienen.
24 Minuten
Dem schwächelnden DAX zum Trotz präsentiert dieser Podcast gleich vier Gewinner der Woche, u.a. sich selbst. Denn nach Wochen der monetären Durststrecke gibt es endlich wieder einen Sponsor: Auto-Export Müller aus Berlin. Na klickert´s?! Genau, das sind die mit den laminierten Karten an der Autoscheibe und dem Angebot zum Sofortkauf. Nach der Präsentation dieses Premium-Partners und feinen Anekdoten aus der Dinnershow-Vergangenheit der beiden Protagonisten stürzt sich Chin Meyer erneut auf die Pandora Papers - eine Büchse, die zum Schutze aller neoliberalen Jünger niemals hätte geöffnet werden dürfen. Und siehe da: Nach den Cayman Islands ist South Dakota das zweitgrößte Steuerparadies der Welt. Eine Gegend, die selbst Ureinwohner und Büffel so schnell wieder verlassen haben, dass nie was hängen blieb - noch nicht mal Steuern. Anschließend geht es rasant durch die Liste illustrer Leute, die in den Pandora Papers so auftauchen: von Dopingsünder Pep Guardiola über Klavierkabarettist Elton John bis „my hips don‘t lie“ Shakira, die dringend an einem neuen „WAKA WAKA“ arbeiten sollte: „It´s time for Panama“. Zum Abschluss dieser randvollen Episode geht es um die Grundlagen guter Zusammenarbeit in einer flexibilisierten, globalisierten, mobilen, fluiden und agilen Arbeitswelt. Über die Bremer Stadtmusikanten als Sinnbild für gute Zusammenarbeit, quasi das erste Grimmsche Organigramm, gelangt Timo Wopp schlussendlich zu einem einfachen Satz, der alles zum Ausdruck bringt, was gute Zusammenarbeit ausmacht. Dieser Satz wird in die Geschichte der Wirtschaftspodcasts eingehen als DAS MANIFEST.
21 Minuten
Es wird viel gekichert in dieser Folge, so viel steht fest. Aber warum auch nicht, ist ja schließlich Jubiläumsausgabe, und die beiden sind bester Laune und an der Wahl kann man auch nichts mehr ändern. Schnell lassen sie das Sorgenkind, den DAX, und die unangenehmen Pandora-Papers hinter sich, um sich lieber „Mr. Wirtschaft“ Friedrich Merz und „Mr. Angeschlagen“ Armin Laschet zu widmen. Beide sind einfach nicht tot zu kriegen und stehen in bester Rocky Balboa Manier immer wieder auf, mögen sie noch so viele Rück- und Tiefschläge einstecken. Doch statt Respekt für diese Standfestigkeit macht sich eher Fremdscham für diese Stumpfheit breit. Was den beiden Christdemokraten offensichtlich in ihren Teams fehlt, ist ein echter Ober-Zyniker, der ihnen ab und zu mal das übelst-mögliche Szenario vor Augen führt. Diese Rolle würde gern Timo Wopp übernehmen und bewirbt sich schonmal proaktiv als Chief Operating Cynic (CoC). Nach einer kurzen Analyse der FDP-geneigten Jungwählerschaft geht es in den aktuellen Stand der Comedy-Kolumne von Chin Meyer zum Thema Geldwäsche, die er in den nächsten Tagen fürs BR-Fernsehen drehen wird. Meyer stellt seine Gags vor, Wopp übt sich in seinen Feedbacks als CoC, was der guten Laune keinen Abbruch tut. Am Ende geht´s auch noch um Hunde. Warum?! Tja…
20 Minuten
Die Wahl ist entschieden, die Börsen sind unter Druck und die Krise von Evergrande zeigt uns allen: Es ist eben nicht egal, ob in China ein Sack Reis umfällt. Denn kippt er um, staubt es wie Sau, dieser Staub wird möglicherweise von einer Fledermaus eingeatmet, die später einen Labormitarbeiter in Wuhan beißt, dessen Schwägerin eine Wohnung auf Vorkasse bei Evergrande gekauft hat, deren Bau über Sicherheiten von ausländischen Banken abgesichert war und so die HSH-Nordbank, oder alternativ die UBS, oder alternativ irgendeine andere seriöse Großbank, endgültig gecrashed wird. So oder so ähnlich erklärt Chin Meyer auf sensationelle Art und Weise die Kettenreaktionen in einer globalisierten Finanz- und Wirtschaftswelt. Aber natürlich geht´s zunächst um die Wahl in Deutschland und deren Folgen für die Wirtschaft, also um Christian, Armin, Robert, Annalena, Olaf und Alice, und darum, warum sich alle (vollkommen zurecht) als Gewinner:innen fühlen dürfen. Ach ja, warum Olaf Scholz der optimale Kanzler vor allem für zukünftige asiatische Handelsbeziehungen ist, und warum es günstiger wäre, wenn Diebe unser Land regierten, darum gehts am Rande auch noch.
19 Minuten
Die beiden Protagonisten haben sich nach dieser Aufzeichnung geschworen, nie wieder einen Podcast zwischen dem dritten und dem vierten Saunagang aufzunehmen. Aber gut: was tun, wenn Chin Meyer gesundheitlich in den Seilen und gefühlt über dem Inhalator hängt (selbstverständlich mit Handtuch überm Kopf, wie sich das gehört)? Natürlich zunächst mal in Dankbarkeit üben, dass es überhaupt zur Aufnahme gekommen ist. Und das tut Timo Wopp auch exzessiv bevor ACHTUNG SHOCKING! der Mini-Absturz des DAXs ausgeschlachtet wird, der jetzt auch schon wieder nicht mehr aktuell ist. Denn dem DAX scheinen weder sein Wachstum auf 40 Mitglieder noch die drohende Evergrande-Pleite aus China zu bekommen. Und dann steht auch noch die Bundestagswahl vor der Tür. Wie würde sich eigentlich das nicht vorhandene Geld in der Börse von Timo Wopp entscheiden, wenn es ohne seinen Besitzer wählen dürfte. Für die Antwort auf diese existenzielle Frage hat Chin Meyer intensivst recherchiert und sogar einen ganzen FOCUS-Artikel gelesen. Klares Ergebnis: die AFD. Warum das nicht möglich ist und ausgerechnet Volker Bouffier einen lehrt, sich im richtigen Zuhören zu üben, dazu mehr in dieser „Folge“.
23 Minuten
Ist das noch ein Wirtschaftspodcast oder schon Geseiere?! Beides, denn die Herren Meyer und Wopp üben sich in Business-Achtsamkeit. Vor allem um sich gegenseitig groß zu machen und endlich auf die Gewinnerspur zu kommen (auf der sie sich eigentlich schon längst sehen). Problem: nicht nur Wopp, sondern mit ihm angeblich 40% der Berufstätigen, haben innerlich längst gekündigt. Aber Chin Meyer wäre nicht Chin Meyer, wenn er hier nicht die Chance wittern würde, seinen jüngeren Mitstreiter aus dieser misslichen Lage zu coachen. Allerdings muss der Coach von seinem Coachee diesmal verdammt oft angestupst werden, um mit einer zündenden Idee endlich auf den Punkt zu kommen. Da stößt das Business-Achtsamkeits-Latein aber ganz schnell an die Grenzen seiner Möglichkeiten. Zum Glück erläutert Chin Meyer dann doch noch ein herrliches Schneeballsystem rund um die Paraiba-„Bank“, das noch der dunkelsten Tanne im Investment-Wald dazu verhelfen wird, umzufallen bevor sie gewachsen ist.
19 Minuten
Chin Meyer will nicht länger mit ansehen wie sein junger Kompagnon Timo Wopp sehenden Auges in die Altersarmut rauscht. Deswegen schlägt er ihm vor, ein Finanzprodukt auf den Markt zu bringen, das genau eine Rente sicher macht. Seine. Der Sieben-Punkte-Plan, um dieses Produkt nicht nur zu entwickeln, sondern auch noch groß an den kleinen, unbedarften Mann zu bringen steht auch schon. 1. Unsicherheit in der Bevölkerung streuen. 2. Den Leuten klar machen, dass nur private Altersvorsorge die einzig sinnvolle Lösung ist. 3. Den richtigen Anreiz setzen: nämlich Steuerersparnis. BÄHM! Geht beim Deutschen immer. 4. Das Produkt so bauen, dass es möglichst hohe Provisionen abwirft. Natürlich nur für den Verkäufer. 5. Mit dem richtigen Promoter arbeiten. Am besten mit dem Staat. 6. Die Kundschaft nicht nur langfristig an das Produkt binden, sondern am besten lebenslang anketten. 7. Nur mit viel Glück bekommt die Kundschaft ihr Geld zurück. Kommt euch bekannt vor?! Na, dann könnt ihr frei entscheiden, ob ihr dieses Finanzprodukt Rüpelraub-, Renditeraff- oder Rürup-Rente nennen wollt. Auf jeden ist es die beste Garantie zum Geldverbrennen und hat eigentlich auch nur den Reichtum von Maschmeyer und Co. gemehrt. Aber reich sein bockt ja eh nicht mehr so richtig und Wopp hat eh einen viel einfacheren Weg zum Geld verdienen gefunden: Eltern verklagen.
21 Minuten
Warum verfängt der Skandal um die Cum-Ex-Geschäfte der Hamburger Warburg Bank und damit um Kanzlerkandidat Olaf „ich hab Erinnerungslücken“ Scholz in der Gesellschaft nicht? Gemeinhin wird gern das Argument gebracht, der Sachverhalt sei einfach zu kompliziert, als dass der kleine Mann oder die kleine Frau sich wirklich ein Urteil darüber bilden könne. Und auch an Chin Meyers redlichem Versuch diese Form der Steuertrickserei, die rückwirkend vom Bundesgerichtshof als das eingestuft wurde, was sie ist, nämlich strafbare Steuerhinterziehung, an so sympathischen Kerlchen wie Carsten Maschmeyer und Clemens Tönnies zu erklären, zeigt: dieses buchhalterische Verwirrspiel ist so abstrus, dass man gern mal nach dem dritten Satz aussteigt. Dabei kann man das Ganze auf eine ganz einfach Formel runterbrechen: Cum-Ex ist einfach nur gestört. Sich Steuern rückerstatten lassen auf Steuern, die man nie gezahlt hat, entbehrt jeglicher Logik. Und damit herzlich Willkommen im Game, das sich Wirtschaft nennt. Immerhin haben Banken und andere Unternehmen mit diesen Geschäften dem dt. Staat ein Schaden von ca. 30 MRD Euro zugefügt. Hätte man ne Menge Schulen von sanieren können. Ein hoher Verlust für die Gesellschaft aber kein Vergleich zu dem seelischen Schmerz, den die Berliner Bevölkerung gerade erleiden muss. Denn nach 18 erfolgreichen Jahren kann sich der Berliner Kurier die Wirtschaftskolumne von Chin Meyer nicht mehr leisten. Für die Gesellschaft schwer zu verkraften, für Chin kein Problem. So läuft er als „Master of Umdeutung“ zu Hochtouren auf und erklärt als „King of Reframing“ den Verlust als Freiheitsgewinn für neue, viele größere Aufgaben. Dieser Mann hat einfach das richte Mindset für jeden Change und damit das absolute Gewinner-Gen. Und eins hat Cum-Ex ihn gelehrt: Er darf bei seiner Neuaufstellung auf gar keinen Fall nach der Logik suchen.
17 Minuten
Chin Meyer wieder im beschaulichen Schmargendorf, Timo Wopp zurück im Prenzlauer Berg, beide also wieder auf dem warmen Schoße der Oberen 10.000 und der DAX steigt, und steigt, und steigt… Beim Heiligen Frank Thelen, was kann jetzt noch dem Erfolg eines neoliberalen Wirtschaftspodcasts im Wege stehen?! Trotz einer an Bräsigkeit nicht zu überbietenden Plakataktion gegen angeblichen Ökoterror, sieht es zur Zeit auch nicht nach einer alleinigen Machtergreifung der Grünen aus, und dann ist auch noch die FDP im Aufschwung, weil sie für Aufschwung steht (wofür sie sonst steht, weiß kein Mensch). „Yippie“ ruft das Wirtschaftsherz, „ist doch alles fein“. Da gönnt sich selbst Chin „der Markt regelt alles“ Meyer einen kleinen Ausflug in die Welt der Bestrafungsfantasien für Leute, die den Klimaschutz verweigern. So kommen die beiden zu dem Schluss, dass eigentlich nur „die Dummen“ als die größte Gefahr für ein besseres Miteinander übrig bleiben. Aber die sind nach Cipolla leider gefährlicher als die Mafia, weil ihre Anzahl immer unterschätzt wird. Und so sagt die Angst, dass doch nicht alles ganz so fein ist, zumindest leise „kuckuck“.
15 Minuten
Die beiden Protagonisten sind zurück aus der Sommerpause. Fast. Denn Chin Meyer hängt noch in „seinem“ Castello in der Toskana fest während Timo Wopp die Logistik-Anforderungen des ersten Schultages seiner Kinder über den Kopf wachsen. Und das nur, weil seine Frau auf einem Offside mit der Firma ist. Verdammte Gleichberechtigung. Da geht´s den beiden wie der Bundesregierung mit der Pandemie, der Klimakrise oder Afghanistan: klassische Fehleinschätzung. Hat man ja auch alles so nicht kommen sehen. Und ehrlich gesagt sitzt Chin Meyer auch nicht in seinem Castello, sondern in einer Airbnb-Butze, hat seinen italienischen Vermieter im Nacken und muss während der Aufzeichnung hilflos dabei zu sehen, wie seine Sachen samt Frau rausgetragen werden. Konnte man ja auch nicht absehen, dass man bis 10:00 ausgeheckt haben muss. Die heutige Jugend würde über die beiden nur kopfschüttelnd sagen: was für Geringverdiener. Doch die machen mal wieder das beste draus und verhalten sich in Bezug auf ihre Comedy genau wie die Bundesregierung beim Impfen: sie machen ihren Zuhörer*Innen ein niedrigschwelliges Angebot.