Spiegelbild - Politische Bildung aus Wiesbaden Archiv
22 Episoden
1 Stunde 3 Minuten
In der dritten Folge begeben sich Jana Müller und Thure Alting auf Spurensuche in Wiesbaden. Im Mittelpunkt stehen Paul Schmiedel und Günther Berkhahn, zwei Wiesbadener, deren Lebenswege von politischer Verfolgung, Exil und dem Kampf gegen den Faschismus geprägt waren. Von Wiesbaden aus führen ihre Geschichten nach Marseille, Paris und Barcelona, in die Milizen und Institutionen der Spanischen Republik, aber auch in französische Internierungslager und später zurück nach Deutschland. Schmiedel kämpfte in Spanien auf Seiten der POUM, Berkhahn arbeitete als Zeichner, Topograf und Beobachtungsoffizier für die Republik. Beide Biografien zeigen, wie unterschiedlich der Einsatz für das republikanische Spanien aussehen konnte.Die Folge erzählt von antifaschistischer Solidarität und politischer Hoffnung, aber auch von Armut im Exil, innerlinken Konflikten, stalinistischer Verfolgung, Niederlage und erneuter Verfolgung nach 1939. Zugleich fragt sie nach dem schwierigen Nachleben dieser Erfahrungen im Postnazismus. Was bedeutete Anerkennung für Menschen, die gegen den Faschismus gekämpft hatten, nach 1945 aber um Entschädigung, Erinnerung und gesellschaftliche Würdigung ringen mussten?Für diese Folge wurden unter anderem folgende Quellen und Darstellungen genutzt:Online-Darstellung zu Günther BerkhahnAxel Ulrich: „Günther Berkhahn“, in: Für Demokratie. Gegen Diktatur. Wiesbaden 1933–1945.https://fuer-demokratie-33-45-wiesbaden.de/personen/guenther-berkhahn/lang.htmlLetzter Abruf: 8. Juli 2026.LiteraturLothar Bembenek / Axel Ulrich: Widerstand und Verfolgung in Wiesbaden 1933–1945. Eine Dokumentation. Gießen: Anabas-Verlag.Archivquellen und Nachweise zu Paul SchmiedelArolsen Archives: Nachweis Paul Schmiedels als Häftling des KZ Ravensbrück, Haftnummer 2729, Eintrag im Nummernbuch des Männerlagers, Original beim IPN Warschau.https://collections.arolsen-archives.org/de/document/3767130Letzter Abruf: 8. Juli 2026.Gedenkstätte Ravensbrück, Archiv: SlgBu 43/940-65, Abschrift einer Nachkriegsaussage Paul Schmiedels aus Zwickau über Erschießungen durch die SS im Außenlager Drögen.Gedenkstätte Sachsenhausen, Archiv: Hinweise auf die Einlieferung Paul Schmiedels in das KZ Sachsenhausen, vermutlich im September 1941, Haftnummer 39529, sowie auf seine Überstellung in das Außenlager Drögen im Oktober 1941.https://www.sachsenhausen-sbg.de/sammlung-forschung/archiv/Letzter Abruf: 8. Juli 2026.Bundesarchiv: B 162/469, Akte u. a. mit der Aussage von Paul Gotthard Schmiedel aus Wiesbaden vom 16. Februar 1968 zu Ravensbrück, Sachsenhausen, Drögen und seiner vorherigen Internierung in Frankreich, insbesondere im Camp du Vernet.https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/83837b27-de40-455e-ac59-65c9ea83ad57/Letzter Abruf: 8. Juli 2026.Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden:HHStAW, Abt. 467, Nr. 6422, Entschädigungsakte Paul Schmiedel.HHStAW, Abt. 409/3, Nr. 13531, Gefangenenpersonalakte Paul Schmiedel.HHStAW, Abt. 518, Nr. 42772, Institut für Zeitgeschichte München: Zeitgeschichtliche Sammlung, ZS 1967.https://www.ifz-muenchen.de/archiv/zs/zs-1967.pdfLetzter Abruf: 8. Juli 2026.
1 Stunde 15 Minuten
Das Gespräch mit Thomas von der Osten-Sacken widmet sich dem Spanischen Bürgerkrieg als frühem Medien- und Weltanschauungskrieg. Internationale Journalisten, Schriftsteller und Intellektuelle verfolgten die Kämpfe in Spanien mit großer Aufmerksamkeit, berichteten nahezu in Echtzeit und prägten damit die Wahrnehmung des Konflikts weit über Europa hinaus.Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bilder, Reportagen, Literatur und politische Propaganda den Krieg deuteten und zuspitzten. Spanien wurde zur Projektionsfläche sehr unterschiedlicher Hoffnungen und Ängste. Für viele stand die Spanische Republik für die Verteidigung von Demokratie, Freiheit und sozialer Emanzipation gegen Faschismus, Militärputsch und autoritäre Gewalt. Gerade deshalb wurde der Krieg früh zu einem europäischen und internationalen Schlüsselereignis.Das Gespräch fragt auch nach den Nachwirkungen dieser Erzählungen. Welche Bilder vom Spanischen Bürgerkrieg prägen unsere Erinnerung bis heute? Zur Person:Thomas von der Osten‑Sacken ist Journalist und Publizist sowie Mitbegründer und Geschäftsführer der Hilfsorganisation Wadi e. V., die seit den frühen 1990er‑Jahren Menschenrechts‑ und Frauenrechtsarbeit im Nahen Osten leistet. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge zu Antisemitismus, Islamismus, Nahostpolitik und linker Geschichte u. a. in Jungle World, Die Zeit und Welt.Weiterführende Veröffentlichungen von Thomas von der Osten‑Sacken:Amerika. Der „War on Terror“ und der Aufstand der Alten Welt, hrsg. mit Thomas Uwer und Andrea Woeldike (ça ira Verlag, 2003) Verratene Freiheit. Der Aufstand im Iran und die Antwort des Westens, hrsg. mit Oliver M. Piecha & Alex Feuerherdt (Verbrecher Verlag, 2010) Beiträge in Sammelbänden wie Iran – Israel – Deutschland (2017): u. a. „Teheran und die Flüchtlinge…“Diverse Essays aus den Jahren 2022–2023 zu Themen wie „Die Bundesrepublik und 20 Jahre War on Terror“ oder Flüchtlingshilfe im sans phrase MagazinModeriert von Thure Alting von Spiegelbild e. V.
53 Minuten
Das Gespräch mit Alex Carstiuc zeichnet die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Zweiten Republik nach, rekonstruiert den Militärputsch vom Juli 1936 und folgt dem Verlauf eines Krieges, dessen Bedeutung weit über Spanien hinausreichte. Der Spanische Bürgerkrieg wurde zum Schauplatz internationaler Solidarität, aber auch zum Vorzeichen des kommenden europäischen Krieges. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Verrat der westlichen Demokratien. Die Politik der sogenannten Nichteinmischung schwächte die Republik massiv, während Deutschland und Italien Franco militärisch unterstützten. Die Geschichte hätte ein anderes Ende nehmen können, wenn die demokratischen Staaten Europas die spanische Republik nicht isoliert hätten. Zugleich richtet das Gespräch den Blick auf die Ambivalenzen und Tragödien der republikanischen Seite, auf ihren Kampf gegen den Faschismus, aber auch auf stalinistischen Terror, innerlinke Repression und die Verfolgung oppositioneller Linker. Nach 1939 setzte sich die Tragik vieler Spanienkämpfer fort. Exil, Internierung, Verfolgung und in vielen Fällen die erneute Konfrontation mit Faschismus und Krieg.Alexander Carstiuc, Sozialpädagoge und Historiker, arbeitet in der Bildungsarbeit und als Übersetzer zu den Themen Nationalsozialismus und Shoa. Er ist Herausgeber der Memoiren Léon Poliakovs. Zuletzt übersetzte er (mit Jonas Empen und Janina Reichmann): Annette Wieviorka: 1945. Als die Amerikaner die Lager entdeckten. Tiamat 2021.
30 Minuten
Anlässlich des 930. Jahrestags der antijüdischen Pogrome von 1096 sprechen wir mit der Historikerin Dr. Susanne Urban über jüdisches Leben im mittelalterlichen Mainz, die Bedeutung der SchUM-Städte und die Gewalt des Ersten Kreuzzugs. Im Mittelpunkt steht auch die Frage, warum jüdische Geschichte nicht auf Verfolgung reduziert werden darf und was der Blick auf 1096 für das Verständnis von Antisemitismus heute bedeutet.
1 Stunde 27 Minuten
Wir sprachen mit Burak Yilmaz über diskriminierungskritische Bildungsarbeit in Zeiten eines eskalierenden Antisemitismus und Rassismus: Wie erlebte er die letzten Monate? Wie bewertete er die Reaktionen der Bildungsinstitutionen? Und was empfiehlt er pädagogischen Fachkräften, die sich gegen Rassismus und Antisemitismus einsetzen möchten? Yilmaz ist Sozialarbeiter und seit vielen Jahren in der offenen Jugendarbeit tätig. Er wurde für seinen Einsatz gegen Diskriminierung mehrfach ausgezeichnet. Im Rahmen eines Projekttages am 13. Mai diskutierte er an der Carl-von-Ossietzky-Schule mit Schüler*innen und las aus seinem Buch “Ehrensache – Kämpfen gegen Judenhass”. Spiegelbild ist Patin der Carl-von-Ossietzky-Schule im Projekt “Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage”. Die Veranstaltung wurde gefördert von "Demokratie Leben". "'Demokratie leben in Wiesbaden' ist eine Strategie, die das zivilgesellschaftliche Engagement für Demokratie und gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit fördert. Gefördert werden Projekte in Wiesbaden, die sich für ein vielfältiges, respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander einsetzen. https://www.demokratie-leben-in-wiesbaden.de
1 Stunde 27 Minuten
Am 13. Dezember 2023 diskutierten wir mit verschiedenen Expert*innen aus Praxis und Wissenschaft über Klassismus und politische Bildung. Die politische Bildung ist sowohl ein eigenes Praxisfeld als auch eine Querschnittsaufgabe der Sozialen Arbeit. Unter Praktikerinnen besteht ein verbreiteter Anspruch, soziale Ungleichheit und Armut zu bekämpfen. In der Praxis schränken strukturelle Rahmenbedingungen und mangelnde Ressourcen dieses Anliegen oft ein. Insbesondere politische Bildung wird häufig als ein elitäres Projekt angesehen. Vor diesem Hintergrund möchten wir unter anderem folgende Fragen diskutieren: Wie kann die Bekämpfung von Klassismus als ein Querschnittsthema der politischen Bildung und Sozialen Arbeit bearbeitet werden? Welche Bedeutung haben die sozioökonomischen Verhältnisse und die sozioökonomische Lage der Adressatinnen in den Ansätzen der diskriminierungskritischen politischen Bildung? Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts "Einsame Klasse" statt und wird gefördert im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie Leben!" des BMFSJ
29 Minuten
Der 7. Oktober 2023 offenbarte einen brutalen, antisemitischen Vernichtungswillen, von dem Israel und Jüdinnen und Juden weltweit bedroht sind. Dieser Antisemitismus ist keineswegs neu. Es gab ihn schon lange vor der Staatsgründung Israels. So existierten Pläne zur Fortführung der Shoah in den arabischen Ländern, insbesondere im Mandatsgebiet Palästina. Zentrale Figur bei diesen Plänen war der Mufti von Jerusalem, Amin al-Husseini, der zwischen 1941 und 1945 auf Einladung Hitlers im Exil in Berlin residierte. Ein Verbündeter al-Husseinis war Izz ad-Din al-Qassam, der Namensgeber der Qassam-Brigaden der Hamas. In dem Video-Podcast analysiert Martin Cüppers auf Grundlage eigener Forschungen, die arabisch-jüdische Beziehungsgeschichte im frühen 20. Jahrhundert und welchen verhängnisvollen Einfluss das nationalsozialistische Deutschland auf die arabische Nationalbewegung hatte. Martin Cüppers ist Historiker. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Beziehungsgeschichte zwischen Nationalsozialismus und Arabischer Welt.
1 Stunde 28 Minuten
Mitschnitt vom 8.2.22: In den vergangenen Jahren sind diverse wissenschaftliche Arbeiten erschienen, die die Holocaustforschung mit kolonialgeschichtlichen und postkolonialen Ansätzen verknüpfen. Sie argumentieren, dass die Wissenschaft sich bisher zu wenig mit der Frage beschäftigt habe, inwiefern die Geschichte des Kolonialismus auch für die Historiographie und Erinnerungskultur von Nationalsozialismus und Shoa von Bedeutung ist. Eine zentrale Herangehensweise dieser Ansätze ist die, dass die These einer "Singularität" des Holocaust problematisiert und vereinzelt abgelehnt wird. Vielmehr wird von historischen und ideologischen Kontinuitäten zwischen Kolonialismus und Nationalsozialismus verschiedener Art ausgegangen, deren Nichtbeachtung einem wissenschaftlichen Eurozentrismus gleichkomme. Die Fragen, die in diesen Ansätzen aufgeworfen werden, sind nicht zuletzt gesellschaftspolitisch relevant - und zu einem großen Teil sind es auch die, die den so genannten "Historikerstreit 2.0" der vergangenen Monate bestimmten. Ihre Argumentation soll im Vortrag vorgestellt werden. Dabei soll auch aufgezeigt werden, welche Probleme mit einem solch (post-)kolonialgeschichtlichen Zugriff einhergehen und warum die Spezifik des Antisemitismus in diesen Ansätzen oftmals verkannt wird. Steffen Klävers hat in seiner Dissertation "Decolonizing Auschwitz?: Komparativ-postkoloniale Ansätze in der Holocaustforschung" (Berlin: de Gruyter 2019) eine Kritik an den gegenwärtigen Versuchen postkolonialer Deutung des Holocausts formuliert.
1 Stunde 7 Minuten
Mitschnitt vom 8.3.24: Soziale Arbeit gilt heutzutage als eine Profession, die sich sozialer Gerechtigkeit verpflichtet fühlt. In Deutschland steht dieses inzwischen konsensuale Professionsverständnis im Widerspruch zur Professionsgeschichte. Während des Nationalsozialismus halfen Sozialarbeitende in unterschiedlicher Weise, die NS-Ideologie zu verwirklichen. Insbesondere Sinti*zze und Rom*nja waren durch die mörderische Praxis der Sozialen Arbeit bedroht. Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis diskutieren: Welche Bedeutung hat der Antiziganismus in Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit? Welche antiziganistischen Kontinuitäten aus dem Nationalsozialismus waren und sind in der Sozialen Arbeit nach 1945 erkennbar? Und welche Erfahrungen machten Sinti*zze und Rom*nja nach 1945 mit Sozialarbeitenden und Institutionen der Sozialen Arbeit? ️Am Gespräch nehmen teil: Wolfram Stender und Elizabeta Jonuz
1 Stunde 16 Minuten
Mitschnitt vom 16.11.2023 Gilda Sahebi las aus Ihrem Buch und sprach darüber mit der Schriftstellerin Shida Bazyar: »Unser Schwert ist Liebe« – Die Feministische Revolte im Iran. Die Journalistin und Autorin Gilda Sahebi, beleuchtet die unterschiedlichen Aspekte der Revolte: die Rolle der Musik, die feministische Perspektive, die lange Geschichte der gewaltvollen Unterdrückung. Sie zeigt, wie die Iraner*innen der furchtbaren Brutalität des Regimes die größte Kraft entgegensetzen: Liebe. Im Rahmen von "WIR in Wiesbaden" 2023 - gefördert vom Amt für Integration der Landeshauptstand Wiesbaden und durch die Partnerschaft für Demokratie Wiesbaden www.demokratie-leben-in-wiesbaden.de
1 Stunde 7 Minuten
Mitschnitt vom 07.11.2023, im Kesselhaus Schlachthof
Der deutsche Verfassungsschutz spioniert Bürger*innen aus, die keine Gesetze verletzen. Dabei hat er enorm große Freiheiten, enorm große Macht. Er hat viel mehr Einfluss auf politische Bewegungen, als es der Öffentlichkeit bewusst ist. Ronen Steinke recherchiert seit Jahren im Milieu der Inlandsspione. Er hat Spionagechefs interviewt und Agentinnen bei der Arbeit begleitet. Er stellt eine fundamentale Frage: Schützt dieser Geheimdienst die Demokratie – oder schädigt er sie nicht eher? Lesung mit Ronen Steinke Gespräch mit Hoda Bourenane und Johannes Daschmann vom Arbeitskreis kritischer Jurist*innen Mainz
Im Rahmen von "WIR in Wiesbaden" 2023 - gefördert vom Amt für Integration der Landeshauptstand Wiesbaden und durch die Partnerschaft für Demokratie Wiesbaden www.demokratie-leben-in-wiesbaden.de
Der deutsche Verfassungsschutz spioniert Bürger*innen aus, die keine Gesetze verletzen. Dabei hat er enorm große Freiheiten, enorm große Macht. Er hat viel mehr Einfluss auf politische Bewegungen, als es der Öffentlichkeit bewusst ist. Ronen Steinke recherchiert seit Jahren im Milieu der Inlandsspione. Er hat Spionagechefs interviewt und Agentinnen bei der Arbeit begleitet. Er stellt eine fundamentale Frage: Schützt dieser Geheimdienst die Demokratie – oder schädigt er sie nicht eher? Lesung mit Ronen Steinke Gespräch mit Hoda Bourenane und Johannes Daschmann vom Arbeitskreis kritischer Jurist*innen Mainz
Im Rahmen von "WIR in Wiesbaden" 2023 - gefördert vom Amt für Integration der Landeshauptstand Wiesbaden und durch die Partnerschaft für Demokratie Wiesbaden www.demokratie-leben-in-wiesbaden.de
1 Stunde 12 Minuten
Dies ist der Mitschnitt der Veranstaltung vom 22.11.2022
Hadija Haruna-Oelker, Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Moderatorin, beschäftigt sich seit langem mit Rassismus, Intersektionalität und Diskriminierung. Sie ist davon überzeugt, dass wir alle etwas von den Perspektiven anderer in uns tragen. Dass wir voneinander lernen können. Und einander zuhören sollten. Sie erzählt von der eigenen Wahrnehmung von Differenzen, von Verbundenheit, Empowerment und von der Schönheit, die in unseren Unterschieden liegt. Ein hochaktuelles Buch, das drängende gesellschaftspolitische Fragen stellt und eine Vision davon entwickelt, wie wir voneinander lernen können: indem wir einander Räume schaffen, Sprache finden, einander mit Offenheit und Neugier begegnen. Moderiert wird das Gespräch von Aisha Camara, Moderatorin und Kommunikationsberaterin
Hadija Haruna-Oelker, Journalistin, Politikwissenschaftlerin und Moderatorin, beschäftigt sich seit langem mit Rassismus, Intersektionalität und Diskriminierung. Sie ist davon überzeugt, dass wir alle etwas von den Perspektiven anderer in uns tragen. Dass wir voneinander lernen können. Und einander zuhören sollten. Sie erzählt von der eigenen Wahrnehmung von Differenzen, von Verbundenheit, Empowerment und von der Schönheit, die in unseren Unterschieden liegt. Ein hochaktuelles Buch, das drängende gesellschaftspolitische Fragen stellt und eine Vision davon entwickelt, wie wir voneinander lernen können: indem wir einander Räume schaffen, Sprache finden, einander mit Offenheit und Neugier begegnen. Moderiert wird das Gespräch von Aisha Camara, Moderatorin und Kommunikationsberaterin
1 Stunde 46 Minuten
Dies ist der Mitschnitt der Podiumsdiskussion vom 8.3.2022
In feministischen Kontexten, seien sie akademisch oder aktivistisch, werden jüdische Perspektiven häufig unsichtbar gemacht. Teilweise werden antisemitische Positionen vertreten. Dabei gibt es eine lange Geschichte feministischen Engagements von Jüdinnen und Juden. Im Podiumsgespräch möchten wir einen Einblick in jüdisch-feministische Perspektiven geben und uns mit folgenden Fragen beschäftigen: Wie können (Queer-)Feminismus und Judentum zusammen gedacht werden? Erleben Frauen antisemitische Diskriminierung anders als Männer? Warum werden Jüdinnen und Juden in intersektional feministischem Aktivismus häufig ausgeschlossen? Inwieweit eignet sich Feminismus, um Antisemitismus zu bekämpfen? Wie wirken sexistische und antisemitische Positionen zusammen? Am Podium nehmen teil: - Ina Holev schreibt und spricht als Medienkulturwissenschaftlerin und freie Autorin über Themen wie Feminismus, Popkultur, Migration, jüdisches Leben und Un/Sichtbarkeiten. Sie ist Co-Gründerin des feministischen Zine-Projekts defrag und von Jüdisch & Intersektional – Initiative für kritische Bildungsarbeit - Michal Schwartze ist Gymnasiallehrerin für Politik & Wirtschaft sowie Geschichte, freie Bildungsreferentin für genderreflexive, rassismus- und antisemitismuskritische schulische Bildung, ein Teil des Organisationsteams »Keshet Rhein Main - queere Juden Deutschland« und Queer-feministische Aktivistin. - Helene Shani Braun studiert jüdische Theologie in Potsdam und macht eine Ausbildung zur Rabbinerin. Sie ist Gründungsmitglied von »Keshet Deutschland« der überregionalen Organisation für LGBTQIA+ jüdische Menschen. - Moderation: Laura Cazés ist Leiterin der Abteilung für Kommunikation und Digitalisierung der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST). Als Autorin beschäftigt sie sich u.a. mit den Themen Jüdisches Leben in Deutschland, Antisemitismus und Feminismus.
In feministischen Kontexten, seien sie akademisch oder aktivistisch, werden jüdische Perspektiven häufig unsichtbar gemacht. Teilweise werden antisemitische Positionen vertreten. Dabei gibt es eine lange Geschichte feministischen Engagements von Jüdinnen und Juden. Im Podiumsgespräch möchten wir einen Einblick in jüdisch-feministische Perspektiven geben und uns mit folgenden Fragen beschäftigen: Wie können (Queer-)Feminismus und Judentum zusammen gedacht werden? Erleben Frauen antisemitische Diskriminierung anders als Männer? Warum werden Jüdinnen und Juden in intersektional feministischem Aktivismus häufig ausgeschlossen? Inwieweit eignet sich Feminismus, um Antisemitismus zu bekämpfen? Wie wirken sexistische und antisemitische Positionen zusammen? Am Podium nehmen teil: - Ina Holev schreibt und spricht als Medienkulturwissenschaftlerin und freie Autorin über Themen wie Feminismus, Popkultur, Migration, jüdisches Leben und Un/Sichtbarkeiten. Sie ist Co-Gründerin des feministischen Zine-Projekts defrag und von Jüdisch & Intersektional – Initiative für kritische Bildungsarbeit - Michal Schwartze ist Gymnasiallehrerin für Politik & Wirtschaft sowie Geschichte, freie Bildungsreferentin für genderreflexive, rassismus- und antisemitismuskritische schulische Bildung, ein Teil des Organisationsteams »Keshet Rhein Main - queere Juden Deutschland« und Queer-feministische Aktivistin. - Helene Shani Braun studiert jüdische Theologie in Potsdam und macht eine Ausbildung zur Rabbinerin. Sie ist Gründungsmitglied von »Keshet Deutschland« der überregionalen Organisation für LGBTQIA+ jüdische Menschen. - Moderation: Laura Cazés ist Leiterin der Abteilung für Kommunikation und Digitalisierung der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST). Als Autorin beschäftigt sie sich u.a. mit den Themen Jüdisches Leben in Deutschland, Antisemitismus und Feminismus.
1 Stunde 40 Minuten
Dies ist ein Mittschnitt der Podiumsdiskussion vom 26.10.2021 mit Vertreter*innen der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden, OFEK Hessen und RIAS Thüringen
1 Stunde 10 Minuten
Mitschnitt der Buchvorstellung vom 26.04.2021
„Loschen Hakodesch. Jüdisch-deutsche Ausdrücke, Sprichwörter und Redensarten der Nassauischen Landsjuden“ – so nannte der aus Flacht (nahe Diez und Limburg an der Lahn) stammende Jehuda Leopold Frank eine kleine Broschüre, die er erstmals 1962 veröffentlichte. Die Sammlung entstand in Israel im Austausch mit vielen anderen Jüdinnen und Juden aus dem Nassauer Land und zeigt eine vor allem aus Hessisch und Hebräisch gemischte Sprache. Der darin enthaltene Wortwitz, der Einfallsreichtum und die Anspielungen laden dazu ein, sich in den Alltag und die Lebenswelten der Landjüdinnen und -juden aus Taunus und Westerwald hineinzudenken. Joël Ben-Yehoshua und Markus Streb haben diesen lokal- und sprachgeschichtlichen Schatz gehoben und geben Loschen Hakodesch nun neu heraus. Im Vortrag stellen sie diese einzigartige Sammlung anhand zahlreicher Beispiele vor.
„Loschen Hakodesch. Jüdisch-deutsche Ausdrücke, Sprichwörter und Redensarten der Nassauischen Landsjuden“ – so nannte der aus Flacht (nahe Diez und Limburg an der Lahn) stammende Jehuda Leopold Frank eine kleine Broschüre, die er erstmals 1962 veröffentlichte. Die Sammlung entstand in Israel im Austausch mit vielen anderen Jüdinnen und Juden aus dem Nassauer Land und zeigt eine vor allem aus Hessisch und Hebräisch gemischte Sprache. Der darin enthaltene Wortwitz, der Einfallsreichtum und die Anspielungen laden dazu ein, sich in den Alltag und die Lebenswelten der Landjüdinnen und -juden aus Taunus und Westerwald hineinzudenken. Joël Ben-Yehoshua und Markus Streb haben diesen lokal- und sprachgeschichtlichen Schatz gehoben und geben Loschen Hakodesch nun neu heraus. Im Vortrag stellen sie diese einzigartige Sammlung anhand zahlreicher Beispiele vor.