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100 Episoden
48 Minuten
In seinem neuen Roman versammelt László Krasznahorkai ein Rudel Wölfe, Angela Merkel, Johann Sebastian Bach und eine Gruppe von Neonazis. „Herscht 07769“ spielt in einer fiktiven Kleinstadt in Thüringen. Dies dürfte Kenner des vielfach ausgezeichneten ungarischen Literaten überraschen. Der Weltbürger Krasznahorkai lebt nach Stationen in Berlin, China, der Mongolei, Japan und New York jetzt in der Hafenstadt Triest und wollte in Thüringen mehr über Johann Sebastian Bach erfahren. Das gab den Anstoß für seinen Deutschland-Roman. Im Gespräch mit Nadine Kreuzahler und Thomas Geiger erzählt László Krasznahorkai von seiner Bach-Leidenschaft, seinem Verständnis von Wirklichkeit, seiner Abscheu gegenüber der Politik und warum er zwar Kommata, aber niemals Punkte verwendet. Seit „Satanstango“ von 1985 gehört László Krasznahorkai zu den renommiertesten Schriftstellern Europas. Es folgten »Melancholie des Widerstands«, Erzählbände und zuletzt der »Roman »Baron Wenckheims Rückkehr“. Satanstango wurde von Béla Tarr verfilmt und gilt mit siebeneinhalb Stunden als einer der längsten Kinofilme aller Zeiten. „weiter lesen“ ist die gemeinsame Podcast- und Radiobühne von rbb Kultur und dem Literarischen Colloquium Berlin (LCB). Das Buch: László Krasznahorkai „Herscht 07769. Florian Herschts Bach-Roman“, aus dem Ungarischen von Heike Flemming, 418 Seiten, S. Fischer.
40 Minuten
Vier starke Frauen, ein zerfallendes Land, ein Weggehen und Ankommen. Davon erzählt Sasha Marianna Salzmann in ihrem Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“. Sie schraubt sich tief hinein in das, was einmal die Sowjetunion war und erzählt von zwei Müttern, die ein Land verließen, und zwei Töchtern, die es in Deutschland besser haben sollten. Ein Gespräch über Weltenwechsel, Identitäten und die starken Band von Familien. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger. (Wiederholung vom 11.9.21)
53 Minuten
Das "weiter lesen"-Team präsentiert einen bunt gemischten Büchertisch. Von Roman bis Lyrik zu Sachbuch, Graphic Novel und Bildband ist alles dabei. Auch thematisch sind unsere ganz persönlichen Büchertipps zur Weihnachtszeit so vielfältig wie das Leben selbst: Wir sprechen über den Fall Woyzeck, über die Generation Slim Fit in der Politik, über die erste große Liebe im Berlin der Achtziger Jahre, über die Neue Nationalgalerie und über den Dialog zwischen einem Tiefkühlschrank und einem Eiswürfel… Als "Special Guest" ist die Schweizer Lyrikerin Eva Maria Leuenberger dabei. Sie stellt literarische Entdeckungen aus dem englischsprachigen Raum vor. In dieser Sonderausgabe von "weiter lesen" – der Koproduktion von rbbKultur und dem Literarischen Colloquium Berlin – geht es auch um die schönste Nebensache der Welt: das Lesen natürlich! Natascha Freundel empfiehlt: Ulrich Peltzer: "Das bist du", S. Fischer Verlag, 288 Seiten, 22,00 Euro Adam Nicolson: "Der Ruf des Seevogels", Liebeskind 2021, 368 Seiten, 36,00 Euro Donatella Di Cesare: "Philosophie der Migration", Matthes & Seitz 2021, 343 Seiten, 26,00 Euro Thomas Geiger empfiehlt: Steve Sem-Sandberg: "W.", Klett Cotta 2021, 416 Seiten, 25,00 Euro Helmut Böttiger: "Die Jahre der wahren Empfindung", Wallstein Verlag 2021, 473 Seiten, 32,00 Euro Michael Wesely: "Neue Nationalgalerie 160401-201209", Hatje-Crantz 2021, 224 Seiten, 50,00 Euro Eva Maria Leuenberger empfiehlt: Doireann Ní Ghríofa: "Ghost in the Throat", Tramp Press 2020, 224 Seiten, 12,74 Euro Mattilda Bernstein Sycamore: "The Freezer Door", Semiotext(e) 2020, 280 Seiten, Preis variiert CAConrad: "While Standing in Line for Death", Wave Books 2017, 160 S., 18,27 Euro Thorsten Dönges empfiehlt: Elias Hirschl: "Salonfähig", Roman, Zsolnay, 256 Seiten, 22,00 Euro Frédéric Ciriez/Romain Lamy: "Frantz Fanon", Graphic Novel, Hamburger Edition Mittelweg 36, 232 Seiten, vierfarbig, 25,00 Euro Ronya Othman: "Die Verbrechen", Gedichte, Hanser, 112 Seiten, 20,00 Euro Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/weiterlesen
55 Minuten
Katzen, so heißt es, haben sieben Leben. Und über Matou, den titelgebenden Kater, hat der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier sieben Romane in einem geschrieben. Er schickt Matou in verschiedene Szenarien der Weltgeschichte und lässt ihn Menschliches und Allzumenschliches erleben: U.a. ist er Zeuge der Französischen Revolution, lernt als Hauskater bei E.T.A. Hoffmann Lesen und Schreiben, gründet einen Katzenstaat, lebt kurz vor dem Ersten Weltkrieg in Prag und später beim Popart-Künstler Andy Warhol, der ihn „Sweetheart“ nennt. Ein historischer, phantastischer, wilder Roman, der sich lustvoll quer durch Jahrhunderte und literarische Genres fabuliert.
43 Minuten
„Mein größter Motor beim Schreiben ist immer die Wut“, sagt Marlen Pelny. In ihrem ersten Roman erzählt die Wahl-Berlinerin, Lyrikerin und Musikerin von Liebe in verschiedenen Erscheinungsformen. Was, wenn jemand es Liebe nennt, es aber in Wirklichkeit Missbrauch ist? „Liebe / Liebe“ beschreibt ein Erwachsenwerden mit schmerzenden Wunden und Narben und eine große Befreiung. Es gibt einen Ausweg und am Ende auch echte Liebe. Marlen Pelny hat lange nach einem Verlag für ihr Buch gesucht - vielen war es zu krass. Dabei findet die Autorin für all das Harte den richtigen Ton: deutlich, aber nicht voyeuristisch. Was sie wütend macht, warum es ihr wichtig war, diese Geschichte zu erzählen, welche Rolle die Sprachsteuerung Siri beim Entstehen ihrer Texte spielt und welche Beziehung sie zu Hochhäusern hat, erzählt Marlen Pelny in weiter lesen mit Nadine Kreuzahler und Thorsten Dönges.
50 Minuten
Nach zehn Jahren hat die Schriftstellerin Julia Franck, bekannt vor allem mit dem Roman "Die Mittagsfrau" wieder ein Buch vorgelegt. In "Welten auseinander" kümmert sie sich radikaler als je zuvor um das Material ihrer eigenen Biographie. Sie erzählt von einem Mädchen namens Julia, das in Ostberlin geboren wird, als Achtjährige mit ihren Schwestern und ihrer Mutter in den Westen geht, mit 13 alleine nach West-Berlin zieht, ihren Vater trifft und ihre große Liebe. Im Gespräch mit Thorsten Dönges und Anne-Dore Krohn spricht Julia Franck über ihre "wilde Familie", ihre wichtige Beziehung zum Tagebuch und von der Arbeit mit und an der Erinnerung - "Welten auseinander", so die Berliner Autorin, sei "nach allen Seiten hin offen".
51 Minuten
Der österreichische Schriftsteller Clemens J. Setz ist 2021 der Preisträger des Georg Büchner-Preises. Setz, der Mathe studiert hat und eigentlich Lehrer werden wollte, wurde 1982 in Graz geboren und zeigt mit seinen Büchern immer wieder eine große Offenheit im Denken. Er schreibt über Bots und Synästhesie, abseitige Charaktere und Kunstsprachen. Mit Anne-Dore Krohn hat er anläßlich der Preisverleihung am 6. November über sein Leben und Schreiben gesprochen, über die Krähen vor seinem Fenster in Wien, die er füttert; über seine Vorbilder Ernst Jandl, Friederike Mayröcker und Josef Winkler, über seine Wahrnehmnung der Welt und über das Twittern, das ein ernstzunehmender Teil seines Werkes ist.
54 Minuten
Die "weiter lesen" - Macher treffen sich in der rbb Dachlounge und reden über Themen und Tendenzen des Bücherherbstes 2021, u.a. über die Vergabe des Deutschen Buchpreises an Antje Ravic Strubel und des Literaturnobelpreises an Abdulrazak Gurnah. Und jeder bringt drei besondere Empfehlungen mit, u.a. geht es um neue Bücher von Nicole Krauss, Hannes Köhler, Gabriele Tergit, Tsitsi Dangarembga, Sasha Marianna Salzmann und Tomer Gardi. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn, Natascha Freundel, Thorsten Dönges, Thomas Geiger
37 Minuten
Mit einer abgründigen Philosophiegroteske über die Kunst des Abtretens hat Ferdinand Schmalz, geboren 1985 in Graz, 2017 den Ingeborg-Bachmannpreis gewonnen. Jetzt hat der Dramatiker einen ganzen Roman daraus gemacht: In „Mein Lieblingstier heißt Winter“ erzählt Schmalz von einer skurrilen Suche nach einer verschwundenen Leiche quer durch die Wiener Gesellschaft, ohne Larmoyanz, sondern mit viel Witz und Ironie. Ein Gespräch von der Frankfurter Buchmesse, u.a. über den Zusammenhang von Dramatik und Prosa, selbstgewählte Pseudonyme und das Mitwippen beim Lesen von Texten. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn
51 Minuten
Die von Walter Höllerer gegründete Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“ wurde 1961 gegründet und entwickelte sich von einer literaturwissenschaftlichen Zeitschrift zu einer Literaturzeitschrift - als solche ist sie die Hauszeitschrift des LCB geworden. Zum Jubiläum sind zwei Ausgaben erschienen, die die sechzig Jahre wieder aufleben lassen. Über die Funktion von Literaturzeitschriften im allgemeinen und von „Sprache im technischen Zeitalter“ im besonderen spricht Anne-Dore Krohn mit dem Herausgeber und Redakteur Thomas Geiger und dem Berliner Schriftsteller Thomas Lehr, der seinen Beitrag aus der Jubiläumsausgabe liest.
49 Minuten
Svenja Leiber "traut der Literatur viel zu", so hieß es in einer Rezension zu ihrem dritten Roman "Staub" (2018). Mit ihrem neuen Roman "Kazimira" traut sie der Literatur vielleicht mehr denn je zu: eine tiefschürfende und zugleich poetisch schillernde Erkundung der Geschichte und Generationen rund um die "Annagrube" im Gebiet Königsberg/Kaliningrad, eine Zeitreise durch fast 150 Jahre. In der "Annagrube" wurde Bernstein abgebaut, und wie Harz im Bernstein hält dieser Roman Schicksale des 20. Jahrhunderts fest. Etwa das von Kazimira, einer fast sprachlosen, eigenwilligen, Frauen liebenden Frau. Mit Natascha Freundel spricht Svenja Leiber über das Vermögen der Literatur, versehrte Landschaften zu lesen und flüchtige Menschenleben in Worte zu fassen. Svenja Leiber: "Kazimira", Suhrkamp 2021, 336 S., 24 €, eBook 20,99 €
42 Minuten
"Kairos", das ist in der griechischen Mythologie der Gott der günstigen Gelegenheit, des rechten oder glücklichen Augenblicks. Dieser Augenblick scheint gekommen, als sich Katharina und Hans Ende der 80er Jahre auf der Straße in Ostberlin kennenlernen und ineinander verlieben. Sie ist 19, er Mitte 50 und verheiratet. Nach dem Glücksrausch folgen Augenblicke der Eifersucht, Abhängigkeit und Schuld.. Vor dem Hintergrund der untergehenden DDR, des Umbruchs 1989, der Wende und Nachwendezeit erzählt Jenny Erpenbeck die Geschichte einer obsessiven Liebe. Jenny Erpenbeck wurde 1967 in Ost-Berlin geboren und für ihre Erzählungen, Romane und Theaterstücke mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Thomas-Mann-Preis und dem Premio Strega Europeo. Warum für sie der Tag der Deutschen Einheit kein Feiertag ist, wie sie die Tage vor dem Mauerfall erlebt hat und wie die Geschichte der Gewalt des 20. Jahrhunderts die Geschichte einer privaten Liebe prägt, erzählt Jenny Erpenbeck im Gespräch mit Nadine Kreuzahler.
46 Minuten
Colin und ihr Bruder Hannes wachsen in einer kleinstädtischen Reihenhaussiedlung auf, in der Kälte, Sparsamkeit und Angst regieren. Der Roman „Gewittertiere“ erzählt ein Familiendrama und die Coming-of-Age-Geschichte einer lesbischen Frau. Darüber hinaus aber entfaltet der vierte Roman der Berliner Schriftstellerin Svealena Kutschkes - geboren 1977 in Lübeck - präzise, schonungslos und zärtlich ein Gesellschaftspanorama Deutschlands seit den 90er Jahren mit seinen Ängsten und seinem Hass auf alles „Fremde“. Am Mikrofon: Thorsten Dönges
51 Minuten
Die Schriftstellerin Vera zieht mit ihrem Freund und dem gemeinsamen Sohn von Leipzig in die niedersächsische Provinz: Dort haben sie einen alten Hof gekauft, den sie ausbauen und neu beleben wollen. Was der Umzug mit den beiden und ihrer Beziehung macht, wie sie sich im Dorf zurechtfinden und sich neu aufstellen, davon erzählt Lisa Kreißler, geboren 1983 bei Hannover, in ihrem neuen Roman. Ein Gespräch über Entscheidungen und Vergänglichkeit, Kinder und Krisen, Schwangerschaften und Geburten in der Literatur - und über die Kunst, das eigene Leben zu gestalten. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thorsten Dönges
40 Minuten
Vier starke Frauen, ein zerfallendes Land, ein Weggehen und Ankommen. Davon erzählt Sasha Marianna Salzmann in ihrem neuen Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“. Sie schraubt sich tief hinein in das, was einmal die Sowjetunion war und erzählt von zwei Müttern, die ein Land verließen, und zwei Töchtern, die es in Deutschland besser haben sollten. Ein Gespräch über Weltenwechsel, Identitäten und die starken Band von Familien. Am Mikrofon: Anne-Dore Krohn und Thomas Geiger.
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Am 22.04 startet der neue Bücherpodcast vom rbb "Orte und Worte". Hier https://www.ardaudiothek.de/sendung/orte-und-worte/12605283/ geht es ab sofort weiter … "Orte und Worte" geht raus: Wir sprechen...