Wiener Börse Podcast Archiv
698 Episoden
14 Minuten
"Sowohl die Aktienmärkte als auch die Anleihenmärkte waren 2023 im Wesentlichen durch die Entscheidungen der Geldpolitik geprägt", resümiert Wolfgang Habermayer von Merito. Dreh- und Angelpunkt ist ein robuster US-Arbeitsmarkt, der keine Anzeichen zeigt einer Rezession. Die Frage ist, wann dieser Markt kippt. "Meines Erachtens wird diese Entwicklung im ersten Halbjahr 2024 stattfinden. Damit wird die Nachfrageseite der Volkswirtschaft zurückgehen und damit auch die Zahlen der Kerninflation." Für die Anlagestrategie 2024 bedeutet das: "Wir sind momentan neutral gewichtet, also sowohl Aktien als auch Anleihen. Aber für das kommende Jahr werden wir Anleihen höher gewichten." Auch Rohstoffe sollten verstärkt in den Fokus rücken.
22 Minuten
Die Wolftank Group ist ein Spezialist für Betankungsanlagen für LNG-Fahrzeuge, Tankstellen, Wasserstoff-Tanken und Umweltlösungen. Peter Werth, CEO: "Ich war letzte Woche in unserem Büro in Sao Paulo, in Brasilien, und wir haben zwei Mitarbeiter aus Rio, die kamen mit dem Auto daher, völlig fertig. In Rio de Janeiro, waren in der letzten Woche 58 Grad. Das ist auch für Rio zu viel! Die Klimaerwärmung findet statt!" - Aktuelle Updates: Wolftank hat Übernahme am italienischen Umweltdienstleister Petroltecnica SpA abgeschlossen. Wolftank Group und Matrix Service schließen Kooperationsvereinbarung für mobile Wasserstoff-Tankstellen in den USA ab. Und der Wasserstoff Spezialist hat einen Großauftrag von Siram Veolia erhalten, um eine Wasserstoff-Betankungs-Infrastruktur für eine Eisenbahngesellschaft in der Nähe des Iseo-Sees in Norditalien. Zudem gab es im Oktober 2023 eine Kapitalerhöhung.
7 Minuten
Am 4. Dezember 2023 geht die RTW AG in Wien an die Börse. Das Listing findet im Segment direct market plus statt. Die RWT AG ist Eigentümerin der RWT Hornegger & Thor GmbH, die sich auf die Präzisionsfertigung von Teilen und Werkzeugen für die Kraftfahrzeug- und Luftfahrtindustrie spezialisiert hat. Begleitet wird das Listing von Gregor Rosinger, Vorstand der Rosinger Group. Reinhard Thor ist Gründer und Vorstand von RWT. Im Interview stellt er das Geschäftsmodell, die Equity Story und das Marktumfeld der RWT vor.
12 Minuten
Das ETF-Segment der Wiener Börse bekommt Zuwachs. Und zwar im Bereich ESG - das Angebot für Anleger wird damit größer. Verantwortlich dafür ist auch Amundi, die gleich vier frische ETF beisteuern. Thomas Wiedenmann, Head of ETF, Indexing and Smart Beta Sales Germany, Austria & Eastern Europe bei Amundi, gibt im Interview einen Überblick über die Grundlagen des ETF-Investments und erkennt die Trends am ETF-Markt mit Fokus auf ESG.
9 Minuten
Porr hat nach drei Quartalen 2023 den Umsatz gesteigert um 7,5 %, Produktionsleistung bei 4,8 Mrd. Euro, Auftragseingang wächst um 14,7 % auf 5,3 Mrd. Euro, der Auftragsbestand klettert auf 8,7 Mrd. Euro (+10,6 %), Ergebnis vor Steuern (EBT) + 18 % auf 68,0 Mio. Euro. CEO Karl-Heinz Strauss: "Man redete derzeit immer so, überall ist es schrecklich im Bau und alles geht nach unten. Das trifft für uns nicht zu. Wir sind eben so breit aufgestellt wie kaum ein zweiter Baukonzern in Europa." Wird 2023 noch besser als 2022? "Wir haben ja einen All-Time-High-Auftragsbestand. Wir sind 100 Prozent beschäftigt. Wir haben ein Ergebnis geplant von 125 bis 130 Mio. und eine Leistung von 6,5 bis 6,7 Mrd. Euro. Und wenn wir das wirklich alles einhalten, dann sind wir jedenfalls besser als 2022."
16 Minuten
"Quartal für Quartal bemerken wir besonders in den Sommermonaten die Konsequenzen des Klimawandels", so Andreas Brandstetter, CEO bei der Uniqa Insurance Group. Das bedeutet zwar höhere Ausgaben, aber auch zukünftig höhere Beiträge der Kunden. Das Ziel ist eine solide Schaden-Kosten Quote von 90 %. Eine weitere Folge: Nach drei Quartalen steigen die Prämien um 9 % auf 5,5 Mrd. Euro. Ergebnis vor Steuern um knapp 22 % auf 305 Mio. Euro. Im Bereich Gesundheitsversicherung punktet Uniqa mit einem quasi 4-Sterne-Service in seinen Privatkliniken. "Das Ziel liegt bei 5 Sternen, zum Wohle unserer Kunden und Patienten. Kurze Wartezeiten und erstklassige Behandlung." Das Geschäft in CEE läuft trotz Ukraine-Krise reibungslos. "Die Befindlichkeiten und Ängste unserer "verweichlichten, westlichen Wohlstandsgesellschaft sorgen in Osteuropa "nicht einmal für ein Zucken mit den Augenbrauen".
16 Minuten
UBM segelt gerade durch den perfekten Sturm, aber die Hauptbotschaft im dritten Quartal lautet: Verlust halbiert auf nur noch 15 Mio. Euro. CEO Thomas Winkler: "Das lag vor allem am Bauvorbescheid, den wir in München für die Bauberger Straße (Timber Factory) erhalten haben. Und die ist besser ausgefallen im Flächenmix, als wir es ursprünglich uns erwartet haben. Und daraus resultiert dieses positive Ergebnis." Es gibt auch die Baubewilligung für das Leopold-Quartier-Office in Wien. "Die Erleichterung ist also hier ebenso groß wie in der Timber Factory in München, wo wir auch lange auf den Bauvorbescheid gewartet haben!" UBM steigert die Eigenkapitalquote auf 30 %, unter anderem auch wegen des ersten UBM Green Bonds. "Wir haben 50 Mio. Euro eingeworben. Was uns sehr gefreut hat ist, dass viele Privatinvestoren eingestiegen sind."
13 Minuten
Am Ende das Jahres 2023 zieht Chefanalyst Fritz Mostböck eine positive Bilanz. "Mit der Fülle an verschiedensten negativen Umständen und Kriegen war es eigentlich ein ganz gutes Aktienjahr. Die Indizes stehen zwischen 10 % und 15 % in Plus. Also so schlecht war es bis dato nicht." Etwas schwächer ist der ATX unterwegs, auch als Total Return. Das liegt an der Exposition in Richtung Osten. "Drei Viertel aller ATX-Werte erwirtschaften ihren erheblichen Anteil an Umsätzen und Erträgen in der Region Zentral- und Osteuropas." Und dort haben sich Investoren zu Beginn des Krieges zurückgehalten und kommen langsam wieder zurück. Wie sieht denn Ihre Strategie aus bei der ersten für 2024? "Wir glauben nach wie vor an Aktienmärkte, wir glauben aber auch an Unternehmensanleihen. Längerfristig würde ich auf jeden Fall Aktien nach wie vor favorisieren. Vor allem, wenn die Leitzinserhöhung vielleicht annähernd vorbei ist, dann sollten Aktien ganz gut performen."
15 Minuten
Immunologie und Virologie ist das Feld von Marinomed. CEO Andreas Grassauer spricht im Interview über das Carragelose-Hauptgeschäft, die Solv4U-Marke sowie Projekte und Kooperationen in den USA und Asien. Die frischen Q3-Zahlen: Umsatz 7,1 Millionen Euro nach 7 vor einem Jahr. Das Periodenergebnis liegt bei -5,6 Mio. Spannend sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung: -5,3 Mio. Das zeigt auch die typische Cash-Burn-Rate. Ein Wiedersehen gibt es mit dem Nice & Green Wandelanleihenprogramm mit einem Volumen von 5,4 Mio.: "Im Prinzip eine Kapitalerhöhung auf Zeit."
14 Minuten
68 Unternehmen hat Gregor Rosinger schon an die Börse gebracht. Nummer 69 steht vor der Tür: Am 4. Dezember ist das Listing der RWT AG geplant. RWT AG ist Eigentümerin der RWT Hornegger & Thor GmbH, die sich auf die Präzisionsfertigung von Teilen und Werkzeugen für die Kraftfahrzeug- und Luftfahrtindustrie spezialisiert hat. "TWT ist Hochtechnologiebetrieb", sagt Rosinger, "der das, was andere Industrie 4.0 nennen, schon seit Jahren macht und setzt damit auf Zukunftssicherheit." Dieser eigenen Logik folgend setzt Rosinger im Rosinger Index neben Finanzen auch auf die Fahrzeughersteller Stellantis, BMW und Mercedes. "Stellantis ist wirklich ein Multimarken-Konzern und hat hier wirklich ein sehr breites Portfolio." Auch BMW setzt weiter auf den Dualismus von Verbrenner und Elektro. Mercedes besetzt das Luxussegment und Qualität. "Jedes Auto, das nicht produziert werden muss, ist natürlich ein Gewinn für die Umwelt."
12 Minuten
Die VOQUZ Labs AG ist seit 2021 an der Wiener Börse gelistet und hilft Unternehmen dabei, die SAP-Lizenzen optimal einzusetzen. Das bringt Einsparpotenzial. CEO Martin Kögel: "Wir sind ein Business Consultant und geben für die Kunden so etwas wie eine Steuererklärung an SAP ab." Das Halbjahresergebnis 2023 auf Konzernebene hat sich von –146.000 auf –767.000 Euro verschlechtert. Kögel führt das aus die Zurückhaltung der Kundschaft seit Ende 2022 zurück. Darüber hinaus hat das Unternehmen viele Investitionen getätigt. "In diesem Jahr gab es einen Kängurumarkt. Aber bei uns passiert im vierten Quartal alles."
12 Minuten
Die "Hochzeit" gibt es sowohl bei Rosenbauer als auch im richtigen Leben: Es wird auf hoffentlich ewig verbunden, was zusammengehört. Beim Rosenbauer ist das der Arbeitsschritt, wenn der Aufbau auf das Fahrgestell aufgesetzt wird und die Elektronik verbunden wird. Und wie im richtigen Leben kommt es auf das richtige Timing an. Und da haperte es zuletzt. Die Hersteller der Fahrgestelle haben die Fahrgestelle nicht, mit langer Lieferzeit oder unpünktlich geliefert. Doch die Situation hat sich deutlich gebessert. CEO Sebastian Wolf: "Und das ist für unsere Produktionsplanung sehr, sehr wichtig!" Der Umsatz in 9M/2023 steigerte sich um 10 %, was ausschließlich auf höhere Preise zurückzuführen ist. Ausgeliefert wurden 1200 Fahrzeuge, nach knapp 1300 im Vorjahr. Der Auftragseingang steigt um fast ein Viertel. Das EBIT verbessert sich um über 40 Mio. Euro auf 11 Mio. Euro. Rosenbauer hebt die Prognose an und will schon in diesem Jahr auch unterm Strich mit roten Autos in schwarze Zahlen fahren.
10 Minuten
Der Gewinn der Wienerberger AG schrumpfte in den ersten drei Quartalen unter dem Strich um 36 %. Die Erlöse gingen um 15 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zurück, der operative Gewinn (Ebitda) sank um gut ein Fünftel auf 655,0 Millionen Euro. Ist das der Fluch des Rekordjahres 2022? "Überhaupt nicht", befindet CEO Heimo Scheuch, "aber wir sind mit neuen Realitäten konfrontiert. Es geht nicht darum, immer nach höheren und besseren Zahlen zu ringen." Wichtiger sei es, sich in diesem schwierigen Marktumfeld zu behaupten - und das gelingt der Wienerberger. Das vierte Quartal läuft erwartungsgemäß. "Wir werden noch einmal massiv die Lagerbestände herunterfahren." Das langfristige Ergebnisziel lautet weiterhin 1,2 Mrd. Euro Ebit in 2026
16 Minuten
FACC AG CEO Robert Machtlinger: "Das Schöne an der Luftfahrt ist, sie ist gut planbar. Wir haben gute Prognosen. Und wenn man sich heute das Orderbuch anschaut, also Airbus als ein Beispiel hat das erste Mal jetzt ein Orderbuch, sprich fix bestellte Flugzeuge, das größer ist als 8.000 Flugzeuge. Das ist schon immens. Der Gesamtmarkt, alle in diesem Bereich tätigen Unternehmungen haben ein Orderbuch von etwas über 13.000 Flugzeugen und manche Plattformen sind auf die nächsten fünf bis sieben Jahre ausverkauft. Die Airbus A320-Familie ist für uns die wichtigste, mit dem Flugzeug machen wir 55 % des Gesamtumsatzes. Und dieses Flugzeug ist auch heute das Flugzeug mit dem höchsten Order-Backlog. - Wir haben einen Spatenstich gemacht für eine 12.500 Quadratmeter Werkserweiterung in Kroatien mit einem Investment von 20 Mio. Euro. Weitere 500 Mitarbeiter sollen in den nächsten Monaten an Bord gehen. Q3/2023: Umsatz +22,5 % auf 514 Mrd. Euro. Der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2023 werde um über 12 bis 16 % im Vergleich steigen."
14 Minuten
Die aktuelle Krise ist ja immer die größte: Der Krieg im Nahen Osten hat dem Krieg in der Ukraine medial den Rang abgelaufen. Was bedeutet das für die Anlagestrategie? "Es ist selten klar möglich, aus geopolitischen Krisen nachhaltige Anlagestrategien abzuleiten. Die Börse lernt ganz gut damit umzugehen", sagt Fondsmanager Alois Wögerbauer von 3 Banken-Generali. Anlegern rät er, genau hinzuschauen, die Strategie aber nicht massiv und überstürzt zu verändern. There is an alternative! Im Anleihebereich ist die 3 Banken-Generali voll investiert, anders sieht es derzeit bei den Aktien aus: "Das Mischportfolio feiert eine Renaissance." 5 % Rendite am Bondmarkt gab es zuletzt vor 16 Jahren und das war kurz vor der Finanzkrise. "Grundsätzlich ist es ein gutes Zeichen, dass die Welt sich normalisiert hat. Es ist aber ein schlechteres Zeichen, was die Konjunkturaussichten betrifft."