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Herzbergs Hörsaal: Informatik studieren mit den Ohren Archiv

107 Episoden
29 Minuten
Hiermit eröffne ich eine neue Reihe zum Quantencomputing (QC) mit dem ersten Beitrag "Was ist ein Quantenbit?". Man sagt auch Qubit.

Was ein klassisches Bit ist, das wissen Sie: entweder eine 0 oder eine 1. Ein Quantenbit ist eine Überlagerung von 0 und 1. Das ist raffiniert einfach ... und doch kompliziert.

Mehr dazu können Sie auch hier nachlesen: https://colab.research.google.com/drive/1VSGPIrJokaJVGTl5cibjb6Yn5SZgiuIh?usp=sharing
31 Minuten
Ein Student aus dem WAI-Kurs hat mir den Link auf eine Webseite zugeschickt, die 75 Themenvorschläge für eine Informatik-Bachelorarbeit auflistet. In meinen Augen sind das 75 Vorschläge, die als Themen ungeeignet sind. Nach all den Semestern des Studiums gibt es weitaus interessantere und bessere Themen, mit denen Sie sich profilieren können.
9 Minuten
Die Sprache der Wissenschaft ist das Englische. Gibt es nicht Pluspunkte, wenn man seine Bachelorthesis auf Englisch schreibt? Man zeigt damit doch den Wunsch und den Willen, sprachlich Anschluss an Wissenschaft zu nehmen und sich in dieser Sprache auszudrücken. Und man könnte dann leichter etwas veröffentlichen. Gute Argumente allesamt, aber Sie rauben sich damit eventuell auch der Chance, eine sehr gute Arbeit zu schreiben.
18 Minuten
Einige Studierende beginnen sehr früh mit dem Schreiben Ihrer Bachelorthesis. Die Einleitung wird geschrieben, es entsteht dieses Kapitel, dann jenes Kapitel, und so allmählich reift das Gesamtwerk während Bachelorarbeit heran. Eine gute Strategie, könnte man meinen. Ich bin anderer Meinung, da wissenschaftliches Arbeiten ein offener Prozess ist, was sich mit einem frühen Fixieren der schriftlichen Ausarbeitung beißt. Ich glaube, ein Steinbruch-Ansatz ist besser.
1 Stunde 28 Minuten
Ein Student von mir wünschte sich eine "Ask Me Anything"-Podcastfolge und versah seine Email an mich mit einem Schwung an Fragen. Warum eigentlich nicht – die Idee gefiel mir. Aber auch andere Studierende meines aktuellen ersten Semesters (der OOP/Java-Kurs) sollten dann ebenso die Chance haben, mir beliebige Fragen stellen zu können. Neun Fragesteller haben es auf über 52 Fragen gebracht. Das ist beachtlich! Eine Frage musste ich rausnehmen, weil sie Hochschulinterna betrifft. Ich habe mir die Zeit genommen und beantworte von den 51 verbliebenen Fragen alles. Ich habe das in zwei Episoden aufgeteilt.

Die Liste der Fragen finden Sie hier:

https://docs.google.com/document/d/1hBM_O55hltClDD10StYXkePH1hf5IQg6brU5KwveF7Q/edit?usp=sharing
1 Stunde 34 Minuten
Ein Student von mir wünschte sich eine "Ask Me Anything"-Podcastfolge und versah seine Email an mich mit einem Schwung an Fragen. Warum eigentlich nicht – die Idee gefiel mir. Aber auch andere Studierende meines aktuellen ersten Semesters (der OOP/Java-Kurs) sollten dann ebenso die Chance haben, mir beliebige Fragen stellen zu können. Neun Fragesteller haben es auf über 52 Fragen gebracht. Das ist beachtlich! Eine Frage musste ich rausnehmen, weil sie Hochschulinterna betrifft. Ich habe mir die Zeit genommen und beantworte von den 51 verbliebenen Fragen alles. Ich habe das in zwei Episoden aufgeteilt.

Die Liste der Fragen finden Sie hier:

https://docs.google.com/document/d/1hBM_O55hltClDD10StYXkePH1hf5IQg6brU5KwveF7Q/edit?usp=sharing
1 Stunde 15 Minuten
Am Freitag, 3.12.2021, fand das 3. Netzwerktreffen "Wissenschaftliches Arbeiten" statt, online organisiert von der TH Wildau. Ich habe dort einen Vortrag gehalten unter dem Titel "Wissenschaftliches Arbeiten in den Technikwissenschaften: Forschendes Entwickeln und erkennendes Schreiben". Hier eine Aufzeichnung für Interessierte, die ich tags drauf gemacht habe. Ich habe diese Episode unter dem Titel veröffentlicht, zu dem sich der Vortrag hinentwickelt.

Die Vortragsfolien gibt es hier:

https://drive.google.com/file/d/1UyCHsgjixwt8_HTTHmIDgHo8Q3v_v616/view?usp=sharing
34 Minuten
Mit dem Auftreten einer Ausnahme (engl. Exception) wird die Ausführung einer Methode unterbrochen. Der Callstack (die Folge von Java Frames) wird danach abgesucht, ob irgendwo die Ausnahme behandelt, d.h. "gefangen" werden kann.

Die technischen Details zu dieser Episode können in diesem Programmierzettel nachgelesen werden:

https://drive.google.com/file/d/1IH4AmEkSitfSH6xLdz3rwxAQauFSN72k/view?usp=sharing
21 Minuten
Das "Spiel des Lebens" von Conway hat seine ganz eigene Faszination. Es ist ein zweidimensionaler zellulärer Automat, der ziemliche lebendig wirkt, wenn man ihn rechnen sieht. Es scheint eine von Lebewesen bevölkerte Welt zu sein. Das Erstaunliche ist, dass diese Welt turingvollständig ist, also Rechenfähigkeiten eines Computers hat.

Die Umsetzung als Java-Programm ist nicht so schwierig. Ein "Trick" ist, die Welt mit einem Rand auszustatten und sie durch ein eindimensionales Array zu repräsentieren – das ist effizienter. Die Idee dahinter stelle ich Ihnen in dieser Episode vor.

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, sich das vorzustellen, was ich Ihnen erzähle, schauen Sie auf diesen Hilfszettel:

https://drive.google.com/file/d/1y3xtXnVhszvsWtMNar7fTUEcMTFdDK-u/view?usp=sharing
1 Stunde 52 Minuten
Prof. Dr. Podcast – so wird Moritz Klenk gerne mal genannt, denn er ist schon lange in der Podcast-Szene aktiv und bekannt. Dabei ist das wörtlich zu nehmen! Moritz Klenk hat sich gefragt, wie sich das (Selbst-)Gespräch als Mittel der Erkenntnis begreifen lässt und hat dazu ein Experiment durchgeführt: Er hat das Gespräch darüber mit sich selbst ein Jahr lang täglich als Podcast geführt – das war seine Promotion. Im Mai 2020 wurde er, der Dr. Podcast, zum Professor für Kulturwissenschaften an die Hochschule Mannheim, Fakultät für Gestaltung, berufen. Das war, als die Hochschulen aufgrund der Corona-Pandemie die Türen schlossen. Die Lehre, die musste nun irgendwie anders ablaufen. Moritz Klenk griff zum Mikrofon und machte seine Lehre als Podcast.

Wir beide unterhalten uns darüber, dass man das Vorlesungsformat nicht einfach ins Video- oder Podcast-Format übertragen kann. Das geht überhaupt nicht. Man muss Lehrformate entwickeln, mit ihren eigenen Möglichkeiten und Chancen. Die Vorlesung ist ein Format für sich. Was der Podcast zu bieten hat, wie und in welcher Weise er anders ist als Lehrmittel, was seine ihm ureigenen Qualitäten sind, das besprechen wir. Auch, dass ein Reden ins Mikrofon allein nicht reicht. Das Assignment, die Aufgabe in der Praxis, und ein passendes Austausch- bzw. Gesprächsformat vervollständigen den Podcast. Zum Schluss erzählt Moritz Klenk, wie er forschendes Lehren versteht.

Links zu Moritz Klenk (Twitter @moritzklenk):

Hochschule: https://www.gestaltung.hs-mannheim.de/fakultaet/menschen/professoren/moritz-klenk 

Webseite: https://experimentality.org/ 

CRE220 - Sprechendes Denken: https://cre.fm/cre220-sprechendes-denken

Buch: https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-5262-8/sprechendes-denken/ 
12 Minuten
Niemals hätte ich gedacht, dass dieser Podcast soviel gehört wird. Deutschsprachig, noch dazu ein absoluter Nischenpodcast, da sind 40.000 Abrufe nach eineinhalb Jahren und 80 Episoden schon beachtlich. Ich kann nur spekulieren, warum das Format als Lernangebot funktioniert. Vielleicht, weil es ein Gegenkonzept zum Video ist. Vielleicht, weil man zuhören und lernen kann ohne hinzusehen: also unterwegs, draußen, beim Abwasch, auf der Couch, im Bett. Vielleicht, weil sich Sprache und Begleitmaterial anders ergänzen und ein anderes Mitdenken einfordern. Wie gesagt, alles Spekulation.

Ich freue mich, wenn Sie mir eine Sprachnachricht auf anchor.fm/dominikusherzberg hinterlassen, der Heimatplattform dieses Podcasts. Stellen Sie mir dort eine Frage zur Informatik oder zum Studium. Oder erzählen Sie kurz: Was begeistert Sie an der Informatik? Oder: Welche Tipps haben Sie, um durch's Studium zu kommen?

Wenn Sie wollen, können Sie mir auch eine Mail schreiben: herzbergsohr@gmail.com

 
14 Minuten
Ich freue mich auf das Wintersemester 2021/22 mit Ihnen. Und wie geht es Ihnen, freuen Sie sich auch auf den Semesteranfang? Wenn Sie Erstsemester sind: Was bedeutet es zu studieren? In meinen Augen ist es mehr als nur etwas Lernen zu wollen. Ich glaube, das Studieren ist eine Haltung dem eigenen Denken und Handeln gegenüber. Sie lassen sich in eine Disziplin entführen, Sie finden sich ein, Sie denken darin, Sie handeln, lösen, konstruieren, überprüfen, argumentieren in der Logik eines Fachs bzw. einer Disziplin: Weil Sie das selber wollen.

Wenn Sie Fragen, Anregungen, Kommentare, Gedanken haben: Schreiben Sie mir eine Email an herzbergsohr@gmail.com. 
8 Minuten
Wissenschaft hat mit einer gewissen Unplanbarkeit und Ergebnisoffenheit zu tun. Das macht Wissenschaft so spannend. Das Ziel ist also offen. Die Frage ist, wie man den Weg zum Ziel geht. Wie eigenständig und experimentierfreudig man ist. Und ob man bereit ist, die Arbeit zu tun, die nun einmal getan werden muss.
31 Minuten
Die Informatik ist weder ein Schreib- noch eine Lesestudium im eigentlichen Sinn. Unser Nachdenken vollzieht sich vorrangig im Schreiben von Code, in der Reflektion des damit verbundenen Entwurfs und in der Prüfung, ob wir unsere Funktionsvermutungen einlösen. Darum: Viel geschieht auf einer informatisch-programmierenden Ebene, die durch das Schreiben eher begleitet als angeleitet wird. Diesen Prozess der programmierenden Auseinandersetzung mit einem Problem oder einer Aufgabenstellung nenne ich forschendes Entwickeln.

Das Schreiben, das Darstellen, das Sich-Ausdrücken und das Sich-Verständlich-Machen hat eine eigene Qualität. Den Schreibprozess bezeichne ich als erkennendes Schreiben. Es geht um die Erkenntnisse, die man selber gewinnt und um die Erkenntnisse, die eine Leserin oder ein Leser aus der Arbeit ziehen soll.

Das Programmieren haben Sie gelernt, das Schreiben können Sie auch. Sie sind vielleicht verunsichert, was das wissenschaftliche Schreiben angeht und man kann viel zum Schreibstil sagen. Entscheidend scheint mir der Mindset zu sein, die gedankliche Ausrichtung – denn die meisten von Ihnen haben eine gute Ausdrucksweise. Sehen Sie am Ende eines wissenschaftlichen Prozesses ein Gefüge. Beschreiben Sie das Gefüge. Welche Verfahren, Methoden etc. sind zum Einsatz gekommen und welche Erfahrungen sind zu berichten. Das ist die geistige Sicht, aus der heraus ein wissenschaftlicher Text entsteht.

Diese Episode ist auch als Video verfügbar: https://youtu.be/sAjfNca8p_8
19 Minuten
Das ganze Studium an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) ist auf Praxis- und Berufsorientierung ausgerichtet. Insofern ist nichts naheliegender als die Bachelorarbeit in einem Unternehmen zu machen. Zumal, wenn man davor die Praxisphase in einem Unternehmen gemacht hat. Dann ist man eingearbeitet, hat eine interessante Problemstellung und der Übergang ist fließend. Es können damit aber auch Schwierigkeiten einhergehen, derer man sich bewusst sein sollte. Zum Beispiel ist es problematisch, wenn ein Unternehmen nur an eine Entwicklungsarbeit denkt. Dann fehlt der Erkenntnisstrang, der eine wissenschaftliche Informatik-Arbeit auszeichnet.