Quotenmeter Archiv
421 Episoden
34 Minuten
Wenn am 16. Mai 2026 in der Wiener Stadthalle der «Eurovision Song Contest» ausgetragen wird, dann ist Sarah Engels für Deutschland dabei. Die Produktionsfirma Kimmig Entertainment hat einen dreistündigen Vorentscheid auf die Beine gestellt, der in Berlin von Barbara Schöneberger und Hazel Brugger moderiert wurde. Über dreieinhalb Millionen Menschen sahen die Show, unter ihnen waren über eine Million Menschen zwischen 14 und 49 Jahren. Die Zuschauerzahlen waren besser als bei der Zusammenarbeit mit Stefan Raab im vergangenen Jahr. Die Wahl fiel auf Sarah Engels, die das Ergebnis von Abor & Tynna mit „Baller“ erst einmal übertreffen muss. Das Duo aus Österreich schnappte sich den 15. Platz, die Chancen von Engels sind derzeit noch unbekannt. Mario Thunert und Fabian Riedner sprechen in dieser Ausgabe über «Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale 2026». Auch das Finale zwischen Engels, wavvyboi und Molly Sue spielt eine Rolle. Obwohl Sarah Engels sowohl eine große Online-Community vorweisen kann als auch bei erfolgreichen Shows im Ersten und im ZDF auftritt, gewann sie mit 38,3 Prozent – wavvyboi folgte mit nicht einmal vier Prozent Abstand. Außerdem werfen Thunert und Riedner einen Blick auf die Schweiz mit Veronica Fusaro und Österreich mit Benjamin Gedeon, die ebenfalls einen guten Platz erreichen möchten.
47 Minuten
Für einen historischen Knall sorgte sie, die kürzlich erfolgte Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount. Eigentlich wollte Netflix den Produktionsriesen übernehmen, doch Paramount-Boss David Ellison fuhr derart schwere (finanzielle) Geschütze auf, dass der Streamer klein beigab. Unter den Nagel reißen wollte sich der Oracle-Sohn den Traditions-Konzern wohl nicht nur zur Erhöhung seines Film-Kontingents, sondern auch zur Steigerung seiner Nachrichtenmacht – schließlich gehört CNN ebenfalls zur Kaufmasse. Was mit dem News-Channel in Zukunft passieren könnte, zeigt der Blick auf einen anderen von Paramount übernommenen Sender: CBS. Dort installierte die Ellison-Familie die ihnen (auch politisch) nahestehende Journalistin Bari Weiss als Chefredakteurin der Nachrichtenredaktion – sie kennzeichnete sich in der Vergangenheit vor allem durch eine kompromisslose Pro-Israelische Haltung mit rigoroser Unterbindung israel-kritischer Aspekte. Weiss war es auch, die Anfang 2026 eine Umbesetzung des Primetime-Nachrichten-Flaggschiffs «CBS Evening News» vornahm. Als neuen Anchorman setzte sie Tony Dokoupil ein, den die Chefredakteurin von den «Morning News» in die Hauptsendung am Abend beförderte. Doch welcher Linie folgt die Besetzung Dokoupils, und wohin soll sie führen? Darüber gesprochen hat Quotenmeter-Redakteur und Moderator Mario Thunert mit „FAZ“-Autorin Nina Rehfeld. Sie ist als Journalistin vor Ort in den USA und hat zum Thema mehrere Artikel verfasst. Bezug nimmt einer ihrer Beiträge zum einen auf Dokoupils populistisch anbiedernde Publikumsansprache, die den Bürgern verspricht, endlich ernst genommen zu werden (im Gegensatz zu den scheinbar blinden anderen Medien). Zum anderen macht Rehfeld aber auch eine zum Teil servil unkritische Haltung aus, die Trump nicht zu sehr angreift und seine Minister Hegseth und Rubio idealisiert.
32 Minuten
Viele bekannte Synchron-Sprecherinnen und Sprecher, die normalerweise auch in Netflix-Produktionen zu hören sind, stehen derzeit nicht im Tonstudio, so die Einschätzung von Anna-Sophia Lumpe vom Verband Deutscher Sprecher:innen (VDS). Die Sprecherinnen und Sprecher nutzen diese Verweigerung vor allem auch als Protestsymbol, das sich gegen eine neue Klausel zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz richtet. Netflix fordert darin die Zustimmung, Sprachaufnahmen für das Training entsprechender Systeme nutzen zu dürfen – ohne dafür zu zahlen und ohne den Betroffenen eine Wahl zu lassen. Denn wer die neuen Vertragsmodalitäten nicht unterzeichnen will, bekommt keine Alternativ-Option und kann folglich auch nicht für den Streamer arbeiten. Aus Sicht der Synchron-Schauspieler und Schauspielerinnen bergen die neuen KI-Kontrakte nicht nur aufgrund der Vergütung Brisanz, sondern auch, weil sie nicht genau wissen, was mit ihrem Stimm-Material zukünftig genau im KI-System gemacht wird, sprich wozu es verwendet, wohin es entwickelt wird. Wehren können sich die fraglichen Protagonisten bei einmal gegebener Zustimmung nur schwer, weil sie gleich eine Rechteabtretung an der eigenen Stimme für 50 Jahre beinhaltet. Bei vielen im Verband klingt daher die Befürchtung mit durch, ob kurz oder lang unkalkulierbarer Weise an der Abschaffung des eigenen Arbeitsplatzes mitzuwirken, perspektivisch mit dem eigenen Material also synthetisch generierte KI-Stimmen und Deepfakes auszubilden, die sie irgendwann ersetzen könnten - Sie sehen die gesamte Synchronisationskultur in Gefahr. Zwar betont Netflix aktuell, dies nicht tun zu wollen, klar geregelt sind die fraglichen Aspekte in den neuen KI-Klauseln allerdings nicht – die Sprecherinnen und Sprecher hätten nach jetzigem Stand aufgrund der fehlenden dezidierten Leitplanken folglich wenig Handhabe, wenn dies dennoch passieren sollte.
41 Minuten
Anfang Oktober 2025 veröffentlichte die Deutsche Bahn die Mockumentary-Miniserie «Boah, Bahn! Wir sitzen alle im selben Zug.», in der Anke Engelke gemeinsam mit weiteren Darstellerinnen und Darstellern den Alltag auf deutschen Gleisen satirisch aufarbeitete. Die Produktion der bildundtonfabrik-Tochter WTF GmbH ging viral, die begleitende Marketingkampagne wurde als Erfolg gewertet. Allerdings geriet die Imagekampagne wenig später in einen anderen Kontext: Nach der Streichung von Familienreservierungen wurde sie in der politischen Debatte instrumentalisiert. Im Februar 2026 folgte ein weiterer Einschnitt, als ein Zugbegleiter bei einer Fahrscheinkontrolle tödlich angegriffen wurde. In der öffentlichen Diskussion tauchte in diesem Zusammenhang auch die Frage auf, ob eine sieben Millionen Euro teure Imageproduktion angesichts struktureller Probleme das richtige Signal gewesen sei. Die Deutsche Bahn sagte eine ursprünglich geplante zweite Staffel schließlich ab. Zusätzlich kursierten Berichte, wonach das Projekt zunächst bei RTL entwickelt worden sei, ehe es beim ZDF-Umfeld landete – was intern für Irritationen gesorgt haben soll. Auch das ZDF selbst geriet unter Druck: Das «heute journal» sendete einen Beitrag, in den ein künstlich erzeugtes Video eingebunden war. Nach Kritik wurde das Material aus der Mediathek entfernt, zunächst jedoch ohne transparente Einordnung des Fehlers. Erst am darauffolgenden Dienstagabend entschuldigte sich die Redaktion öffentlich beim Publikum. Mario Thunert und Fabian Riedner diskutieren in ihrem Podcast die Hintergründe, mögliche redaktionelle Versäumnisse und die Frage, welche Konsequenzen solche Vorfälle für Glaubwürdigkeit und Qualitätskontrolle haben können.
37 Minuten
Kurz vor dem Finale beim American Football blickte RTL auf das eigentliche Highlight des Tages: «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus». Der Musiker Gil Ofarim, seines Zeichens auch Musicaldarsteller und Schauspieler, gewann das Dschungelcamp gegen die Reality-TV-Teilnehmer Samira Yavuz und Hubert Fella. Das löste bei zahlreichen Medienschaffenden Entsetzen aus. Ofarim wurde als prominentes Gesicht für das australische Dschungelcamp verpflichtet, nachdem er eine Person einer Falschbeschuldigung bezichtigt hatte. Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft Leipzig ein Verfahren ein, in dessen Folge Ofarim selbst angeklagt wurde. Das Verfahren wurde ohne Verurteilung oder Freispruch gegen Auflagen eingestellt. Der Fall spaltete die Öffentlichkeit, denn hier stand auch eine politische Dimension im Mittelpunkt. Im Quotenmeter-Podcast reden Mario Thunert und Fabian Riedner über die 19. Staffel von «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus». Die beiden gehen in die Tiefe und analysieren die Moderation von Sonja Zietlow und Jan Köppen. Außerdem schauen sich Thunert und Riedner das Narrativ an, das RTL aufgebaut haben könnte.
36 Minuten
In der aktuellen Ausgabe von Quotenmeter.FM diskutieren Mario Thunert und Fabian Riedner über «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!». Ebenfalls thematisiert wird «Die Stefan Raab Show», die dienstags, mittwochs und donnerstags am späten Abend ausgestrahlt wird und inhaltlich ebenfalls Bezüge zum Dschungelcamp herstellt. Kritisch eingeordnet wurde dabei unter anderem ein Voice-over von Manfred Winkens mit Bezug auf Gil Ofarim, das ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag als unpassend wahrgenommen wurde. Nach der Ausstrahlung griffen auch andere Medien wie „Der Spiegel“ das Thema auf. Ausschlaggebend für die breitere Debatte war jedoch ein Bericht der „Jüdische Allgemeine“. Dabei ging es nicht nur um den Umgang mit Ofarims Hotel-Video, sondern auch um problematische Aussagen über seine Familie – etwa die Behauptung eines angeblichen „Betrüger-Gens“, das er von einem Onkel namens Samuel geerbt habe, den es nachweislich nicht gibt. Darüber hinaus sprechen Mario Thunert und Fabian Riedner im Podcast über Rowan Atkinson. Der «Mr Bean»-Darsteller hatte zunächst mit der Netflix-Miniserie «Man vs. Bee» ein Comeback versucht, ehe an Weihnachten 2025 der vierteilige Nachfolger «Man vs. Baby» veröffentlicht wurde. Weder Atkinson noch Autor William Davies konnten mit dem Projekt überzeugen, das ursprünglich als Film konzipiert war.
33 Minuten
«Thunerts Thema»: Düstere Zeiten für Late-Night – Warum kuschen US-Konzerne vor Trump? Zugeschaltet zu diesem Thema ist Philipp Alvares aus San Francisco – er ist Silicon Valley-Korrespondent beim Handelsblatt. In einer weiteren Folge von «Thunerts Thema» wagt Quotenmeter nochmal einen Blick nach Amerika. Dort stehen viele Medienunternehmen unter dem Beschuss der Donald-Trump-Administration. Besonders hart traf es die Late-Night-Branche, die sich regelmäßig kritisch mit dem Vorgehen des umstrittenen US-Präsidenten auseinandersetzt und damit seinen Zorn auf sich zieht. Hosts wie Jimmy Kimmel und Stephen Colbert gerierten in diesem Zusammenhang zu wahren Feindbildern des Regierungsführers. Geführt hat dieser Konflikt sogar zur kurzzeitigen Aussetzung der ABC-Show sowie zur gänzlichen Einstellung von Colberts CBS-Sendung im Mai 2026. Medienbeobachter, Wirtschaftsjournalisten wie Politik-Experten sehen gerade im letztgenannten Fall ein Entgegenkommen an Trump, um die Übernahme des CBS-Mutterkonzerns Paramount durch Skydance zu sichern. Auch Podcast-Gast Philipp Alvares de Souza Soares vom "Handelsblatt" hat in seinem Kommentar-Artikel „Causa Jimmy Kimmel – In Amerikas Konzernen entscheiden Feiglinge“ herausgestellt, dass viele Medien- und Tech-Manager vor Trump einknicken, ja ihm gar mit vorauseilendem Gehorsam begegnen. Laut dem Silicon Valley-Journalisten habe in den USA eine klare Verschiebung etlicher Unternehmensphilosophien stattgefunden, die es vorher so nicht gab. Mit Mario Thunert diskutiert über mögliche Gründe und über mögliche Folgen für Medien, Wirtschaft und Kultur.
50 Minuten
Sonja Zietlow und Jan Köppen sind seit 23. Januar 2026 wieder mit «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» bei RTL vertreten. Am Sonntag, den 8. Februar 2026, wird im Vorfeld des Superbowls der König des Dschungels gewählt. In diesem Jahr brachte sich unter anderem Reality-Star Ariel Hedinger ins Gespräch, die mit ihrem Ex-Partner schon bei «Prominent getrennt» war. In der neuen Staffel ist auch Gil Ofarim ein Teilnehmer, dessen Aktion vor dem Leipziger Hotel auch scharf von anderen Kandidaten kritisiert wurde. Allerdings behauptete der Sänger in der Sendung, er dürfe nichts zum öffentlichen Prozess sagen. Das stieß zum Beispiel Ariel negativ auf, die sich selbst im Camp als moralische Instanz sieht. Auf der anderen Seite kann sie bei den Dschungelprüfungen nicht überzeugen und liefert nur leere Mägen ab. Mario Thunert und Fabian Riedner reden auch über «Die Stefan Raab Show», die mehrfach die Woche gesendet wird. In der Premierenausgabe unterlief der Redaktion ein Fauxpas, weil man den Antisemitismus-Vorfall von Gil Ofarim neu vertonte und in die Lächerlichkeit zog. Das ist allerdings am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus geschmacklos. Das hier kein Shitstorm ausgebrochen ist, könnte daran liegen, dass Raab trotz Dschungel-Vorlauf schlichtweg irrelevant ist.
42 Minuten
Das ZDF nutzte die vierte Kalenderwoche, um einen namhaften Neuzugang zu präsentieren: Die „Tokio Hotel“-Zwillinge Bill und Tom Kaulitz werden die frühere Erfolgsshow «Wetten, dass..?» im ZDF übernehmen. Die erste Ausgabe ist für Samstag, den 5. Dezember 2026, um 20.15 Uhr terminiert. Die Show kommt aus Halle (Saale) und soll ein Millionenpublikum erreichen. Doch die Quotenmeter-Redakteure Mario Thunert und Fabian Riedner sehen das Unterfangen kritisch. Das liegt vor allem daran, dass die Kaulitz-Brüder im klassischen Fernsehen bislang nicht für Quotenrekorde verantwortlich waren. So fordern die beiden unter anderem, dass «Wetten, dass..?» inhaltlich grundlegend umgebaut werden müsse. Diese Notwendigkeit hatte man bereits vor drei Jahrzehnten erkannt, als Thomas Gottschalk die Moderation von Frank Elstner übernahm. Außerdem sprechen Thunert und Riedner über den «Eurovision Song Contest», dessen Vorentscheid im Ersten um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. Beim Thema Musik macht Quotenmeter.FM auch nicht bei MTV Halt. Der frühere Musikkanal, der sich inzwischen eher als Jugendsender versteht, hat sich zum Jahreswechsel weltweit von Musikclips verabschiedet. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist das Programm ohne diese Clipshows jedoch kaum abwechslungsreicher, denn im Tagesprogramm laufen dort ohnehin nur zwei Formate.
36 Minuten
Zwischen Weihnachten und dem 8. Januar strahlten Das Erste, der WDR und der BR die neue bildundtonfabrik-Comedy «Eine halbe Stunde ist viel Zeit» aus. Im Mittelpunkt steht Anke Engelke als Weddingplanerin Mareike Berger, die auf einer völlig verkorksten Hochzeit auf ihren Ex-Freund Miller (Michael Ostrowski) trifft. Der halbstündige Spielfilm kommt nicht an die frühere bildundtonfabrik-Produktion «Kurzschluss» heran, die von Claudius Pläging geschrieben wurde. Das Erste sendete die Spielfilme in den Jahren 2022 bis 2024 jeweils einen Tag vor Silvester. Darin wurden die Bürgermeisterin Bettina Maurer und der Geschäftsmann Martin Hofmann in ausweglose Situationen eingeschlossen. Dieses Kammerspiel sorgte für zahlreiche witzige Momente. Außerdem beschäftigen sich Mario Thunert und Fabian Riedner mit der Entlassungswelle bei RTL. Die Entscheidung, Formate wie «Gala», «Prominent» und «#VOXStimme» zu streichen, ist nachvollziehbar, da die Sendungen keinen eigenen Einschaltimpuls gaben. Allerdings wird auch das bisherige RTL-Frühstücksfernsehen geopfert, weil die Mediengruppe mit ntv bereits ein weiteres Morgenprogramm anbietet.
24 Minuten
In der ersten Folge von «Thunerts Thema» im neuen Jahr machen wir einen Ausflug nach Skandinavien. Drehen soll sich heute nämlich alles um den Medienmogul Jan Stenbeck, dessen kontroverses Wirken seit Kurzem in der Mini-Serie «Stenbeck» im ZDF-Streamingportal und bei Neo zu sehen ist. Geschrieben wurde das Script übrigens auf Basis der Stenbeck-Biografie von Per Andersson, deren Verleger Svante Weyler aus Stockholm im Podcast zugeschaltet war. Ausgewählt wurde die Thematik, weil Stenbecks Vorgehen große Konsequenzen für die TV-Landschaft in Schweden hatte. Dort revolutionierte er zunächst den Mobilfunk und dann das Fernsehen. 1987 gründete er folglich Schwedens ersten werbefinanzierten Privatsender, der die hiesige Medienbranche nachhaltig veränderte. Der exzentrische Unternehmensleiter zeichnete sich dabei auch durch ungewöhnliche Strategien und Technologien aus – Svante Weyler begreift ihn als „Creative Disrupter“. Letztlich macht die Serie die gravierenden Umbrüche nicht optimal fühlbar und lässt sich an einigen Stellen zu wenig Zeit, um die Transformationen im Äußeren abzubilden. Im Endeffekt hätte sie erzählerisch also eine noch stärkere suggestive Kraft entfalten können und bekommt hier nur ausbaufähige 6,5 von 10 Punkten. Dennoch ist sie vom Ablauf nachvollziehbar strukturiert und damit für Medien- und TV-Beobachter interessant. Auch der starke Hauptdarsteller Jakob Oftebro täuscht über so manche Schwäche hinweg und transportiert den Senderchef überzeugend.
44 Minuten
Warner Bros. Discovery steht offenbar vor einem Verkauf: Entweder wandert die erfolgreiche Filmsparte inklusive HBO und Streamingdienst zu Netflix oder Paramount Skydance übernimmt das Medienunternehmen. Im Raum steht dabei die bislang höchste Übernahmesumme eines Medienkonzerns – rund 80 Milliarden US-Dollar. Im ersten Teil des Podcasts diskutieren Denis K. Lennepe und Fabian Riedner, ob und in welcher Form sich Skydance und Netflix eine solche Verschmelzung regulatorisch überhaupt erlauben könnten. Einen ersten Oscar-Kandidaten sieht Denis im Spielfilm «One Battle After Another» von Paul Thomas Anderson. In der Hauptrolle ist Leonardo DiCaprio zu sehen, neben Sean Penn, Benicio del Toro und Regina Hall. Der Film spielte weltweit knapp über 200 Millionen US-Dollar ein. Auch «Der Elternabend», international unter dem Titel «Armand» bekannt, steht im Fokus. Der Film ist Teil der norwegischen Oscar-Einreichung und schaffte es auf die Shortlist. Einen ausführlichen Blick werfen die beiden außerdem auf «September 5», der bei den vergangenen Oscars sogar für das beste Drehbuch nominiert war. Hinter dem international besetzten Projekt steht Constantin Film. Der rund 90-minütige Thriller beleuchtet die Arbeit des US-Senders ABC während der Olympischen Spiele in München und zeichnet das Versagen der deutschen Polizei während des Attentats akribisch nach.
48 Minuten
Das zurückliegende Jahr stand im Zeichen der Bundestagswahl. Friedrich Merz (CDU) konnte sich gegen seinen Herausforderer, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), durchsetzen. Im Ersten schalteten Anfang Februar über acht Millionen Menschen das Duell ein, das zweite große Aufeinandertreffen – inklusive Alice Weidel von der AfD – verfolgten bei RTL rund sieben Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. Ebenfalls interessant waren die Verkaufsvorbereitungen von Warner Bros. Discovery. Die Filmsparte Warner Bros. Pictures lieferte bereits vor drei Jahren mit «Barbie», «Meg 2» und «The Nun II» ab. Im Jahr 2024 spielten «Dune: Part Two», «Godzilla x Kong: The New Empire» und «Twisters» hohe Erlöse ein. «A Minecraft Movie», «Final Destination: Bloodlines» und «Superman» galten 2025 als Kassenschlager, weshalb ein Verkauf des Unternehmens aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll erscheinen könnte. Nie zuvor lief es bei Warner Bros. besser. Unterdessen sprechen Mario Thunert und Fabian Riedner auch über die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das Vorbereitungsturnier, die FIFA Klub-WM im Sommer 2025, offenbarte dabei extreme Schwächen: In vielen Städten war es zum Spielen viel zu heiß, aufgrund von Unwetterwarnungen mussten Partien lange unterbrochen werden, und die Zuschauerzahlen blieben mehr als unbefriedigend. Dennoch zieht die FIFA bislang keine Konsequenzen – schließlich gilt bei Gianni Infantino offenbar weiterhin: The Show Must Go On.
38 Minuten
Noch vor wenigen Jahren glich Silvester einer Wüstenlandschaft: Mit Ausnahme des ZDF wurden keine Live-Shows gesendet. Doch in diesem Jahr eröffnen Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner das neue Jahr in der Hansestadt Hamburg, weil der Berliner Senat die Silvestersause vor dem Brandenburger Tor nicht mehr bezuschussen wollte. In dieser Sendung fragt Julian Schlichting auch, ob es sinnvoll sei, dass Das Erste den «Silvester-Schlagerbooom» zeitgleich sende. Fabian Riedner antwortet selbstverständlich mit einem Ja – schließlich müssten die Rundfunkgebühren auch ordentlich ausgegeben werden. Das führt auch dazu, dass sich der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit einer sechsminütigen Sondersendung live aus Köln meldet. Im Anschluss folgt die Show «100 Silvester-Kracher – Die Countdown-Show 2025». Musik darf am letzten Abend des Jahres natürlich nicht fehlen: Während RTL den gesamten Tag über «Die ultimative Chartshow» sendet, setzt VOX zwischen 08.30 und 20.15 Uhr auf die Musik-Doku «100 Songs, die die Welt bewegten». Bei ProSieben gibt es die zwei finalen «Harry Potter»-Teile, während RTL um Mitternacht noch eine weitere Jahreswechsel-Sendung aus der Hauptstadt präsentiert.
44 Minuten
Kurz vor Weihnachten gibt es die letzte Ausgabe «Thunerts Thema» in diesem Jahr. Nachdem zuletzt politische Kontroversen diskutiert wurden, soll in dieser Folge eine positivere Thematik abgedeckt werden. Denn zum Jahresende bietet es sich an, zurückzublicken – und zwar auf die Karriere einer der bekanntesten Sportmoderatorinnen im Deutschen Fernsehen: Ulrike von der Groeben. Gesprochen hat sie mit Mario Thunert über ihre Haltung zu Quoten, Abschieden, Newsbubles auf Social Media und Fußball-Übersättigung. Die Zeitspanne reichte von ihren Anfängen 1985 beim Radio in Luxemburg bis zu ihrem emotionalen Ende 2024 – ein Abschnitt, den das «RTL Aktuell»-Gesicht auch in seinem Buch „Freiheit beginnt jetzt!“ behandelt hat. Doch von der Groeben ist entfernt davon, alles zu romantisieren: In bemerkenswert offener Weise differenziert sie nicht nur ihre tägliche Arbeit als Journalistin (vor allem auch hinter der Kamera), sondern auch negative Entwicklungen in der Nachrichtenbranche mit Schnelllebigkeit, Fake-News, Boulevardisierung und KI-Gefahren, die ihr zu schaffen machten. Interessant sind aber auch Von der Groebens anekdotische Erzählungen zu ihrem RTL-Volontariat, das mehr von Machen geprägt war – weit weg von Sprech- und Kamera-Training. Zudem hat auch ihre Durchsetzung in der Männerdomäne eine Rolle gespielt, die sie selbst erst gar nicht wahrgenommen hat – inklusive Abwerbungsversuche von Sat.1-Sportchef Reinhold Beckmann.