Quotenmeter Archiv
421 Episoden
50 Minuten
Im Mittelpunkt der Präsentationen von Anbietern wie RTL Deutschland, ProSiebenSat.1, Visoon, Disney und anderen Marktteilnehmern standen die Werbemöglichkeiten. Die Fernsehgruppe aus dem beschaulichen Unterföhring schlug mit ganz vielen Zahlen um sich, die Kölner setzten dagegen auf individuelle Werbespots für gewisse Haushalte. Programmlich sieht es gerade bei ProSieben und Sat.1 recht dünn aus, denn es kommen nur zwei Hände voll neuer Sendungen. Mit «Der Heiratsmarkt» möchte man gar ein Format starten, bei dem Eltern den erwachsenen Kindern einen Partner vermitteln. In Deutschland gibt es noch immer Kulturen und Religionen, die andere Personen ausschließen. Sollte man wirklich dieses Vorgehen belohnen, dass Gesellschaften sich weiter abschotten und eine Integration verhindern? RTL hat sich in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Sporthighlights verstärkt und zeigt neben der neuen NFL auch viel Fußball. Die zahlreichen Specials tun dem Donnerstag gut, der Dienstag soll mit zahlreichen Krimis eine neue Programmmarke werden. Die Daytime hat man inzwischen mit drei Gerichtsshows verstärkt, weshalb neue Formate auch nicht präsentiert werden mussten. Dennoch sollte man im Hause RTL langfristig immer Alternativen pitchen.
39 Minuten
Am Dienstag präsentiert RTL Deutschland das Sommer- und Herbstprogramm, denn dann stehen wieder die Screenforce Days auf dem Programm. Hierzu werden wieder die gesamten Werbekunden und die deutschsprachige Medienpresse geladen, die mit zahlreichen neuen Shows begeistert werden sollen. Bereits im Vorfeld haben sich die Entscheider bei RTL die Brainpool-Produktionen «Schlag den Besten» und «Blamieren oder Kassieren XL» gesichert, womit sie ProSieben-Chef Daniel Rosemann die Bühne stahlen. Jetzt bleibt abzuwarten, ob ProSieben am kommenden Mittwoch ein paar Trümpfe im Ärmel hat. Allerdings sind die Kölner in den vergangenen Jahren strategisch vorgegangen und haben sich unter anderem auch das «Turmspringen» gekauft. In Köln weiß man: Der Köder muss dem Fisch schmecken! Wenn die Zuschauer «Deutschland sucht den Superstar» mit Dieter Bohlen sehen wollen, dann bekommen sie das geliefert. Bei RTLup laufen die Gerichtshows klasse – na dann muss im Hauptprogramm die Farbe mit täglich viereinhalb Stunden bespielt werden.
38 Minuten
«Die beste Show der Welt», «Wer ist das Phantom?», «Win Your Song», «Die Herz! Schlag! Show!» und «Balls – für Geld mach ich alles» sind nur fünf Sendungen, mit denen ProSieben sein Programm füllen möchte. Zwar plant man ab Ende noch «The Beauty & The Nerd», doch außerhalb dieser Programmstrecke ist das Line-Up wenig überzeugend. Ob der Fernsehsender seine knapp acht Prozent bei den Werberelevanten halten kann? Bei Sat.1 bedient man am Donnerstag das Thema Information und strahlt neue Reise-Specials aus und «akte» kehrt ins Programm zurück. Aber abseits bekommen die Fernsehzuschauer «Die Gegenteilshow», «Mein Mann kann», «Kühlschrank öffne dich!», «Doppelt kocht besser» und «111» zu sehen. Mit diesen Shows, die einen Großteil der Primetime einnehmen, möchte man tatsächlich im Juni punkten. Für Veit-Luca Roth und Fabian Riedner steht fest, dass sie im Juni kein ProSieben oder Sat.1 schauen müssen. Das Programm mit unerfolgreichen Shows zu bestücken, ist für sie kein Konzept, sondern Ratlosigkeit. Die Beiden hoffen, dass die Verantwortlichen von der zwei Sender am Mittwoch, den 14. Juni, bei der Programmpräsentation endlich neue Produktionen vorstellen. Mit diesem Shows bewirbt man nicht gerade das lineare Fernsehen.
43 Minuten
In dieser Woche haben die Fußballklubs aus der Deutschen Fußball Liga (DFL) den Einstieg eines Finanzinvestors verhindert, der zwei Milliarden Euro geben und dafür zwei Jahrzehnte mit 12,5 Prozent an den Vermarktungserlösen beteiligt werden sollte. Die Liga erhoffte sich von dem Geld unter anderem für knapp eine Milliarde Euro den Aufbau eines Streamingdienstes für ausländische Kunden. Doch das ist die falsche Zielgruppe, stattdessen müssen die Fußball-Vereine die Leistung im deutschsprachigen Fernsehen erhöhen. So schlägt Fabian Riedner im Quotenmeter-Podcast vor, dass die DFL dem amerikanischen Vorbild folgen soll und radikal zahlreiche Spiele ins frei-empfangbare Fernsehen lizenzieren muss. Künftig sollten zwei Konferenz-Partien zum Beispiel beim ZDF und Sat.1 laufen. Weitere Spiele – wie die am Sonntag – könnten ebenfalls von den Privatsendern erworben werden. Mit diesem Schritt könnte man die Reichweiten massiv ausweiten und Sky müsste sich mit seiner Werbung einschränken, um neben exklusiven Partien noch attraktiv zu sein. Außerdem Teil des Podcasts: Wie sinnvoll sind in der heutigen Zeit noch Highlight-Rechte, wenn beispielsweise Sky- und DAZN-Kunden alles via Abruf schauen können? Muss das ZDF dann wirklich noch ein Best-Of senden, wenn alles On Demand zur Verfügung steht? Schauen die Menschen tatsächlich Sport1 dank der Fußball-Bilder oder der Diskussion? Außerdem: Ein Ausblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen.
40 Minuten
„Allemagne Zero Points“ hieß der neue Hit, den das «ZDF Magazin Royale» im Vorfeld des «Eurovision Song Contest» veröffentlichte. Doch so schlimm wurde es für „Lord of the Lost“ mit ihrem Song „Blood & Glitter“ dann doch nicht. Der vom Norddeutschen Rundfunk entsendete Beitrag lag am Ende dennoch auf dem letzten Platz mit 18 Punkten, wovon 15 von den Zuschauern kamen. Weil die ukrainische Band Kalush Orchestra den «Eurovision Song Contest» in Turin gewann, aber in der Ukraine weiterhin ein Krieg tobt, haben zahlreiche Fernsehsender wie RUV (Island), Rai (Italien) oder RTVE (Spanien) mit Las Palmas ihre Hallen angeboten. Die Wahl fiel auf die BBC, die in Liverpool die Gala umsetzen wollte. Loreen gewann bereits das zweite Mal den musikalischen Wettbewerb, ihr Song „Tattoo“ bekam die meisten Jury-Punkte und die zweitmeisten Zuschauer-Votes. Somit zieht er «ESC»-Zirkus nach Schweden um und wird im kommenden Jahr von svt veranstaltet. Veit-Luca Roth und Fabian Riedner haben die Sendung gesehen und ziehen in diesem Podcast ihr wohlwollendes Urteil.
32 Minuten
Derzeit streiken die amerikanischen Autoren – und ein Ende des Arbeitskampfes ist noch nicht abzusehen. Während in Deutschland Arbeitnehmer nicht in Gewerkschaften Mitglied sein müssen, um von den Vorteilen des neuen Tarifabschlusses zu profitieren, sind die amerikanischen Schriftsteller dazu verpflichtet. Aus diesem Grund erzielt die Arbeitsniederlegung sehr große Wirkung. CBS veröffentlichte am Mittwoch sein Programm für den Herbst und ließ fast jeden Stein auf dem anderen. Das Remake von «Matlock» kommt am Sonntag um 20.00 Uhr, «CSI: Vegas» läuft ab Mitte Februar um 22.00 Uhr und den ehemaligen Sendeplatz übernimmt das «The Good Wife»-Spin-of «Elsbeth» am Donnerstag. Montags gibt’s weiterhin zwei Stunden «NCIS», dienstags drei «FBI»-Serien und mittwochs drei Stunden Reality. Doch mit dem Autorenstreik könnten sich noch viele Programmpunkte ändern. Die Fernsehstation CBS hat zahlreiche Reality-Shows, die kurzzeitig eingesetzt werden könnten. Außerdem könnte auch eine Reality-Show wie «Big Brother» mehrere Programmslots füllen. Vielleicht holt aber auch einfach CBS zahlreiche Paramount+-Serien ins Free-TV?
36 Minuten
Mit dem Wechsel von Sat.1 zu RTLZWEI sind die Wege zwischen der Produktionsfirma und dem Abnehmer kürzer geworden. Nur noch wenige hundert Meter liegen zwischen der Bühne und dem Fernsehsender. Andreas Bartl, seines Zeichens früher bei ProSiebenSat.1 aktiv, hat in seiner Rolle als Geschäftsführer Hugo Egon Balder unter Vertrag genommen. Am Donnerstagabend, an dem RTLZWEI sonst erfolgreich mit Drogenreportagen ist, sollen nun Shows für ein älteres Publikum laufen. Am Montag sind noch die Geiss-Kinder Davina und Shania auf Quotenfang gegangen, jetzt darf der 72-jährige Hugo Egon Balder und die 64-jährige Hella von Sinnen auf Quotenfang gehen. Die Show sitzt, die Protagonisten fühlen sich in ihrer Rolle wohl. Um 21.15 Uhr dreht «Promi Game Night» auf, in der Lola Weippert, Mathias Mester, Lisa Feller und Martin Klempnow in zwei verschiedenen Teams um einen Gewinn für zwei Normalos kämpfen. Die verantwortliche Produktionsfirma hat Caroline Frier unter Vertrag genommen, die das erste Mal eine Abendshow moderieren darf. Das merkt man ihr auch an, finden Veit-Luca Roth und Fabian Riedner.
39 Minuten
Verschiedene Kurznachrichten von Axel-Springer-Chef und -Eigentümer Matthias Döpfner sind in den vergangenen Wochen in der Wochenzeitung „Die Zeit“ aufgetaucht und zeigten, was der ehemalige „Die Welt“-Chefredakteur so denkt. Laut „Spiegel“ seien die Nachrichten von Ex-„Bild“-Chef Julian Reichelt geleakt worden, wie der Verleger Holger Friedrich vom „Berliner Verlag“ mitteilte. Auch Benjamin von Stuckrad-Barre, lange Zeit Autor von „Die Welt“, mischt mit seinem Roman „Noch wach?“ in dem Mediendreieck mit. Die Veröffentlichung seines neuesten Romanes war ein PR-Coup, schließlich haben sich viele Medienressorts für den Stoff interessiert. Veit-Luca Roth und Fabian Riedner sind zwar nicht in der Causa involviert, aber sitzen mit Popcorn am Seitenrand. Ominös ist es auch in den Vereinigten Staaten von Amerika, weil NBCUniversal-Chef Jeff Shell am Sonntagabend überraschend seinen Posten räumen musste. Er führte knapp zehn Jahre lang eine geheime Beziehung mit der CNBC-Moderatorin Hadley Gamble, die Shell als Leiter der internationalen TV-Gruppe in London kennelernte. Die 40-Jährige arbeitet derzeit noch bis Sommer für den Wirtschaftsnachrichtensender in Abu Dhabi. Sie ging an die Öffentlichkeit, da ihr Kontrakt nicht verlängert wurde. Schon jetzt zeigt sich aber, dass Shell in Sachen Entlassung nicht involviert war.
40 Minuten
Der Fernsehsender RTL hat bislang zwei Episoden von «Raue – Der Restaurantretter» ausgestrahlt, das als Nachfolger von «Rach – Der Restauranttester» gesehen werden kann. Die Produktion von Warner Bros. begleitet Tim Raue mit seiner Frau Katharina zu Betrieben, die kurz vor dem Kollaps stehen. Zum Auftakt sollten die beiden die Stadiongaststätte in Hülben vor dem Untergang bewahren, denn Marion und Edwin konnten mitten auf der Schwäbischen Alb trotz passabler Anbindung zum Dorf kaum Kunden finden. In der zweiten Geschichte musste man nördlich von Koblenz zwei Schwestern aus der Patsche helfen, die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten schon hochverschuldet waren. Veit-Luca Roth und Fabian Riedner haben die zwei zur Verfügung stehenden Episoden angesehen und sich über die Produktion gefreut. Man kann schon sagen, dass die zweistündige Version sehr gut gedreht und geschnitten wurde, auch wenn diese zahlreichen Restaurant-Retter-Shows im Jahr 2023 keine wirklich neuen Geschichten mehr erzählen. Aber unterhaltsam war es dennoch.
37 Minuten
In dieser Ausgabe gehen Veit-Luca Roth und Fabian Riedner der Frage nach, wie weit man sich im Fernsehen öffnen sollte. Das beginnt bei harmlosen Formaten wie «First Dates» bei VOX, bei der man in einem Studio bei einem Essen eine andere Person kennenlernt. Intimer wird es schon bei «Das perfekte Dinner», das sogar die eigenen vier Wände zeigt. Vorgeführt wird man in diesen Formaten aber nicht. Ganz anders gestaltet es sich mit zahlreichen anderen Factual-Shows. Pierre M. Krause besuchte vor über fünf Jahren Michael Wendler auf seinem damaligen Gestüt, Reality-TV-Stars gehen für RTL erst ins «Sommerhaus» und kehren auch bei «Prominent getrennt» ein, um ihre Beziehungsprobleme an die Öffentlichkeit zu tragen. Bushido und seine Frau mitsamt Kindern stehen zwar in Deutschland unter Polizeischutz, breiten aber bei RTL ihr Leben in Dubai aus. Wann müssen die Fernsehsender Fürsorgepflicht tragen? Es drängen sich immer wieder Prominente oder ehemals große Schauspieler, wie das «Kommissar Rex»-Herrchen, in den Mittelpunkt. Gedeon Burkhard, der in einer polygamen Beziehung lebt, erzählte in einem Interview, dass auch seine Mutter in seiner Berliner Wohnung lebe. Auch das Sexleben war Teil des Zeitungsberichts und man bleibt nur fragend zurück, warum der Schauspieler solch intime Details in die Außenwelt trägt.
37 Minuten
Jeder kennt Familienfeiern, die völlig aus dem Ruder laufen. Das ZDF hatte am 1. April 2023 gleich einen runden Geburtstag zu feiern, doch die Gala zum 60. wurde zu einem Fiasko. Weniger als vier Millionen Menschen verfolgten die Sendung, in der zahlreiche Prominente zu Gast waren und verschiedene Shows persifliert wurden. Doch was von einer von Christoph Maria Herbst moderierten «Wetten, dass..?»-Ausgabe, in der zwei Teams gegeneinander spielen, so besonders sein soll, ist fraglich. Vor allem weil Thomas Gottschalk zu einem späteren Teil der Sendung ebenfalls im Studio ist. Garniert ist die mehrstündige Sendung mit Johannes B. Kerner, der das Geschehen aus einer Box kommentiert. Die «Show der Shows» war ein inhaltliches Fiasko, das waren sich nicht nur viele Zuschauer einig, sondern auch das Feuilleton, das kein gutes Wort an der Sendung ließ. Veit-Luca Roth und Fabian Riedner haben sich ebenfalls für die Sendung Zeit genommen und vermissten eine Gala, in der man über das ZDF-Programm spricht und nicht nur für eine schnelle Unterhaltungsnummer abfrühstückt.
41 Minuten
Es gibt vielfältige Gründen, um eine Fernsehserie nicht mehr weiterzuschauen. Im Falle von «Die Simpsons» haben sich zahlreiche Fans zurückgezogen, weil die heutigen Geschichten nicht mehr den Humor haben, wie sie ihn in den 90er Jahre hatten. Obwohl die Serie inzwischen bei Disney+ verfügbar ist, schaut man weniger Geschichten der gelben Familie. Doch es gibt auch Formate, die in den vergangenen zehn Jahren durch die Umstellung vom linearen Fernsehen zum Streaming verloren gingen. Ein gutes Beispiel ist hierfür die Animationsserie «Family Guy», die bei ProSieben zunächst unterschiedliche Sendeplätze hatte und zu ProSieben Maxx abgeschoben wurde. Schließlich kamen viele Staffeln immer wieder zu Netflix, ehe Disney+ so richtig angriff. Im Streaming-Bereich ist fehlende Übersicht häufig ein Problem: Nur Netflix hat eine so gute Übersicht, dass man Serien fortsetzen kann. Inhaltlich verlieren die meisten Fernsehzuschauer das Interesse, so auch Veit-Luca Roth und Fabian Riedner. Sie erzählen, bei welchen Formaten sie aufgegeben haben.
42 Minuten
In der vergangenen Woche haben die Verantwortlichen des Grimme Institutes einmal mehr den Grimme-Preis vergeben. Beim 59. Mal sollten eigentlich das Nominierungs-Komitee und die Entscheidungsjury eingespielt sein, doch es kam – wie schon in den Vorjahren – zu Nachnominierungen. Außerdem stehen wieder zahlreiche fragwürdige Entscheidungen im Vordergrund. So waren in der Kategorie „Unterhaltung Spezial“ einzig Joko und Klaas für ihre #IranRevolution vorgeschlagen, den Preis bekam allerdings die ITV Studios-Produktion «Queer Eye Germany», die im regulären Wettbewerb vorgeschlagen war. Zudem wurden in der Spezial-Spalte von „Information & Kultur“ zwei Formate vorgeschlagen, wovon keiner einen Grimme-Preis bekommt. Auch bei Spielfilm-Produktionen gibt es seltsame Vorkommen: Beim Deutschen Filmpreis werden häufig Titel nominiert, die noch gar nicht im Kino gelaufen sind. Das ist zwar in der Branche üblich, sorgt aber dafür, dass diese Gala im Fernsehen sehr enttäuschende Einschaltquoten hat. Der Oscar hat es dieses Jahr vorgemacht: Mit «Im Westen nichts Neues» war ein deutscher Film vertreten, der von einem breiten Publikum wahrgenommen wurde. Veit-Luca Roth und Fabian Riedner diskutieren über die Auszeichnungen des Jahres.
47 Minuten
In dieser Woche dachten viele Medienschaffende, es sei bereits der 1. April und RTLZWEI erlaubt sich ein Späßchen. Doch weit gefehlt: Die Fernsehstation, die von Andreas Bartl geführt wird, hatte in Zusammenarbeit mit Rainer Laux und EndemolShine Germany die Verwirklichung einer weiteren Michael-Wendler-Doku-Soap angekündigt. Im Mittelpunkt der neuen mehrteiligen Doku-Soap sollte der ehemalige Schlagersänger stehen, der mit seiner Frau Laura Müller ein Kind erwartet. Der krönende Abschluss der Show sollte die Geburt des Kindes sein. Zahlreiche Kommentare wurden verfasst, die Kommentarspalten unter der RTLZWEI-Ankündigung lief heiß – das Echo war gewaltig und erwartbar negativ. Warum war sich der Privatsender nicht im Voraus bewusst, was die Zusammenarbeit mit einem Holocaust-Verharmloser und Verschwörungstheoretiker auslösen würd? Glaube da war niemand aus dem Häuschen... Nachdem auch Mitgesellschafter RTL angekündigte, das Format nicht bei RTL+ zugänglich zu machen und die RTLZWEI-Stars Robert und Carmen Geiss klar Stellung bezogen, ruderten die Verantwortlichen bei RTLZWEI zurück. Veit-Luca Roth und Fabian Riedner erzählen diese absurden 24 Stunden.
43 Minuten
Nachdem die Verantwortlichen im Januar 2023 Spielfilme am Montagabend platzierten, wird seit Februar gezockt. Noisy Pictures, ehemals Sony Pictures, hat zahlreiche Formate seiner ehemaligen Mutterfirma aus dem Archiv geholt und als zweistündige Versionen neu aufgelegt. Zum Start gab es «Die Pyramide», in der einmal mehr Jörg Pilawa durch das Programm führte. In der zweiten Woche folgte mit «Dating Game» eine Neuauflage von «Herzblatt». Jörg Pilawa verkuppelte vor 800.000 Menschen mehrere Singles, bei den Umworbenen wollten nur 0,29 Millionen Menschen das Format aus den 90er Jahren ansehen. Der Marktanteil fiel bei den jungen Menschen nicht gut aus. Im Gespräch mit Fabian Riedner teilte Julian Schlichting mit, dass die abgelesenen Antworten auch heute noch die große Schwäche des Formats seien. Schließlich bewerbe sich dort nicht ein Otto-Normalbürger, sondern Menschen, die ins Rampenlicht wollen. Er sei sich sicher, dass man denen auch Spontanität zutrauen könne. Ruth Moschner übernahm die Präsentation von «Jeopardy», das zwischen 1990 und 2000 bei RTL und tm3 lief. Die Neuauflage von Joachim Llambi kam im Jahr 2016 nicht wirklich gut an, bei Sat.1 wurde man ebenfalls nicht mit tollen Quoten gesegnet. 0,87 Millionen Menschen sahen die Show, die bei den Werberelevanten 5,7 Prozent holte. Das Urteil: Kult waren die «Kult-Show-Wochen» nicht gerade.