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421 Episoden
45 Minuten
Der frühere Tele5-Chef Kai Blasberg hat zahlreiche Marken im Fernsehen geschaffen. Eine seiner letzten Errungenschaften als Verantwortlicher war die Etablierung von «Die schlechtesten Filme aller Zeiten», kurz «SchleFaZ». Das Konzept klingt einfach, aber auch genial: Zwei Film- und Fernsehexperten schauen mit ihren Zuschauern unfassbar schlechte Streifen. Mit dem Film «Supershark» mit John Schneider («Smallville») eröffnete man die Reihe. Zunächst sprachen Oliver Kalkofe und Peter Rütten über den recht jungen Spielfilm, denn der amerikanische Horrorfilm aus der Feder von Fred Olen Ray kam im Jahr 2011 in die Kinos. Schon knapp zwei Jahre später besprach man diesen Film. Warner Bros. Discovery hat Tele5 vor einiger Zeit übernommen und möchte daraus einen weiteren Abspielplatz seiner zahlreichen Filme und Serien machen. Das ist zum großen Teil schon gelungen und nun möchte man nicht mehr diese preisgünstige, aber doch nicht wiederholbare Sendung im Programm finanzieren. Veit-Luca Roth und Fabian Riedner sprechen über das unglückliche Ende und fragen sich, welche Sender Rütten und Kalkofe nun aufsuchen sollten.
38 Minuten
Das Erste, das ZDF und RTL haben klare Vorstellungen in Sachen deutscher Fiction-Inhalte: Mit Ausnahme von «Die Bergretter» und «Der Bergdoktor» werden fast nur Kriminal-Formate hergestellt. Schon seit Jahren senden die Mainzer am werktäglichen Vorabend die «SOKO»-Serien, am Montag- und Freitagabend werden Mordfälle aufgeklärt. Mit «Aktenzeichen XY… ungelöst» hat man zwar ein Factual-Format im Programm, aber das ebenfalls von Mordfällen handelt. Bei den privaten Fernsehsendern sieht das Bild nicht besser aus: RTL hat ebenfalls zahlreiche Formate probiert, hat sich aber nun auf Krimis und Action («Alarm für Cobra 11») eingeschossen. Neue komödiantische Formate wie «Die Camper» oder «Alles Atze» sind nicht geplant. Bei ProSieben strahlte man «Intimate» in der Nacht aus, während hinter der perfekten Vorlage («TV total») dann glanzlos ein Informationsformat punkten soll. Originelle Formate bekommt man derzeit nur als Streaming-Kunde: Netflix hat mit «1899», «Kleo» oder «Kitz» zahlreiche Formate geschaffen. ZDFneo ließ «Doppelhaushälfte» und «Ich dich auch» produzieren und Amazon glaubte an «Die Discounter». Selbst der frühere Sat.1-Star Michael Kessler drehte jetzt eine neue Serie – allerdings lief «Kohlrabenschwarz» bei Paramount+.
45 Minuten
Nicht einmal drei Monate nach dem internationalen Start von «Elemental» ist der Pixar-Spielfilm auch schon beim hauseigenen Streamingdienst Disney+ erschienen. Das Drehbuch des 102-minütigen Animationsstreifen steuerten John Hoberg, Kat Likkel und Brenda Hsueh dabei, Peter Sohn übernahm die Regie. Der gebürtige New Yorker Sohn verfasste schon das Script für den Pixar-Film «Arlo & Spot», der ein Misserfolg war. Der jüngste Pixar-Film «Elemental» handelt von der Feuer-Tween Ember, die das Wasserwesen Wade kennen lernt. Obwohl die beiden jungen Menschen gegenseitiger nicht sein können, finden sie aneinander gefallen. Doch nicht nur eine Liebesgeschichte steht im Mittelpunkt, auch ein defektives Wassersystem, eine Vater-Tochter-Story und die Geschichte über Toleranz werden angeschnitten. Obwohl «Elemental» ein durchaus guter Film ist, werden die Vorläufer «Ratatouille», «Wall-E», «Oben» und «Alles steht Kopf» nicht übertroffen. Diese Filme markieren den Höhepunkt der Pixar-Reihe, die vor allem jahrelang auf Fortsetzungen setzte. Mit dem Elemente-Film liefern die Macher ein ähnlich gutes, aber kein herausragendes Werk, wie mit «Soul» ab. Veit-Luca Roth und Fabian Riedner sind schon auf die Filme «Elio» und «Alles steht Kopf» gespannt, die 2024 starten werden.
45 Minuten
Nach «Beauty & The Nerd» hatte ProSieben eine weitere Reality-Show im Köcher: Mit der FOX-Adaption «Der Heiratsmarkt» wollten die Programmgestalter im Bereich der Dating-Shows mitspielen. Doch das Unterfangen ging gründlich schief, nur wenige Menschen wollten und wollen die Abenteuer aus Kroatien sehen. Eine Fortsetzung des Formats ist vermutlich ausgeschlossen. ProSieben und Sat.1 haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Shows wiederholt, die für die Primetime konzipiert waren. Zeitweise waren auch Sendungen dabei, die schon bei der Premiere hinter den Erwartungen zurückblieben. Mit den Wiederholungen wurden aber nur miese Werte geholt. Die rote Sieben ist im August sogar auf 2,6 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum abgestürzt, inzwischen spielt man mit ZDFneo (2,9%), RTLup (2,8%) und Sat.1 Gold (2,1%) in einer Liga. Ein erfreuliches Bild machte hingegen VOX, das den Zuschauern zahlreiche neue Folgen von «Goodbye Deutschland! Die Auswanderer» präsentierte. Man hatte zwar auch am Dienstagabend Neuware geplant, doch diese floppte fulminant. Die Verantwortlichen von RTL versuchten die Tage mit zahlreichen Specials zu versüßen.
58 Minuten
2022 hat RTLZWEI insgesamt vier Ausgaben von «Glücksrad» bestellt, knapp einem Jahr nach der Produktion hat die Grünwalder-Fernsehstation allerdings erst drei Episoden ausgestrahlt. Eine zweite Staffel soll kommen, diese wird wohl weiterhin das angestaubte Design der 90er Jahre haben, mit dem Sat.1 damals mehrere Millionen Menschen am Vorabend begeisterte. In den Vereinigten Staaten von Amerika moderiert Pat Sajak seit Jahrzehnten die US-Variante der Show mit dem Titel «Wheel of Fortune», die im Tagesprogramm auf 30 Minuten Laufzeit kommt. An seiner Seite ist bereits seit dem Jahr 1982 Vanna White, die weiterhin für das Freischalten der Buchstaben zuständig ist. Julian Schlichting und Fabian Riedner wissen auch, dass White einen wichtigen Job macht, denn sonst könnte das Bild eingefroren wirken und auch lästige Kameraeffekte und Zooms vermieden werden. Außerdem sprechen Julian Schlichting und Fabian Riedner über den Neustart «Wir gegen die! Die Kebekus Geschwister Show», die am Dienstag Premiere hatte und inhaltlich enttäuschte. Mit Motsi und Oti Mabuse war der Kindergeburtstag für Erwachsene noch unterhaltsam, doch im Podcast fragen sich die Beiden, wer ein Duell gegen Johannes B. und Julia Kerner sehen möchte.
42 Minuten
Über eine Milliarde US-Dollar hat der amerikanische Spielfilm «Barbie» von Greta Gerwig schon eingespielt. Dabei ist der Spielfilm noch gar nicht in allen Ländern angelaufen und wird auch noch im Heimkinomarkt sowie im Streaming ausgewertet. Der Straßenfeger lief so erfolgreich, dass der Spielzeughersteller mit dem Studio Warner Bros. Pictures eine Fortsetzung plant. Christopher Nolan hat vor drei Jahren den Spielfilm «Tenet» in die Lichtspielhäuser gebracht, der allerdings aufgrund der Pandemie nur halbwegs gute Zahlen lieferte. Weitaus besser performt der neue Hit «Oppenheimer», der ein dreistündigen Epos über die Erfindung der Atombombe ist. Böse Zungen sagen aber auch, dass der Spielfilm zeitweise zu komplex und zu lange geworden ist. Ebenfalls im Mittelpunkt der Diskussion stehen «Indiana Jones und das Rad des Schicksals» sowie «Mission: Impossible – Dead Reckoning Teil Eins». Während der Schatzsucher mit seiner Geschichte nicht überzeugen konnte, ist das Drehbuch von Christopher McQuarrie für den siebten Film sehr gelobt worden. Die vier Blockbuster fallen positiv auf, weil in keinem der Filme eine zwanghafte Liebesgeschichte eingebaut wurde. Denis und Fabian Riedner ziehen ein positives Feedback über den Kino-Sommer.
40 Minuten
In den vergangenen Wochen spielten unter anderem die Frauen die Fußball-Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland, die allerdings nur in den Morgenstunden ausgestrahlt wurde. Im Nachmittags- und Abendprogramm wurde es in den vergangenen Wochen recht dünn. Zum Beispiel hat ProSieben beschlossen, dass «TV total» eine sehr umfangreiche Sommerpause bekommt. Auch andere Shows, wie «Blamieren oder Kassieren», das im vergangenen Sommer noch zu sehen war, blieb im Hangar. Stattdessen hob man mit ProSieben unter anderem mit solch Formaten wie «Die Stapelshow», «Die Herz! Schlag! Show!», «Wer ist das Phantom?» oder alte Ausgaben von «Schlag den Star» ab. Der Höhe- bzw. Tiefpunkt der Show-Unterhaltung war der Rerun einer neun Jahre alten Ausgabe von «Duell um die Welt». Es gibt aber auch positive Beispiele: VOX sendet weiterhin «Goodbye Deutschland! Die Auswanderer» und bei RTL gibt es von einigen Formaten neue Geschichten. Außerdem laufen zahlreiche Specials, die das Abendprogramm ausfüllen. Doch festhalten muss man auch: Ohne Streamingdienste würden die Zuschauerzahlen auch nicht höher ausfallen.
43 Minuten
In der vergangenen Woche haben sich die deutschen Nationalspielerinnen bei der FIFA-Fußballweltmeisterschaft in Australien und Neuseeland bereits in der Vorrunde verabschiedet. Dennoch schalteten beim Top-Spiel wenige Tage später drei Millionen Menschen ein: Die Vereinigten Staaten von Amerika mussten gegen die Schwedinnen ran, die Europäer siegten in einem Elfmeterkrimi. Schon am Wochenende geht es mit einer halben Fußballweltmeisterschaft weiter, denn schließlich steht der DFB-Pokal an. Die erste Runde wird seit Freitag gespielt, am Samstag werden die Partien ab 13.00 Uhr angepfiffen. Veit-Luca Roth und Fabian Riedner sprechen über das Event, das sie leider nicht komplett sehen können. Apropos Fußball: Wie geht es eigentlich mit der Bundesliga weiter? Kann der FC Bayern München den zwölften Titel in Folge erreichen? Ebenfalls spannend ist die künftige Rechteausschreibung, denn die «Sportschau» könnte für Das Erste recht günstig werden. Schließlich hat RTL nicht vor, das Drittlizenz-Programm «Life» am Samstagvorabend vom Hofe zu jagen.
38 Minuten
Vor rund 17 Jahren war das Format «Einsatz in 4 Wänden» ein richtiger Kracher im täglichen RTL-Programm, weshalb die Verantwortlichen auch noch eine Primetime-Version bestellten. Aufgrund von mangelnden Reichweiten stellte RTL das Format ein, später mussten zahlreiche Teilnehmer den geldwerten Vorteil gegenüber den Finanzämtern versteuern. Somit war ein Comeback ausgeschlossen. Seit Ende Juli 2023 hat man allerdings «Wettkampf in 4 Wänden» im Programm. Das Format wurde um zahlreiche Challenges erweitert, sodass die Besteuerung bei den Behörden entfällt. Doch so wirklich warm werden Veit-Luca Roth und Fabian Riedner mit diesem Format nicht. Deutlich interessanter finden die beiden die Sendung des Bayerischen Rundfunks namens «Wohnt sich das?», in der drei Familien ihren Traum vom Eigenheim rekapitulieren. Ein weiteres Thema ist der Warner-Bros.-Discovery-Fernsehsender Home & Garden TV (HGTV), der schon über 1.700 Folgen einer «mieten, kaufen, wohnen»-ähnlichen Show im Programm hat. Außerdem gibt es zahlreiche Formate, in denen Häuser kräftig umgebaut, neu gebaut oder abgerissen werden.
42 Minuten
Derzeit setzt die Münchener Fernsehstation ProSieben auf den Reality-Wettbewerb «Beauty & The Nerd», bei der vor allem die Teilnehmerin Walentina Doronina aus Essen immer wieder für Stress sorgte. Nach einigen Folgen musste sie gehen, dann wurde es ohne die «Promi Big Brother»-Teilnehmerin deutlich ruhiger. Andere Formate sind pikant: Beispielsweise setzten RTL, RTL+ und RTLZWEI jahrelang auf «Adam sucht Eva» und Paramount+ hat «Dating Naked» im Programm, in der bekannte Influencer mit Normalos gekreuzt werden. Doch diese Formate sind überraschend harmlos und leben gar nicht von der Nacktheit der Kandidaten, sondern von dem sehr guten Storytelling. Auch die deutsche Version von «Too Hot to Handle» war nicht für extreme Szenen bekannt. Das könnte aber auch daran gelegen haben, dass der Auftraggeber Netflix ohnehin wenig Zigaretten und Alkohol im Programm sehen möchte. Unterm Strich stellen Veit-Luca Roth und Fabian Riedner fest, dass das Fernsehprogramm recht harmlos sei. Das ist auch bei der neuen Reality-Show von RTL+ der Fall – «Stranger Sins» ist eigentlich eher eine Aufklärungssendung.
52 Minuten
Bei ProSiebenSat.1 läuft es derzeit nicht erfreulich, denn der Konzernchef Bert Habets kündigte einen Stellenabbau von knapp 400 Mitarbeitern an. Nicht nur in der Verwaltung sollten Leute gehen, auch in der Produktion soll weiter gespart werden. Das kommt zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt, denn der Abstand zum Mitbewerber RTL+ ist immens. Vor allem besitzen ProSieben und Sat.1 kaum Marken, die man regelmäßig bei Joyn konsumieren kann. Die Fernsehsender sind nach Event-Reihen ausgerichtet. Man hat keine Formate wie «Die Höhle der Löwen» oder «Shopping Queen», die man dauerhaft konsumieren kann. Stattdessen wiederholt ProSieben dauerhaft Sitcoms am Nachmittag, Sat.1 kann keine neuen Scripted-Realitys vorweisen. Veit-Luca Roth und Fabian Riedner können keinen wirklichen Plan für den Streamingdienst Joyn erkennen. Weder nutzt man Talente wie Lena Meyer-Landrut und produziert mit ihr eine Musikshow noch holt man seine Streamer von Studio71 ins Fernsehen und somit auch zu Joyn. Seit Jahren kündigt die Konzernleitung an, dass man ins Fernsehen investieren müsse. Doch es fühlt sich nicht so an, dass die ProSiebenSat.1-Gruppe wirklich einen Aufschlag plant.
36 Minuten
Der Fernsehsender VOX hat Anfang Juli seine erfolgreiche Reality-Show «Goodbye Deutschland! Die Auswanderer» fortgesetzt. Im Mittelpunkt der bisherigen zwei 22.15-Uhr-Folgen standen Oksana mit ihrem Ehemann Daniel Kolenitchenko, die bereits in Berlin einen Nachtclub hatten und diesen an einen Gast verkauften. Dann zog die Familie nach Los Angeles, um dort die Next Door Lounge zu betreiben. Zunächst lief das Geschäft nur schleppend, dann wurde der Betrieb durch den Corona-Lockdown beschränkt. Inzwischen ist die vierköpfige Familie nach Las Vegas umgezogen, aber Ehemann Daniel muss jede Woche für zwei Tage Clubbetrieb in die Stadt der Engel reisen. Die Folgen war äußerst redundant, wie Veit-Luca Roth und Fabian Riedner feststellten. Nach etwa 90 von 120 Minuten ging der Produktionsfirma Yellowstone Productions das Material mit der Bar aus, weshalb Oksanas Zahn-Operation und ein Ausflug nach Sedona eingebaut wurden.
40 Minuten
Der Pay-TV-Anbieter und Streamingdienst Sky hat sich Ende Juni 2023 von der Herstellung von fiktionalen Stoffen verabschiedet. Die Fernsehbranche sieht diesen Schritt als ersten Fixpunkt in Sachen Einsparungen bei dem Bezahldienst. Die Verantwortlichen aus Unterföhring haben in den vergangenen Jahren Stoffe wie «Babylon Berlin», «Das Boot» oder «Der Pass» geliefert. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass zahlreiche Eigenproduktionen schnell verpufften. «Funeral for a Dog», eine achtteilige Liebesgeschichte, fand kaum Fans. Die Thriller-Serie «Munich Games» fand medial keine Aufmerksamkeit, obwohl Sky und Sport optimal zusammenpassen. Die Fortsetzungen von «Tschugger» und «Die Wespe» waren mau und «Drift» wurde ebenfalls nicht zum Stadtgespräch. In dieser Ausgabe besprechen Veit-Luca Roth und Fabian Riedner, ob der Sky-Rückzug zu verkraften ist. Immerhin produzieren die Kollegen von Sky Italia und Sky UK zahlreiche Formate. «Der Untergang»-Regisseur Oliver Hirschbiegel dreht nun «Unwanted» und in England entsteht «The Lazarus Project» von Marco Kreuzpaitner («Der Fall Collini»).
41 Minuten
Ob ARD aktuell, Axel-Springer-Verlag, Süddeutsche Zeitung oder Der Spiegel – immer wieder stürzen sich die Medien auf die gleichen Themen. In den vergangenen Wochen beherrschten das U-Boot-Unglück der Titanic, die Landratswahl von AfD-Mitglied Robert Sesselmann und die Wagner-Gruppe mit ihrem Anführer Jewgeni Prigoschin die Zeitungen, Radio- und Fernsehprogramme. In dieser Ausgabe sprechen Veit-Luca Roth und Fabian Riedner über die Zusammenstellung von Nachrichten. Wichtig ist zum Beispiel, dass der Konsument einen Bezug zur Nachricht hat. Ein Meteor über Deutschland erregt mehr Aufmerksamkeit als ein Unglück in Bangladesch. Es stellt sich aber auch die Frage, ob 600 gekenterte Flüchtlinge wichtiger sind als fünf waghalsige Touristen auf der Fahrt zur Titanic. Aber auch der Konsument gestaltet die Schlagzeilen mit: Clickbait lohnt sich für die Verlage, schließlich schätzen die Rezipienten mehrheitlich Belangloses. Nach den Silvester-Krawallen saß der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz in einer Talkshow und beschimpfte die Täter als „Paschas“. Merz hatte damit die Medien auf seiner Seite, denn er hatte schlicht keine Antwort auf die mangelnde Integration der Gastarbeiter der zweiten und dritten Generation. So konnte er das Thema in eine ganz andere Richtung lenken und es wurde nur noch darüber diskutiert, ob man diese Menschen in dieser Form herabwürdigen darf.
35 Minuten
Der Autor Charlie Brooker hat sich Zeit gelassen: Erst nach vier Jahren und zehn Tagen Wartezeit konnte Netflix die sechste Staffel der Anthologie-Serie «Black Mirror» veröffentlichen. Der Auftakt namens „Joan is Awful“ ist eine Anspielung auf das Gebaren von Streamingdiensten wie Netflix. Dürfte ein solches Unternehmen tatsächlich Daten abgreifen und mittels künstlicher Intelligenz eine eigene Serie kreieren? Im zweiten Abenteuer reisen Filmemacher Davis und Pia zu Davis‘ Mutter in Loch Henry. Die Stadt hat ein dunkles Geheimnis, denn es sind mehrfach Menschen verschwunden. Das junge Pärchen beschließt deshalb, daraus eine True-Crime-Dokumentation zu machen. Schnell merken sie, dass es dort noch weitere Geheimnisse gibt. So gut wie der Auftakt und „Loch Henry“ waren, so enttäuschend sind vor allem „Mazey Day“ und Dämon 79“. Schon fast enttäuschend sind die Episoden, die man eher der Serie «American Horror Stories» zuordnen würde. Veit-Luca Roth und Fabian Riedner diskutieren auch über die Folge „Beyond the Sea“, die sogar 80 Minuten Laufzeit umfasst.
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