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Medizinische Fakultät - Digitale Hochschulschriften der LMU - Teil 04/19 Archiv

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Bei vielen Patienten mit einer Zwangsstörung ist die Motorik gestört, insbesondere bestehen Auffälligkeiten der Gesichtsmotorik. Um subklinische motorische Auffälligkeiten zu untersuchen, können kinematische Analysen des Gesichtsausdrucks genutzt werden. Das Ziel dieser Arbeit war es, Gesichtsbewegungen als Reaktion auf humorvolle Filmstimuli bei Zwangspatienten zu untersuchen. Es wurden kinematische Analysen von Gesichtsbewegungen durchgeführt. Ultraschallmarker an bestimmten Punkten im Gesicht (Mundwinkel beidseits, untere Augenlieder beidseits) ermöglichten die exakte Messung von Gesichtsbewegungen, während die Probanden zwei humorvolle Kurzfilme („Mr Bean“) zu zwei Messzeitpunkten betrachteten. Es wurden 34 Patienten mit einer Zwangsstörung nach DSM-IV (19 Männer, 15 Frauen; durchschnittliches Alter (Standardabweichung): 35,8 (11,5) Jahre; durchschnittlicher Y-BOCS-Gesamtwert: 25,5 (5,9)) zu zwei Untersuchungszeitpunkten untersucht, zur Baseline frei von Psychopharmaka und zehn Wochen später nach Ablauf einer medikamentösen Therapie mit dem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Sertralin in Kombination mit einer stationären, semi-standardisierten Verhaltenstherapie. Zusätzlich wurden 34 gesunde Probanden (19 Männer, 15 Frauen; durchschnittliches Alter (Standardabweichung): 37,5 (13,1) Jahre) untersucht. Zur Baseline zeigten die Zwangspatienten eine signifikant langsamere Anfangsgeschwindigkeit beim Lachen sowie eine signifikant geringere Lachfrequenz als die gesunden Kontrollen. Es bestand eine signifikante negative Korrelation zwischen der Lachfrequenz und der Schwere der Zwangssymptome. Zehn Wochen später kam es zu einer signifikanten Zunahme der Lachfrequenz und Anfangsgeschwindigkeit des Lachens bei den Patienten. Die Ausführung adäquater unwillkürlicher (Lach-)Reaktionen auf humorvolle Stimuli ist demnach bei Zwangspatienten abnorm langsam und könnte als Ausdruck einer Hypomimie Basalganglienstörungen zur Grundlage haben. Die Empfänglichkeit auf emotionale Stimuli ist bei Zwangspatienten geringer ausgeprägt als bei gesunden Probanden. Dieses Phänomen ist eng korreliert mit Zwangssymptomen und ist abhängig vom Gesundheitszustand.
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In dieser Arbeit wurden Immunhistologische Charakteristika des Nickel-induzierten Kontaktekzems analysiert. Bei 10 Patienten mit Nickelkontaktallergie konnten CLA+ CCR5+ dominierte Zellinfiltrate im Sinne einer Th1-Antwort gefunden werden. Als Adhäsionsstrukturen fungierten E-Selektin sowie ICAM-1. Des weiteren konnten gesteigerte Proliferations- und Apoptoseaktivitäten eruiert werden. Vergleiche fanden statt mit 5 Psoriasisproben und 5 Patienten mit negativer Reaktion im Nickel-ECT-Feld.
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In dieser Arbeit wurde untersucht, welche Belastungen und berufliche sowie finanzielle Folgen Familien erleben, wenn ein Kind an Typ-1 Diabetes erkrankt. Die Daten wurden in Deutschland an vier verschiedenen Diabeteszentren (Berlin Charité, Berlin Lichtenberg, Hannover, München) erhoben. Vor Manifestation waren 93% der Väter vollzeitberufstätig, danach änderten aufgrund der Erkrankung des Kindes 4% ihre Tätigkeit, ihre Arbeitszeit oder ihre Berufsplanung. Von den Müttern waren vor Manifestation 22% vollzeitberufstätig und 38% teilzeitberufstätig, davon schränkten 31% die Tätigkeit ein oder gaben sie vollständig auf. 33% der berufstätigen Mütter änderten ihre Berufsplanung, besonders betroffen waren 44%, deren Kind vor dem 6. Lebensjahr erkrankte. Die subjektiv wahrgenommene Mehrbelastung war bei Mütter und Väter umso höher, je jünger das Kind an Diabetes erkrankte. Die durchschnittliche Belastung der Mütter war höher als die, der Väter. 44% der Familien gaben finanzielle Einbußen aufgrund der Erkrankung des Kindes an
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Die Diagnose der Multiplen Sklerose (MS) ist eine klinische Diagnose (65), die jedoch mit einer Zahl von paraklinischen Methoden erhärtet wird. Mit Einführung der MRT in die klinische bildgebende Diagnostik hat die MRT sehr schnell eine Schlüsselposition innerhalb der diagnostischen paraklinischen Methoden bei Patienten mit Verdacht auf MS erreicht. Die MRT ist die sensitivste Methode, pathologische Veränderungen in der weißen Substanz des Gehirns mit einer hohen örtlichen Auflösung darzustellen. Allerdings trifft dies auch auf ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen und Syndrome zu, weitgehend unabhängig von der zugrunde liegenden Pathologie; daher ist die hohe Sensitivität mit einer geringen Spezifität verbunden. Es wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, möglichst verlässliche Kriterien für die MRT-Diagnostik für MS aufzustellen. (5, 25, 62) Die aktuell anerkannten MRT-Kriterien nach Barkhof et al. (5) wurden anhand eines präselektionierten Patientenkollektivs erstellt, bei welchem die Verdachtsdiagnose MS gestellt wurde. Auf der Grundlage der MRT-Untersuchungen wurden dann die Kriterien bestimmt, die am besten geeignet waren, eine Voraussage über die Entwicklung von möglicher MS zu klinisch sicherer MS zu treffen. Barkhof konnte mit diesen Kriterien eine Spezifität von 78%, eine Treffgenauigkeit von 80% und einen positiven Vorhersagewert von 75% erreichen (5). In dieser Studie wurde untersucht, wie verlässlich diese Kriterien bei der Differentialdiagnose in einem weniger selektierten Patientengut mit verschieden neurologischen Krankheitsbildern sind, die jedoch im MRT einer MS ähnlich sein können. So wurden Sensitivität, Spezifität und Treffsicherheit der Barkhof-Kriterien in unserem Patientenkollektiv untersucht. Das zweite Ziel dieser Studie war, zusätzliche MRT-Kriterien ergänzend auf das gleiche Kollektiv anzuwenden, und zu überprüfen, ob sich dadurch die Zahl der nach den Barkhof-Kriterien diagnostisch falsch klassifizierten Patienten vermindern und damit die differentialdiagnostische Sicherheit verbessern lässt. Die zusätzlichen Kriterien bestanden aus dem Magnetisierungstransferverhältnis des Zerebrums, des gemessenen Gesamtläsions-volumens T2-hyperintenser zerebraler Läsionen und dem Nachweis von T2 hyperintensen Läsionen in der MRT des Zervikalmarks im Hinblick auf deren Anzahl und Ausdehnung. Zwei Patientengruppen und eine Kontrollgruppe gesunder Probanden wurden in die Studie eingeschlossen. Die Kontrollgruppe war erforderlich, um einen Normalwert für die Beurteilung des Magnetisierungstransferverhältnisses zu erstellen. Die Analyse der Patientengruppen erfolgte retrospektiv. Die erste Gruppe setzte sich aus 64 Patienten zusammen, die an MS erkrankt waren. Die zweite Gruppe bestand aus 81 Patienten mit anderen Erkrankungen, die wie bei der MS ebenfalls zu Veränderungen der weißen Substanz des zentralen Nervensystems führen können. Die Gruppe untergliederte sich in Patienten mit systemischen Immunerkrankungen (SID; n=44), mit zerebral autosomal dominanter Arteriopathie mit subkortikalen Infarkten und Leukoencephalopathie (CADASIL; n=22) und Patienten mit Migräne (n=15). Die Kontrollgruppe bestand aus 20 gesunden Probanden. Von allen Patienten lagen eine kranielle MRT mit PD/T2-gewichteten Doppelechosequenzen und eine MRT des Halsmarks mit einer fast-STIR Sequenz vor. Die Magnetisierungstransfersequenzen des Gehirns wurden erst nach Abschluss der Untersuchungen der CADASIL-Patienten nachträglich dem Protokoll hinzugefügt und lagen daher bei Abschluss der Studie für diese Patientenuntergruppe nicht vor. Die Anzahl und Lokalisation der hyperintensen Läsionen in den T2-gewichteten Sequenzen des Gehirns und die Anzahl und Ausdehnung der Zervikalmarkläsionen wurden erfaßt. Die Sequenzen der kraniellen MRT wurden nachverarbeitet, um das komplette Läsionsvolumen des Zerebrums (TLV-total lesion volume) quantitativ zu erfassen, und um Histogramme des Magnetisationstransferverhältnisses (MTR – magnetisation transfer ratio) zu erstellen. Aufgrund des retrospektiven Charakters der Studie wurden die zusätzlichen Kriterien nur auf die nach den Barkhof-Kriterien falsch diagnostizierten Patienten angewandt, es wurde daher auch keine Analyse bezüglich Spezifität und Treffsicherheit durchgeführt. Pathologische Veränderungen in den T2-gewichteten MRT-Schichten des Hirns fanden sich bei allen MS-Patienten und bei 61,7% der Patienten mit anderen Erkrankungen. Hyperintense Läsionen des Zervikalmarks wurden nur bei MS-Patienten gefunden (84,4%). Kein Patient der zweiten Gruppe (0%) wies pathologische Veränderungen im Halsmark auf. Die statistische Auswertung der zusätzlichen potentiellen Kriterien definierte die Grenzwerte, die am besten geeignet sind, um MS von anderen Erkrankungen zu unterscheiden: 1. ein Gesamtläsionsvolumen über 1,83 ml 2. ein Magnetisierungstransferverhältnis des Gehirns kleiner als 40,2% und 3. der Nachweis von Halsmark-Läsionen. Anhand der anerkannten Barkhof-Kriterien wurden 108 von 145 Patienten richtig klassifiziert, diese zeigten somit eine Treffgenauigkeit von 74,5 %. Eine “falsch-negative“ Diagnose fand sich bei 13 Patienten. 2 Patienten mit systemischen Lupus Erythematodes mit neurologischer Symptomatik (NSLE) und 22 Patienten mit CADASIL wurden „falsch-positiv“ klassifiziert“. Wurden die Barkhof-Kriterien um das TLV mit einem Grenzwert größer als 1,83 ml ergänzt, konnten 9 „falsch-negative“ Patienten noch korrekt klassifiziert werden. Eine richtige Klassifizierung von 10 weiteren MS-Patienten und allen NSLE-, bzw. CADASIL-Patienten konnte aufgrund des Nachweises bzw. des Nichtvorhandenseins von Zervikalmarkläsionen durchgeführt werden. Zwei MS-Patienten mit negativen Barkhof-Kriterien und ohne Zervikalmarkläsionen im MRT konnten auf Grund des Hirn-MTR-Wertes richtig als MS-krank bestimmt werden. Letztendlich konnte nur ein Patient mit den verwendeten Kriterien nicht richtig diagnostiziert werden. Diese Daten rechtfertigen einen vermehrten Einsatz der zervikalen MRT als zusätzlichen differentialdiagnostischen Parameter bei Patienten mit Verdacht auf eine Erkrankung mit MS. Auch die Berechnung des Magnetisierungstransferverhältnisses ermöglichte eine verbesserte Differentialdiagnose. Die Berechnung des T2-Läsionsvolumens ist mit erheblichem Aufwand verbunden und hat zu keiner wesentlich verbesserten diagnostischen Sicherheit beigetragen.
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The ETV6 gene is involved in many chromosomal translocations forming different fusion genes in both myeloid and lymphoid leukemias as well as in some solid tumors. ETV6 is a member of the ets family of transcription factors and has been shown to be a transcriptional repressor. There is also evidence that ETV6 is a tumor suppressor gene in certain leukemias. ETV6 interacts with TIP60β and PIN1. TIP60 (HIV-1 Tat interacting protein, 60 kDa), a member of the MYST family of histone acetyltransferases, is a transcriptional co-activator or co-repressor depending on the interacting transcription factor. PIN1, an important peptidyl-prolyl cis/trans isomerase, is the only known enzyme to specifically isomerize phosphorylated serine or threonine - proline bonds. This isomerization reaction changes the conformation of the protein substrate and is a central signaling mechanism controlling normal cell proliferation and malignant transformation. In this work the interactions between ETV6 and TIP60β and between ETV6 and PIN1 were analyzed in detail. Using the yeast two hybrid system the TIP60β interacting domain of ETV6 was mapped to the C terminal half of the central domain of ETV6. The interaction between full length ETV6 and TIP60β was shown to be dependent on an intact acetyltransferase activity (HAT) of TIP60β. Interestingly, the HAT deficient TIP60β mutant is still able to interact with the C terminal half of the ETV6 central domain. These results imply a complicated mechanism of ETV6-TIP60β interaction which might involve acetylation of ETV6 by TIP60β and a subsequent conformational change of ETV6. In transient co-transfection experiments using fluorescently tagged proteins ETV6 and TIP60β were co-localized in the nucleus. Reporter gene assays demonstrated that TIP60β is a corepressor of ETV6. This co-repressor activity of TIP60β was especially noticable when a reporter plasmid based on the ETV6-responsive stromelysin-1 promoter was used. TIP60β corepressor activity was dependent on an intact TIP60 acetyl- transferase domain. TIP60β did not exhibit corepessor activity for a serine to alanine mutant at position 257 of ETV6. This result could be caused by a lack of interaction between ETV6(S257A) and TIP60β which might be due to a requirement for a phosphorylation / isomerization dependent conformational change of ETV6 in this region for TIP60β interaction. The expression of GFP-ETV6 had no discernible effect on the proportion of cells in the different phases of the cell cycle as compared to the expression of GFP or YFP. The expression of a TIP60β-YFP construct led to a marked reduction of the proportion of cells in the S/G2/M phase of the cell cycle. Coexpression of both GFP-ETV6 and TIP60β-YFP restored the normal distribution of cycling cells. Similar studies were performed to analyze the interaction between ETV6 and PIN1. The PIN1 interaction domain of ETV6 was mapped to the pointed domain and to the C-terminal half of the central region of ETV6 in the yeast two hybrid system. In both regions, PIN1 consensus binding sites containing a serine/threoine – proline sequence are present. It could be shown that both the WW domain and the PPIase domain of PIN1 participate in the interaction. Co-localization of ETV6 and PIN1 was seen in the nucleus of transiently transfected cells. On a functional level, co-expression of PIN1 with ETV6 markedly reduced the repressor activity of ETV6 when ETV6 was fused to a heterologous DNA binding domain (GAL4DBD). When the stromelysin-1 promoter based reporter gene system was used, co-expression of PIN1 not only relieved ETV6 mediated repression but actually turned ETV6 from a transcriptional repressor to a transcriptional activator. A serine to alanine mutant at position 106 of ETV6 was completely unresponsive to PIN1 coexpression which indicates that S106 of ETV6 is the main site of PIN1 interaction. These findings show that ETV6 activity can be regulated in very decisive ways by interaction with PIN1. It could be that this regulation of ETV6 through PIN1 is a result of ETV6 peptidyl-prolyl cis-trans isomerization and hence a conformational change of ETV6. Expression of YFP-PIN1 led to a slight increase in the proportion of cells in the S/G2/M phase. Like for TIP60β, coexpression of GFP-ETV6 led to a restoration of the distribution of cycling cells.
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Ziel der Untersuchung war es, anhand einer Hämoglobinanomalie beim Autor mit einfachen Mitteln ein effizientes und spezifisches Verfahren zur Identifikation von unbekannten Hb-Mutanten zu entwickeln. Die entdeckte Hb-Mutante wird im Anschluß bezüglich ihrer Epidemiologie und Klinik diskutiert. Exemplarisch werden schrittweise die einzelnen Untersuchungsmethoden zur Identifikation einer Hämoglobinvariante dargestellt. In Anlehnung an die ICSH-Empfehlungen wurden Schritte zur systematischen Analyse einer Hämoglobinanomalie entwickelt. Neben der Erfassung von Basisdaten wie klinischer Zustand und hämatologische Parameter wurden alle erreichbaren Familienangehörigen einem Screening unterzogen. In einer initialen Zelluloseacetat-Elektrophorese zusammen mit einer Kontrollprobe bei alkalischem pH (8,2-8,6) konnten gängige Hb-Varianten detektiert werden. Um die Mutation der jeweiligen Kette zuzuordnen folgte eine Zelluloseacetat-Elektrophorese mit 8M Harnstoff, bei der das Hämoglobin in seine α und β-Ketten aufgetrennt wurde. Aus dieser Information konnte gezielt eine Sequenzierung des betroffenen Globingens durchgeführt werden, um die Mutation auf genomischer Ebene zu lokalisieren. Die optimalen PCR-Bedingungen wurden durch Versuchsreihen ermittelt. Dazu wurden biotinylierte Reverse-Primer eingesetzt. Streptavidin-beschichtete Magnetpartikel ermöglichten die Bindung der biotinylierten DNA-Fragmente und die anschließende magnetische Trennung der doppelsträngigen DNA. Die Sequenz des PCR-Produktes wurde anhand einer automatisierten Fluoreszenz-Sequenzierung der DNA bestimmt. Bei der in dieser Arbeit untersuchten Hämoglobinvariante handelte es sich um die heterozygote Form des HbC. In der durchgeführten Familienstudie konnte keine homozygote Form des HbC nachgewiesen werden. Die heterozygote Form hat keine hohe klinische Relevanz. In Gebieten mit einer hohen Prävalenz von HbS kann bei Nachfahren eines HbAC-Trägers in Verbindung mit einem HbAS/HbS-Träger eine Form der Sichelzellkrankheit weitervererbt werden. Die Bezeichnung Sichelzellkrankheit beinhaltet die Sichelzellanämie und alle anderen Krankheitsbilder, die durch eine Sichelzell-Bildung und assoziierte pathologische Prozesse hervorgerufen werden. Bei der homozygoten Form von HbC zeigen Betroffene eine milde bis moderate Form einer hämolytischen Anämie. In der Regel sind die HbC-Träger asymptomatisch. HbC hat eine Prävalenz von bis zu 40% in Westafrika und Nord-Ghana. Auffällig ist, dass die geographische Verteilung des βs-Gens sehr ähnlich dem des βc-Gens ist. Beide Gene sind auf zwei Regionen in Westafrika konzentriert. Die Vermutung liegt nahe, dass sowohl die βs als auch βc Mutation beide ihren Ursprung in einem β-Genmutation haben und dass diese Mutation ursprünglich geographisch auf eine kleine Region in Ghana begrenzt war. Wenn man die geographische Verteilung des βs-Gens der Prävalenz von Plasmodium falciparum malariae gegenüberstellt, lässt sich eine deutliche Übereinstimmung feststellen. Aufgrund der protektiven Wirkung gegen Malaria hatten offenbar Träger des βs- und βc-Gens einen Selektionsvorteil zu den Trägern des Ursprungs-Gens und konnten sich somit weiter verbreiten. Da der untersuchte Autor aus dem heutigen Iran stammt und es bis dato keine Fallbeschreibung über HbC oder HbAC im Iran gibt wird die Frage nach einer Spontanmutation oder einem Ursprung in Westafrika offen bleiben. Nach den Richtlinien des „National Institute of Health“ (USA) wird ein generelles Screening von allen Neugeborenen auf Hamoglobinanomalien, unabhängig von der Rasse oder der ethnischen Herkunft empfohlen. Die Empfehlungen bezüglich eines Neugeborenen-Screenings sind weltweit kontrovers. Aufgrund der verschiedenen Meinungen über den Nutzen eines generellen Screenings und in Anbetracht der Kosten für das jeweilige Gesundheitssystem kann man ein gezieltes Screening von Risikogruppen für eine Hämoglobinopathie (z.B. Afroamerikaner für HbS, West-Ghanesen für HbC, Mediterraner für homozygote Thalassämieformen) empfehlen.
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Weltweit erkranken jährlich ca. 30 Millionen Patienten an klinischen HPV-Infektionen in Form von Genitalwarzen. Diese Genitalwarzen sind jedoch nur ein kleiner Anteil an HPV-Infektionen. Der weitaus größere Anteil verläuft entweder subklinisch oder latent. Die Virulenz klinischer und subklinischer HPV-Infektionen ist epidemiologisch gesichert. Für die hohen Rezidivraten und damit für eine zunehmende Verbreitung der HPV-Erkrankungen werden diagnostisch und therapeutisch übersehene subklinische HPV-Infektionen verantwortlich gemacht. Im Rahmen dieser Arbeit wurde mit der Fluoreszenzurethroskopie eine Methode zur Detektion von subklinischen HPV-Läsionen in der Urethra vorgestellt. Zur Durchführung der Fluoreszenzurethroskopie wurde eine spezielle Applikationsmethode eingeführt. Durch die Verwendung der Fluoreszenzdiagnostik in der Urethra nach topischer Applikation von 5-Aminolävulinsäure konnte eine verbesserte Erkennbarkeit von Harnröhren-kondylomen erzielt werden. Mit dieser Technik werden nicht nur kleinere und flache klinische Effloreszenzen seltener übersehen, sondern subklinische HPV-Läsionen der Urethra generell erst sichtbar gemacht. Der Fluoreszenznachweis erfolgte in situ, mikroskopisch und spektroskopisch. Des Weiteren erfolgten Biopsien mit anschließender PCR- sowie nested-PCR-Analyse zum Nachweis von HPV-DNA mit größtmöglicher Sensitivität. An Hand von zwei retrospektiven Studien konnte der Erfolg dieser Methode bestätigt werden. Durch die Verwendung der fluoreszenzgestützten Diagnostik nach Instillation von 5-ALA in die Harnröhre wurden neben den klinischen Befunden auch subklinische Effloreszenzen dargestellt. Mit der Fluoreszenzurethroskopie konnte gezeigt werden, dass die PPIX-Anreicherung auf das Epithel der Harnröhren-kondylome beschränkt ist. Spektroskopisch konnte eine 17,7-mal höhere Anreicherung im Vergleich zum Normalgewebe bestimmt werden. Bei der fluoreszenzmikroskopischen Untersuchung der entnommenen Proben konnte eine HPV-Infektion in allen Befunden lokalisiert werden. An Hand der retrospektiven Untersuchungen wurde belegt, dass Patienten von der PDD-unterstützten Lasertherapie im Vergleich zur konventionellen Lasertherapie profitieren. Die Rezidivhäufigkeit war signifikant niedriger. Die Fluoreszenzurethroskopie nach topischer Applikation von 5-ALA hat sich als wertvolle Ergänzung der HPV-Diagnostik in der Urethra erwiesen. Ich hoffe, dass die Ergebnisse und Folgerungen meiner Arbeit hierzu einen großen Beitrag leisten. Der hohe technische Aufwand der fluoreszenzdiagnostisch gestützten Lasermethoden ist bei Problemfällen mit Rezidiven und zur Vermeidung von therapieresistenten Komplikationen sicher gerechtfertigt, bleibt aber wohl spezialisierten Zentren auch aus Kostengründen vorbehalten.
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Die Anzahl axillärer Lymphknotenmetastasen beim Mammakarzinom ist ein signifikanter, unabhängiger Prognoseparameter für den weiteren Krankheitsverlauf und wird von der intramammären Tumorlokalisation beeinflusst. Die Bedeutung der Tumorlokalisation als eigenständiger Prognosefaktor wird jedoch kontrovers diskutiert. In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluss der intramammären Tumorlokalisation des Brustkrebs auf die Metastasierung in axilläre Lymphknoten sowie auf die Überlebensprognose mit und ohne sytemische Therapie durch univariate und multivariate Analysen untersucht. Es wurde eine retrospektive Evaluation an 2414 Patientinnen mit einem Mammakarzinom der Klasse UICC I-III durchgeführt, die an der UFK Berlin-Charlottenburg sowie an der I. Frauenklinik der LMU München zwischen 1967-2000 eine operative Therapie mit einer axillären Lymphonodektomie erhielten. Die intramammäre Tumorlokalisation war bei 33,6% (n=810) der Patientinnen innerhalb der medialen Quadranten der Brust, bei 66,4% (n=1604) der Frauen war der Tumor lateral gelegen. Die Tumorgröße, das Grading und der Östrogenrezeptorstatus war zwischen den beiden Gruppen gleich verteilt. Die Mestastasierung in axilläre Lymphknoten stand deutlich im Zusammenhang mit einer lateralen Tumorlokalisation (p
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Das Neuroblastom ist eine der häufigsten malignen Erktrankungen im Kindesalter. Mit der MIBG-Szintigraphie und der MRT stehen zwei etablierte Verfahren zu Diagnostik und Staging dieser Erkrankung zur Verfügung. Ziel der vorliegenden Arbeit war die Evaluation des Detektionspotentials beider Verfahren auf der Basis einzelner Läsionen sowie die Untersuchung der Frage, inwieweit sich dieses Potential durch kombinierte Befundung beider Verfahren steigern lässt. Dazu wurden 193 neuroblastomverdächtige Läsionen aus 50 Paaren von zeitnah durchgeführten MIBG-Szintigraphien und MRT's einer Evaluation durch je 2 erfahrene Untersucher unterzogen und anschließend systematisch kombiniert befundet. Für die Szintigraphie fand sich dabei eine Sensitivität von 69% und eine Spezifität von 85% (beides deutlich niedriger als in der Literatur beschrieben), für die MRT eine Sensitivität von 86% und eine Spezifität von 77% (ebenfalls deutlich niedriger als in der Literatur beschrieben). Durch kombinierte Befundung beider Verfahren ließ sich die Sensitivität in der Detektion von Einzelläsionen auf 99% und die Spezifität auf 95% steigern.
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Die Lautstärkeabhängigkeit akustisch evozierter Potentiale (LAAEP) gilt als Indikator für das zentrale serotonerge System beim Menschen, von dem angenommen wird, dass es bei Patienten mit Zwangsstörungen eine Funktionsstörung aufweist. Der ersten Hypothese entsprechend ist dies anhand einer größeren LAAEP von Patienten im Vergleich zu gesunden Probanden erkennbar. Außerdem soll sich gemäß der zweiten Hypothese die LAAEP durch eine 10-wöchige Behandlung mit dem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) Sertralin verringern, aufgrund der medikamentös bedingten ansteigenden zentralen serotonergen Aktivität. Um diese Annahmen zu testen, wurde die LAAEP von 31 unmedizierten, stationären Patienten mit Zwangserkrankungen mit der LAAEP einer nach Alter und Geschlecht gematchten gesunden Kontrollgruppe verglichen. Die LAAEP-Berechnung wurde mit Hilfe der Dipolquellenanalyse (BESA) durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studie stützen die Annahme einer serotonergen Minderfunktion bei Patienten mit Zwangsstörungen insofern, als dass bei diesen eine signifikante (rechts) beziehungsweise tendenziell (mittel) größere LAAEP des tangentialen Dipols als bei der Kontrollgruppe gefunden wurde. Nach einer 10-wöchigen Sertralin-Behandlung mit begleitender Verhaltenstherapie zeigte sich, dass die LAAEP der Patienten abnahm (statistische Tendenz) und sich den Werten der Probanden anglich. Die LAAEP der Kontrollen erwies sich dagegen als stabil. Die beiden Haupthypothesen konnten demzufolge nicht eindeutig bestätigt werden, da das Signifikanzniveau nicht bzw. nur für eine separate Hemisphäre erreicht wurde. Die beobachtete unterschiedliche Ausprägung der LAAEP je nach Ersterkrankungsalter während der Kindheit oder nach der Pubertät weist zudem auf die Heterogenität der Krankheit mit unterschiedlichen Pathomechanismen hin. Ein Zusammenhang zwischen LAAEP und der Psychopathologie, gemessen anhand der Rating-Skalen Y-BOCS und MOCI wurde nicht gefunden. Ergänzend zu der mit BESA ausgewerteten LAAEP wurden die Daten auch mit der Stromdichteverteilungsmethode LORETA bearbeitet und die daraus resultierenden Ergebnisse mit BESA verglichen. Die beiden Methoden korrelierten jedoch nicht miteinander. Der Vergleich vorliegender Untersuchung mit der Pilotstudie führt zu unterschiedlichen Ergebnissen.
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Die Pathogenität von Y. enterocolitica O:8 ist gekoppelt an das Vorhandensein des 70 kb großen Virulenzplasmides (pYV), das für die Gene eines Typ-III-Sekretionssystems kodiert und die Translokation von 6 Yop Effektorproteinen (YopE, YopH, YopM, YopO, YopP und YopT) in das Zytosol eukaryontischer Zellen ermöglicht. Intrazellulär interagieren Yop Proteine dabei mit verschiedenen Zellstrukturen und Signaltransduktionskaskaden, wodurch es zu einer Modulation der Immunantwort im Wirtsorganismus kommt. Durch systematische Mutagenese der yop-Gene und Untersuchung der yop Deletionsmutanten im Mausinfektionsmodell konnte in dieser Arbeit ein Einfluss der Yop Proteine auf die Virulenz und die Auslösung einer Immunantwort nachgewiesen werden. Die Translokation eines heterologen Antigens (YopE/LLO) durch das Typ-III-Sekretionssystem führte zur Induktion einer spezifischen CD4 und CD8 T-Zellantwort gegen Listeriolysin O (LLO) und ermöglichte die Verwendung von Y. enterocolitica als oralen Lebendimpfstoff zur Immunisierung gegen eine Listeria monocytogenes Wildtyp Infektion.