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Fokus Frieden Archiv

61 Episoden
38 Minuten
Vom 31. Oktober bis 12. November 2021 fand die internationale Klimakonferenz – die COP26 - in Glasgow statt. Obwohl die Teilnahme zivilgesellschaftlicher Akteure und Delegationen aus dem Globalen Süden aufgrund von Quarantäne- und Einreiseregeln wegen der Corona-Pandemie schwierig bzw. unmöglich war, galt sie als die wohl wichtigste Klimakonferenz seit 2015, bei der das Pariser Klimaabkommen beschlossen wurde. Die Berichterstattung über die Verhandlungen, die Atmosphäre und Stimmung unter den Teilnehmenden aber auch abseits des Konferenzzentrums waren vielfältig. Ebenso vielfältig war die Gefühlslage der Teilnehmenden und Zivilgesellschaft zu den Ergebnissen der Klimakonferenz – diese reichte von „historisch“ über „widersprüchlich“ zu „bla bla bla“. Was hat die Konferenz gebracht, wie können wir die Ergebnisse einordnen und wie viel Klimaschutz steckt in der Abschlusserklärung? Darüber und über andere Aspekte sprechen wir mit Dr. Andrea Schapper von der University of Stirling. Andrea Schapper hat an der COP teilgenommen und gibt uns interessante Einblicke zu den eben genannten Fragestellungen.
46 Minuten
Vor zehn Jahren haben in Ägypten und Tunesien Aufständische die Herrscher aus dem Amt getrieben. Proteste und Rebellionen erschütterten die autokratischen Systeme einer ganzen Region. Zusammen mit der Grünen Bewegung im Iran (2009) und den Gezi-Protesten in der Türkei (2013) schien der Arabische Frühling im Jahr 2011 und danach Teil eines regionalen Protestzyklus zu sein. Zehn Jahre später scheint von all dem wenig geblieben zu sein und die Erinnerung an die Aufstände wird von anderen Ereignissen überlagert. Jetzt, zehn Jahre danach, blicken wir auf die Revolutionen zurück. Wir stellen Fragen nach den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Arabischen Frühlings. Diese und weitere Fragen besprechen wir mit Dr. Jan Völkel (Arnold Bergstraesser Institut) - einem Experten zu Demokratisierungs- und Transformationsprozessen in Nordafrika und dem Nahen Osten und Tabea Geissler, die gerade in Kairo lebt. 
29 Minuten
Zu Besuch bei Betty Baier im Atelier. Welche Ausstellungsstücke verbindet Betty mit dem Amazonas und was bedeuten die Kunstwerke. Rebecca Froese hat Betty in ihrem Atelier getroffen und führt euch Zuhörer*innen durch die Ausstellung und gibt interessante Einblicke in ihre Arbeit. 
1 Stunde 4 Minuten
Der Amazonas plätschert, gluckst und gurgelt, dann wieder rauscht das Wasser gleichförmig dahin. Er ist ein Fluss voller Wunder und Rekorde. Der Regenwald versorgt ganz Südamerika mit Feuchtigkeit, beeinflusst die Niederschläge in der Region, trägt zur Stabilisierung des Weltklimas bei und verfügt über die größte Artenvielfalt der Welt. Gleichzeitig ist er aber auch so bedroht wie nie: Abholzung, Verschmutzung und Feuer zerstören die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung, beeinflussen aber auch das Klima der Region.

Welche Reaktionen haben diese Umweltveränderungen auf den Menschen und die Natur? Wie beeinflusst die Abholzung des Amazonas das Klima in Brasilien? Welche Konfliktdynamiken sind zwischen den lokalen Bevölkerungsgruppen zu beobachten? Was können wir als Europäer*innen tun, um die rasanten Vernichtung des Regenwaldes und des Amazonas zu verlangsamen? Diese und weitere spannende Fragen diskutieren wir heute mit Dr. Regine Schönenberg, Elisabeth Lagneaux, Claudia Pinzón und Prof. Dr. Hermann Jungkunst.
49 Minuten
“Hast Du schon einmal etwas von Gewaltfreier Kommunikation gehört?“ – „Ne, das brauche ich nicht, denn gewalttätig bin ich sicher nicht.“ Das ist eine Antwort, die zunächst manch eine*r zu hören bekommt, wenn er/sie diese Frage jemandem stellt. Die Gewaltfreie Kommunikation ist eine Art der Kommunikation, Konfliktlösung und Lebenshaltung. Unter Gewalt wird in der gewaltfreien Kommunikation jede Form des Denkens und Sprechens, welche moralische Urteile enthält (gut und böse, richtig und falsch, kompetent und inkompetent), oder wenn man sich um die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse kümmert, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer zu nehmen, verstanden. Grundvoraussetzung für verbindende Kommunikation ist nach Marshall B. Rosenberg die Empathie. Um Empathie sowohl für einen selbst als auch für andere entwickeln zu können, brauchen wir eine andere Sprache. Heute sprechen wir mit Annett Zupke über die Möglichkeiten der gewaltfreien Kommunikation und wie diese Methode in unterschiedlichen Kontexten angewandt werden kann – sei es in einem “kleinen” Disput in einer WG, wer das dreckige Spülbecken putzt bis hin zur Möglichkeit, dass ehemalige Opfer von terroristischen Anschlägen der RAF ihren Täter*innen unter die Augen treten können.
1 Stunde 10 Minuten
Die Umwelt- und Friedensbewegung hat durch die Fridays for Future Bewegung einen Aufschwung erlebt. Aber auch in den vergangenen Jahrzehnten engagierten sich immer wieder Aktivist*innen, um auf die Themen Frieden und Umweltschutz aufmerksam zu machen. Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen diesen Bewegungen? Welche Chancen brachte bzw. bringt die Verbindung ökologischer, feministischer und friedenspolitischer Themen? Welche Rolle spielen und spielten Frauen in diesen Bewegungen? Und mit welchen Herausforderungen sehen bzw. sahen sich Aktivist*innen in friedenspolitischen und ökologischen Bewegungen konfrontiert? Heute, knapp 40 Jahre nach der großen Friedensbewegung der 80er Jahre sprechen wir mit Friedel Grützmacher und Eva Quistrop als Vertreterinnen der Friedensbewegung der 80er Jahre, und Flora Dahlhausen und Robin Puster, als Verterter*innen der Fridays for Future Bewegung über diese und viele weitere Fragen.
48 Minuten
Lockdown, Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverbote - Corona scheint einfach kein Ende zu nehmen. Nicht nur die offensichtlichen Auswirkungen von Corona auf unser tägliches Leben beschäftigen uns. Themen wie Bildung, politische Gesetzgebung, rechtliche Rahmenbedingungen oder gesellschaftlicher Zusammenhalt sind immer mehr diskutierte Fragen und bestimmen unseren Alltag. Was macht diese Pandemie mit uns? Was macht diese Pandemie mit der Gesellschaft? Nach einem Jahr Pandemie zog die Friedensakademie am 11. März 2021 mit Expert*innen aus Bildung, Geschichte, Politik und Recht Bilanz und diskutierte, ob die Pandemie die Gesellschaft weiter gespalten oder den gesellschaftlichen Zusammenhalt gestärkt hat. Gemeinsam mit den Expert*Innen Prof. Dr. Tim Engartner, Dr. Claudia Gatzka, Prof. Dr. Anke Hoeffler, Nina Horaczek und Prof. Dr. Pierre Thielbörger wurden alte und neue Konflikte beleuchtet sowie erste Lehren aus der Pandemie und deren Bewältigung gezogen. In dieser Episode fassen wir die zentralen Aussagen der Expert*Innen zusammen und diskutieren einige der oben genannten Themenfelder genauer.
32 Minuten
Rechtsextreme tragen Springerstiefel, Bomberjacken, haben glattrasierte Haare und sind voller Tätowierungen. Sie treffen sich auf Rockerfestivals, fahren schwere Motorräder und laufen mit Fahnen und schreiend durch die Innenstädte - das mag einmal so gewesen sein. Die wirklich gefährlichen Rechtsextremen, die geschulten Kader und Strippenzieher, kann man so einfach nicht erkennen. Sie haben sich im letzten Jahrzehnt auch immer neueren, scheinbar harmlosen Themen bedient.

Naturschutz ist für rechtsextreme Organisationen ein Thema. Rechtsextreme haben sogar eine Umweltzeitung. In 'Umwelt & Aktiv' findet man Themen, die der demokratische Naturschutz auch betrachtet - mit Titeln wie 'Insektensterben – auf der Wiese wird’s still'. Doch das Magazin verbindet zwischen den Zeilen ökologische Themen mit rechtsextremen Argumentationen, u.a. werden die Themen Rassismus und Menschenfeindlichkeit miteinander verknüpft.

Die Landeszentrale für Umweltaufklärung des Landes Rheinland-Pfalz möchte Jugendliche und junge Erwachsene für diese Themen sensibilisieren. Mit ihrer Initiative “Naturschutz gegen Rechtsextremismus” deckt die Landeszentrale die rechtsradikale Botschaft hinter dem Deckmantel des Naturschutzes auf. In dieser Episode sprechen wir mit Roland Horne, dem Leiter der Landeszentrale, über die Initiative “Naturschutz gegen Rechtsextremismus” und diskutieren, was getan werden kann, um rechtsextremem Gruppen die Argumentationsgrundlage für ihre menschenfeindlichen Äußerungen zu entziehen.

Neben ihrer Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen publiziert die Landeszentrale auch Leitfaden, um der Zivilgesellschaft Argumente gegen rechtsextreme Parolen an die Hand geben.

Einige Publikationen findet ihr hier:

Die Natur des rechtsextremistischen Lebensstils – eine kritische Analyse seiner Ideologie: https://umdenken.rlp.de/fileadmin/um_denken/PDFs_Logos_PowerPoints/Dateien_Naturschutz_gegen_rechts/broschuere_natur_des_Rechtsextremismus.pdf

Klartext gegen rechtsextreme Ökosprüche - Trainingseinheiten: https://umdenken.rlp.de/fileadmin/um_denken/PDFs_Logos_PowerPoints/Dateien_Naturschutz_gegen_rechts/klartext_broschuere_fuer_download.pdf

Naturschutz gegen Rechtsextremismus – Eine Argumentationshilfe: https://umdenken.rlp.de/fileadmin/um_denken/PDFs_Logos_PowerPoints/Dateien_Naturschutz_gegen_rechts/broschuere_ngr_downloadversion.pdf

Kommunikationshilfe zum Thema Naturschutz am ehemaligen Westwall:

https://umdenken.rlp.de/de/themen/naturschutz-gegen-rechtsextremismus/kommunikationshilfe-zum-ehemaligen-westwall/
38 Minuten
In dieser Folge diskutieren wir mit Junior-Professorin Elvira Rosert von der Universität Hamburg über inhumane Waffen und die Relevanz humanitärer Rüstungskontrolle. Was versteht man eigentlich unter inhumanen Waffen? Welchen Schaden können sie anrichten? Welche Initiativen zur Begrenzung und zum Verbot inhumaner Waffen gibt es von Seiten der Nationalstaaten und der Internationalen Organisationen? Und sind diese effektiv?

Die Debatte zum Einsatz bewaffneter Drohnen im Bundestag zeigt, dass das Thema besonders inhumaner Waffen weiterhin relevant ist. Kampfdrohnen, Landminen und automatisierte Waffensysteme ermöglichen Tötungen mit wenig Risiko für die Angreifer. Damit wird nicht nur die Schwelle ihres Einsatzes, sondern auch die Bereitschaft zivile Lösungen anzustreben, gesenkt. Hinzu kommt, dass die Kontamination durch

Landminen und Streumunition auch nach Ende des Krieges weiter Leid anrichten. Nicht nur werden Menschen und vielfach Zivilisten verwundet und traumatisiert, sondern es wird auch die sozio-ökonomische Entwicklung der betroffenen Länder massiv behindert. Aus diesen Gründen gelten diese Waffen als besonders inhuman.
33 Minuten
Umwelt- und Klimaschutz und insbesondere erneuerbare Energien werden gefördert und sind gleichzeitig hoch umstritten. Oft scheitern Projekte am Widerstand der Bevölkerung und weniger an institutionellen Hürden. Außerdem dominiert nicht selten die einseitige Perspektive, dass Klimawandel zu Ressourcenknappheit führt und letztendlich Konflikte verschärft oder eskaliert. Kann es nur eine*n Gewinner*in geben? Entweder Mensch oder Umwelt?Environmental Peacebuilding würde hier deutlich widersprechen: Die umweltbasierte Friedensförderung hat das Ziel, friedens- und umweltbezogene Probleme zusammen zu denken und eine positivere und weniger deterministische Linse auf Umweltsicherheit zu richten. Gemeinsam mit Janpeter Schilling, Junior Professor für Landnutzungskonflikte und wissenschaftlicher Leiter der Friedensakademie Rheinland-Pfalz sprechen wir in dieser Folge über das Konzept des Environmental Peacebuilding, diskutieren Chancen und Problemfelder anhand praktischer Beispiele und fragen uns, wie Environmental Peacebuilding erfolgreich umgesetzt werden kann.
28 Minuten
Weihnachtssterne schmücken die Wohn- und Esszimmer vieler deutscher Haushalte im Dezember. Rote Rosen werden nicht nur zum Valentinstag in rauen Mengen verschenkt. Während wir uns tagtäglich an der Blumenpracht erfreuen, werden am Lake Naivasha in Kenia und am Lake Wamala in Uganda, dort wo die Pflanzen angebaut werden, zum Teil tödliche Konflikte um den Zugang zu Wasser ausgetragen. Während eine Rose pro Tag ca. 7-13l Wasser braucht, hat ein*e  Kenianer*in in der Nähe des Sees nur knapp die doppelte Menge (20l) pro Tag zur Verfügung. Durch die Vergabe von Land an internationale Firmen werden die Wasserzugänge für die Bevölkerung am See weniger. Gleichzeitig steigt die Bevölkerungsanzahl derer, die auf das Wasser im See für ihr tägliches Leben angewiesen sind. Dass diese Ungerechtigkeiten zu Konflikten führen können scheint offensichtlich. Aber worin genau liegen die Ursachen für diesen menschengemachte Wasserknappheit? Was sind die Hintergründe dieser Konflikte? Und was wären Handlungsoptionen der internationale Gemeinschaft? Zu diesen und weiteren Fragen haben wir heute ausnahmsweise keine*n externe*n Expert*in, sondern lassen unsere Co-Host Julia Renner, die in ihrer Dissertation zu diesen Themen geforscht hat, erzählen.
42 Minuten
Wie kann ein friedliches Miteinander in einer Gesellschaft erreicht werden? Wie können alle Menschen einer Gesellschaft gleichberechtigt am öffentlichen und sozialen Leben teilhaben. Mit diesen Fragen beschäftigt sich das internationale Programm Shared Society. In dieser Folge diskutieren wir mit drei Initiatoren des Programms zu Fragen, Herausforderungen und Dilemmata in der Entwicklung gemeinsamer Gesellschaften.  Wie gehen Gesellschaften mit identitätsbedingten Spaltungen und Konflikten zwischen verschiedenen Gruppen um? Das klingt alles theoretisch und abstrakt? Dann hört rein in unser Gespräch mit Clem McCartney von der Universität Ulster in Nordirland und Ran Kuttner von der Universität Haifa in Israel, die ihre Erfahrungen mit uns teilen und durch ihre anwendungsbezogenen Beispiele zeigen, was auch wir für eine Shared Society tun können.
38 Minuten
Weltweit sind Demokratien durch aufstrebende autokratische Tendenzen gefährdet. In immer mehr Ländern beobachten wir die schleichende Aushöhlung der Justiz, die Einschränkung der Medienfreiheit und die teilweise gewaltsame Niederschlagung von Demonstrationen. Aber auch diese Einschränkung der Freiheitsrechte hält die Menschen nicht davon ab, für ihre Rechte einzutreten und für einen friedlichen Wandel zu demonstrieren. Dieses gesellschaftliche Engagement führt oft allerdings nicht zu mehr Freiheiten, sondern steigert vielmehr die Spannungen zwischen Staat und Gesellschaft. Was ist die Ursache dieser Rückschritte in der globalen Demokratisierung? Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft? Und was können wir als deutsche Zivilbevölkerung tun, um friedliche Transformation zu gestalten? Diese und weitere Fragen diskutieren wir in dieser Episode mit Hauke Hartmann, Projektleiter des Bertelsmann Transformationsindex.
36 Minuten
Ist das Friedensprojekt Europa gescheitert? Seit 10 Jahren jagt eine Krise die Nächste. Nationalstaatliche Interessen überwiegen Supranationalen. Doch es gibt Hoffnung: Auf ihrem letzten Gipfel ist die EU erwacht und hat institutionelle und supranationale Interessen in den Mittelpunkt gestellt. Doch nicht nur die Regierungschefs sind gefragt, sondern auch jeder einzelne von uns kann etwas tun, um das Friedensprojekt Europa zu unterstützen. Wie? Das diskutieren wir heute mit Sebastian Zeitzmann.
43 Minuten
Was sind die Möglichkeiten linker Politik in den USA? Was unternehmen linke Protestbewegungen in den USA, um gegen aktuelle politische Missstände aufmerksam zu machen? Kann ein möglicher Präsident Joe Biden diese Spannungen überwinden? 

Hört rein in unser Gespräch mit Sarah Wagner von der Atlantischen Akademie und Charlotte Dany von der Friedensakademie Rheinland-Pfalz. Gemeinsam diskutieren wir diese und weitere Fragen. 

Sarah Wagner: https://www.atlantische-akademie.de/akademie/team/wagner/

Charlotte Dany: https://www.uni-koblenz-landau.de/de/friedensakademie/team/charlotte_dany

Twitter: @Friedensakadem1 @AtlantAkademie