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Tachles Talk Archiv

212 Episoden
31 Minuten
Gabriel Strenger ist klinischer Psychologe und Lehrbeauftragte an der Hebrew University, Jerusalem. Mit Radio tachles spricht der Denker und Autor über das Judentum im Allgemeinen und Israel in seinem 65. Jahr. Er erläutert, was Zionismus heute bedeuten, wie Glück und der Sinn des Lebens definiert werden können. Zudem erklärt Strenger, warum er die Frage, wer denn Jude sei, uninteressant findet und was die Juden in der Welt weitaus mehr beschäftigen dürfte.
24 Minuten
In ihrer Dissertation «Schweizer Judentümer» untersucht die Historikerin Marlen Oehler Identitätsbilder der schweizerisch-jüdischen Presse der dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Mit Radio tachles geht Oehler der Frage nach, was denn «Judentümer» bedeuten, und wie die Verfassung der jüdischen Gemeinschaft in diesen turbulenten Jahren war. Sie spricht über das Verhältnis der Schweizer Juden zu den ostjüdischen und anderen Einwanderern, wie sich diese in der hiesigen jüdischen Presse einbringen konnten und weshalb in dieser Zeit viel mit Pseudonymen gearbeitet wurde. Auch innerjüdische Themen und Krisen werden im Gespräch angeschnitten sowie die Frage, wie aussagekräftig die Presse als Quelle bzw. als Spiegel einer Gesellschaft ist. Das 427-Seiten starke Werk, «Schweizer Judentümer - Identitätsbilder und Geschichten des Selbst in der schweizerisch-jüdischen Presse der 1930er Jahre.», ist 2013, im Verlag Böhlau erschienen.
50 Minuten
Schriftsteller Peter Stephan Jungk erinnert sich gemeinsam mit Radio tachles an seinen Vater Robert Jungk (1913-1994), der im Jahr 2013 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Robert Jungk war Journalist, Trend- und Zukunftsforscher, der wohl zu Unrecht im kollektiven Gedächtnis vergessen gegangen ist. Bereits vor mehr als 50 Jahren hatte sich Jungk als Visionär und Vordenker mit Umwelt- und Atomfragen auseinander gesetzt. Bereits damals, so erinnert sich der Sohn, hatte er so viel Information gesammelt, dass er als lebende Suchmaschine gegolten hatte – das Internetzeitalter durfte er allerdings nicht mehr erleben. Mit Radio tachles spricht Peter Stephan Jungk, über die Fähigkeiten bzw. Unfähigkeit seines Vaters zur Freundschaft, über seine «Schweizer Zeit», an die er sich später mit Verbitterung und Groll erinnerte, und das Unverständnis, warum die Eltern gerade nach Österreich ausgewandet waren. Im Gespräch finden ebenso die wichtigsten Werke Robert Jungks wie «Atomstaat. Vom Fortschritt in die Unmenschlichkeit» (1977), «Heller als tausend Sonnen. Das Schicksal der Atomforscher» (1956) und seine Autobiografie «Trotzdem. Mein Leben für die Zukunft» (1993) Erwähnung.
32 Minuten
Die literarische Übersetzerin Anne Birkenhauer übersetzt vornehmlich israelische Autoren. Mit Radio tachles spricht sie über Israel, die Tücken ihrer Arbeit und in wieweit eine Übersetzung überhaupt möglich ist. Birkenhauer, die früher «alte Männer» und heute u.a moderne junge Autorinnen übersetzt, gibt preis, unter welchen Umständen sie einen Auftrag annimmt, weshalb in ihrer Arbeit die Handlung oft zweitrangig und die Emotionalität erstrangig ist. Zudem erzählt sie, welche Eigenheiten das Hebräische als «biblische Sprache» ins sich birgt und wo Mehrdeutigkeit, Gegensätzlichkeit und Subtilität zum Tragen kommen.
26 Minuten
Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museum Hohenems, spricht kurz vor Pessach mit Radio tachles über die Bedeutung dieses Freiheitsfestes. Wie wird Pessach in Israel verstanden? Wie in der Diaspora? Mit Yves Kugelmann geht Loewy der Frage nach, wie und ob sich die verschiedenen jüdischen Feiertage im Laufe der Jahrhunderte gewandelt haben. Die Gesprächspartner diskutieren zudem über den Freiheitsbegriff und welche Bedeutung Konversionen für das Judentum haben. Zuletzt wird der Bogen zur jüngsten Ausstellung im Jüdischen Museum Hohenems gespannt. «Familienaufstellung – israelische Portraits» widmet sich ab dem 21. April dem Schmelztiegel Israel, wo nicht nur Juden, Christen und Muslime leben – sondern eben auch Säkulare, Gastarbeiter, Religiöse, Flüchtlinge und Viele mehr. Weiteres zur Ausstellung und dem Rahmenprogramm findet sich in Kürze unter www.jm-hohenems.at.
21 Minuten
Radio tachles spricht im Schweizer Landesmuseum Zürich mit Falk Wiesemann und Emile Schrijver über die Esther-Rolle von 1746, die nun neu publiziert worden ist («The Esther Scroll», Taschen Verlag, 2012). Im Gespräch erfahren wir mehr über die Wirkungsweise jüdischer Künstler im 18. Jahrhundert und welche Bedeutung ebendiese Rolle für den deutschsprachigen Raum hat. Die Wissenschafter sprechen zudem über die Mode der illustrierten Gebetsbücher und wer der heute praktisch unbekannte Künstlers Wolf Cohen aus Hildesheim war. Zudem gehen sie der Frage nach, weshalb jüdische Künstler im 18. Jahrhundert Laien und die meisten von ihnen als «Kopisten» bezeichnet werden können.
31 Minuten
Der Publizist und Psychologe Carlo Strenger spricht mit radio tachles über Israel, Demokratie und Zionismus. Der in Basel geborene Strenger ist Mitglied des Permanent Monitoring Panel über Terrorismus der Weltföderation der Wissenschaftler und unterrichtet heute an der psychologischen Fakultät der Universität Tel Aviv. Er weilte auf Einladung des New Israel Fund in seiner Geburtsstadt, wo er im Hotel Drei Könige mit radio tachles das Gespräch führte.
20 Minuten
Galeristin und Agentin Anne-Patricia Kahn im Gespräch über die Erben der Magnum-Fotografie

Anna-Patricia Kahn, Agentin und Galeristin der Galerie Clair in München und St. Paul de Vence, spricht mit Radio tachles über den Fotografen David Seymour, genannt Chim. Als einer der Gründer der Fotoagentur Magnum, unter anderem mit Robert Capa, war er auch Mitbegründer einer humanistischen Fotografie. Kahn erklärt, welchen Einfluss der Spanische Bürgerkrieg 1936 auf die Kriegsfotografie hatte und was diesen Fotografen Israel bedeutete. Zudem geht sie darauf ein, warum vor allem gerade sie schlichte, offene ehrliche Bilder schossen und was der Unterschied zwischen komponierten und gestellten Fotografien ausmacht. Einige der im Interview erwähnten Bilder und weitere sind ab dem 4. Februar in der Galerie Walter Keller in Zürich zu sehen.
9 Minuten
Autorin Lea Gottheil liest und singt in ihrem aktuellen Bühnenprogramm «Total tieftraurige Texte» gemeinsam mit ihrem Bühnenpartner, dem Fisch Tristan Weinerlich, selbst verfasste Texte mit dem Wunsch, alle Anwesenden in tiefe Melancholie zu stürzen. Mit Radio tachles spricht Gottheil über ihren ersten Roman «Sommervogel» (erschienen 2009, im Arche Verlag), über Slampoetrie und gibt Preis, dass sie bereits als Kind melancholisch war. Ihrem ersten, mehrfach preisgekrönten Werk, soll nun ein Weiteres folgen. Lea Gottheil schreibt an einem zweiten Roman, steht aber ganz am Anfang und lässt sich nun vorerst von ihren Figuren leiten.
16 Minuten
Richard Kornfeld, Luft- und Raumfahrtingenieur bei er NASA, hat die Mission der «Curiosity» auf den Mars mitbetreut. Im Telefoninterview mit tachles spricht er über die Tragweite der Mission, bzw. wie man sie im Verhältnis zur Mondlandung einordnen muss. Kornfeld gibt seine Gefühle im Moment der Landung, am 5. August 2012, preis. Er erklärt einerseits das wissenschaftliche Ziel der Mission und andererseits, was sie für die Menschheit bedeuten könnte. Zudem lässt er durchblicken, was er vom aufstrebenden Weltraumtourismus hält und ob er, wenn er könnte, auch in den All fliegen würde.
19 Minuten
Stefanie Mahrer ist Autorin von «Handwerk der Moderne – Jüdische Uhrmacher und Uhrenunternehmer im Neuenburger Jura 1800-1914» (böhlau). Mit Radio tachles spricht sie über die Basis des heutigen Schweizer Uhrenerfolgs, gibt Preis, mit welcher Weltstadt sich La Chaux-de-Fonds verglichen hat und wie die Integration der jüdischen Mitbürger funktionierte. Zudem erörtert sie, welche Uhrenlabels damals ihren Ursprung fanden, deren Namen heute noch bekannt sind. Mahrer ist Assistentin für Jüdische Geschichte am Zentrum für Jüdische Studien der Universität Basel.
27 Minuten
Mit «Haut ab! Juden in der Beschneidungsdebatte» bringt der Wallstein Verlag dieser Tage einen aktuellen Essay zur Diskussion in Deutschland und der Schweiz heraus. Radio tachles hat mit dem Autoren Alfred Bodenheimer über die Matrix hinter der Debatte, Grenzen der Religionsfreiheit und gesellschaftlicher Akzeptanz sowie die Konfrontation mit einer christlich-säkularen Gesellschaft gesprochen. Bodenheimer nimmt Stellung zur Bedenkenlosigkeit der Beschneidungsgegener und gleichsam zur überforderten Reaktion der jüdischen Gemeinschaft, blickt an zwischen die Gemeinschaften und zeigt Perspektiven für ein jüdisches Leben in Europa auf. Das ausführliche Gespräch ist ab Freitag auf www.tachles.ch/radio zu hören.
24 Minuten
Erziehungswissenschaftler und Publizist Micha Brumlik diskutiert mit Radio tachles über die Vorbereitung und Bedeutung der bevorstehenden hohen Feiertage. Er gibt preis, welche Feiertage er generell als Identitätsstiftend betrachtet und was der ethische und ethnische Sinn des Judentums ist. Zudem gibt er jungen Jüdinnen und Juden Tipps in Bezug auf die Feiertagsgebete und prognostiziert, in Zusammenhang mit dem Zustand der jüdischen Gemeinschaft weltweit, nicht sehr viel Gutes.
15 Minuten
«Was isSt Religion? Rezepte – Traditionen –Rituale – Tabus» ist ein interreligiöses Kochbuch, das Noam Hertig gemeinsam mit seinem jungen Team aus praktizierenden Juden, Christen, Muslimen, Buddhisten und Hindus zusammengestellt hat. Im Interview mit Radio tachles spricht Hertig über die Entstehung des Buches, gegenseitige Rücksichtnahme, erzählt, was er Neues entdeckt hat oder wie etwa die verschiedenen Religionen mit dem Tier als Nahrungsmittel umgehen. Diskutiert wird zudem die Stellung der Frau im Hinblick auf Religion und Küche und, was trennende und verbindende Elemente des Essens sein können. Noam Hertig ist Religionswissenschafter und derzeit als Rabbinatsassistent in der Jüdischen Gemeinde St. Gallen tätig. Das Buch «Was isSt Religion? Rezepte – Traditionen –Rituale – Tabus» erscheint kommenden Herbst im Werd Verlag.
30 Minuten
Shelley Berlowitz, Historikerin und engagiert in der Vereinigung «Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina» spricht im Interview mit Radio tachles über ihr erschienenes Buch «Die Erfahrung der Anderen. Konfliktstoff im palästinensisch-israelischen Dialog.» (Konstanz, University Press). Darin schildert sie aus Sicht der Forschung, welche Erfahrungen Menschen gemacht haben, die miteinander in einen Dialog traten und versuchten, die Menschlichkeit der Anderen und ihre eigene zu bewahren. Dialog allein, so Berlowitz, bringe keinen Frieden, es sei aber wichtig, die Zivilgesellschaft in eine Wechselwirkung mit Politik zu bringen. Shelley Berlowitz geht im Interview der Frage nach, wie Schoah und Nakba von den jeweiligen Konfliktparteien stilisiert und instrumentalisiert werden. Sie erzählt zudem von einer mittlerweile gescheiterten Initiative von Frauen beider Konfliktparteien und geht darauf ein, wie sehr die eigene persönliche Geschichte in der Auseinandersetzung mit dem Konflikt prägen kann, aber nicht muss.
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