Tachles Talk Archiv
212 Episoden
39 Minuten
Berthold Rothschild ist Psychiater und Psychoanalytiker in Zürich. Mit radio tachles diskutiert er über Religion, Glaube und den Gottesbegriff, gerade auch aus jüdischer Sicht. Ist Glaube eine Krankheit? Ist sie Teil des Menschen? Was ist genau die «jüdische Neurose»? Und warum gibt es die permanente Auseinandersetzung mit dem Glauben? Berthold Rotschild, Spross einer religiösen Familie, stellt zudem die Frage in den Raum, ob gläubige oder ungläubige Menschen wohl glücklicher seien, gibt Tipps wie Kindern der Glaube zugeführt werden soll und beantwortet die brennende Frage, warum Juden ein so ungeliebtes Volk sind.
23 Minuten
Caspar Battegays „Judentum und Popkultur. Ein Essay“ ist Thema auf Radio tachles. Mit Yves Kugelmann diskutiert Battegay, was Popkultur ist, ob es eine jüdische Popkultur gibt und wann in der Popkultur ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat. Analysiert wird im Interview zudem Woody Allens, Lou Reeds oder Leonard Cohens Rolle und jene der neuen Generation um die Komikerin Sarah Silverman. Battegay geht ausserdem auf den Begriff «Ironisierung der Ironisierung» ein und zum Schluss werfen die Gesprächsteilnehmer einen Blick über den grossen Teich nach Deutschland, wo auch eine, vielleicht etwas andere, Popkultur vorzufinden ist.
21 Minuten
Alexis Schwarzenbach, Historiker und Publizist, hat mit «Das verschmähte Genie. Albert Einstein und die Schweiz» ein Buch über Albert Einsteins Schweizer Zeit vorgelegt. Insbesondere neue Quellen, d.h. unveröffentlichte Briefe von 1933 bildeten die Grundlage dieses Werks. Gegenüber Radio tachles schildert Alexis Schwarzenbach, wie ambivalent die Beziehung Einsteins zur Schweiz war, wie er sich als weltweit bekannter «Popstar der Wissenschaft» für den Weltfrieden stark machte und erzählt, warum Einsteins letzter Besuch in Zürich seinem, sich im Burghölzli befindenden, Sohn Eduard galt.
25 Minuten
Nicht nur Pessach, das Fest der Freiheit und Erinnerung, steht vor der Tür auch Jom Haschoah und Jom Hasikaron. Mit Madeleine Dreyfus, Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin aus Zürich, spricht Radio tachles über den Umgang mit Erinnerung in der jüdischen Gemeinschaft: vom Auszug aus Ägypten bis zum Holocaust. Nicht nur Opfer sollen der Frage nachgehen, wie so etwas überhaupt hat geschehen können. Solche Fragen, so Dreyfuss, gehen alle Menschen etwas an, die Werte und Gefühle wie Gerechtigkeit und Toleranz empfinden. Dabei sollen sich nicht nur Individuen damit beschäftigen, auch Gemeinden und Institutionen müssen sich mit dem Thema der «Erinnerung» auseinander setzen und analysieren, wie adäquat damit umgegangen werden muss.
24 Minuten
Gaby Knoch-Mund ist seit August 2010 Direktorin und Kuratorin des Jüdischen Museums der Schweiz in Basel. Das 1966 gegründete Museum gehörte damals zu den ersten jüdischen Museen in Europa. Eingebettet in die blühende Museumslandschaft Basel, möchte Dieses nicht nur Objekte von kulturhistorischer Bedeutung ausstellen. Im Gespräch mit Radio tachles legt Gaby Knoch-Mund dar, wie wichtig Interaktivität ist, wie Jugendliche abgeholt werden können, was sie von staatlichen Subventionen hält und geht der Frage nach, was die Aufgabe jüdischer Museen sein kann und soll.
46 Minuten
Alfred Bodenheimer ist Leiter des Zentrums für jüdische Studien der Universität Basel. Mit Radio tachles spricht er über sein jüngstes Essay «Ungebrochen gebrochen – über jüdische Narrative und Traditionsbildung», das im Wallstein Verlag erschienen ist. Bodenheimer diskutiert Begriffe wie «Exil», eröffnet u.a. eine neue Perspektive auf die Geschichte von Hiob und betrachtet das Thema aus einem literaturwissenschaftlichen Blickwinkel. Zudem stellt er die Frage in den Raum, welches das Gründungsdokument des Staates Israels nun ist: die Thora, die Uno-Resolution von 1947 oder die Unabhängigkeitserklärung von 1948?
29 Minuten
Dan Wiener ist gelernter Theatermann, war in 25 Bühnenjahren viel mehr als nur Schauspieler. Er hat gemeinsam mit Maria Thorgevsky eine breite Palette an Bühnenkunst kreiert und produziert, welche in der ganzen Schweiz zur Aufführung kommen. Im Interview mit Radio tachles diskutiert er über die Frage, was Theater und Kleinkunst heute noch für eine Bedeutung hat, spricht über die Arbeit mit Kindern, über das Projekt der Schomreh Thora Basel und warum die Menschscheit immer nach Geschichten dürsten wird. Dan Wiener übersetzt für die Bühne u.a. Tschechow und Charms aus dem Russischen und Scholem Alejchem aus dem Jiddischen ins Deutsche. Dazu komponiert das Multitalent Theatermusik, schreibt Texte, moderiert Anlässe auf Deutsch, englisch, französisch und russisch und ist ein international gefragter Kommunikations-Spezialist.
38 Minuten
Georg Kreis tritt Ende Jahr als Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus EKR zurück. Er war 16 Jahre im Amt. Mit radio tachles blickt er auf seine Amtsperiode zurück und erörtert Möglichkeiten und Grenzen von Antirassismusarbeit.
35 Minuten
tachles-Journalistin Gisela Blau war u.a. lange Jahre Beobachterin in Bundesbern. Im Gespräch mit Radio tachles blickt sie auf die kommenden Bundesratswahlen vom 14. Dezember. Sie erklärt, warum das Jahr 2011 in dieser Hinsicht ein Ungewöhnliches werden könnte, warum die Wahl in ihren Augen provinziell und warum sie gegen eine Bundesratswahl durch das Volk ist. Zudem nimmt sie die Konzepte der Zauberformel und Konkordanz unter die Lupe und sagt, weshalb alle auf das „SVP-Ticket“, statt auf die „Ersatzwahl“ der SP-Bundesrätin starren.
38 Minuten
Am 13. Dezember finden in der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich Wahlen statt. Das bisherige Co-Präsidium bestehend aus Shella Kertész und André Bollag stellen sich gemeinsam zur Wiederwahl. Mit Radio tachles sprechen sie über das Modell der Einheitsgemeinde, nehmen Stellung zur religiösen Ausrichtung der Gemeinde und nennen die grössten Herausforderungen, sollten sie wiedergewählt werden.
28 Minuten
Der Direktor des Jüdischen Museums Hohenems ist seit Kurzem Präsident des Association of European Jewish Museums. Mit radio tachles unterhält sich Hanno Loewy über die Herausforderungen seiner neuen Aufgabe und sagt, warum es auch dort jüdische Museen hat, wo es gar keine Juden mehr gibt. Loewy spricht zudem über die Entwicklung der jüdischen Museumslandschaft in Europa und die Aufgaben und Ziele, die nicht nur jüdische Museen heute erfüllen sollen und können.
30 Minuten
Dieser Tage wurde Walter Blum für seinen Einsatz zu Gunsten des Staates Israel, dessen Bevölkerung und insbesondere der Stadt Jerusalem während eines Israel-Aufenthalts von Vertretern der Jerusalem Foundation (JF) und der Gesellschaft Israel-Schweiz (GSI) geehrt. Im Gespräch mit radio tachles beleuchtet der Zentralsekretär der GSI und Sekretär der JF Switzerland die Hintergründe seines Engagements in Israel und er erörtert die Möglichkeiten und Grenzen einer Israel-Freundesgesellschaft.
24 Minuten
Kaum ein jüdisches Gebet ist so verbreitet und akzeptiert wie das Kaddisch. Unter Mithilfe des inzwischen verstorbenen Kantors Marcel Lang hat Rabbiner David Bollag, Lehr- und Forschungsbeauftragter an der Universität Luzern, einen Leitfaden zum Kaddisch veröffentlicht. Im Gespräch mit radio tachles erörtert Bollag Inhalt und tiefere Bedeutung des Kaddischgebets und er geht auf dessen Entwicklung im Laufe der letzten Jahrhunderte ein.
29 Minuten
Noch bis zum 11. März 2012 ist die Ausstellung «Schöne Seiten: Jüdische Schriftkultur aus der Braginsky Collection» nach Stationen in Amsterdam, New York und Jerusalem ins Landesmuseum in Zürich zu sehen. Die Ausstellung beinhaltet die schönsten und speziellsten Stücke der weltweit einzigartigen Privatsammlung René Braginskys. Emile Schrijver, Kurator der Ausstellung und Leiter der Bibliotheca Rosenthaliana - eine jüdische Spezialbibliothek, die Teil der Universitätsbibliothek Amsterdam ist - gibt im Gespräch mit radio tachles faszinierende Einblicke in die Welt der Judaica.
44 Minuten
José Brunner ist Professor an der Buchmann Fakultät für Rechtswissenschaft und dem Cohn Institut für Wissenschaftsgeschichte und -philosophie der Universität Tel Aviv. Im Gespräch mit radio tachles beleuchtet er Ergebnisse der israelischen Traumaforschung und die Rolle des Traumas in Politik und Gesellschaft Israels. Er geht auf die Sinnhaftigkeit von Restitutionsforderungen- und zahlungen für das Narrativ einer Gesellschaft ein und führt aus, inwiefern Wissenschaft in Israel instrumentalisiert wird.