Was mich trägt und hält... - eine Auslegung zum Evangelium Archiv
299 Episoden
17 Minuten
Die Arbeiter der ersten Stunde haben ganz ungeteilt unsere Sympathie und wäre es nicht Jesus, der uns dieses Gleichnis erzählt, so würden wir ihnen gerne und ungeteilt beipflichten. Wie kann ein Arbeitgeber den gleichen Lohn für alle auszahlen, wenn die einen das Zehnfache geleistet und sich in stundenlanger Hitze abgeplagt haben? "Gott kann alles, aber rechnen kann er nicht!", so sagt es die Hl. Theresia von Lisieux und trifft damit den Kern dieser Beschreibung Gottes, der mehr gibt als man braucht, der jedem in Fülle gibt und der in dieser Freigebigkeit nicht mehr berechnet, ob eine bestimmte Leistung vorausgegangen und erfüllt ist. Dies spiegelt sich auch in dem, was Jesus tut, wider, wenn Wein, Fische und Brot im Übermaß vorhanden sind, weit über das hinaus, was nach menschlichen Maßstäben zu erwarten oder notwendig wäre. Gott rechnet nicht ab und rechnet nicht auf, wenn er gibt, dann gibt er alles!
14 Minuten
Das Gleichnis stellt einen König vor, der kein Problem hat, ein unermesslich hohes Vermögen zu verlieren, zu verschenken, wenn er seinem Knecht die unvorstellbare Summe von 60 Millionen Denare erlässt. Er hat also offensichtlich kein Problem, jede noch so große Schuld zu erlassen! Nur da, wo der andere, dem so viel vergeben wurde, nicht in die gleiche Gesinnung seines Herrn eintritt und seinem eigenen Schuldner, der ihm nur eine vernichtend kleine Summe schuldet, im Gleichnis 100 Denare, mit Unnachgiebigkeit und Härte begegnet und alles aus ihm herauszupressen versucht, dort wird aus der Drohbotschaft der Vergebung ein "Wehe" über den Hartherzigen, der nicht "aus ganzem Herzen seinem Bruder verzeiht."
15 Minuten
Wenn Jesus von der Zurechtweisung spricht, kann dies nur im Kontext so vieler anderer Worte stehen, in denen er dazu auffordert, sich nicht über den anderen zu erheben. Zu einem hingehen, kann immer nur mit dem Ziel geschehen, ihn zurückzuführen und ihn durch den Blick unter vier Augen und mit meiner Sorge so zu lieben verstehen, dass er sich zurückgewinnen lässt. Gleich auf dieses Wort von der Zurechtweisung folgt Jesu Wort von der Lösegewalt, die er hier allen Jüngern zuspricht. Und er betont die Verantwortung, die der einzelne hat, auch durch die lösende Kraft seiner Worte, wenn er es versteht, sich unter die Lebenslast des anderen zu beugen.
13 Minuten
Durch alle Begegnungen hindurch, in denen Jesus etwas Großes und Entscheidendes für die Bittenden bewirkt, zieht sich wie ein roter Faden die Frage nach dem Glauben dessen, der etwas von ihm erwartet. Und wo Jesus wie in seiner Heimat keinen Glauben findet, dort kann er auch nicht wirken. Der Glaube des Einzelnen bewirkt etwas und öffnet die Tore, damit Gott in dieser Welt etwas tun kann. Dort, wo wir unseren Glauben aussprechen, uns dazu entscheiden und uns zu Jesus bekennen, dort beginnt Gott auch zu wirken, weil Er dann sein göttliches Leben in uns verschenken kann.
14 Minuten
Es ist eine Episode, die bisweilen die Luft anhalten lässt! Da ist eine Frau hinter Jesus, die bittet, ruft und argumentiert, aber Jesus gibt keine Antwort. Schlimmer noch, als es auch für die Jünger unangenehm wird und sie Jesus auffordern, etwas zu tun, damit sie Ruhe gibt, da kommt es noch schlimmer. Es gibt Heil, es gibt Leben, aber die Antwort Jesu macht ihr deutlich: nicht für sie! Was bedeutet diese vorübergehende Abweisung, die dann in größter Zuwendung endet, wenn Jesus das überwältigende Wort zu ihr sagt: "Es soll geschehen, was du willst!" und ihr damit einen Blankoscheck ausstellt?
13 Minuten
Das Lesen und Hören der Evangelien ist wie das Blättern in einem Erinnerungsbuch, in einem Fotoalbum, in dem uns Bilder vor Augen treten, die wir manchmal schon kennen, die aber aus dem Einstigen heraustreten und neu lebendig werden. So sehen wir in dem Bild von den Jüngern im Seesturm etwas allzu Bekanntes, das manche, wie Klaus Berger sagt, als gute Zirkusnummer missverstehen, wenn Jesus mitten im Sturm dazukommt und dem Sturm gebietet.
Es ist ein Bild für die Kirche durch alle Zeiten hindurch, wenn Jesus Petrus auffordert aus dem Boot herauszukommen: da, wo Petrus mehr bei Jesus ist als bei sich selbst, da wird er über das Wasser getragen. Da, wo er sich bewegen lässt von der Dynamik seines Glaubens, seiner Hoffnung und seiner Liebe, da, wo diese Dynamik stärker ist, da kann er unbeirrt standhalten, da aber, wo er in Selbstmitleid und Selbstbetrachtung gefangen bleibt, da droht er unterzugehen.
Es ist ein Bild für die Kirche durch alle Zeiten hindurch, wenn Jesus Petrus auffordert aus dem Boot herauszukommen: da, wo Petrus mehr bei Jesus ist als bei sich selbst, da wird er über das Wasser getragen. Da, wo er sich bewegen lässt von der Dynamik seines Glaubens, seiner Hoffnung und seiner Liebe, da, wo diese Dynamik stärker ist, da kann er unbeirrt standhalten, da aber, wo er in Selbstmitleid und Selbstbetrachtung gefangen bleibt, da droht er unterzugehen.
16 Minuten
Die Verklärung Jesu auf dem Berg ist eine Vorausverkündigung und eine Vorausverdeutlichung einer in Gott befreiten und einer auf immer mit Gott geeinten Schöpfung.
Wie sich für Mose im brennenden Dornbusch etwas von dem zeigt, wenn irdische Materie von Gottes Herrlichkeit erfasst wird, ohne zerstört zu werden, so sehen auch die Jünger auf dem Berg, wie Gottes Gegenwart durchlichtet und durchleuchtet und die Menschennatur des Sohnes verwandelt. Was sich am Leib Christi darstellt, das möchte sich an allen Gliedern ebenso vollziehen, am liebsten in der ganzen Menschheit, dass sie hineingenommen wird in das göttliche Licht.
Wie sich für Mose im brennenden Dornbusch etwas von dem zeigt, wenn irdische Materie von Gottes Herrlichkeit erfasst wird, ohne zerstört zu werden, so sehen auch die Jünger auf dem Berg, wie Gottes Gegenwart durchlichtet und durchleuchtet und die Menschennatur des Sohnes verwandelt. Was sich am Leib Christi darstellt, das möchte sich an allen Gliedern ebenso vollziehen, am liebsten in der ganzen Menschheit, dass sie hineingenommen wird in das göttliche Licht.
12 Minuten
Im Hinblick auf unser eigenes Leben, auf das Leben mit anderen und auf unser Leben mit Gott, sagen die Gleichnisse vom Himmelreich, wie Jesus sie erzählt, immer das Gleiche aus: man muss ein Suchender sein, um das wirklich Kostbare zu finden und man muss einiges an Mühe auf sich zu nehmen bereit sein, um auch den wahren Schatz zu finden. Der Schatz ist nur mit dem Acker zu haben.
17 Minuten
Eine Auslegung des Gleichnisses von der wachsenden Saat
13 Minuten
Die offenen Arme des Kreuzes und das offene Herz befreien vom Blick auf das eigene Ich und laden ein, sich nicht zu scheuen, die Last des anderen zu tragen, fernab von Lustgewinn und Wellnessmentalität, die den Blick des Menschen auf das eigene Ich zum obersten Lebensprinzip erheben.
17 Minuten
"Wer glaubt, zittert nicht!" - so sagt es ein Wort von Papst Johannes XXIII., das sich gut anhört, aber schwer zu leben ist.
Wie kann das große Wort "Fürchtet euch nicht!", das Jesus mehrmals und eindringlich seinen Jüngern sagt, wenn er sie wie "Schafe unter die Wölfe sendet", Wirklichkeit werden?
Woher kommt der tragende Grund, der einem Menschen angesichts von ungerechter Behandlung und Geringschätzung, inmitten von Missachtung und vielleicht sogar Bedrohung jene Standfestigkeit schenkt, die Jesus hier meint? Dass "Gott zu uns steht" und "alles in der Hand hat" umschreibt das Vertrauen, in das hinein die Jünger herausgefordert sind und in dem sie festen Halt gewinnen.
Wie kann das große Wort "Fürchtet euch nicht!", das Jesus mehrmals und eindringlich seinen Jüngern sagt, wenn er sie wie "Schafe unter die Wölfe sendet", Wirklichkeit werden?
Woher kommt der tragende Grund, der einem Menschen angesichts von ungerechter Behandlung und Geringschätzung, inmitten von Missachtung und vielleicht sogar Bedrohung jene Standfestigkeit schenkt, die Jesus hier meint? Dass "Gott zu uns steht" und "alles in der Hand hat" umschreibt das Vertrauen, in das hinein die Jünger herausgefordert sind und in dem sie festen Halt gewinnen.
16 Minuten
Es ist ein Grundmuster der Erwählung, dass die Bereitung eines Einzelnen immer durch das Gebet vorbereitet wird. Jesus selbst betet intensiv, die ganze Nacht, bevor er die Jünger erwählt, so dass sich das Herz des Gerufenen öffnet und er sich zur Verfügung stellt.
Es ist eine Frage an die Getauften, ob sie bereit sind, sich erwählen zu lassen und selbst um Berufungen zu beten und zu bitten.
Es ist eine Frage an die Getauften, ob sie bereit sind, sich erwählen zu lassen und selbst um Berufungen zu beten und zu bitten.
16 Minuten
Die Rede vom "dreifaltigen" Gott ist selbst für viele Christen nicht gefüllt. Jede Religion sei doch gleich und wir glaubten doch schließlich alle an den gleichen Gott! Wenn aber der Schöpfer des Menschen in sich Vater und Sohn und Heiliger Geist ist, wo sich der eine an den anderen verschenkt, dann findet auch der Mensch, als sein Abbild gedacht, nicht die Erfüllung in sich selbst. Das Lebensmotto "Zuerst ich - und dann lange nichts!" macht den Menschen letztendlich nicht glücklich und lässt ihn unerfüllt, weil er nur als ein Sich-Verschenkender, ganz ausgerichtet auf das DU, zu sich selbst findet. Wer vom dreifaltigen Gott redet, redet zugleich auch von der Erfüllung des Menschen in der Liebe und in der Hingabe.
15 Minuten
Die Gebote zu befolgen ist die Minimalforderung, der Heilige Geist aber möchte den Maßstab der Liebe setzen, um uns ins Unendliche zu weiten.
1 minute
Der Heilige Geist ist das Lied der Liebe, das der Vater dem Sohn und der Sohn dem Vater singt. Der Heilige Geist ist der Kuss der Liebe, den sich Vater und Sohn einander geben, und der Heilige Geist ist das Lied der Liebe, das Vater und Sohn gemeinsam in diese Welt hineinsingen.