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Was mich trägt und hält... - eine Auslegung zum Evangelium Archiv

299 Episoden
14 Minuten
Die Erzählung von einem König, der an der leeren Krippe auf einen Hirten trifft, zeigt etwas davon, wie auch wir selbst durch die Liebe und das aufmerksame Gebet anderer Menschen in das göttliche Geheimnis hineingenommen werden, so dass wir unseren Weg danach verändert und als neue Menschen fortsetzen können.
17 Minuten
Wir erfahren scheinbar nicht viel über die Beziehung von Josef und Maria, sie tauchen nur wenige Male gemeinsam auf und wir wissen kaum etwas davon, wie sie miteinander umgehen oder was sie miteinander sprechen. Aber gerade in dem Wenigen, das über sie gesagt wird, erkennen wir etwas Wesentliches für unsere Beziehungen: wie wir das Geheimnis des anderen, das er immer ist und bleibt, achten und bewahren können.
13 Minuten
...folgt!
16 Minuten
Der Weg durch die drei Evangelien der Weihnachtstage führt uns über die Krippe zu den Hirten und heute schließlich zu dem fast abstrakt anmutenden Wort, das Fleisch geworden ist, wie der Evangelist in seinem Prolog mehrfach wiederholt. Fast ist es so, als würde man aus dem heimeligen Gefühl des Weihnachtsfestes herausfallen und sich einer kaum zu fassenden Aussage gegenübersehen. Scheinbar verlangt es von uns, in eine höhere Sphäre einzudringen, wenn davon die Rede gesprochen wird, dass das Wort schon vor aller Zeit war und aus dem Vater hervorgegangen ist. Aber genau in diesem Wort sagt der Evangelist etwas sehr Tiefes über unsere eigene Existenz aus: dass dort, wo der Sohn aus der Ewigkeit hervorgegangen ist, auch unser Leben beheimatet ist und dass wir, wo wir uns in diesem Urmoment des liebenden Wortes des Vaters beheimaten, wirklich zuhause ankommen. 
16 Minuten
Wer sich in die Hirten hineinversetzt, die in dieser Nacht eine bemerkenswerte Begegnung erlebt haben, fragt sich vielleicht, was in ihnen vorgegangen ist, in jener Nacht auf dem Hirtenfeld in Bethlehem. Wer waren diese Männer? Innerlich wach, immer bedacht darauf, wann Bedrohung naht, alle Sinne geschärft, um zu wissen, was ihre Schafe unruhig macht, vielleicht wortkarg und nüchtern und vor allem durch und durch realistisch, die Füße auf dem Boden der Tatsachen!

Von der nächtlichen Begegnung mit dem Engel sagt der Evangelist nur knapp: „Der Engel des Herrn trat zu ihnen und Licht des Himmels umstrahlte sie. Und der Engel sagt zu ihnen: „Fürchtet Euch nicht! Heute ist der Retter geboren.“ - Daraufhin sie verlassen das wärmende Feuer und ziehen in die dunkle Nacht hinein, um das noch Unbekannte zu suchen und dem gehörten Wort zu folgen. Sie stellen uns vor die Frage, ob auch wir bereit sind unsere Komfort-Zone, das, wo wir uns im Leben eingerichtet haben, zu verlassen,, um den Herrn zu suchen und ihm zu begegnen.
17 Minuten
Wie sehr Johannes der Täufer eine adventliche, hinweisende Gestalt ist, der dem nach ihm Kommenden vorausgeht, wird im heutigen Johannesevangelium deutlich. Als er gefragt wird, wer er sei, antwortet er: "Ich bin ein Rufer in der Wüste!" Damit bezeichnet Johannes selbst sich als die Stimme für das Wort. Und Johannes schreibt unmittelbar davor in seinem Prolog vom ewigen Wort, das in die Welt kommt. Johannes ist nur die Stimme, die sich dem Eigentlichen zur Verfügung stellt. 
16 Minuten
Johannes der Täufer ruft das Volk in die Wüste hinaus, so wie es auch mit Mose war, der das Volk in die Wüste hineinführte. Auch zur Zeit Jesajas erlitt das Volk eine Zeit der Verbannung, fernab von der Nähe Gottes in Jerusalem, in feindlichem Gebiet, den fremden Mächten ausgesetzt. Es ist eine wirklich tröstliche Stimme, die dem Volk gut tut, wenn es bei Jesaja heißt: "Tröstet, tröstet mein Volk!", und damit ankündigt, dass die Zeit der Verbannung zu Ende geht. Aber sie war notwendig diese Zeit, so wie alle Zeiten der Wüste und Entbehrung in unserem Leben wichtig sind, weil sie die Sehnsucht wecken und nur ein Durchzug ins "Gelobte Land" sind.
15 Minuten
Das Bild, das wir uns von Jesus als König und Messias machen, ist häufig anders als die Wirklichkeit. Diese Schwierigkeit hatte Jesus schon zu seinen Lebzeiten. Als Petrus sich dann einmal zu ihm als Messias, "dem Sohn Gottes" bekennt, gebietet Jesus ihm streng darüber zu schweigen. Erst später, kurz vor seinem Ende, als er ganz alleine und ausgeliefert, offensichtlich machtlos, vor Pilatus steht, antwortet ihm Jesus auf dessen Frage unmissverständlich: "Ja, ich bin ein König!", jedoch fügt er gleich hinzu, "aber mein Reich ist nicht von dieser Welt!" Die einzige Macht, die dieser König hat, ist seine Liebe und seine Hingabe. Und sein Reich tritt tagtäglich in unsere Wirklichkeit ein, häufig anders, als wir es erwarten. 
20 Minuten
Das Bild eines um Mitternacht eintreffenden Herrn mutet in unseren Breiten komisch an, ist jedoch im Orient angesichts der Temperaturen nichts Ungewöhnliches. Auch die Brautjungfern, die auf die Ankunft warten, die sich dann jedoch unerwartet verzögert, so dass man beim langen Warten sogar einschläft, ist ebenso nicht ungewöhnlich in einer Zeit, in der es weder Uhren noch schnelle Fortbewegungsmittel gab. All das mag die Zuhörer Jesu nicht überrascht haben, denn es ist das, was man kennt - dass jedoch der Bräutigam nach seiner Ankunft sagt: "Ich kenne Euch nicht!" und denen, die noch rasch für das Öl in den Lampen sorgen mussten, den erwünschten Zutritt verwehrt, das darf uns wie auch die Zuhörer damals durchaus irritieren. Nur wer genug Öl dabei hat, um die Lampe im rechten Moment anzuzünden, ist auch beim Fest dabei. Was dieses Öl sein könnte, ist die entscheidende Frage, die dieses Gleichnis aufwirft.
15 Minuten
„Nur einer ist euer Vater, nur einer euer Lehrer“

Wenn Jesus sagt, keiner soll sich Vater und keiner soll sich Lehrer nennen lassen, so vielleicht deswegen, weil alle unsere zwischenmenschlichen Beziehungen Anteil haben an dem, was Gott ist und nur weiterschenken, was Gott für uns sein möchte. Jeder der Vater oder Mutter, Lehrer oder Partner ist, macht in seiner Liebe, in seinem Wissen, in seiner Treue das sichtbar, was Gott für den Menschen sein will. 
15 Minuten
Die Liebe, so könnte man zunächst meinen, ist das Selbstverständlichste und das Natürlichste, aber aus dem Alltag heraus wissen wir auch, dass sie mitunter das schwierigste ist. Jesus fordert uns heraus durch seine eigene Liebe, die so weit geht, bis es weh tut, und die uns auffordert einander so zu lieben, wie er geliebt hat.
15 Minuten
Es ist ein Ausholen zum Gegenschlag, wenn die Schriftgelehrten hier eine Frage stellen, die man offensichtlich gar nicht richtig beantworten kann. Nachdem Jesus in drei Gleichnissen (an den letzten Sonntagen gelesen) ihnen den Spiegel vorgehalten hat, fühlen nun sie sich an der Reihe, Jesus nach einem Sachverhalt zu fragen, der politisch wie religiös höchst brisant ist. Doch Jesus bestätigt mit seiner Antwort, womit sie ihm zuvor geschmeichelt haben, dass er die Wahrheit lehrt und nicht auf das Ansehen der Person schaut. Die erste Frage, um Jesus in die Falle zu locken, ist die nach der kaiserlichen Steuer. Und Jesus möchte mit seiner Antwort auf eine größere Freiheit hineinführen, die weit über die äußere Dimension der Bedrängnis und Bedrohung hinausführt. 
17 Minuten
Der Weihetag einer Kirche feiert den Tag, an dem die Kirche, wie eine Person, mit Wasser gereinigt und mit Öl gesalbt wird, und mit der Feier der ersten Eucharistie ihren Mittelpunkt erhält. Sie spiegelt damit unser Leben wieder, wo wir in der Taufe durch das Wasser die Reinigung und Heiligung erfahren und im Heiligen Geist gesalbt und gestärkt werden. Und so wie durch die äußeren Zeichen der Raum von Gott geheiligt und von Seiner Gegenwart erfüllt wird, so will er auch in unserem Leben einen Raum fei halten, wo er wohnen darf, um von dort aus die ganze Welt und die ganze Schöpfung zu heiligen und zu bewohnen.
16 Minuten
Es ist zu kurz gegriffen, das heutige Gleichnis vom Weinbergbesitzer nur auf das Haus Israel zur Zeit Jesu zu deuten. Es gilt auch für uns. Der Weinberg ist der Bereich Gottes, wo Er selbst Schutz gewährt, in Liebe umsorgt und alles dazugibt, was es braucht, damit gute Früchte wachsen. Und Gott erwartet, dass es auch etwas zu ernten gibt! Wenn wir alles einsetzen, was uns anvertraut ist, wie es in den anderen Gleichnissen von den anvertrauten Talenten und vom Feigenbaum zum Ausdruck kommt, dann werden wir zu Wachstum und Fruchtbarkeit kommen. Wir sind nicht Almosenempfänger Gottes, sondern Mitarbeiter, denen etwas anvertraut wurde, das sich entfalten muss, um zur Erfüllung zu kommen.
16 Minuten
Die Gleichnisse, die dem heutigen Sonntag vorausgegangen sind, haben den Erntedanksonntag schon vorbereitet. Es wurden uns Menschen vor Augen geführt, die immer Ja gesagt haben, die treue und fleißige Arbeiter waren, die gleich am Anfang eingestiegen sind und mitarbeiten wollten, die aber im entscheidenden Moment ihr Ja nicht aufrechterhalten und so in gewisser Weise zu einem "Nein" werden lassen. Immer lässt sich eine Haltung erkennen, die Ansprüche stellt und die etwas erwartet, aber nicht der Haltung des barmherzigen Vaters entspricht. Wer Gott wirklich in Dankbarkeit für das begegnet, was er selbst Gutes erhält und erhalten hat, tritt ein in eine Lebenshaltung, die das Leben heilt, versöhnt und verändert.