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Auto Hell Dunkel
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Episoden

58 Minuten
Wie kommt eine Bergsportmarke mit 45-jähriger Geschichteglaubwürdig ins Mountainbike-Segment? Und was lernt man, wenn man im Bikepark fragt, ob die Leute einen kennen — und die Antwort Nein ist? Christopher Junge und Benjamin Alt von Ortovox erzählen, wie der MTB-Markteinstieg wirklich ablief.
9 Minuten
Wer fährt hier eigentlich und mit wem kommunizieren wir in der Radbranche?

Strava meldet für 2024 ein Wachstum von 11% bei Fahrerinnen. Ältere Nutzer (61+) legen die meisten Kilometer des Jahres zurück. E-Bikes demokratisieren den Sport, machen ihn zugänglicher für Menschen, die früher nicht mitgefahren wären. Und das Bild in Kampagnen, auf Landingpages, in Tourismusprospekten? Athletisch. Männlich. 35–45. Bergkulisse. Perfektes Licht.

1. Das Bild hinkt der Realität um mindestens fünf Jahre hinterher. Die Zielgruppe hat sich verschoben – durch E-Bikes, durch demografischen Wandel, durch veränderte Mobilitätsmuster. Wer heute noch ausschließlich den sportlichen Typ zeigt, kommuniziert an 80% seines Marktes vorbei. Das ist keine progressive Forderung, das ist Grundlagenmarketing.

2. „Aspiration" ist keine Ausrede mehr. Das Argument „Wir zeigen das angestrebte Ich, nicht das tatsächliche Ich" funktioniert bei Parfüm. Bei einem Produkt, das Teilhabe verspricht, grenzt es aus. Wer das E-Bike als Einstiegsmöglichkeit vermarktet und dazu einen Hochleistungsathleten zeigt, schickt widersprüchliche Signale.

3. Bilder definieren, wer willkommen ist. Kommunikation ist nicht nur Botschaft – sie ist Einladung oder Ausschluss. Tourismus-Destinations, die nur eine bestimmte Art von Reisenden zeigen, signalisieren allen anderen: Ihr seid hier nicht gemeint. In gesättigten Märkten ist das eine Entscheidung gegen Wachstum.
48 Minuten
Christian Bollert hat detektor.fm vor 17,5 Jahren mitgegründet – aus einem Leipziger Kulturpodcast im Kinderzimmer ist ein Podcast-Label geworden, das unter anderem Antritt (den Fahrradpodcast), den Brand Eins Podcast und das Ostdeutschland-Projekt Dazwischen produziert. Im Gespräch geht's um Geschäftsmodelle, Host-Nähe als Erfolgsfaktor, den Blick von außen auf die Radbranche – und warum Podcast-Werbung dort noch viel Potenzial liegen lässt.

Worum geht's?

17,5 Jahre Podcast-Geschichte: Von vier Freund:innen mit Mikro im Kinderzimmer zum Label mit Radiosender, Auftragsproduktionen und eigenen Formaten – und warum sich der Fokus 2015/16 komplett gedreht hat (Radio wächst 2–4 %, Podcast teils 100–150 % pro Jahr).

Das Geschäftsmodell: Ein Drittel Werbung, ein Drittel Auftragsproduktion (für Spiegel, SZ & Co.), ein Drittel "der Rest" – Events, freiwillige Zahlungen, Förderungen.

Warum Nähe zur Redaktion zählt: Bollert glaubt an Hosts, die tief in der Recherche stecken – nicht an eingekaufte Reichweite. Sein Punkt: Creator-Podcasts mit gemietetem Gesicht sind oft nach ein bis drei Jahren durch, weil das Gesicht "ausgebrannt" ist.

Dazwischen: Das neue Sachsen-Anhalt-Projekt mit dem Media Forward Fund. Bollerts These: Nach der Wiedervereinigung wurden die ostdeutschen Medienhäuser komplett von westdeutschen Verlagen übernommen – anders als 1945, als vor Ort neue Lizenzen vergeben wurden. Ergebnis bis heute: kaum eigenständiger Regionaljournalismus, viel "Ossi"-Klischee statt Differenzierung.

Antritt bewusst breit statt nischig: Kein Rennrad-, MTB- oder Sport-Podcast, sondern alles rund ums Fahrrad – von Radwegrückbau in Berlin bis Eurobike-Politik. Reichweite: 40.000–70.000 Hörer:innen im Monat.

Kein Erfolgsmuster erkennbar: Bollert sagt offen, dass sich Top-Folgen nicht planen lassen – eine Schutzblech-Folge kann floppen oder abräumen, ganz unabhängig vom Thema. Klickoptimierung sei "mindestens im Antritt gar nicht möglich."

Die Radbranche von außen betrachtet: Corona-Boom Überbestellung Lieferkettenchaos (Suezkanal) Kaufzurückhaltung durch Ukraine-Krieg und Energiepreise aktuell starker Konsolidierungsdruck, sichtbar auch im Eurobike-Streit.

Konservativ als Stärke und Schwäche: Die Branche übersteht Krisen laut Bollert stabiler, weil sie wenig Risiko eingeht – riskiert damit aber, Transformationen zu verschlafen. Sein Vergleich: die deutsche Autoindustrie und die E-Mobilität.

Podcast-Werbung als First-Mover-Chance: Emotionale Bindung zur Stimme schlägt Reichweite – Studien zufolge hört der Großteil Werbung im Podcast einfach mit, statt zu skippen. Bei Antritt sieht Bollert eine Verschiebung weg von Rabattcodes hin zu reinem Markenaufbau (Beispiele: Versicherungen, Apple Watch).

Was macht eine Rad-Story für Brand Eins interessant? Große Transformationen und Übergänge – Generationenwechsel, Kreislaufwirtschaft-Experimente, Vier- statt Sechstagewoche. Reine PR-Erfolgsmeldungen eher nicht.
7 Minuten
Viele Marken behandeln jede neue Kampagne wie einen Neustart. Dabei ist das teuerste, was eine Marke tun kann, das Kapital der letzten Geschichte wegzuwerfen.

In dieser notes-Folge beschäftigen wir uns mit drei Argumenten für eine konsistente Kommunikation:

1. Kampagnen verbrauchen Budgets. Narrative bauen Kapital.

2. Narrative Frames sind Referenzgeschichten, keine Briefing-Templates.

3. Narrative Kontinuität ist ein Produktionsvorteil.
34 Minuten
Mit Leonie Stüken von Rad & Sport Blaichach spreche ich über ein gelungenes Ladenkonzept, Servicequalität und vor allem ihr Communitybuilding über Events. Willkommen am desire lines-Lagerfeuer Leonie Stüken.
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Über diesen Podcast

Willkommen am desire lines-Lagerfeuer – hier diskutieren wir die großen narrativen Stränge in der Rad-, Outdoor- und Bergsport-Branche. Mein Name ist Norman Bielig und ich treffe mich hier am Lagerfeuer mit Marketeers, Creator*innen, Kreativen und Verantwortlichen dieser Branchen zum Gespräch. Ungezwungen und dennoch gehaltvoll. Ganz unprätentiös - einfach aus dem Wunsch heraus Erfahrungen und Gedanken zu teilen und andere daran teilhaben zu lassen. Willkommen am desire lines Lagerfeuer.
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„desire lines - Podcast“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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