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  4. Das Beziehungsgeflecht von Gesellschaft, Wirtschaft und Geld
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Die Sphären des Geldes und des Denkens weisen große
Schnittmengen auf. Denkt man in ökonomischen Kategorien, sind sie
sogar deckungsgleich. Ohne Geld gibt es weder zivilisierte
Gesellschaft noch Wirtschaft, weil wir Geld durch Operationen
definieren, die zu dem Ergebnis „Wirtschaft und Gesellschaft“
führen.   Das „Denken in Geld“ erfasst den Menschen als
Ganzes, es betrifft die elementare psychische und physische
Konsistenz und Integrität. Aus der psychischen und physischen
Konsistenz des Menschen konfiguriert sich die Identität. Denken in
Geld betrifft also   1.Psychische Zustände und Prozesse, die
den Menschen beim Umgang mit und beim Nachdenken über Geld
begleiten, 2.praktische Operationen, die der Mensch als tätiges in
sozialen und arbeitsteiligen Kontexten lebendes Subjekt vollzieht.
Innerhalb dieser Kontexte entsteht das, was wir als „Gesellschaft“
bezeichnen.   Gesellschaft wird bei uns primär über Wirtschaft
definiert. In der Wirtschaft wird aber erst etwas zu Realität, wenn
es Geldform angenommen hat. Das bedeutet, dass die Geldform die
eigentliche Realität der Wirtschaft und somit auch der Gesellschaft
darstellt, weil Geld dasjenige Medium ist, über das sich auch
einander vollkommen fremde, noch so weit voneinander entfernte
Menschen aktiv miteinander verknüpfen. Geld verrichtet somit die
systemische Arbeit der Vernetzung. Geld ist die Sprache der
Wirtschaft, ihr Symbol, ihre Semantik. Es ist das die Kommunikation
innerhalb der Wirtschaftsgesellschaft konstituierende Element.
    Menschliche Sozialverbünde, deren Größe über jene von
Clans hinaus gehen, müssen sich erst finden, ihre Strukturen, also
Sitten und Konventionen müssen sich erst in einem langwierigen
Prozess konfigurieren, bevor von „Gesellschaften“ gesprochen werden
kann. Dies ist auf die so naheliegende wie einfache Tatsache
zurückzuführen, dass Gesellschaft nicht einfach vorhanden ist,
sondern sich immerzu von neuem ausbildet und konstituiert.
Gesellschaft besteht aus kommunizierenden, Tauschbeziehungen
praktizierenden Individuen, die untereinander die Preise für die
auszutauschenden Güter und Dienstleistungen aushandeln, wobei die
Gesetzmäßigkeiten von Angebot und Nachfrage zum Tragen kommen. Der
großartige, äußerst lesenswerte Ökonom Friedrich August von Hayek
(„Der Weg zur Knechtschaft“) und viele seiner Kollegen sprechen von
Geldwirtschaften als emergenten Strukturen und spontanen Ordnungen.
Gemeint ist damit ein Gebilde, dessen Entstehung nicht auf
bewusstem Handeln beruht, und das ohnehin nicht planbar sei. Viel
zu unwägbar die ins Unendliche gehende Masse von Faktoren, die auf
die Verhaltensweisen, die Wünsche und Bedürfnisse von Individuen
und folglich auf die Mengen und Preise von tauschfähigen Gütern
einwirken können. Da Handel und Tausch immer von Menschen für
Menschen realisiert werden, und weil Geld ohne weiteres verschickt,
avisiert und überwiesen werden kann, definiert Geld die Reichweite
des vorstellbaren, ermessbaren Raumes, innerhalb dessen
zwischenmenschliche Beziehung stattfinden kann. Somit konstituiert
Geld den Raum, innerhalb dessen sich Zivili

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„Das Beziehungsgeflecht von Gesellschaft, Wirtschaft und Geld“

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