Christian Kirsch, Gründer und Geschäftsführer von PASSION4IT
sowie Mitgründer von amaiko, spricht mit Norman Müller darüber,
wie mittelständische Unternehmen KI unter Kostendruck sinnvoll
einsetzen können. Im Mittelpunkt stehen konkrete Entlastung im
Arbeitsalltag, der Umgang mit Unternehmenswissen und die
Verantwortung der Geschäftsführung. An Beispielen aus seiner
Beratungspraxis erklärt Christian, warum der Einstieg selten beim
kompliziertesten Prozess beginnen sollte und weshalb gekaufte
Lizenzen allein noch keine Veränderung bewirken. Die Folge
richtet sich an Entscheiderinnen und Entscheider, die aus
KI-Experimenten einen verlässlichen Nutzen für ihr Unternehmen
entwickeln wollen.
* 00:00 KI im Mittelstand: Nutzen statt Hype
* 01:19 Christian Kirsch: Vom beruflichen Rückschlag zur eigenen
Firma
* 06:21 Was persönliche Krisen und wirtschaftlicher Wandel
gemeinsam haben
* 09:24 Agieren, reagieren oder abwarten: Die Opossum-Strategie
* 11:39 Warum der KI-Einstieg bei alltäglichen Aufgaben beginnen
sollte
* 15:20 amaiko: Vom Wissensmanagement zum persönlichen
KI-Assistenten
* 20:30 Daten, Prozesse und Organisation als Grundlage für KI
* 23:17 KI-Kompetenz zwischen Experimentierfreude und
Überforderung
* 25:42 Warum auch erfolgreiche Unternehmen sich verändern müssen
* 27:58 Warum gekaufte KI-Lizenzen noch keine Transformation
bewirken
* 30:09 KI ist eine Führungsaufgabe
* 31:07 Der Einstieg: Bestandsaufnahme, Strategie und Kosten
* 34:47 Für wen amaiko gedacht ist und wie die Einführung
begleitet wird
* 38:50 Die nächsten Schritte für amaiko und die Suche nach
Investoren
* 43:41 AI-Cluster Niederbayern: Austausch und Umsetzung vor Ort
* 46:09 Drei No-Gos: Nichtstun, überzogene Erwartungen und frühes
Aufgeben
* 48:15 Schlussfrage: Bessere KI und ein besseres Miteinander
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Shownotes
* Christian Kirsch auf
LinkedIn:https://www.linkedin.com/in/christian-kirsch/
* Website von PASSION4IT:https://passion4it.de/
* amaiko:https://amaiko.ai/de
* Christians Bücher zu Digitalisierung, Führung und
KI:https://passion4it.de/buecher-digital-mindset-building-leaders/
* KI-Readiness-Check von
PASSION4IT:https://valx1cf71b9.typeform.com/p4itaicheck
* Mit Christian über KI, Digitalisierung oder ein Investment in
amaiko
sprechen:https://news.passion4it.de/meetings/christian-kirsch2
* Veranstaltungen von
PASSION4IT:https://passion4it.de/veranstaltungen/
* Interesse am AI-Cluster
Niederbayern:https://news.passion4it.de/meetings/christian-kirsch2
Der Mittelstand braucht KI, die den Montagmorgen besser
macht.
Die Zukunft eines Unternehmens entscheidet sich manchmal an einer
ziemlich unspektakulären Frage: Freuen sich die Menschen am
Sonntagabend auf den Montagmorgen? Oder denken sie an ungelesene
E-Mails, endlose Besprechungen und die Arbeit, die nach den
Besprechungen erst beginnt?
Christian Christian stellt diese Frage im Venture AI Podcast. Sie
klingt zunächst nach Unternehmenskultur. Tatsächlich führt sie
mitten in die Debatte über künstliche Intelligenz. Denn wer KI im
Mittelstand einführen will, muss erklären können, was sich
dadurch im Alltag verbessert. Für die Geschäftsführung. Für die
Beschäftigten. Für die Kunden.
Christian kennt diese Perspektiven als Gründer von PASSION4IT und
Mitgründer von amaiko. Mit seinem Beratungshaus begleitet er
Unternehmen bei der Digitalisierung. Mit amaiko entwickelt er
selbst einen KI-Assistenten für den Arbeitsalltag. Er spricht
deshalb aus praktischer Erfahrung und mit dem wirtschaftlichen
Interesse eines Anbieters. Umso interessanter ist der Maßstab,
den er an KI anlegt: Sie muss spürbar entlasten.
Der Mittelstand braucht keine weitere Demonstration dessen, was
eine Maschine theoretisch alles könnte. Er braucht einen
nachvollziehbaren Weg von einer konkreten Belastung zu einer
besseren Arbeitsweise.
Die Opossum-Strategie führt nicht aus der Krise
Christian beschreibt drei Reaktionen auf den technologischen
Wandel. Manche Unternehmen handeln aus eigener Überzeugung.
Andere reagieren, weil der Wettbewerber bereits etwas
ausprobiert. Eine dritte Gruppe wartet darauf, dass die Gefahr
vorbeizieht. In seinem Buch nennt er das die Opossum-Strategie:
sich tot stellen und hoffen.
Das Bild trifft einen empfindlichen Punkt. Wer über Jahrzehnte
erfolgreich war, hat gute Gründe, seinen Rezepten zu vertrauen.
Doch dieser Erfolg beantwortet nicht die Frage, ob dieselben
Rezepte auch unter veränderten Bedingungen funktionieren. Neue
Wettbewerber interessieren sich wenig dafür, wie lange ein
Unternehmen seinen Markt bereits beherrscht.
Christian spricht deshalb von kultivierter Unzufriedenheit. Auch
das eigene Unternehmen müsse sich regelmäßig fragen, was sein
Geschäftsmodell angreifbar macht. Diese Haltung ist keine
Aufforderung zum permanenten Aktionismus. Sie verlangt, den
bisherigen Erfolg zu prüfen, bevor der Markt es tut.
Beim KI-Einsatz wird das sehr konkret. Unternehmen, die ihren
Beschäftigten keine geeigneten Werkzeuge anbieten, verhindern
damit nicht automatisch deren Nutzung. Christian berichtet von
Menschen, die sich selbst behelfen und geschäftliche Unterlagen
über private Anwendungen weiterreichen. Hinter solcher
Schatten-KI kann der Wunsch stehen, die eigene Arbeit besser zu
erledigen. Die Führungsaufgabe besteht darin, dafür einen
geeigneten Rahmen zu schaffen: mit freigegebenen Lösungen,
verständlichen Regeln und Ansprechpartnern.
Der erste Nutzen liegt oft im ganz normalen
Büroalltag
Der nächste Fehler entsteht am anderen Ende der Skala: Ein
Unternehmen entscheidet sich für KI und nimmt sich sofort seinen
schwierigsten Prozess vor. Produktionsplanung, komplexe
Systemlandschaften, über Jahre gewachsene Sonderfälle. Der
Anspruch ist groß, die Voraussetzungen sind es häufig noch nicht.
Christian empfiehlt einen Einstieg bei wiederkehrenden Aufgaben
der Wissensarbeit. Informationen finden. E-Mails sortieren.
Termine vorbereiten. Besprechungen nacharbeiten. Das klingt
kleiner als die vollständige Automatisierung eines
Geschäftsbereichs. Für die Menschen, die diese Aufgaben täglich
erledigen, kann es trotzdem einen erheblichen Unterschied machen.
So beschreibt er auch amaiko: als Assistenten, der Kontext aus
dem Arbeitsalltag aufnimmt, auf Termine vorbereitet und bei
wiederkehrenden Abläufen unterstützt. Die Idee entstand aus einer
Erfahrung mit Wissenstransfer. In einem Kundenprojekt half sein
Vater mit jahrzehntelanger Industrieerfahrung aus. Das
funktionierte. Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie dieses
Wissen erhalten bleibt, wenn der erfahrene Mensch irgendwann
nicht mehr mitarbeitet.
Darin steckt ein größerer Punkt. Unternehmenswissen besteht aus
mehr als Dokumenten. Es umfasst auch die Gründe für
Entscheidungen, Erfahrungen mit Kunden und das Verständnis dafür,
weshalb ein bestimmter Weg funktioniert. Dieses Wissen zugänglich
zu machen, ist ein anspruchsvolles Ziel. Es lässt sich nicht
durch das bloße Sammeln von Dateien erreichen.
Christian berichtet, dass ihn sein eigener Assistent täglich um
ein bis zwei Stunden entlaste. Das ist seine persönliche
Erfahrung in einem dafür geeigneten Arbeitsalltag, keine
allgemeine Produktivitätsgarantie. Für andere Unternehmen muss
sich der Nutzen an ihren eigenen Aufgaben zeigen. Werden
Nacharbeiten kürzer? Finden Beschäftigte Informationen schneller?
Entsteht tatsächlich mehr Zeit für Kunden, Entscheidungen und
Zusammenarbeit?
Eine Lizenz ersetzt keine Führungsentscheidung
Ein besonders vertrautes Muster schildert Christian beim Einkauf
von KI-Lizenzen. Ein Unternehmen stattet seine Mitarbeitenden aus
und betrachtet die Einführung damit als erledigt. Anschließend
verändert sich an den Arbeitsweisen wenig.
Das Problem liegt bereits in der Erwartung. Der Kauf schafft
Zugang zu einer Technologie. Damit ist noch nicht geklärt, wofür
sie eingesetzt werden soll, welche Informationen sie verwenden
darf und wer ihre Ergebnisse beurteilt. Ebenso wenig ist geklärt,
wie Menschen lernen, mit ihr sinnvoll zu arbeiten.
Deshalb gehört die Geschäftsführung für Christian an den Tisch.
Zusammen mit IT, Personalverantwortlichen und Menschen aus den
Fachbere…
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