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  4. Wie findet der Mittelstand den richtigen Chef für die KI-Transformation? (#1308)
Eine neue Geschäftsführung muss zum Unternehmen passen und den
Wandel durch KI führen können. Im Gespräch mit Gabriela Jaecker,
Geschäftsführerin der Personal- und Nachfolgeberatung
CleverMatch, geht Norman Müller der Frage nach, woran Eigentümer
und Personalverantwortliche diese Fähigkeiten erkennen. Gabriela
erzählt von unausgesprochenen Erwartungen in Familienunternehmen,
neuen Nachfolgemodellen und dem Einsatz von KI-Agenten in ihrer
eigenen Beratung. Im Mittelpunkt stehen unternehmerische
Urteilskraft, die Auswahl von Führungskräften und die Menschen,
die Veränderungen im Unternehmen mittragen sollen.

* 00:00 Wer kann ein Familienunternehmen durch den KI-Wandel
führen?

* 01:40 Gabrielas Weg von KPMG und BMW zur Nachfolgeberatung

* 04:36 Wenn Persönlichkeit und Erwartungen nicht zusammenpassen

* 06:11 Kommunikation zwischen Eigentümer und neuer
Geschäftsführung

* 12:01 Nachfolge vorbereiten und Erwartungen klären

* 15:03 Wenn Unternehmer ihre Betriebe auslaufen lassen

* 17:19 Externe Geschäftsführer, Beteiligungen und Private Equity

* 20:51 KI, Sicherheit und neue Beteiligungsmodelle

* 24:44 Welche Nachfolgelösung passt zum Unternehmen?

* 26:48 KI-Transformation in gewachsenen Strukturen

* 28:43 Die Idee eines KI-Scores für Führungskräfte

* 31:06 KI-Agenten verändern die Personalberatung

* 34:22 Wo KI-Verantwortung im Unternehmen hingehört

* 37:48 KI-Verständnis und unternehmerisches Einsatzurteil

* 40:40 Führungskräfte mit eigenen KI-Agenten

* 42:49 Veränderungsbereitschaft und kulturelle Passung

* 47:57 Welche Fähigkeiten die nächste Geschäftsführung braucht

* 50:55 Ausblick auf eine Fortsetzung

* 51:43 Gabrielas Wunsch für die Personalauswahl

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Shownotes

Gabriela Jaecker ist Geschäftsführerin von CleverMatch. Seit 2009
begleitet sie mittelständische Unternehmen, insbesondere
Familienunternehmen, bei der Besetzung von Geschäftsführer- und
Nachfolgepositionen. Nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau und
einem BWL-Studium arbeitete sie bei KPMG und BMW. Ihre Arbeit
verbindet Personal- und Nachfolgeberatung mit der Frage, wie
Persönlichkeit und Führungskompetenzen zu den Anforderungen eines
Unternehmens passen.

Gabriela Jaecker: https://de.linkedin.com/in/gabriela-jaecker

CleverMatch: https://www.clevermatch.com

KI Score für Führungskräfte:
https://www.clevermatch.com/ki-score-fuehrungskraefte

Kontakt zu Gabriela Jaecker:
https://www.clevermatch.com/berater/gabriela-jaecker

Die nächste Geschäftsführung muss KI-Entscheidungen
treffen können

Ein Unternehmer ruft seine Personalberaterin an. Der neue
kaufmännische Leiter ist erst seit einer Woche im Unternehmen,
und schon stimmt etwas nicht: Er geht nicht jeden Tag in die
Produktion. Hat der Unternehmer ihm gesagt, dass er das erwartet?
Nein. Wer so viel verdient, müsse das von selbst wissen.

Gabriela Jaecker erzählt diese Geschichte in unserem Gespräch.
Sie begleitet seit 2009 Geschäftsführer- und Nachfolgebesetzungen
im Mittelstand. Der Fall zeigt, wie früh eine Zusammenarbeit an
Erwartungen scheitern kann, die niemand ausgesprochen hat. Beide
Seiten haben einen Vertrag geschlossen. Über einen wichtigen Teil
des Arbeitsalltags haben sie sich offenbar nicht verständigt.

Mit KI kommen weitere Entscheidungen hinzu. Eine
Eigentümerfamilie sucht jemanden, der ihr Unternehmen weiterführt
und zugleich beurteilen kann, welche Veränderungen sinnvoll sind.
Fachliche Erfahrung bleibt relevant. Bei der Auswahl muss die
Familie aber auch herausfinden, wie ein Kandidat unter
Unsicherheit entscheidet und sein Team dabei einbezieht.

Eigentümer müssen ihre Erwartungen aussprechen

Gabriela empfiehlt, die Zusammenarbeit von Beginn an bewusst zu
organisieren. Eigentümer und neue Geschäftsführung sollten
regelmäßige Gespräche vereinbaren: Was lief gut? Was hat
irritiert? Was müssen wir ändern? Sie erzählt von einem
erfahrenen Geschäftsführer, der sich auch nach zwanzig Jahren
noch jeden Sonntag mit dem Gründer über die vergangene Woche
austauschte.

Dabei geht es um Investitionen und Zuständigkeiten, aber auch um
vermeintliche Kleinigkeiten. Welche Reiseausgaben sind
angemessen? Wann möchte ein Gesellschafter informiert werden?
Welche Nähe zur Produktion erwartet er? In einem gewachsenen
Familienunternehmen können solche Vorstellungen lange
selbstverständlich erscheinen, weil der Inhaber sie selbst
verkörpert hat. Ein neuer Geschäftsführer kennt sie deshalb noch
lange nicht.

Für den KI-Einsatz müssen Eigentümer zusätzliche Erwartungen
klären. Soll die Geschäftsführung einzelne Abläufe verbessern
oder auch das Geschäftsmodell weiterentwickeln? Welche
Entscheidungen darf sie selbst treffen? Welche Veränderungen
trägt die Familie mit? Wer Verantwortung übergibt, sollte den
Handlungsspielraum ebenso deutlich beschreiben wie die
gewünschten Ergebnisse.

Die Nachfolge braucht Raum für unterschiedliche
Lösungen

Gabriela berichtet von kleineren Unternehmen, deren Inhaber den
Betrieb auslaufen lassen wollen, obwohl weiterhin Geschäft
vorhanden ist. Ihre Beobachtung beschreibt einzelne
Konstellationen aus der Beratung. Eine allgemeine Aussage über
alle kleinen Familienunternehmen lässt sich daraus nicht
ableiten. Die Fälle werfen dennoch eine wichtige Frage auf:
Welche Möglichkeiten haben Eigentümer geprüft, bevor sie sich
gegen eine Fortführung entscheiden?

Im Gespräch beschreibt Gabriela mehrere Wege. Familien können
eine externe Geschäftsführung einsetzen und Eigentümer bleiben.
Sie können einen Geschäftsführer beteiligen oder eine
Übergangslösung schaffen, bis die nächste Generation bereit ist.
Auch Investoren können eine Rolle übernehmen. Welche Lösung
passt, hängt unter anderem von den Zielen der Familie, dem
Gesellschafterkreis und den finanziellen Möglichkeiten ab.

Ich bringe die Idee ein, Beschäftigte stärker an den
wirtschaftlichen Ergebnissen KI-gestützter Arbeit zu beteiligen.
Das ist ein Zukunftsszenario, kein im Gespräch belegtes
Erfolgsmodell. Die Überlegung richtet den Blick aber auf einen
Konflikt, den Führungskräfte bearbeiten müssen: Mitarbeiter
sollen Veränderungen mittragen, während sie sich zugleich fragen,
was diese für ihren Arbeitsplatz bedeuten. Eine Geschäftsführung
muss erklären können, wie sich Aufgaben verändern und welche
Perspektive Menschen im Unternehmen haben.

KI-Kompetenz zeigt sich in unternehmerischen
Entscheidungen

Bei der Auswahl von Führungskräften will Gabriela genauer auf
KI-Verständnis und unternehmerisches Einsatzurteil schauen. Sie
beschreibt die Fähigkeit und den Willen, wirtschaftlichen Nutzen
und Risiken des KI-Einsatzes im eigenen Unternehmen
einzuschätzen. Dazu gehört auch die Entscheidung, wann ein
automatisiertes System unterstützen kann und wann ein Mensch
selbst urteilen muss.

Ich erzähle von einem Bewerbungsgespräch bei einem
Medienunternehmen. Aus meiner Sicht sollte die vorgesehene
KI-Rolle strategische Verantwortung auf Führungsebene tragen. Das
Unternehmen plante nach meinem Eindruck eher eine Vermittlerrolle
zwischen den Abteilungen. Wir hatten unterschiedliche
Vorstellungen vom Auftrag. Mein Beispiel zeigt, warum Unternehmen
die gewünschte Wirkung einer Stelle klären sollten, bevor sie
jemanden dafür suchen.

CleverMatch hat sein Kompetenzmodell um eine KI-bezogene
Dimension erweitert und stellt einen KI-Score für Führungskräfte
vor. Ich war an früheren Gesprächen über einen solchen
Scoring-Ansatz beteiligt. Das Gespräch erklärt die Zielrichtung
des Angebots; es liefert keine unabhängige Prüfung seiner
Aussagekraft. Eine Zahl über einen Kandidaten braucht deshalb
eine verständliche Erklärung: Welche Anforderungen betracht…

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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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