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  4. Wie steigt der Mittelstand in KI ein, ohne sich zu verzetteln? (#1311)
Ein Handwerksbetrieb möchte Angebote schneller vorbereiten,
Material auf der Baustelle per Sprache erfassen oder Kundenwissen
besser nutzen. Doch mit jeder neuen KI-Anwendung stellt sich auch
die Frage, wer sie betreut. Norman Müller spricht mit Patrick
Sager, Mitgründer und Geschäftsführer von ProzessX aus Nagold,
über den Weg von der KI-Beratung zur eigenen Plattform XOS und
darüber, wie kleine und mittelständische Unternehmen einen
passenden Einstieg finden.

Im Mittelpunkt stehen konkrete Arbeitsabläufe, die Anbindung
vorhandener Software und die Menschen, die mit den neuen
Werkzeugen arbeiten sollen. Patrick erklärt, weshalb er mit einer
Bestandsaufnahme im Team beginnen würde und warum Unternehmen
schon beim ersten Agenten an dessen späteren Betrieb denken
sollten.

* 00:00 Wie findet ein kleiner Betrieb einen sinnvollen
KI-Einstieg?

* 01:49 Von der KI-Agentur zum Systemhaus

* 03:35 Wie aus eigenen Aufgaben die Plattform XOS entstand

* 06:57 Wiederkehrende Aufgaben im mittelständischen Alltag

* 08:33 Welche Arbeit kostet Zeit, Geld oder Nerven?

* 10:21 Sprachnotizen, Materialerfassung und gemeinsames
Kundenwissen

* 13:54 Wenn das bestehende ERP keine KI-Anbindung bietet

* 16:43 Agenten und Workflows mit vorhandenen Systemen verbinden

* 20:12 Wer betreut die Agenten nach der Einführung?

* 21:24 KI-Anwendungen als zusätzlicher Service für Kunden

* 24:22 Neue Angebote entwickeln und die Toolvielfalt steuern

* 26:36 Was unterscheidet Assistenzsysteme und KI-Agenten?

* 30:26 Unternehmensnachfolge und zugängliches Betriebswissen

* 35:06 Die Tastatur vor dem Scanner: Hindernisse im Alltag

* 37:05 Warum Befähigung vor der Einführung wichtig ist

* 39:06 Der Blick in den Spiegel: Kennt ihr eure Abläufe?

* 43:04 Lösungen ausprobieren und im Betrieb weiterentwickeln

* 49:39 Der erste Schritt: Mit dem gesamten Team Bestandsaufnahme
machen

* 52:26 Unterstützung finden und das AI Cockpit nutzen

* 56:00 Patricks Schlussgedanke: Weniger Angst vor KI

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Shownotes

Patrick Sager ist Mitgründer und Geschäftsführer von ProzessX in
Nagold. Das Unternehmen verbindet KI-Beratung und technische
Umsetzung mit Weiterbildung und entwickelt die Plattform XOS. Im
Gespräch beschreibt Patrick, wie Erfahrungen aus eigenen Abläufen
und Kundenprojekten in die Produktentwicklung einfließen.

* Patrick Sager auf LinkedIn:
https://www.linkedin.com/in/patricksgr/

* ProzessX: KI-Beratung und Umsetzung: https://prozessx.com

* Weiterbildung bei ProzessX:
https://prozessx.com/ki-weiterbildungen

* Kontakt zu Patrick und dem ProzessX-Team: info@prozessx.com

Genannte Tools:

* AI Cockpit des Bundesverbands: KI-Vorhaben beschreiben und
Unterstützung anfragen: https://ki-projekt.bundesverband.ai

Der erste KI-Prozess braucht jemanden, der sich
kümmert

Ein Mitarbeiter steht auf der Baustelle und spricht ins Handy,
welches Material er verbraucht hat. Aus der Notiz könnte eine
strukturierte Meldung für den Einkauf werden. Im Büro müsste
niemand denselben Vorgang noch einmal abtippen. So beschreibt
Patrick Sager einen möglichen Einsatz von KI im Handwerk. Das
Beispiel beginnt bei einer Arbeit, die jemand jeden Tag erledigen
muss.

Patrick hat mit seinem Mitgründer ProzessX in Nagold aufgebaut.
Im Gespräch erzählt er, wie das Team zunächst eigene Aufgaben
automatisierte und später ähnliche Wünsche bei Kunden
wiedererkannte. Angebote vorbereiten, Informationen aus
Gesprächen weitergeben, Kundenkontakte organisieren: Irgendwann
wollten die Gründer wiederkehrende Lösungen in einer eigenen
Plattform zusammenführen. Daraus entstand XOS.

Diese Entwicklung wirft eine Frage auf, die auch für Kunden
wichtig ist. Wenn ein Unternehmen immer mehr Arbeit an Software
übergibt, muss es wissen, wer diese Software im Alltag betreut.
Ein erster Prototyp kann schnell entstehen. Ob Beschäftigte sich
Monate später noch darauf verlassen können, hängt auch von den
Zuständigkeiten und der Pflege ab.

Bei einer Aufgabe anfangen, die das Team kennt

Im Gespräch schlage ich drei Suchrichtungen für einen ersten
Anwendungsfall vor: Welche Aufgaben kosten viel Zeit? Welche
kosten Geld? Und welche erledigen die Beschäftigten besonders
ungern? Damit lässt sich ein Gespräch über KI an Tätigkeiten
anschließen, die im Betrieb längst bekannt sind.

Patrick nennt die Angebotserstellung und den Umgang mit
Gesprächsnotizen. Er beschreibt auch die Möglichkeit,
Informationen aus Telefonaten für die weitere Zusammenarbeit
verfügbar zu machen. Wer bei einem Kunden war, soll sein Wissen
anschließend so weitergeben können, dass Kollegen damit arbeiten
können. Die beschriebenen Funktionen und Abläufe sind seine
Darstellung, kein unabhängiger Produkttest.

Für einen Betrieb liegt darin eine brauchbare Ausgangsfrage: Wo
übergeben Menschen heute Informationen, und was geht dabei
verloren? Vielleicht fehlt eine Materialangabe. Vielleicht muss
jemand nachfragen, was ein Kunde beim letzten Termin wollte.
Vielleicht liegt die entscheidende Notiz auf einem einzelnen
Rechner. An solchen Stellen lässt sich ein begrenzter Versuch
besprechen, an dem die betroffenen Beschäftigten selbst
mitarbeiten können.

Auch ein Agent muss betreut werden

Sobald mehrere Abteilungen eigene Werkzeuge bauen oder einkaufen,
muss jemand den Überblick behalten. Ich erzähle im Gespräch von
Unternehmen, die bereits zahlreiche Agenten eingerichtet haben
und nun merken, dass sie diese weiter pflegen müssen.
Verbindungen zu anderen Programmen können sich ändern. Ein
verwendetes Modell kann auslaufen. Ein bisher brauchbarer Ablauf
kann neue Fehler produzieren.

Patrick beschreibt XOS als gemeinsame Umgebung für Agenten,
Workflows und betriebliche Anwendungen. Bestehende Systeme sollen
sich darüber anbinden lassen. Gerade bei älterer Branchensoftware
bleibt diese Verbindung aber eine konkrete Integrationsaufgabe.
Fehlt eine geeignete Schnittstelle, muss das Team einen anderen
Weg finden oder zusätzlichen Entwicklungsaufwand einplanen.

Für mich folgt daraus eine Frage, die vor dem Ausbau auf den
Tisch gehört: Wer kennt diesen Ablauf gut genug, um Fehler zu
bemerken und Änderungen zu veranlassen? Dazu gehört auch die
Möglichkeit, eine Anwendung wieder abzuschalten. Wir sprechen
darüber, dass Unternehmen aus einem Versuch lernen und Ressourcen
für eine bessere Lösung freimachen können.

Patrick fragt außerdem, ob ein System noch funktioniert, wenn die
wenigen Menschen gehen, die es aufgebaut haben. Wer diese Frage
erst beim Abschied eines Mitarbeiters stellt, muss womöglich
unter Zeitdruck herausfinden, wie die eigene Automatisierung
arbeitet.

Befähigung beginnt mit dem eigenen Arbeitsalltag

Patrick berichtet, dass sein Team viel Aufklärungsarbeit leisten
muss, bevor Kunden einschätzen können, was KI für sie leisten
könnte. Eine Geschäftsführung kann eine Anwendung bestellen. Die
Beschäftigten müssen anschließend verstehen, wie sie damit ihre
Arbeit erledigen und welche Grenzen sie beachten sollen.

Dafür verwendet Patrick das Bild eines Spiegels. Wer die eigenen
Systeme, Abläufe und Schwierigkeiten kennt, kann einen Einstieg
genauer beschreiben. Wer lediglich gehört hat, dass das
Unternehmen jetzt KI brauche, hat diesen Ausgangspunkt noch
nicht.

Ich mag dieses Bild, weil es auch einen zweiten Blick zulässt.
Ein Betrieb kann heute erfolgreich sein und trotzdem Aufgaben
haben, die er in einigen Jahren anders organisieren muss. Im
Gespräch kommen wir auf Unternehmensnachfolge und Wissen zu
sprechen, das bisher vor allem in den Köpfen langjähriger
Beschäftigter steckt. Wie lässt sich dieses Wissen zugänglich
machen? Wer versteht die Zusammenhänge noch, wenn die betref…

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„Wie steigt der Mittelstand in KI ein, ohne sich zu verzetteln? (#1311)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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