Unterhalt kennt keinen Wertverlust
Folge 103.
Eigentlich wollten wir am Montagabend nur noch einmal gemeinsam
eine Truckerforelle essen.
Dann standen plötzlich ungefähr 600 Menschen an einer Tankstelle
in Leipzig.
Der Lidl Parkplatz war voll. Der Park and Ride Parkplatz war
voll. Die Berufsschule gegenüber wurde zum Ausweichparkplatz. Der
Rückstau tauchte bei Google auf und irgendwann standen rund zehn
Polizeifahrzeuge vor Ort.
Wegen Bockwurst.
Knapp 300 Würste gingen in weniger als einer Stunde über den
Tresen. Sechs Bockwurstwärmer liefen auf Anschlag und irgendwann
saßen selbst die Polizisten mit uns da und aßen Truckerforelle.
Was komplett hätte eskalieren können, blieb erstaunlich
entspannt.
Keine Burnouts. Kein Müll. Kein Theater.
Stattdessen Manta, 190er, Citroën DS und CX, Cadillac Eldorado,
Scania, T1, T2 und eine Mischung aus Menschen und Autos, die man
auf keinem markenreinen Treffen so zusammenbekommen würde.
Und genau deshalb bleibt von diesem Abend vor allem ein Gedanke:
Lösch das Internet. Wir treffen uns an der Tankstelle.
Denn ein Reel kann hunderttausend Aufrufe haben. Es ersetzt nicht
das Gespräch mit jemandem, der 700 Kilometer fährt, um eine
Stunde mit anderen Verrückten an einer Tankstelle zu stehen.
Für dieses Jahr war es das mit der Truckerforelle. Aber nach
diesem Abend wissen wir ziemlich sicher: Wir brauchen einen Ort,
an dem wir das wiederholen können.
Nur vielleicht mit etwas mehr Parkplatz.
Danach widmen wir uns einem Thema, das finanziell kaum
vernünftiger ist:
Luxusautos bis 10.000 Euro.
Oder anders gesagt: Autos, die früher weit über 100.000 Mark oder
Euro gekostet haben und heute preislich dort angekommen sind, wo
plötzlich sehr schlechte Ideen sehr vernünftig wirken.
Mario erklärt uns, warum Audi A8, Phaeton und Q7 auch mit
Laufleistungen funktionieren können, bei denen andere Autos
längst eine Gedenktafel bekommen hätten.
Ari hält innerhalb einer Minute das wahrscheinlich überzeugendste
Plädoyer für den VW Phaeton, das Ferdinand Piëch selbst kaum
besser hätte formulieren können.
Vier Zonen Klima. Massage. Leder. Holz. Einzelsitze. Kühlschrank.
V8. V10 TDI. W12.
Und heute teilweise günstiger als ein neuer Kleinwagen.
Dann kommt Osho mit dem Joker um die Ecke:
Citroën C6.
2,7 Liter V6 Diesel. Staatskarosse. Luftfederung.
Vollausstattung.
Kaufpreis: 2.700 Euro.
Timo verteidigt den BMW E65, Christoph den ersten Audi A8, Lars
den Range Rover L322, Nana, ein frisch gebackener Besitzer,
seinen Cayenne GTS und Alex erinnert uns daran, warum ein W140
bis heute wirkt wie ein fahrender Regierungssitz.
Natürlich haben all diese Autos einen Haken.
Und Lars bringt ihn perfekt auf den Punkt:
Unterhalt kennt keinen Wertverlust.
Ein Auto kann heute 6.000 Euro kosten.
Die Reparatur weiß trotzdem noch, dass es einmal 120.000 gekostet
hat.
Aber wenn alles funktioniert?
Dann sitzt du plötzlich in Leder, Holz und Doppelverglasung,
gleitest über die Autobahn und fragst dich, warum ein neuer
Kleinwagen eigentlich 25.000 Euro kosten soll.
Folge 103 also.
600 Menschen wegen einer Bockwurst, zehn Polizeiautos, 300
Truckerforellen und anschließend eine Kaufberatung für Menschen,
denen ihr finanzielles Wohlergehen nicht übermäßig wichtig ist.
Viel Spaß mit der neuen Folge Maschinenhort.
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