In dieser Folge erklärt Meike eine wichtige therapeutische
Intervention: den Stuhldialog. Meike erklärt, was das ist, wie
man ihn selbst anwenden kann und was eigentlich genau
Schematherapie von Verhaltenstherapie unterscheiden.
1. GRUNDLAGEN DER SCHEMATHERAPIE
Young, J. E., Klosko, J. S., & Weishaar, M. E. (2003).
Schema Therapy: A Practitioner's Guide. Guilford Press.
https://www.guilford.com/books/Schema-Therapy/Young-Klosko-Weishaar/9781593853723
Grundlagenwerk zu Schemata, Schemamodi und erlebnisorientierten
Interventionen.
2. WIRKSAMKEIT VON STUHLARBEIT
Pascual-Leone, A., & Baher, T. (2023).
Chairwork in individual psychotherapy: Meta-analyses of
intervention effects.
Psychotherapy, 60(3), 370–382.
https://doi.org/10.1037/pst0000490
Metaanalysen zu emotionaler Verarbeitung und Behandlungseffekten
der Stuhlarbeit. Die Ergebnisse sprechen für einen zusätzlichen
Nutzen bei wiederholtem Einsatz; die Wirksamkeit ist nicht in
jedem Vergleich anderen aktiven Interventionen überlegen.
Shahar, B., Carlin, E. R., Engle, D. E., Hegde, J., Szepsenwol,
O., & Arkowitz, H. (2012).
A pilot investigation of emotion-focused two-chair dialogue
intervention for self-criticism.
Clinical Psychology & Psychotherapy, 19(6), 496–507.
https://doi.org/10.1002/cpp.762
Kleine Pilotstudie (neun Teilnehmende) zu Selbstkritik und
Selbstmitgefühl. Vorläufige Befunde, kein belastbarer Nachweis
einer allgemeinen Wirksamkeit.
3. EINORDNUNG FÜR DIE PODCASTFOLGE
Die Stuhlarbeit hat wichtige historische Wurzeln in der
Gestalttherapie und wurde unter anderem in der
emotionsfokussierten Therapie und der Schematherapie
weiterentwickelt. Die oben genannten Studien untersuchen teils
andere Therapieansätze als die Schematherapie; ihre Ergebnisse
lassen sich daher nicht ohne Weiteres auf jeden
schematherapeutischen Stuhldialog übertragen.
Warum Stuhldialoge emotional wirken könnten: Statt Gefühle nur zu
beschreiben, sprechen Betroffene aus unterschiedlichen
emotionalen Positionen heraus; Konflikte werden konkret und
unmittelbar erlebbar. Das ist ein plausibler therapeutischer
Erklärungsansatz. Stärkere Emotionen allein beweisen aber keinen
besseren Therapieerfolg.
Bei sozialer Phobie ist die Party-Situation ein anschauliches
Fallbeispiel. Die genannten Studien belegen jedoch nicht speziell
die Wirksamkeit dieses einzelnen Stuhldialogs bei sozialer
Phobie.
Hinweis: Die Quellen dienen der wissenschaftlichen Einordnung und
ersetzen keine individuelle therapeutische Bewertung.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.