Intensivtalk: Irrtümer der Intensivmedizin – Teil
2
Nach dem großen Interesse am ersten Teil unserer Irrtümer-Reihe
geht es weiter mit medizinischen Dogmen, die viele von uns
irgendwann gelernt haben – und die bei genauerem Blick auf
Physiologie, Studien und Leitlinien manchmal ganz anders
aussehen.
Diesmal stehen drei große Themen im Mittelpunkt:
Sauerstofftherapie, Bauchlage beim ARDS und das akute
Nierenversagen.
Warum ist zu viel Sauerstoff bei COPD tatsächlich problematisch –
und welche Rolle spielen dabei der Euler-Liljestrand-Mechanismus
und der Haldane-Effekt? Braucht ein Patient mit Herzinfarkt
routinemäßig Sauerstoff?
Und warum bedeutet eine Verbesserung des Horovitz unter
Bauchlagerung nicht automatisch, dass wir damit auch den gesamten
Therapieeffekt beurteilen können?
Außerdem geht es um die Frage, ob Furosemid eine geschädigte
Niere wirklich wieder in Gang bringt, warum Oligurie nicht
automatisch Hypovolämie bedeutet und ob wir bei einem schweren
AKI tatsächlich möglichst früh mit der Dialyse beginnen sollten.
Zum Einstieg greifen wir außerdem zwei Rückmeldungen aus der
Hörerschaft auf: das Risiko einer Noradrenalin-Paravasation und
die Frage, ob die ersten fünf Milliliter bei einer
Blutkulturentnahme verworfen werden sollten.
Und dann gibt es auch noch unseren angekündigten Anti-Irrtum:
eine alte intensivmedizinische Regel, die tatsächlich stimmt.
In dieser Folge unter anderem:
Noradrenalin-Paravasation: Vasokonstriktion, Ischämie und
Gewebeschädigung
Initial Specimen Diversion bei Blutkulturen und die Frage
nach den ersten fünf Millilitern
COPD und der Mythos vom hypoxischen Atemantrieb
Euler-Liljestrand-Mechanismus und Haldane-Effekt
kontrollierte Sauerstofftherapie und der Austin-Trial
Sauerstoff beim Myokardinfarkt: DETO2X-AMI
konservative versus liberalere Oxygenierungsziele: HOT-ICU
Bauchlagerung beim schweren ARDS und die PROSEVA-Studie
warum die unmittelbare Oxygenierungsantwort nicht alles über
den Nutzen der Bauchlage aussagt
Furosemid beim AKI: Diurese versus Nierenerholung
Furosemide Stress Test und die Prognose des akuten
Nierenversagens
warum Oligurie nicht automatisch eine Volumengabe
rechtfertigt
früher versus verzögerter Beginn der Nierenersatztherapie:
STARRT-AKI
kontinuierliche versus intermittierende Dialyseverfahren
Zentrale Quellen
Austin MA, Wills KE, Blizzard L et al. Effect of High Flow Oxygen
on Mortality in Chronic Obstructive Pulmonary Disease Patients in
Prehospital Setting: Randomised Controlled Trial. BMJ. 2010;341.
Hofmann R, James SK, Jernberg T et al. Oxygen Therapy in
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Schjørring OL, Klitgaard TL, Perner A et al. Lower or Higher
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Guérin C, Reignier J, Richard JC et al. Prone Positioning in
Severe Acute Respiratory Distress Syndrome. New England Journal
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DGAI et al. S3-Leitlinie Lagerungstherapie und Mobilisation von
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STARRT-AKI Investigators. Timing of Initiation of
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Nierenersatztherapie in der Intensivmedizin. Medizinische Klinik
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Sautter RL, Parrott JS, Nachamkin I et al. American Society for
Microbiology Evidence-Based Laboratory Medicine Practice
Guidelines to Reduce Blood Culture Contamination Rates: A
Systematic Review and Meta-Analysis. Clinical Microbiology
Reviews. 2024;37.
Über den Podcast
Intensivtalk wird moderiert von Dr. Oliver Hofer, Chefarzt der
interdisziplinären Intensivstation am Evangelischen Krankenhaus
Mettmann.
Intensivtalk richtet sich primär an medizinisches Fachpersonal.
Die Inhalte dienen der fachlichen Information und ersetzen keine
individuelle medizinische Beurteilung im konkreten Patientenfall.
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