Conny Ganß lässt sich als Spannung zweier Pole lesen. Da ist die
Sommelière mit Fachtiefe, Präzision, klarem Urteil und der Lust, zu
referieren, wenn es drauf ankommt. Und da ist die Gastgeberin, die
Wein zugänglich macht, locker, direkt und mit Humor. Beides steht
bei ihr nicht im Widerspruch. Die Strenge des Fachs ist ihr
Fundament, die Leichtigkeit ihr Zugang zu den Menschen. Sie ist
traditionell genug, um jede Flasche zu respektieren, und modern
genug, um ihr trotzdem frech zuzuzwinkern. Sie bleibt, wie sie ist,
mit Kanten und Charme. Sie moderiert Wein auf Augenhöhe, ohne
Schnösel-Attitüde und ohne Etikettenfurcht, und das gilt für den
Tisch im Restaurant genauso wie für die große Bühne. Wissen und
Genuss gehören für sie zusammen, und zwar ohne Perfektionsdruck.
Essen und Trinken sind für sie kein Ritual zum Niederknien, sondern
pures Lebensgefühl, ein Stück Lifestyle mit Haltung. Sie nimmt den
Wein ernst und sich selbst gerade so viel, wie es dem Gespräch
dient. Conny geht kopfüber ins Glas und ins Live-Gespräch. Ihr
eigener Trustfall ist das Vertrauen, sich dem Gespräch hinzugeben,
und er funktioniert, weil sie weiß, dass ihre Fachkenntnis sie
auffängt. Sie fragt Winzer nicht nur nach Rebsorte und Ausbau,
sondern nach Herz, Haltung und dem Mut hinter dem Etikett. Denn
Wein ist für sie Beziehung: zwischen Mensch und Region, zwischen
Glas und Gefühl, und manchmal auch ein bisschen Liebe auf den
ersten Schluck. Conny nimmt sich nicht zu ernst, und Wortwitz ist
ihr Markenzeichen. Sie macht Fachthemen zu Unterhaltung, ohne sie
zu verflachen, und nimmt ihr Publikum mit auf eine Reise, bei der
niemand einschläft. Sie weiß auch, dass Wein Business ist und es
dabei um Geld geht, aber sie lässt sich davon nicht den Spaß
verderben. Conny ist eine Gastgeberin im besten Sinn. Sie ist eine
Sommelière mit Rückgrat und mit Interesse an dem, was Wein morgen
sein wird. Wie keine zweite in dieser Weinwelt verbindet Conny Ganß
Fachkunde mit Wärme, Wortwitz mit Substanz und Bühnenpräsenz mit
Zuhörfähigkeit. Ihr Charakter lebt davon, dass sie Wissen nicht als
Distanz versteht, sondern als Einladung. Sie macht anderen Lust auf
Wein und auf die Menschen dahinter. Und wer einmal mit ihr
angestoßen hat, merkt: Das hier ist kein Pflichttermin, das ist
Rock 'n' Roll im Weinglas.
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