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  4. Von 163 Filialen zur Müller-Übernahme: Der Absturz von Franz Carl Weber | Podcast historische Schweizer Unternehmer*innen
Er kam als Pfarrerssohn aus Franken nach Zürich und eröffnete
1881 mit 15'000 Franken einen Spielzeugladen an der noch
unfertigen Bahnhofstrasse, wo kaum Laufkundschaft vorbeikam.
Hundert Jahre später führte sein Unternehmen 163 Läden in fünf
Ländern, darunter das legendäre FAO Schwarz an der Fifth Avenue
in New York.

In dieser Folge des Podcasts Historische Schweizer
Unternehmer*innen sprechen wir über Franz Carl Weber (1855–1948),
den Gründer einer der bekanntesten Spielzeugmarken der Schweiz.
Nach dem frühen Tod seines Vaters wuchs er in Franken in
einfachen Verhältnissen auf, machte eine kaufmännische Lehre in
einer Nürnberger Spielwaren-Exportfirma und blieb auf dem Weg in
die Türkei wegen politischer Unruhen in Zürich hängen.

Mit seinem Bruder Konrad eröffnete er das erste Geschäft und
musste nebenbei für andere die Buchhaltung machen, um über die
Runden zu kommen. Den Durchbruch brachte 1891 der erste
bebilderte Versandkatalog: Der Jahresumsatz stieg bis 1895 auf
100'000 Franken. Über drei Generationen wuchs aus dem
Familienbetrieb eine internationale Gruppe, mit Filialen in der
ganzen Schweiz, Katalogen mit Titelbildern von Künstlern wie
Carigiet, Piatti und Leupin und einem partizipativen
Führungsstil. 1974 folgte die Übernahme von FAO Schwarz in den
USA.

Doch dann kippte es: Die Expansion ins Ausland scheiterte, eine
Nachfolge fehlte, und 1984 ging das Unternehmen an Denner. Es
folgten Besitzerwechsel und Insolvenzen, 2016 der Verlust des
Stammhauses an der Bahnhofstrasse nach 126 Jahren und
schliesslich der Verkauf an die Drogeriekette Müller.

Wir sprechen darüber, wie man mit wenig Kapital in einer noch
unfertigen Stadtlage ein Geschäft aufbaut, warum ein Katalog das
Spielzeuggeschäft veränderte und woran ein hundertjähriges
Familienunternehmen am Ende scheitert: an Ölkrisen, dem
Online-Handel, Nachfolgeproblemen und dem Alleingang im Ausland.

Eine Geschichte, recherchiert von Karl Amereller, über den
Aufstieg einer Zürcher Spielzeugmarke zum internationalen
Konzern, und darüber, wie ein Familienunternehmen nach hundert
Jahren ohne Nachfolge und mit zu grossen Plänen aus der Hand
gleitet.

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„Von 163 Filialen zur Müller-Übernahme: Der Absturz von Franz Carl Weber | Podcast historische Schweizer Unternehmer*innen“

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