Christus ist in Gottheit, Menschheit, Leiden und Verherrlichung
vollkommen schön — darum soll die Gemeinde ihn wie eine Braut
ihren Bräutigam von Herzen lieben.
#### Details
Das Hohelied beschreibt zunächst die Liebe zwischen Salomo und
Sulamit. Schon jüdische Ausleger erkannten darin zugleich ein
Bild für das Verhältnis zwischen Gott und Israel — so wie Gott im
Alten Testament als Ehemann und Israel als seine Frau dargestellt
wird. Daher darf die Gemeinde in diesem Buch geistlich auch die
Beziehung zwischen Christus und seiner Braut sehen, ohne den
wörtlichen Sinn aufzugeben. Sulamits Lobpreis in Hoheslied
5,10–16 — „ausgezeichnet vor Zehntausenden" und „alles an ihm ist
lieblich" — wird zum Maßstab dafür, wie die Gemeinde über
Christus denken und reden sollte: Was bei Salomo noch
Übertreibung war, trifft auf Christus makellos zu.
Vier Bereiche entfalten diese Schönheit. In seiner **Gottheit**
ist Christus der ewige, unveränderliche Gott, durch den alles
geschaffen wurde und der alles durch das Wort seiner Macht trägt
— wunderbarer Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit,
Friedefürst, dem der Vater alles zu Füßen gelegt hat. In seiner
**Menschheit** ist er das fleischgewordene Wort: sanft, demütig,
voller unwiderstehlicher Liebe und ungeheuchelter Zuneigung zu
den Armen. Obwohl ihm Anbetung zustand, erniedrigte er sich und
zeigte, worin wahre Größe liegt.
In seinen **Leiden** sehen Menschen nur Blut und Grauen;
Glaubende sehen tiefer. Paulus rühmt sich allein des Kreuzes
(Galater 6,14), weil dort die Sünde gesühnt wurde und der Sohn
stellvertretend den Zorn des Vaters trug. Was Juden ein Anstoß
und Heiden eine Torheit ist, erweist sich den Berufenen als
Gottes Kraft und Weisheit (1. Korinther 1,23–24). Am Kreuz
treffen Liebe, Selbstaufopferung, Demut und Gehorsam
zusammen.
In **Auferstehung und Verherrlichung** vollendet sich das Bild:
Nach der Reinigung von den Sünden setzte sich Christus zur
Rechten der Majestät und erbte einen vorzüglicheren Namen als die
Engel (Hebräer 1,3–4). Er herrscht über Himmel und Erde und wird
zum Gericht wiederkommen. In der Ewigkeit braucht es keine Sonne,
denn das Lamm ist die Leuchte (Offenbarung 21,23). Der Himmel ist
Himmel, weil Christus dort ist. Wer das Hohelied liest, darf an
die eigene Ehe denken — und zugleich an diesen durch und durch
liebenswerten Herrn, der am Tisch des Herrn im Glauben empfangen
und zur Stärkung geschenkt wird.
Kommentare (0)
Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.