Hast Du schon jemals von der Prophetin Hulda gehört? Ich kannte den
Namen, aber nicht den Hintergrund. Letzte Woche habe ich einen sehr
inspirierenden Mutmacher-Gottesdienst mitgefeiert, in dessen
Mittelpunkt diese Frau stand. Hulda ist eine Prophetin, die zur
Zeit des judäischen Königs Josia in Jerusalem lebt. Ihre geistliche
Autorität scheint allgemein anerkannt zu sein.Bei
Renovierungsarbeiten am Tempel wird eine alte Schriftrolle mit dem
Gesetz Gottes gefunden. Als König Josia ihren Inhalt hört, schickt
er eine Gruppe hochrangiger Männer zu Hulda, damit sie Gott für ihn
befragt. Hulda richtet den Gesandten eine klare und unbequeme
Botschaft aus. Gleichzeitig spricht sie König Josia zu, dass Gott
seine aufrichtige Reue gesehen hat. Die hochrangigen Männer werden
nicht zu den etablierten Propheten jener Zeit geschickt, sondern zu
ihr. Erstaunlich. In diesem Gottesdienst haben wir alle zusammen
ein Gebet gesprochen, dass ich heute gern mit Dir beten
möchte. „Wir glauben an Gott, der Menschen anspricht und ihnen
zutraut zu antworten.Wir glauben an Jesus Christus, der Frauen und
Männer gerufen hat, ihm zu folgen und seine Botschaft
weiterzutragen.Wir glauben an den Auferstandenen, der Maria von
Magdala gesandt hat, die Botschaft vom Leben zu verkünden.Wir
glauben an Gottes Geistkraft, die ausgegossen ist über Töchter und
Söhne, über Junge und Alte, und die in jedem Menschen wirken
kann.Wir glauben an eine Kirche, die zuhört und Menschen zu Wort
kommen lässt.An eine Kirche, in der unterschiedliche Charismen
entdeckt werden und wachsen können.An eine Kirche, die Menschen
ermutigt, ihrer Berufung zu vertrauen.An eine Kirche, in der wir
einander erzählen, was wir von Gott erhoffen und erfahren, was uns
trägt und was uns zweifeln lässt, wonach wir fragen und suchen und
woran wir glauben.Wir glauben, dass Gottes Wort lebendig ist –
heute und morgen.Dass es Menschen berührt, ermutigt und trägt.Und
wir glauben, dass wir auch etwas davon zu erzählen haben.Darum
wollen wir nicht schweigen, sondern füreinander und miteinander von
unserem Glauben, unserer Hoffnung und unserer Suche sprechen. Amen“
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