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  4. Wenn KI unsere Juniors ersetzt, wo kommen dann zukünftige Seniors her?
Tim und Dominique werfen in dieser Folge die Frage auf was
passiert, wenn KI unsere Juniors ersetzt und wo dann die Seniors
von morgen herkommen. Recherche, Protokolle, Backlog-Pflege und
erste Analysen übernimmt eine KI heute schnell und schon recht
brauchbar. Genau diese Aufgaben waren lange der Einstieg für
Berufsanfänger:innen auf dem Weg hin zum Product Owner oder Product
Manager (genauso in der Projektarbeit). Solche zuarbeitenden
Aufgaben und Rollen boten Gelegenheit, eine Fähigkeit nach und nach
zu durchdringen, Fehler zu machen und zu beobachten, wie andere auf
Basis der eigenen Arbeit entscheiden. Fällt dieser Einstieg weg,
bleibt offen, wie Erfahrungen im Berufseinstieg überhaupt erworben
werden kann. Irgendwann gehen dann die heutigen Seniors in Product
Leadership und C-Level (oder auch in Rente). Und was passiert dann?
Senior wird niemand durch die nächste Weiterbildung. Erfahrung
wächst durch viele kleine Entscheidungen, durch Feedback und durch
Fehler. Man kann sie weder herunterladen, noch per Knopfdruck
abrufen. Das Wissen dahinter ist implizit, ähnlich wie beim
Fahrradfahren, denn wer das Gleichgewicht hält, kann kaum erklären,
wie er das macht. Mit explizitem Wissen geht eine KI natürlich
souverän um. Sobald Menschen zusammenarbeiten, braucht es aber ein
Gespür für Kontext, für Konflikte mit und zwischen Stakeholdern und
dafür, Unsicherheit auszuhalten. Dazu kommt ein leicht zu
übersehendes Risiko: Wer neu im Beruf ist, erzeugt mit KI in kurzer
Zeit User Stories, Konzepte, Interview-Leitfäden und Protokolle,
die erstaunlich gut aussehen mögen. Ob sie taugen, beurteilt nur,
wer solche Arbeit schon einmal selbst gemacht hat. Der Automation
Bias verschärft das Problem nochmal, denn Menschen vertrauen
automatisierten Ergebnissen schnell und prüfen sie zu selten.
Brüche und offene Schnittstellen fallen dann spät auf und kosten
richtig Geld. Wenn KI unsere Juniors ersetzt, braucht es einen
neuen Weg, um Erfahrung aufbauen zu können. Der Ausweg liegt im
Wechsel von der Produktionskompetenz zur Entscheidungskompetenz auf
Basis von Urteilsvermögen. Ein Ansatz könnte der folgende sein:
Berufseinsteiger bekommen besser echte, klar abgesteckte Probleme
statt billiger Zuarbeitsaufgaben. Sie nutzen die KI als Werkzeug,
begründen ihre Entscheidungen und vergleichen Alternativen. Die
Verantwortung wächst Schritt für Schritt, ähnlich wie bei
Delegation Poker: erst beobachten, dann mitreden, schließlich
selbst entscheiden. Dafür eignen sich kleinere Produkte mit wenigen
Stakeholdern. Zwei Jahre als Junior abzusitzen und nur AI-Tools zu
bedienen, garantiert dagegen keine Reife. Damit verändert sich die
Rolle von Seniors und Führungskräften. Unser Rat: Sie delegieren
nicht alle lästige Aufgaben und machen stattdessen ihr Denken
sichtbar. Sie fragen die Juniors, warum eine Lösung gut ist, welche
Alternativen existieren und was dagegen spricht und sie erklären
ihre eigenen Entscheidungen ganz explizit. Das kostet natürlich
Zeit, denn über ein Ergebnis nachzudenken dauert länger, als es zu
erzeugen. Die Juniorphase wird kürzer, das Mentoring dafür
intensiver. Organisationen müssen Nachwuchsentwicklung deshalb als
bewusste Investition begreifen, auch wenn der wirtschaftliche Druck
zu kurzfristiger Produktivität drängt. Juniors werden nicht
verschwinden, es wird sich lediglich ihr Einstieg verändern. Statt
kleiner Aufgaben bekommen sie Entscheidungsräume und dazu
Reflexionsräume, in denen sie mit erfahrenen Kolleginnen und
Kollegen auswerten sollten, was funktioniert hat. Die Leitfrage für
jedes Unternehmen lautet daher: Wer ist in drei bis fünf Jahren
unser Senior? Folgende ältere Episoden unseres Podcasts passen zu
diesem Thema: - Karrierepfad als Product Owner - Sei dein eigenes
Produkt! – als PO seine Weiterentwicklung steuern Wird KI via
Automatisierung den Einsteigern wichtige Erfahrungen rauben und
dadurch das Wachstum bzw. die Lernreise von Juniors behindern? Was
glaubt Ihr?
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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