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Du stehst vor der Tür. Drinnen wird gelacht. Du bist eingeladen –
doch du gehst wieder. „Solche Abende sind nichts für mich“, sagst
du dir. Dann kommt eine Nachricht: „Wir haben dir einen Platz
freigehalten.“

Was, wenn hinter „Ich will nicht“ eigentlich „Ich traue
mich nicht“ steckt?

In dieser Folge von „Angst im Blick“ schauen wir hinter vertraute
Ausreden. Keine Lust auf Treffen? Zu beschäftigt für einen Anruf?
Lieber still in der Besprechung? Manchmal steckt dahinter die
Angst, abgelehnt zu werden oder peinlich aufzufallen.

Mit Alltagsszenen, einem kurzen Blick auf Sigmund Freud und dem
von ihm gewählten Begriff "Verleugnung". Mit einer einfachen
Übung erkundest du, was du wirklich möchtest. Du musst dich dabei
weder entlarven noch verurteilen. Vielleicht beginnt dein
nächster mutiger Schritt mit einem ehrlichen Satz: „Ich
würde gerne. Und ich habe Angst.“

Selbsttest: Möchte ich nicht – oder traue ich mich
nicht?

Dieser Reflexionscheck ist kein wissenschaftlich
validierter Test. Er stellt keine Diagnose und misst
keine Verleugnung im freudschen Sinn.

Denke an die vergangenen vier Wochen. Bewerte jede Aussage:

0 = nie · 1 = selten · 2 = häufig · 3 = sehr
häufig

Nr. Aussage           
                 
                 
                 
                 
 Punkte
1 | Ich sage Treffen ab, obwohl ich
gerne dabei wäre. | 

2 | Ich sage „keine Lust“, obwohl ich Angst vor einer Bewertung
habe. | 

3 | Ich vermeide Anrufe aus Sorge, nicht die richtigen Worte zu
finden. | 

4 | Ich schweige in Gesprächen, obwohl ich etwas beitragen
möchte. | 

5 | Ich stelle keine Frage, weil ich nicht unwissend wirken
möchte. | 

6 | Ich werte eine Veranstaltung ab, weil mich die Teilnahme
verunsichert. | 

7 | Nach einer Absage bin ich erleichtert. Später bedauere ich
sie. | 

8 | Ich spiele meine Verletzung herunter, weil ich keinen
Konflikt möchte. | 

9 | Es fällt mir schwer, mir meine soziale Unsicherheit
einzugestehen. | 

10 | Ohne Angst vor Ablehnung würde ich öfter auf Menschen
zugehen. | 

So nutzt du deine Antworten: Schau besonders auf
Aussagen mit 2 oder 3 Punkten. Eine Gesamtsumme
ist hier nicht nötig. Für diesen selbst erstellten Check gibt es
keine geprüften Grenzwerte.

Frage dich bei einer passenden Aussage:

Was wollte ich eigentlich?

Welche Reaktion habe ich befürchtet?

Welchen kleinen Schritt möchte ich ausprobieren?

Merksatz: Du darfst Nein sagen. Und du darfst
erkennen, wenn Angst deinen Wunsch nach Kontakt überlagert. Wenn
sie deinen Alltag deutlich einschränkt, kann professionelle
Unterstützung helfen.
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„Ich habe doch keine Angst!!!!“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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