Was Nena mit dem „Herzen von Nord-Holland“ zu tun hat und warum
man ein Held wird, wenn man sein Schiff in die Luft sprengt. All
das verbirgt sich in diesem Podcast.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Um die erste Frage gleich zu beantworten: Einer der großen Hits
von Nena hat mit einem Leuchtturm zu tun. Der “Vuurtoren”
(niederländisch für Leuchtturm) wurde nach einem Seefahrer
benannt, der als großer Held in die Geschichte der
“holländischen” Seefahrt einging. Die Geschichte dazu wartet im
Podcast.
Holländische Geschichten
Ich war gerade in den Niederlanden, genau im „Hart van
Noord-Holland“, also im Herzen der Provinz Noord Holland. Da ist
die Nordsee nicht weit und wie es sich gehört, steht am Strand
von Egmond aan Zee ein Leuchtturm. Den erklimmen wir, gemeinsam
mit Piet Kager und einigen Journalisten-Kolleg:innen und es gibt
viel zu erfahren in Sachen Leuchtturm und Seenotrettung.
Vuurtoren Jan van Speijk am 19. September 26 – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Jan van Spijk und die
Heldentat
Der Leuchtturm ist nicht nur ein ganz schöner, sondern auch ein
ganz schön Alter. Und er hat viel mit der Geschichte der
niederländischen Seefahrt zu tun. Benannt ist er nach einem
Nationalhelden des 19. Jahrhunderts und der hieß Jan van Speyk.
Hier beginnt unsere Tour und die abenteuerliche Geschichte, die
Piet für uns hat.
Leuchtturm “Jan van Speijk” 2017 und das Denkmal, das um den
Turm herun gebaut wurde – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD Der Leuchtturm Jan van Speijk
Dass der Leuchtturm mit einer Denkmalsumrandung für einen
niederländischen Leuchtturm zu den wirklich schönen
Exemplaren gehört ist unbestritten. Er ist ein nationales Denkmal
und steht auf einem Sandsteinsockel, auf dem ein bronzierter
Eisenlöwe steht. Er ist einer der ältesten funktionierenden
Leuchttürme der Niederlande. Das Denkmal wurde 1834 errichtet und
um den bereits 1833 errichteten Leuchtturm herumgebaut.
Der „Vuurtoren“ ist 28 Meter hoch. Bei der Zahl der Treppenstufen
schwanken die Zahlen, Sie liegt wohl irgendwo zwischen 127 und
137 Stufen. – Der Turm ist strahlend weiß. Warum das so ist,
erklärt uns Piet im Podcast. Tipp: Es hat sehr viel mit der
nautischen Sicherheit zu tun.
Der Blick aus 25 Metern auf die Nordsee – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Piet arbeitet ehrenamtlich für die Königlich Niederländische
Rettungs-Gesellschaft und weiß ganz viel über die Leuchttürme
seiner Heimatstadt und auch über Seenotrettung. Was aus dem
zweiten Leuchtturm von Egmond aan Zee wurde erklärt er ebenfalls,
hoch oben am Arbeitsplatz, wo bis in die 1990er Jahre ein
Leuchtturmwärter saß. Inzwischen ist die Leuchtfunktion
automatisiert, wie bei fast allen anderen Türmen auch. GPS und
andere Navigationssystem haben ein Übriges dafür getan, dass
Leuchttürme heutzutage eigentlich überflüssig sein können. Aber
wer weiß? Ein Satellitenausfall oder eine Stromstörung könnten
diese Ansicht schnell zunichtemachen. Dann muss man zurück zum
traditionellen Leuchtturm, auch für die Seenotrettung.
Arbeitsplatz automatisiert: Der Leuchtturm hat aber immer noch
den Arbeitsplatz des Wärters – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media
TON-TEXT-BILD Der Fortschritt und die Romantik LED
im Einsatz: Vuurtoren Egmond aan Zee – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD
Im Podcast erfahrt Ihr von Piet Kager auch, dass er ein großer
Freund von Romantik ist. Bei Leuchttürmen bezieht er sich dabei
auf die gute alte Glühbirne, die früher im „Leuchtkasten“ mit den
vielen Spiegeln untergebracht war. Heute sind da LEDs eingebaut
und Ihr dürft dreimal raten, was diese mit der Romantik machen.
Marginal aber nachvollziehbar.
Die Spiegel werden noch immer gebraucht – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Immerhin, der Leuchtturm wird bleiben, gerade weil er zum
Nationalen Denkmal wurde. Danke, Jan van Speijk.
Die Retter und das Meer
Jetzt, im Herbst gibt es keine Rettungsbrigade am Strand mehr,
auch wenn viele Menschen dort zum Spazierengehen unterwegs sind.
Die wenigen Kitesurfer wissen, was sie tun (sag ich mal so!) und
stürzen sich trotzdem in die „Wilde See“, die es für diesen Sport
braucht.
Den Strand im Blick : Vuurtoren “Jan van Speijk” – Foto:
Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD
Trotzdem, erzählt Piet Kager, sei die Seenotrettung immer in
Bereitschaft. Auf seiner Windjacke ist ein Aufnäher mit der
Abkürzung KNRM. Das bedeutet: „Koninklijke Nederlandse
Redding Maatschappij“, frei übersetzt die Königliche
Niederländische Seenotrettungs-Gesellschaft. Er kennt sich aus im
Rettungswesen und erzählt im Podcast über die offizielle Trennung
der Seenotretter und den Rettungsbrigaden am Strand.
Feine, große Unterschiede
Strand ist Gemeindeangelegenheit. Alle Kosten, die da entstehen,
tragen die zuständigen Gemeinden. Das Meer und die hohe See ist
Job der Seenotretter, die sich ausschließlich aus Spenden
finanzieren müssen. Das geht in beiden Fälle nur, weil die Leute,
die das machen Ehrenamtliche sind. Freiwillig im Dienst für die
gute Sache, aber durchaus mit ganz getrennten Aufgaben, zwischen
Hoher See und Strand. Das macht neugierig. So einen
Seenot-Rettungskreuzer mal aus nächster Nähe zu sehen, wäre schon
toll.
Piet Kager und das Rettungsboot von Egmond aan Zee – Foto:
Rüdiger Edelmann / ttb-mdia TON-TEXT-BILD KNRM
Die klare Folge ist eine Einladung und wir gehen wir mal rüber in
die Station. Vom Leuchtturm sind es nur einige hundert Meter in
Richtung Strand zur Rettungsstation der KNRM. Im Podcast könnt
Ihr Besichtigung, Erklärung der Arbeit und – natürlich – die
„Inspektion“ der vielen Rettungsgeräte und des noch ziemlich
neuen Rettungsboots.
Neu, Orange, Kräftig: KNRM Rettungsboot von Egmond – Foto:
Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Der Streit um
Strand und Meer
Ganz nebenbei erklärt Piet auch noch, dass Egmond aan Zee zum
Vorreiter einer gemeinsamen Arbeit von lokaler Strandrettung und
KNRM in den Niederlanden geworden ist. Der Ausgangspunkt war ein
Streit, seine Lösung ein Zusammenschluss. Aber hört selber.
Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD KNRM –
was man wissen muss
Achtung, das sind Zitate aus dem Film über die KNRM, den wir auch
noch gesehen haben:
KNRM verbindet 200 Jahre Erfahrung mit der bestmöglichen
Ausstattung. Sie sind die Spezialisten für maritime
Rettungsaktionen. Die Einsatzschiffe sind unterschiedlich groß,
je nach Bedarf aber technisch genau auf die Anforderungen
zugeschnitten, die benötigt werden.
Die KNRM erreichen etwa 2.000 Hilfeanforderungen pro Jahr von
allen in Seenot. Der Grund ist für die Retter nicht entscheidend.
Jeder der Hilfe braucht, bekommt Hilfe! Und das bei jedem Wetter.
Wichtig bei allen Investitionen: Sie dienen immer dazu den besten
Job zu machen bei der Rettung von Menschen. Das personelle
Rückgrat der KNRM sind die vielen Freiwilligen.
Rettungskreuzer: Das Innenleben – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD Redding Egmond
Die Station in Egmond hat ein kleines Boot, das auch immer erst
mit einem schweren Traktor und dem Bootsauflieger über den Strand
zum Wasser gebracht werden muss. Aber das geht schnell, meint
Piet und ich kann ihm da nur zustimmen. Ich habe mal vor Jahren
ein Training der Seenotretter von Egmond beobachten können. Was
da in Höchstgeschwindigkeit ablief war atemberaubend. Die Bilder
geben das nicht so wieder, aber jeder, der die Wellen sieht,
weiß, dass das schon eine Herausforderung ist. Denn wie heißt es
doch schön: Bei Jedem Wetter!
Seenotrettungs-Training an einem Dienstag im September 2017 Das
Boot war in Windeseile im Wasser – Foto: Rüdiger Edelmann /
ttb-media TON-TEXT-BILD Rettungsteam und Gerätschaften. Das Boot
ist draußen. Zu sehen rechts, fast an der Horizontlinie – Foto:
Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Rettungsboot zurück am
Strand – Foto: Rüdiger Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Das
Seenotrettungs-Team der KNRM kann durchatmen – Foto: Rüdiger
Edelmann / ttb-media TON-TEXT-BILD Infos &
Links
Ontdek Hart van Holland
Egmond aan Zee
Vuurtoren Jan van Speijk – Die Leuchtturmseite
Vuurtoren Jan van Speijk – Die Egmondseite
KNRM
Meine Erinnerungen an Egmond aan Zee
Hinweis
Die Recherche für diesen Podcast wurde unterstützt von Tourismus
“Ontdek Hart van Noord-Holland”, Niederlande. Meine Meinung
wurde davon nicht beeinflusst.
The post Podcast 330 – Egmond aan Zee: Leuchtturm &
Seenotrettung first appeared on Deutsches Reiseradio (German
Travelradio).
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