Immer weniger Studierende kommen in ihre Veranstaltungen,
Lehrende reagieren frustriert, und schnell steht die
Anwesenheitspflicht im Raum. Zwischen „Die Studierenden sind
einfach nicht mehr motiviert" und „Die Lehre ist halt schlecht"
verhärten sich die Fronten. Dabei stehen beide Seiten unter
Druck: Viele Studierende jobben neben dem Studium so viel, dass
der Stundenplan zum Puzzle wird, während Lehrende mit hohen
Deputaten, befristeten Verträgen und Kürzungen kämpfen. Beide
fühlen sich oft nicht gesehen. Auf der DCM-Spring School fiel
deshalb der Satz: „Eigentlich bräuchten Hochschulen eine
Paartherapie." Gemeint ist keine Schuldfrage, sondern
Perspektivarbeit: einander zuhören, Muster sichtbar machen,
Erwartungen offen benennen. Doch reicht Verständnis, oder braucht
es mehr, damit Studierende ihre Lehre wirklich mitgestalten? Und
wie partnerschaftlich kann eine Beziehung sein, in der eine Seite
am Ende die Noten vergibt?
Diese Folge ist live bei der TURN 2026 an der Bauhaus-Universität
Weimar entstanden. Zum Einstieg schildern Franz Vergöhl und Ronny
Röwert nach Tagungsrückkehr ihre persönlichen Eindrücke von der
Konferenz und kommentieren inhaltliche Impulse von vor Ort.
Danach sprechen sie im Live-Podcast mit zwei Stimmen, die das
Thema aus Lehrenden- und Studierenden-Perspektive kennen:
Sarah Becker (Ruhr-Universität Bochum) – studiert im Master
Philosophie mit Fokus auf Technikphilosophie und
Technikethik, berät Lehrende, veranstaltet Workshops mit
Studierenden und hat als DigitalChangeMaker beim
Hochschulforum Digitalisierung die Blogreihe „Paartherapie
für Hochschulen" mitentwickelt.
Prof. Dr. Nina Weimann-Sandig (Evangelische Hochschule
Dresden) – Professorin für Empirische Sozialforschung und
Soziologie und hochschuldidaktische Beauftragte, forscht u.a.
zu Students as Partners, Beziehungsarbeit in der Lehre und
Feedbackkultur und hat Formate wie das Testlabor und den
studentischen Think Tank „ehs student change makers" mit
aufgebaut.
Gäst*innen aus dem Publikum diskutieren dabei am offenen Mikrofon
aktiv und engagiert mit.
Diskutiert wird unter anderem:
Woran krankt die Beziehung zwischen Studierenden und
Lehrenden, und warum ist das eher eine Frage mangelnder
Transparenz als individuellen Versagens?
Was kippt im Hochschulsystem, wenn Studierende nicht mehr nur
Feedback geben, sondern mitentscheiden?
Lässt sich Mitgestaltung durch Erfahrung lernen, und wo wird
Beteiligung zur Beschäftigungstherapie?
Wie ehrlich kann man mit Macht umgehen, wenn die Person
gegenüber am Ende bewertet?
Was können Lehrende nächste Woche ausprobieren, ohne vorher
die Prüfungsordnung anzufassen?
Zum Schluss wagen wir einen Ausblick auf die TURN27: Die
Bauhaus-Universität Weimar übergibt den Staffelstab an die
Philipps-Universität Marburg. Am 27. und 28. September 2027 steht
die Konferenz dort unter dem Motto „TURN global! Lehren und
Lernen international neu denken" und rückt die
Internationalisierung von Studium und Lehre als zentrale
Zukunftsaufgabe von Hochschulen in den Mittelpunkt. Der Call for
Participation läuft vom 1. Februar bis 21. März 2027.
Shownotes:
Blogreihe „Paartherapie für Hochschulen" der
DigitalChangeMaker vom Hochschulforum Digitalisierung,
entstanden im Thementrack Shaping Learning mit Sarah Becker,
Nicole Vögele, Lea Röhrig, Sebastian Schiele und Leon Adel:
https://hochschulforumdigitalisierung.de/paartherapie-fuer-hochschulen/
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Die Hosts:
Franz Vergöhl: https://www.linkedin.com/in/franz-vergoehl/
Ronny Röwert: https://www.linkedin.com/in/ronnyroewert
Jingle: Produziert von Stefan Fischer | FH Aachen – FH-Podcast
„Impulse aus der Hochschullehre – ein ZHQ-Podcast".
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