Susen Tiedtke war eine der besten deutschen Weitspringerinnen –
Medaillengewinnerin bei Weltmeisterschaften, Olympiateilnehmerin.
Eine Frau, die gelernt hat zu funktionieren, durchzuhalten, zu
kämpfen. Doch in diesem Gespräch ist sie aus einem anderen Grund
bei uns: Vor gut einem Jahr ist ihr Sohn Max gestorben, mit 17
Jahren, völlig ohne Vorzeichen. Eine unentdeckte Herzerkrankung,
keine Warnzeichen.
Susen nimmt uns mit in die Zeit danach – in den Moment, als aus
der Spitzensportlerin, die immer ein Ziel vor Augen hatte, ein
Mensch wurde, der sich fragte, was überhaupt noch Sinn ergibt.
Sie spricht offen über die Schuldgefühle, die bleiben, obwohl es
nichts zu erkennen gab. Über die Sinnfrage, die sich auftut, wenn
man sein Kind verliert. Und über das, was ihr geholfen hat,
weiterzumachen: der Austausch mit anderen betroffenen Eltern, aus
dem sogar eine Freundschaft wurde, und ihre eigene Überzeugung,
durch eine frühere Nahtoderfahrung, dass die Verbindung zu Max
nicht abgerissen ist.
Unser Mutmacher dieser Folge heißt „Gib deiner Angst Worte".
Susen hat sich entschieden, nicht zu schweigen, sondern
öffentlich über ihren Verlust zu sprechen – vor Kameras, mit
Tränen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Sie erzählt, warum
ihr das Reden mehr hilft als das Schweigen, warum sich so viele
Menschen aus Hilflosigkeit zurückziehen, wenn es um den Tod geht,
und warum sie trotzdem nie aufgehört hat, klare Worte zu finden.
Ihr Antrieb: Vielleicht hört jemand zu, dem es ähnlich geht – und
merkt, dass es einen Weg gibt, weiterzuleben.
Ein Gespräch über den größten Verlust, den ein Mensch erleben
kann, über den Mut, der Angst Worte zu geben, und über die Frage,
was trägt, wenn nichts mehr selbstverständlich ist.
Dieses Gespräch berührt auch Gedanken, nicht mehr weiterleben zu
wollen. Wenn dich das Thema belastet, bist du nicht allein: Die
Telefonseelsorge ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym
erreichbar unter 0800 111 0 111.
Neu in dieser Staffel: „Mutmacher konkret"
Am Ende jeder Folge holen wir das große Thema herunter in den
Alltag. Die Psychologin Dr. Nele Stadtbäumer ordnet den
jeweiligen Mutmacher-Impuls ein und gibt konkrete Tipps für dein
eigenes Leben – klar, warm und praktisch. Nele ist promovierte
Psychologin, Trauerbegleiterin und Gründerin von grievy, einem
digitalen Begleiter für Trauernde. Am 7. Oktober erscheint ihr
Buch „Shades of Grief" (Edition Michael Fischer / EMF Verlag), in
dem sie den vielen Facetten der Trauer nachgeht – einfühlsam und
fern von richtig oder falsch.
Über „Sterben & Trauern"
„Sterben & Trauern" ist kein Podcast über den Tod. Es ist ein
Podcast über das Leben. Lea und Michael Reinhard, Tochter und
Vater, beide Journalisten, sprechen mit Menschen, die dem Tod
begegnet sind – und fragen, was ihre Erfahrungen uns über das
Leben verraten. Ohne Pathos, ohne schnelle Lösungen, ohne
Floskeln.
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Unsere Bücher (beide im Herder Verlag)
„Sterben ungeschminkt"
„Mit der Trauer weiterleben"
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