Phönix-Frau, „Ich habe es noch nicht richtig erklärt.“ „Ich muss
mich noch klarer ausdrücken.“ „Vielleicht muss ich einfach noch
mehr geben.“ „Ich muss mich noch ein bisschen mehr verändern.“
Kennst Du diesen Gedanken? Du bist verständnisvoll. Du erklärst. Du
reflektierst. Du versuchst, die richtigen Worte zu finden. Du
arbeitest an Dir. Du machst noch einen Kurs, liest noch ein Buch,
schickst noch einen Link – und hoffst immer noch, dass der andere
es endlich versteht. Und irgendwann bist Du völlig erschöpft. In
dieser Folge geht es um einen Satz aus einer Session, der mich
selbst sofort getroffen hat: „Ich bin nie auf die Idee gekommen,
dass mein Partner etwas ändern müsste. Ich habe bisher immer
geschaut, was ich ändern muss.“ Vielleicht kennst Du genau das. Du
machst Dich selbst zum Projekt, während Du gleichzeitig versuchst,
eine Beziehung, eine Situation oder einen anderen Menschen zu
verändern. Und das Verrückte daran: Es fühlt sich zunächst
überhaupt nicht nach Kontrolle an. Es fühlt sich nach Liebe,
Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Selbstreflexion an. Genau
darin kann aber auch eine Falle liegen. In dieser Folge spreche ich
darüber, warum Du Dich manchmal überverantwortlich für andere
fühlst, weshalb „Ich muss noch mehr machen“ Dich in einer endlosen
Optimierungsschleife halten kann, warum auch Deine Feinfühligkeit
und Dein Verständnis eine Schattenseite haben können, was passiert,
wenn Du dem anderen seine eigene Verantwortung zurückgibst, warum
weniger erklären und weniger tun manchmal der mutigere Schritt ist,
und was es bedeutet, selbstloyal mit Dir zu sein, während ein
anderer Mensch mit im Raum ist. Denn vielleicht ist die Frage
nicht: „Was kann ich noch tun, damit es endlich funktioniert?“
Sondern: „Was passiert, wenn ich aufhöre, mich dafür verantwortlich
zu machen?“ Du hast Dich vielleicht schon fünf, zehn oder noch mehr
Jahre abgerackert. Vielleicht ist jetzt nicht noch mehr Einsatz
gefragt. Vielleicht ist es Zeit, Deine Energie wieder zu Dir
zurückzuholen. Für feinfühlige Frauen, die lange für andere
funktioniert haben und irgendwann merken: Ich will mein Leben nicht
länger damit verbringen, mich selbst zu optimieren, damit es für
alle anderen passt. Deine Julia
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