Warum die steigenden Renditen einen Regimewechsel an den
Finanzmärkten markieren. Alexander Raviol von Lupus Alpha im
Gespräch
In dieser Folge von Wirtschaft mit Weisbach geht es um die
steigenden Zinsen an den Anleihemärkten und um die Frage, ob die
alte Korrelation zwischen Anleihen und Aktien überhaupt noch
hält.
Die Renditen steigen und steigen, vor allem in den USA, wo die
zehnjährigen Staatsanleihen inzwischen über 5 Prozent liegen. Die
US-Regierung, allen voran der Finanzminister, sieht darin den
Ausdruck einer starken Wirtschaft. Ganz so einfach ist es
wahrscheinlich nicht, denn höhere Zinsen verteuern auch die
Kredite der traditionell hoch verschuldeten US-Konsumenten, und
ein immer größerer Teil der Staatsausgaben fließt in
Zinszahlungen.
Ich spreche mit Alexander Raviol, Mitglied des Executive
Committees bei Lupus Alpha in Frankfurt. Er blickt auf rund 150
Jahre Kapitalmarktdaten zurück und ordnet ein, warum die vier
Jahrzehnte von 1980 bis 2020 mit fallenden Zinsen und niedriger
Inflation eine Ausnahme waren und warum wir aus seiner Sicht
keinen normalen Zinszyklus erleben, sondern einen Regimewechsel.
Wir sprechen über eine US-Verschuldung von rund 40 Billionen
Dollar, die gemessen an der Wirtschaftsleistung zuletzt nur im
Zweiten Weltkrieg ähnlich hoch war, über ein Haushaltsdefizit,
wie es sonst nur in Kriegsphasen vorkam, und darüber, warum aus
seiner Sicht am Ende nur Inflation als Ausweg bleibt. Alexander
Raviol geht davon aus, dass die Notenbanken eingreifen werden,
sobald es an den Märkten zu Brüchen kommt, und dass wir uns
bereits mitten in einer Schuldenkrise befinden.
Im weiteren Verlauf geht es um die Frage, für welche Anleger
Anleihen noch sinnvoll sind, warum Aktien als reale Assets in
diesem Umfeld Rückenwind haben und worauf es bei der Auswahl von
Unternehmen jetzt ankommt.
Außerdem im Podcast:
Warum die US-Regierung die hohen Renditen als Zeichen einer
starken Wirtschaft sieht
Warum Aktien und Anleihen seit 2020 immer häufiger
gleichzeitig fallen
Warum die Phase von 1980 bis 2020 für Anleihen so
außergewöhnlich war
Wie hoch die Verschuldung der USA im historischen Vergleich
wirklich ist
Warum aus Sicht von Alexander Raviol nur Inflation als Weg
aus den Schulden bleibt
Weshalb die Fed die Zinsen kaum bis in eine Rezession hinein
anheben dürfte
Warum wir uns laut Alexander Raviol bereits in einer
Schuldenkrise befinden
Welches wenig bekannte dritte Ziel im Federal Reserve Act
steht
Für welche Anleger Anleihen trotz über 5 Prozent Rendite noch
attraktiv sind
Warum Aktien in diesem Umfeld Rückenwind haben und worauf es
bei der Unternehmensauswahl ankommt
Ein Gespräch über steigende Renditen, eine historisch hohe
Staatsverschuldung, die Rolle der Notenbanken und die Frage, wie
sich Anleger in einem neuen Umfeld an den Finanzmärkten
aufstellen können.
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Annette Weisbach ist seit über 15 Jahren als
Wirtschaftsjournalistin für internationale Medien wie CNBC,
Bloomberg und DW-TV tätig. Als CNBC-Korrespondentin führe ich
regelmäßig Interviews mit Top-Entscheidungsträgern und moderiere
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