Wie gefährlich künstliche Intelligenz im militärischen
Einsatz ist. KI-Expertin Dr. Yvonne Hofstetter im
Gespräch
In dieser Folge von Wirtschaft mit Weisbach geht es um einen
differenzierten Blick auf künstliche Intelligenz im militärischen
Bereich und um die Frage, wie gefährlich ihr Einsatz sein kann,
wenn man die Ergebnisse einfach unkritisch nutzt und nicht
hinterfragt.
Am Anfang steht ein Vorfall, der wie Science-Fiction klingt. Am
vergangenen Wochenende berichteten US-Medien, dass es im April
fast zu einer militärischen Eskalation gekommen wäre. Ein
KI-generierter Bericht hatte behauptet, ein chinesisches Schiff
transportiere im Nahen Osten Teile einer Nuklearwaffe. Die
US-Streitkräfte machten sich laut CNN bereits zum Angriff bereit,
bis einem Offizier auffiel, dass der Bericht von einer KI
erfunden war.
Ich spreche mit Dr. Yvonne Hofstetter, KI-Expertin und CEO von 21
Strategies, einem Unternehmen, das KI-Anwendungen im
militärischen Bereich entwickelt. Sie beschäftigt sich seit Ende
der 90er Jahre mit künstlicher Intelligenz und ordnet ein, warum
KI im Militär nichts Neues ist, sondern schon seit dem
AWACS-System der 90er Jahre eingesetzt wird, und weshalb der
Begriff so oft missverstanden wird.
Wir sprechen über den Unterschied zwischen der ersten, zweiten
und dritten Welle der KI und darüber, warum Large Language Models
keine Absicht haben, nicht planen können und auf dem Gefechtsfeld
deshalb wenig verloren haben. Die eigentliche Frage sei nicht, ob
Claude oder ChatGPT besser ist, sondern dass es für verlässliche
Handlungsempfehlungen ganz andere Verfahren braucht.
Im weiteren Verlauf geht es um Regulierung und Haftung, um die
Grenzen des AI-Acts, um die Diskussion über einen Kill-Switch und
autonome Waffensysteme und um die Frage, wie souverän Europa in
diesem Feld eigentlich ist.
Außerdem im Podcast:
Warum ein falscher KI-Bericht im April fast zu einer
Eskalation im Nahen Osten geführt hätte
Warum künstliche Intelligenz im Militär schon seit den 90er
Jahren im Einsatz ist
Was die erste, zweite und dritte Welle der KI unterscheidet
Warum Large Language Models keine Absicht haben und nicht
planen können
Weshalb die Frage Claude oder ChatGPT im militärischen
Einsatz der falsche Ansatz ist
Warum der AI-Act der EU aus Sicht von Yvonne Hofstetter schon
wieder überholt ist
Warum am Ende alles auf ein Sicherheitsproblem und die Frage
der Haftung hinausläuft
Ob sich außer Kontrolle geratene KI-Systeme mit einem
Kill-Switch überhaupt noch stoppen lassen
Warum an autonomen Waffensystemen kein Weg mehr vorbeiführt
Wo Europa im KI-Wettlauf steht und warum synthetische Daten
und Physical AI eine Chance sind
Ein Gespräch über die Geschichte der militärischen KI, über die
Grenzen von Large Language Models, über Regulierung, Haftung und
autonome Waffensysteme und über die Frage, wie souverän Europa in
diesem Feld wirklich ist.
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Annette Weisbach ist seit über 15 Jahren als
Wirtschaftsjournalistin für internationale Medien wie CNBC,
Bloomberg und DW-TV tätig. Als CNBC-Korrespondentin führe ich
regelmäßig Interviews mit Top-Entscheidungsträgern und moderiere
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