In dieser Folge spreche ich mit Frederic Linßen. Er ist
Psychologe, Mitbegründer des ILK Bielefeld und des IBS Aachen
sowie Entwickler der Changers-Intervention.
Gemeinsam erkunden wir die verblüffende Verbindung von
Placebo-Forschung, systemischer Arbeit und alltagsnaher
Veränderung, auch und besonders im Kinderschutz. Ausgangspunkt
ist eine kleine Geschichte aus der Bäckerei – daraus entwickelt
sich ein Gespräch über psychologische Wirkung, Erwartung, Rituale
und die Frage, wie Veränderung wirklich im Alltag verankert
werden kann.
Du erfährst:
– wie Changers als eine Art „psychologisches Medikament“
funktionieren – ohne pharmakologischen Wirkstoff, aber mit einer
klaren Zielrichtung,
– weshalb die Methode besonders in belastenden Situationen, wie
im Kinderschutz, interessant sein kann,
– wie Changers für Kinder, Jugendliche, Eltern, Familien und
Fachkräfte eingesetzt werden können,
– und warum auch Selbstfürsorge und Supervision wichtige
Anwendungsbereiche sind.
Im Gespräch wird deutlich: Changers können im Kinderschutz, in
der Jugendhilfe, Schulsozialarbeit und Beratung eine
ungewöhnliche, aber anschlussfähige Ergänzung sein – etwa in
Übergangssituationen, Wartezeiten oder bei der Stärkung von
Zuversicht und Selbstwirksamkeit.
Gleichzeitig bleiben die Grenzen klar: Die Changers-Intervention
ersetzt keine Gefährdungseinschätzung, Diagnostik, Hilfeplanung
oder notwendigen Schutzmaßnahmen. Sie kann jedoch ein
zusätzlicher Baustein sein, wenn ein Veränderungsprozess möglich
ist und Menschen etwas Konkretes für ihren Alltag brauchen.
Eine inspirierende Folge für alle, die im Kinderschutz, in der
Beratung, Supervision, Jugendhilfe oder sozialen Arbeit nach
neuen und praxisnahen Wegen suchen, um Hoffnung, Fokus und
Veränderung zu stärken – ohne die Realität schwieriger Fälle aus
dem Blick zu verlieren.
Pausenbrote aus der Folge:
Veränderung hält besser, wenn sie eine Form bekommt: Gute
Einsichten können schnell wieder verblassen. Ein Bild, ein Name
oder ein Ritual helfen dabei, Veränderung im Alltag zu verankern.
Menschen sollten an der eigenen Veränderung mitbauen: Ein Changer
wird gemeinsam entwickelt, mit einem persönlichen Zielbild, einem
individuellen Namen und selbst gewählten Wirkungen. So wird die
Intervention zu etwas Eigenem.
Kinderschutz braucht neben der Risikobrille auch Hoffnung:
Gefährdungen müssen klar eingeschätzt und Schutzmaßnahmen
umgesetzt werden. Zusätzlich braucht es Methoden, die Zuversicht,
Selbstwirksamkeit und Handlungsspielräume stärken.
Nicht nur das Kind, sondern das gesamte System muss in den Blick:
Ein Kind darf nicht für die Veränderung des ganzen
Familiensystems verantwortlich gemacht werden. Deshalb können
auch Eltern, Familien, Paare, Teams und Fachkräfte eigene Changer
entwickeln.
Eine Methode wirkt nicht unabhängig von der Haltung (der
Hoffnung): Die Fachkraft sollte Veränderung grundsätzlich für
möglich halten und dem Gegenüber zutrauen, einen eigenen Weg zu
finden.
Hoffnung ist kein Gegensatz zu Professionalität: Gerade in
schwierigen Feldern kann eine professionelle Haltung bedeuten,
Risiken ernst zu nehmen und trotzdem nach dem nächsten möglichen
Schritt, nach Ressourcen und nach Veränderung zu suchen.
Hier findest du die Links zu Frederics Arbeit:
– Die Webseite zu den Mind-Changers: www.mind-changers.de
– Die Webseite des ILK: www.loesungsfokussiert.de
– Die Webseite des IBS: www.ibs-weiterbildung.de
Meine SYKK-Fachkraft und InsoFa-Zertifikatskurse findest du hier:
https://www.anjathuernau.de/sykk
Hier geht es zum SYKK-Retreat – Supervision & Psychohygiene
an der Nordsee:
https://cdn.prod.website-files.com/64d0bc92384954c43b3e84c0/6a108ef603c6acf097062ec0_SYKK-Retreat-Anmeldung-2027.pdf
Du systemische Supervision für dein Praxisfeld im Kinderschutz?
https://www.anjathuernau.de/angebot
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