Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. apolut: Standpunkte Podcast
  4. Der Kampf um die Arktis | Von Jochen Mitschka
Die Arktis als neue Frontlinie: Von der
Wissenschaftskooperation zur Aufrüstung des Hohen
Nordens

Vier Jahrzehnte lang war die Arktis das seltene Beispiel
eines Raums, in dem Ost und West trotz aller Rivalität
kooperierten. Seit dem Ukraine-Krieg ist diese Ordnung
eingefroren, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Was folgt,
ist eine Chronologie des Umbaus vom gemeinsamen Forschungsgebiet
zum umkämpften Rohstoff- und Militärraum – und eine Einordnung,
was dabei wirklich auf dem Spiel steht.

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

I. Die Ursprünge: Sowjetische Pionierarbeit und der
Rovaniemi-Geist

Die russische Dominanz in der Arktis ist kein neues Phänomen,
sondern das Ergebnis jahrzehntelanger, staatlich finanzierter
Kontinuität. Bereits 1937 errichteten sowjetische Wissenschaftler
die erste driftende Polarstation auf einer Eisscholle im
Nordpolarmeer, wie die Stiftung Wissenschaft und Politik
dokumentiert. 1957 folgte mit der „Lenin“ der weltweit erste
atomgetriebene Eisbrecher – bis heute verfügt ausschließlich
Russland über eine solche Flotte, wie aus der Technikgeschichte
der zivilen Atomschifffahrt hervorgeht. 1977 erreichte der
sowjetische Eisbrecher „Arktika“ als erstes Überwasserschiff
überhaupt den geografischen Nordpol.

Trotz des Kalten Krieges gelang es den acht Arktisanrainern 1996,
mit der Ottawa-Erklärung den Arktischen Rat zu gründen – ein
Forum, das laut der Analyse der Informationsstelle
Militarisierung harte Sicherheitsfragen und militärische Themen
bewusst ausklammerte, um Umwelt-, Klima- und Lebensbedingungen
der Region gemeinsam zu bearbeiten. Dieser sogenannte
Rovaniemi-Geist trug die arktische Kooperation durch die
Krim-Annexion 2014 hindurch nahezu unbeschadet, wie das Deutsche
Institut für Entwicklungspolitik in seiner Rückschau auf den
Arktischen Rat festhält.

II. Der Wendepunkt: Klimawandel, Rohstoffschätzungen und
Ilulissat

Ab etwa 2008 verschob sich der Blick auf die Arktis grundlegend.
Der US-Geological Survey veröffentlichte damals die erste
umfassende Bewertung der unentdeckten Öl- und Gasvorkommen
nördlich des Polarkreises und bezifferte diese auf etwa 90
Milliarden Barrel Öl und 1670 Billionen Kubikfuß Erdgas. Das
schmelzende Meereis, ursprünglich vor allem als Menetekel des
Klimawandels wahrgenommen, wurde damit – wie die
Konrad-Adenauer-Stiftung in ihrer Analyse zu Bodenschätzen und
Seewegen in der Arktis beschreibt, zugleich zum Versprechen auf
neue Fördergebiete und Schifffahrtsrouten umgedeutet.

Die fünf Arktisanrainer reagierten 2008 mit der
Ilulissat-Erklärung, in der sie sich auf das bestehende Seerecht
als Rahmen für die Aufteilung der Region verständigten, statt
einen neuen völkerrechtlichen Sonderstatus zu schaffen. Damit war
formal geklärt, dass der Großteil der vermuteten Rohstoffe
ohnehin innerhalb der nationalen 200-Seemeilen-Zonen liegt und
kein rechtliches Niemandsland ist, wie es der taz-Bericht zum
Ressourcenkonflikt aus dieser Zeit zusammenfasst.

...https://apolut.net/der-kampf-um-die-arktis-von-jochen-mitschka/
Episode melden

„Der Kampf um die Arktis | Von Jochen Mitschka“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz