Die Netzwerkorganisation der Sparkasse Bremen – Neu drin und schon
nach außen vertreten Im Gespräch mit Oliver Ladeur,
Unternehmenssprecher der Sparkasse Bremen Wie fühlt sich
Netzwerkorganisation an, wenn man von außen kommt? Die Sparkasse
Bremen hat in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Wandel
vollzogen: weg von klassischen Hierarchien und funktionalen Silos,
hin zu einer Netzwerkorganisation mit verteilter Verantwortung,
mehr Eigenständigkeit und deutlich weniger disziplinarischer
Führung. Doch wie erlebt man eine solche Organisation, wenn man
nicht Teil dieser Transformation war, sondern erst später
dazukommt? Genau diese Perspektive bringt Oliver Ladeur mit. Seit
Anfang 2025 ist er Unternehmenssprecher der Sparkasse Bremen. Er
muss also eine Organisation nach außen vertreten, deren Logik,
Sprache und Spielregeln er zunächst selbst kennenlernen musste.
Zwischen Bankensprache und Netzwerklogik Schon der Einstieg hatte
es in sich. Neben einer für ihn neuen Bankenwelt traf Oliver auf
eine Organisationsform, in der Verantwortung anders verteilt wird
als in klassischen Hierarchien. Wo früher eine Führungskraft für
Personal, Ziele, Qualität und Ausrichtung verantwortlich war,
übernimmt die Sparkasse diese Aufgaben heute über unterschiedliche
Themenverantwortungen. Führung verschwindet damit nicht – sie wird
verteilt. Und das verändert die Frage, an wem sich Mitarbeitende
eigentlich orientieren. Mehr Freiheit heißt auch mehr Verantwortung
Die Vorteile liegen auf der Hand: Mitarbeitende können sich stärker
einbringen, Verantwortung übernehmen und entsprechend ihrer
Kompetenzen auch jenseits klassischer Stellenbeschreibungen
gestalten. Doch diese Freiheit gibt es nicht umsonst. Wenn die
Führungskraft nicht mehr automatisch entscheidet, Konflikte löst
oder Orientierung gibt, müssen Teams vieles selbst leisten.
Feedback muss direkter werden. Konflikte lassen sich nicht einfach
„nach oben“ delegieren. Und auch gute Entscheidungen entstehen
nicht automatisch dadurch, dass mehr Menschen beteiligt sind. Was
ist der Preis der Netzwerkorganisation? Genau darüber sprechen wir
mit Oliver sehr offen: Welche neuen Probleme entstehen, wenn man
alte Strukturen auflöst? Denn auch eine Netzwerkorganisation ist
keine bessere Organisation per se. Sie tauscht bestimmte Probleme
gegen andere ein. Mehr Eigenverantwortung kann mehr Reibung
bedeuten. Mehr Beteiligung kann Entscheidungen komplexer machen.
Und starke Dezentralität stellt Organisationen vor die
Herausforderung, trotzdem gemeinsame Orientierung und Transparenz
herzustellen. Die spannende Frage lautet deshalb weniger:
Hierarchie oder Netzwerk? Sondern vielmehr: Welche Form von
Organisation hilft uns bei welchen Herausforderungen – und welchen
Preis sind wir dafür bereit zu zahlen? Transformation heißt immer
wieder nachjustieren Die Sparkasse Bremen ist diesen Weg inzwischen
einige Jahre gegangen. Und gerade deshalb wird deutlich: Eine
Netzwerkorganisation ist kein fertiges Modell, das irgendwann
vollständig „eingeführt“ ist. Im Gespräch geht es darum, warum
heute differenzierter auf Hierarchie geschaut wird, weshalb Führung
weiterhin notwendig bleibt und was Organisationen brauchen, um ihre
Strukturen immer wieder an neue Anforderungen anzupassen. Eine
Folge über verteilte Führung, Eigenverantwortung und die
unvermeidbaren Spannungen einer Organisation, die sich
kontinuierlich weiterentwickelt – aus der besonderen Perspektive
eines Menschen, der erst seit Kurzem mittendrin ist und sie
gleichzeitig nach außen erklären muss. Viel Spaß beim Hören!
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