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  4. Entscheidungsnavigator: #95 - Kann man Entscheiden lernen? Was die Forschung wirklich sagt
Gute Entscheider werden geboren, nicht gemacht. Der eine hat ein
Gespür dafür, der andere nicht. Das glauben viele. Ich halte es für
falsch. Einfach ist es trotzdem nicht. Ich kenne Menschen, die
jedes Buch über Entscheidungen gelesen haben, jeden Denkfehler
benennen können und dennoch immer wieder in dieselben Fallen
tappen. Das kenne ich auch von mir. Ich beschäftige mich seit
Jahren beruflich mit dem Entscheiden und denke hinterher manchmal
trotzdem: Da war ich schlampig. Genau darum geht es in dieser
Folge: Kann man gutes Entscheiden lernen? Und wenn ja, wie? Die
gute Nachricht: Ja, man kann. Carey Morewedge und sein Team
zeigten, dass ein einziges Training gegen typische Denkfehler die
Anfälligkeit für Verzerrungen messbar senkt, teilweise um 30
Prozent und mehr. Der Effekt hielt auch Monate später an. Philip
Tetlock untersuchte, wie gut Menschen die Zukunft einschätzen, und
fand die Superforecaster. Schon ein kurzes Training verbesserte
ihre Trefferquote spürbar. Gerd Gigerenzer stellte Ärzten dieselbe
medizinische Frage zweimal: In Prozenten lagen etwa zehn Prozent
richtig, in natürlichen Häufigkeiten fast die Hälfte. Dieselbe
Frage, dasselbe Wissen, nur anders aufbereitet. Dann kommt der
Haken. Daniel Kahneman, der kognitive Verzerrungen bekannt machte
wie kaum ein anderer, schreibt am Ende seines grossen Buches
sinngemäss: Nach all den Jahrzehnten ist sein eigenes Denken kaum
weniger anfällig geworden. Bei anderen erkennt er die Denkfehler
sofort. Bei sich selbst tappt er weiter hinein. Wenn Wissen allein
genügen würde, müsste er der beste Entscheider der Welt sein. Der
Widerspruch löst sich auf, wenn man versteht, was trainierbar ist.
Nehmen wir das Schwimmen: Jemand liest jedes Buch darüber, versteht
Auftrieb und Verdrängung, kann jeden Armzug erklären und springt
dann zum ersten Mal ins Wasser. Beim Entscheiden braucht man das
Wissen allerdings sehr wohl. Wer den Bestätigungsfehler nicht
kennt, kann im entscheidenden Moment kaum bemerken, dass er ihm
aufsitzt. Wissen schärft die Aufmerksamkeit. Es ist die Landkarte,
aber nicht die Reise. Gary Klein untersuchte, wie erfahrene
Feuerwehrleute in Sekundenbruchteilen entscheiden. Sie wägen nicht
ab, sondern erkennen Muster, die sie oft erlebt haben. Anders
Ericsson zeigte, worauf es ankommt: gezieltes Üben. Jemand kann
zwanzig Jahre Auto fahren und trotzdem kaum besser werden, weil er
routiniert immer dasselbe tut. Wer nie zurückschaut und fragt,
warum eine Entscheidung gut oder schlecht war, sammelt Jahre, aber
keine Erfahrung. ERSTGESPRÄCH BUCHEN:
https://entscheidungsnavigator.com/kontakt/ ️ NEWSLETTER:
https://entscheidungsnavigator.com/newsletter/ Mein Kerngedanke:
Entscheiden lernt man nicht wie Vokabeln, sondern wie ein Handwerk.
Wissen ist die Grundlage. Erst Übung, Achtsamkeit, Wiederholung und
Rückmeldung machen daraus Können. Das ist der Auftakt zu einer
Serie in drei Folgen. Beim nächsten Mal geht es darum, womit man
dieses Handwerk übt, welche Werkzeuge und Methoden es gibt und ob
Werkzeuge allein reichen. ️ ZUM PODCAST:
https://entscheidungsnavigator.com/podcast/ BUCH „Neue Wege der
Führung": https://www.amazon.de/dp/1960004956/ Kapitel: 00:00
Werden gute Entscheider geboren? 01:28 Die Frage dieser Folge und
der Auftakt zur Serie 01:56 Carey Morewedge: ein Training, ein
bleibender Effekt 02:44 Philip Tetlock und die Superforecaster
03:22 Gigerenzer: dieselbe Frage, doppelt so viele richtige
Antworten 04:56 Der Haken: Kahnemans ehrliches Eingeständnis 06:28
Warum Wissen notwendig, aber nicht ausreichend ist 07:14 Das Bild
vom Schwimmen und der Unterschied zum Entscheiden 08:33 Gary Klein,
Anders Ericsson und das gezielte Üben 10:22 Entscheiden lernt man
wie ein Handwerk LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ckoudela/
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„Entscheidungsnavigator: #95 - Kann man Entscheiden lernen? Was die Forschung wirklich sagt“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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