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  4. Ep. 145: Wenn die Organisation ihre Unsicherheit auf Menschen verlagert, müssen die Menschen radikaler arbeiten. (Talk mit Markus Väth)
Sind wir Menschen in Organisationen eigentlich noch handelnde
Wesen – oder nur noch Opfer des Systems?

In dieser Folge spreche ich mit Markus Väth,
Organisationspsychologe, Organisationsberater und Begründer des
Radikalen Arbeitens. Und wir steigen direkt mit einer kleinen
Provokation ein: Müssen wir Luhmann in der praktischen
Organisationsarbeit vielleicht endlich beerdigen?

Markus kritisiert eine Form der Systemtheorie, die den Menschen
so weit aus der Organisation herausabstrahiert, dass am Ende
schnell die Haltung entsteht: Das System ist eben so. Da kann man
nichts machen. Dem stellt er ein Menschenbild entgegen, in dem
wir handelnde, entscheidende und gestaltende Wesen bleiben.

Von dort landen wir bei der Frage, warum wir überhaupt radikaler
arbeiten müssen. Denn Organisationen erleben heute enorme
Unsicherheit – durch wirtschaftliche Dynamik, Technologie, KI,
veränderte Strukturen und immer weniger planbare Karrieren. Und
weil Organisationen diese Unsicherheit irgendwo hinpacken müssen,
landet sie am Ende häufig auf den Schultern der Menschen, die in
ihnen arbeiten.

Das zeigt sich dann sehr konkret: mehr Regeln und Dokumentation,
noch ein Change-Projekt, noch mehr Menschen in Meetings und
CC-Schleifen und jede Menge Bullshit-Sprache. Markus nennt das
unter anderem Anpassungsbürokratie, Change-Bürokratie und
Kooperationsinfarkt. Der Versuch, Unsicherheit zu kontrollieren,
produziert damit teilweise genau die Arbeitswelt, unter der wir
anschließend leiden.

Aber was machen wir jetzt damit?

Genau hier setzt das Radikale Arbeiten an. Und „radikal“ bedeutet
dabei nicht extrem, sondern zurück zur Wurzel: Was brauchen wir
wirklich, um unter diesen Bedingungen gut arbeiten zu können?

Markus bringt dafür fünf Prinzipien mit: Pragmatismus,
Entfaltung, Autonomie, Respekt und Lernen. Nicht als nächste
Managementreligion, die jetzt gefälligst alle übernehmen müssen,
sondern als Einladung, Dinge auszuprobieren, die im eigenen
Kontext tatsächlich funktionieren.

Wir sprechen über Grenzen und Autonomie, über vertrauensvolle
Zusammenarbeit, über den psychologischen Arbeitsvertrag, über den
fundamentalen Attributionsfehler und darüber, warum konstruktive
Radikalität Menschen nicht zwingt, sondern einen Sog erzeugt.

Und am Ende landen wir wieder bei einem Gedanken, der für mich
zentral für Veränderungsstabilität ist:

Du kannst etwas verändern.

Du bist nicht einfach das Objekt eines Systems, dem du hilflos
ausgeliefert bist. Du kannst handeln, entscheiden und gestalten.
Vielleicht kannst du nicht den ganzen Teich kontrollieren – aber
du kannst ein Stein sein, der hineinfällt und Wellen erzeugt.

Und wenn genügend Menschen anfangen, solche Wellen zu erzeugen,
verändert sich irgendwann auch das System.

Viel spaß beim hören.

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So erreicht Ihr Markus Väth:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/markusvaeth/

Homepage: https://markusvaeth.com/

Buch: https://amzn.eu/d/02LWmfip

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Und so erreicht Ihr mich:

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Bücher: https://shop.haufe.de/
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„Ep. 145: Wenn die Organisation ihre Unsicherheit auf Menschen verlagert, müssen die Menschen radikaler arbeiten. (Talk mit Markus Väth)“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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