Gute Noten, eine starke mündliche Beteiligung und ein
ordentliches Heft – auf den ersten Blick scheint alles gut zu
laufen. Doch zu Hause sitzt dasselbe Kind stundenlang an den
Hausaufgaben, liest Texte immer wieder und kontrolliert jedes
einzelne Wort.
In dieser Folge sprechen wir über kluge Kinder, die ihre
Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben lange ausgleichen
können. Besonders häufig erleben wir dieses stille, angepasste
und stark kompensierende Verhalten bei Mädchen.
Sie hören im Unterricht besonders genau zu, lernen Texte fast
auswendig, erschließen sich Wörter aus dem Zusammenhang oder
vermeiden beim Schreiben alles, bei dem sie sich unsicher fühlen.
Dadurch bleiben ihre Schwierigkeiten lange verborgen. Die
eigentliche Belastung zeigt sich oft erst zu Hause – oder dann,
wenn die Anforderungen auf der weiterführenden Schule deutlich
steigen.
Wir sprechen darüber,
warum gute Noten eine LRS nicht ausschließen,
mit welchen Strategien kluge Kinder ihre Schwierigkeiten
verbergen,
weshalb gerade stille und gewissenhafte Kinder leicht
übersehen werden,
woran sich eine starke Kompensation erkennen lässt,
warum mündliche und schriftliche Leistungen weit
auseinanderliegen können,
weshalb manche Kinder beim Wechsel auf die weiterführende
Schule plötzlich einbrechen,
wie Perfektionismus, Selbstzweifel und Versagensängste
entstehen,
was Schule tun kann, damit diese Kinder früher erkannt
werden,
warum regelmäßige Lernstandserhebungen und eine passende
Diagnostik wichtig sind,
welche Förderung wirklich hilfreich sein kann,
wie schulische Entlastung und gezielte Förderung
zusammenpassen,
und warum Unterstützung nicht erst beginnen darf, wenn ein
Kind schlechte Noten schreibt oder vollständig erschöpft ist.
Ebenso wichtig sind ein geschützter Lernraum, ein anderer Umgang
mit Fehlern und Erwachsene, die nicht nur das Ergebnis sehen,
sondern auch fragen: Wie viel Kraft hat dieses Kind dafür
gebraucht?
Denn ein Kind kann freundlich sein, alle Aufgaben erledigen und
ordentliche Leistungen erreichen – und trotzdem jeden Tag an
seine Grenze kommen.
Wenn ihr euer Kind in dieser Folge wiedererkannt habt, findet ihr
diesen Blick auf das Kind und die Familie auch in unserem Buch:
„FamilienStark trotz LRS – Das Mutmachbuch für Eltern“
von Corinna Milinski und Nadine Anantapongse
Direkt zum Buch im BoD-Buchshop:
https://buchshop.bod.de/familienstark-trotz-lrs-corinna-milinski-9783696709846
Mehr über unseren Podcast:
https://www.corinnamilinski.de/podcast/
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Unsere Website:
https://www.corinnamilinski.de/
Quellen und weiterführende Informationen:
S3-Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung von Kindern und
Jugendlichen mit Lese- und/oder Rechtschreibstörung,
AWMF-Registernummer 028-044:
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/028-044
Metaanalyse zur unterschiedlichen Identifikation von Mädchen und
Jungen mit Leseschwierigkeiten:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6023418/
Metaanalyse zur Wirksamkeit verschiedener Förder- und
Behandlungsansätze bei Lesestörungen:
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371%2Fjournal.pone.0089900
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