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  4. 1997: mit dem Steilheck-Porsche zu D&W
Du brauchst ein Fahrzeug mit Stil und Charakter. Ein Baby zum
Liebhaben. Eines, das gepflegt, gestreichelt, betankt und
manchmal auch mit erstaunlich viel Geld bei Laune gehalten werden
möchte.

Die Worte stammen von Ralf Richter. Und deshalb beginnen wir
Folge 97 diesmal mit einem Abschied von einem Schauspieler,
dessen Filme, Figuren und Sprüche uns seit Jahrzehnten begleiten.
Im Hort wird er jedenfalls weiterleben.

Danach reisen wir standesgemäß ins Jahr 1997.

Super kostet 1,67 Mark. Der Golf 4 wird vorgestellt. Porsche
bringt den 996. Die Mercedes A Klasse kippt beim Elchtest um.
Tamagotchis müssen gefüttert werden, Ralf Schumacher fährt seine
erste Formel 1 Saison und irgendwo verbrennt sich gerade ein
Teenager beim Blondieren mit Wasserstoffperoxid die Kopfhaut.

Also eigentlich eine ziemlich gute Zeit.

Automobil entdecken wir dabei einige Dinge wieder, die heute
plötzlich viel interessanter wirken als damals. Den Alfa 156. Den
frühen Audi TT ohne Heckspoiler. Den ersten Toyota Prius. Und
einen Porsche 996 4S, den Hannes gerade im Männerhort gesehen hat
und der innen offenbar aussieht, als hätte ein Schreiner freie
Hand bekommen.

Graues Leder. Echtholz. Überall.

Türgriffe, Mittelkonsole, Lüftungsdüsen, Handbremse, Lenkrad.

Doch selbst das wird diese Woche noch übertroffen.

Denn Hannes hat eine Tür geöffnet, von der wir nicht wussten,
dass sie noch existiert.

Hinter einem ganz normalen Bosch Dienst steht offenbar seit rund
30 Jahren ein Stück deutscher Tuninggeschichte nahezu unberührt
herum. Alte D&W Verkaufswände. Lenkräder. Schaltknäufe.
Doorpins. Powerrohre. Auspuffanlagen. Domstreben. Tachofolien.
Jeansjacken. Neon Aufkleber. Doppelscheibenwischer in
Regenbogenfarben.

Original verpackt.

Mit D Mark Preisen.

Hannes betritt diesen Raum mit einem leeren Kofferraum und
verlässt ihn ungefähr so, wie andere Menschen nach einem
Lottogewinn einen Porsche Händler verlassen würden.

Nur mit mehr Doorpins.

Ein Teil dieser Zeitkapsel wird künftig im Männerhort stehen und
einiges davon werden wir wahrscheinlich nächstes Jahr mit zur
Retro Classics nach Stuttgart nehmen.

Zwischendurch fährt Sascha einen CLK 430 und erinnert sich wieder
daran, warum Autos um die Jahrtausendwende manchmal genau die
richtige Menge Technik hatten. V8, gute Sitze, echte
Langstreckenqualitäten und keinerlei Interesse daran, den Fahrer
alle 30 Sekunden zu erziehen.

Dann verabschiedet sich allerdings auch ein Auto aus dem Hort.

Der blaue Cayenne 955 hat einen neuen Besitzer gefunden.
Meerblau, beige innen, Handschalter, höhergelegt und auf All
Terrain Reifen. Ein Projekt, das irgendwann einfach fertig war.

Und dann steht plötzlich jemand davor, der genau dieses Auto
genauso liebt, wie man es sich für einen Käufer wünschen würde.

Vielleicht ist das die beste Art, ein Auto zu verkaufen.

Nicht weggeben. Weitergeben.

Der Nachfolger steht allerdings schon bereit. Dunkelgrün, etwas
verbrauchter, technisch deutlich komplizierter und bislang mit
einer Motorhistorie, bei der andere Menschen längst die Nummer
ihres Therapeuten gewählt hätten.

Natürlich mögen wir ihn deshalb jetzt schon.

Hannes wiederum erzählt noch von einem weiteren Polo 86C
Steilheck, den er eigentlich überhaupt nicht brauchte, natürlich
trotzdem kaufte, vollständig putzte und anschließend in gute
Hände weitergab. Grau metallic, rote Fox Innenausstattung und
ursprünglich sogar noch mit DIN Kennzeichen.

Also exakt die Art Auto, bei der man sagt: Den kann ich nicht
behalten.

Und zehn Minuten später sucht man bereits nach Felgen.

Zum Schluss wagen wir ausnahmsweise sogar einen Blick nach vorne.
Welche Autos wollen wir irgendwann noch besitzen?

Aston Martin. Bentley. Jaguar. Audi A2. Phaeton. A8 D2. Golf VR6.
Passat 35i VR6. 124er Kombi. Porsche 964. Opel Kadett B Coupé.

Vernünftig wird es also auch in Zukunft nicht.

Viel Spaß mit der neuen Folge Maschinenhort.
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„1997: mit dem Steilheck-Porsche zu D&W“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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