Horido und Weidmannsheil!
Die Jagdprüfung ist bestanden. Theoretisch weiß man, wo welches
Organ liegt und dann liegt plötzlich das erste eigene Stück
Rehwild vor einem. Messer in der Hand, Jagdfieber noch im Kopf.
Und jetzt?
In Folge 2 unserer Reihe „Vom Schuss bis zum
Teller“ wird es praktisch. Gemeinsam mit Jäger und
Wildsommelier Markus Hoffmann von
Rehzept sprechen wir darüber, wie Wild sauber
und sicher aufgebrochen wird – und warum Ruhe dabei manchmal
wichtiger ist als Geschwindigkeit.
Wild aufbrechen – aber wo?
Direkt am Anschuss? An einem geeigneteren Platz im Revier? Oder
erst in der Wildkammer?
Markus erklärt, warum er selbst gern hängend in der Wildkammer
aufbricht und welche Vorteile er darin sieht. Wir sprechen aber
auch darüber, warum es nicht den einen Arbeitsablauf für jeden
Jäger gibt und weshalb die Bedingungen im eigenen Revier
entscheidend sind.
Das erfährst du in dieser Folge:
Warum Wild nach dem Erlegen möglichst zügig versorgt werden
sollte
Was du zum Aufbrechen im Revier wirklich dabeihaben solltest
Warum gutes Licht und ein scharfes Messer zur Sicherheit
beitragen
Welche Vorteile das Aufbrechen im Hängen haben kann
Ringeln oder Schloss öffnen – welche Möglichkeiten gibt es?
Wie sich Verunreinigungen durch Magen- oder Darminhalt
vermeiden lassen
Was du tun kannst, wenn beim Aufbrechen doch etwas schiefgeht
Warum Ruhe bewahren besser ist als hektisches Schneiden
Weshalb Herz, Lunge, Leber und der gesamte Wildkörper
aufmerksam betrachtet werden sollten
Warum Veränderungen am Wild nicht einfach selbst
„wegdiagnostiziert“ werden sollten
Welche Rolle sauberes Wasser, Handschuhe und Werkzeug spielen
Welche typischen Fehler Markus beim Aufbrechen immer wieder
beobachtet
Ein besonderes Augenmerk legen wir auf einen Moment, den
vermutlich viele Jungjäger kennen: Was mache ich, wenn
ich beim Aufbrechen Magen, Darm oder Blase verletze?
Markus' Rat ist pragmatisch: nicht in Panik geraten, kontrolliert
weiterarbeiten, Verunreinigungen beseitigen und betroffene
Bereiche nicht einfach ignorieren.
Auch die Beurteilung des Wildes gehört für uns zum Aufbrechen
dazu. Denn nicht jede Veränderung sieht so aus wie auf der
Lernkarte aus dem Jagdkurs. Genau deshalb sprechen wir darüber,
warum es wichtig ist, sich Wildkörper und Organe bewusst
anzusehen – und bei Auffälligkeiten nicht einfach eine eigene
Erklärung zu erfinden.
Und was braucht man wirklich?
Vom Gegrösemesser über Handschuhe, Wasser und Stirnlampe bis zu
Schere oder Säge: Markus erzählt, was er selbst mit ins Revier
nimmt.
Dabei gilt auch in Folge 2 wieder eine Regel, bei der wir uns
ziemlich einig sind:
Ein scharfes Messer gehört zur Grundausstattung.
Denn wer mit einem stumpfen Messer arbeitet, benötigt mehr Kraft
und macht sich die ohnehin ungewohnte Arbeit nicht leichter.
Für wen ist diese Folge interessant?
Vor allem für Jagdschüler und Jungjäger, die vor ihrem ersten
selbstständigen Aufbrechen stehen. Aber auch erfahrene Jäger
dürften sich bei der einen oder anderen Diskussion wiederfinden –
denn ob im Liegen oder Hängen, Ringeln oder Schloss öffnen: Viele
entwickeln mit der Zeit ihren eigenen Ablauf.
Entscheidend ist nicht, möglichst schnell fertig zu werden.
Entscheidend ist, sauber, kontrolliert und
verantwortungsvoll zu arbeiten.
In der nächsten Folge gehen wir den nächsten Schritt auf unserem
Weg vom Schuss bis zum Teller: Unser Wild kommt
in der Wildkammer an.
Weidmannsheil und Weidmannsdank fürs Zuhören
Deine Anja
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