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Wann wir Maschinen entscheiden lassen sollten – und wann besser
nicht

Was passiert, wenn eine KI nachweislich bessere Entscheidungen
trifft als ein Mensch?

Sollten wir ihr dann auch tatsächlich die Entscheidung
überlassen?

In dieser Folge von „Mensch & KI – next level
leadership“ geraten Jan und Kira genau an diesem Punkt
aneinander. Denn Verantwortung zu tragen und die beste
Entscheidung zu treffen, sind nicht zwangsläufig dasselbe.

Menschen entscheiden schließlich keineswegs so rational, wie sie
gern glauben. Verlustaversion, Gruppendenken, versunkene Kosten
oder jahrzehntelang eingeübte Denkfehler können Entscheidungen
massiv beeinflussen. KI dagegen kann Lösungsräume durchsuchen,
die Menschen möglicherweise gar nicht erst betreten.

Eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für
Bildungsforschung liefert dafür ein faszinierendes Beispiel: In
einem Experiment fanden Menschen eine optimale Strategie kaum
selbst, weil diese zunächst Verluste erforderte. Maschinen
entdeckten dagegen Lösungswege außerhalb der typischen
menschlichen Suchmuster.

Doch damit beginnt das Problem erst.

Denn auch KI ist keineswegs frei von Biases. Sprachmodelle können
menschliche Verzerrungen übernehmen – oder eigene entwickeln.
GPT-Modelle zeigen beispielsweise teilweise einen sogenannten
Addition Bias: Probleme werden eher durch
zusätzliche Regeln, Prozesse oder Maßnahmen gelöst als durch
Weglassen und Vereinfachen.

Für Unternehmen wird es noch spannender: Studien weisen darauf
hin, dass LLMs bei strategischen Empfehlungen unter bestimmten
Bedingungen zur Konformität tendieren können. Doch gerade
Strategie verlangt manchmal das Gegenteil: bestehende
Geschäftsmodelle infrage stellen, erfolgreiche Produkte
kannibalisieren oder bewusst gegen dominante Denkmuster handeln.

Jan und Kira diskutieren deshalb ganz konkret:

– Wann darf eine KI Produktionsentscheidungen weitgehend selbst
treffen?

– Was passiert, wenn KI und Kundenberater bei einer
Kreditentscheidung widersprechen?

– Wie viel Entscheidungsmacht sollte KI beim Recruiting
bekommen?

– Was tun, wenn die KI empfiehlt, ein seit 20 Jahren profitables
Geschäftsfeld aufzugeben?

– Und was bedeutet „Human in the Loop“ eigentlich, wenn der
Mensch die Empfehlung der Maschine nur noch routinemäßig
bestätigt?

Dabei entsteht eine möglicherweise entscheidende Perspektive auf
Führung:

Führungskräfte müssen künftig vielleicht weniger einzelne
Entscheidungen treffen – dafür aber sehr viel besser gestalten,
wie entschieden wird.

Wer darf entscheiden?

Welche Daten zählen?

Welche Ziele werden optimiert?

Welche Werte dürfen nicht der Effizienz geopfert werden?

Wann braucht es ein menschliches Vetorecht – und wann
verschlechtert genau dieses Vetorecht die Entscheidung?

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr einfach:

Mensch oder KI?

Sondern:

Wer hat bei genau dieser Entscheidung die besseren
Voraussetzungen?

Und vielleicht wird eine der wichtigsten Führungsentscheidungen
der Zukunft darin bestehen, zu entscheiden, wer
entscheiden darf.

Mensch & KI – next level leadership

Mit Dr. Jan-Arne Gewert und seine KI-Co-Moderatorin Kira

Themen dieser Folge:

KI und Entscheidungen · Human in the Loop · Leadership ·
Entscheidungsarchitektur · Bias · Addition Bias · Maschinenkultur
· Strategie · künstliche Intelligenz · Führung · Mensch und KI

Weiterführende Links:

Max-Planck-Institut für Bildungsforschung: Wie KI zur kulturellen
Evolution beitragen kann

Zur Studie und Zusammenfassung beim Max-Planck-Institut

Originalstudie: Brinkmann et al. (2026),
Propagation and preservation of AI-discovered problem-solving
strategies in human culture, Nature Communications 17,
8255.

Originalpublikation bei Nature Communications
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„Was, wenn die KI recht hat?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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